Andreas Kaube privat

Ameisenferdinand

Fortsetzung Untersuchungshaft

Dieser Beitrag gehört eigentlich vor meine Erlebnisse in der UHA Stendal, ich hatte überlegt ob ich diesen Teil überhaupt hochlade, da er eigentlich völlig untypisch ist, im Vergleich was man sonst aus den Stasi- Untersuchungshaftanstalten gehört hat. Es lag warscheinlich daran, das man bei mir nicht erst eine Aussagebereitschaft herstellen mußte, ich stehe zu den Taten die ich selbst begangen habe, zudem konnte ich der Staatssicherheit auch nicht unbedingt neue Erkenntnisse liefern. Ich war denen schlichtweg zu uninteressant nehme ich einmal an.
Auch wenn ich nun wieder von einigen angegriffen werde das ich die Staatssicherheit zu sehr verharmlose, ich selbst zu wenig in einer Opferrolle stehe oder wie schon mehrfach behauptet ich wäre gekauft worden um so etwas zu behaupten.
Aber ich selbst kann nur meine eigenen Erlebnisse schildern, nicht was ich von anderen gehört oder gelesen habe.

Vernehmung und Stasi-UHA
An die ersten Stunden nach meiner Verhaftung und die ersten Vernehmungen kann ich mich nicht mehr richtig erinnern. Ich glaube daß da die Verdrängung des Geschehens besonders stark ist. Meine folgenden Schilderungen werden deshalb etwas unvollständig sein und es kann sogar sein das in meinem Gedächtnis etwas verfälscht ist.
Angst, grenzenlose Ohnmacht, ausgeliefert sein. Das waren die Emotionen an die ich mich erinnern kann. Anfangs war ich wohl im VPKA Salzwedel, in einer Zelle im Kellerbereich. Eine karge Zelle, mit einer am Boden befestigten Pritsche, einem Hocker, ebenfalls am Boden befestigt, und ein an der Wand befestigter kleiner Tisch. Am Eingang ein kleiner Sanitärbereich mit WC und Waschbecken, vom übrigen Raum durch ein Gitter getrennt.
Wie lange ich dort war kann ich beim besten Willen nicht sagen, ich wußte auch die entsprechende Tageszeit nicht, es brannte ununterbrochen das Deckenlicht, vergittert in der Decke eingelassen.
Zwischendurch immer wieder Vernehmungen, die Vernehmer immer in Zivil, es kann sein das sie sich auch vorgestellt haben, ich weiß es aber nicht mehr. Mehrmals wurde ich auch an einen anderen Ort verbracht, wohin weiß ich nicht, nach der geschätzten Dauer der Fahrzeit nehme ich an das es immer noch im Stadtgebiet von Salzwedel war. Heute gehe ich davon aus, daß man mich in die Staatsicherheitsdienststelle in Salzwedel/ Braunschweiger Straße brachte.
Wie lange diese Vernehmungen dauerten, was ich dort ausgesagt habe, wie lange ich dort überhaupt eingesperrt war, habe ich wohl vollständig verdrängt. Es ist vielleicht besser so daß ich mich da nicht mehr an Einzelheiten erinnern kann. Nur Gefühle sind geblieben, und die mir endlos vorgekommene Zeit in dieser kleinen Zelle. Dieses Ausgeliefert sein, nicht wissen was passiert, sich so gedemütigt vorkommen, mit Schuhen ohne Schnürsenkel und Hosen ohne Gürtel, so daß man ständig die Hose festhalten musste wenn man ging.
Irgendwann nach endloser Zeit wurde ich aus dieser Zelle geholt, mit Handschellen gefesselt. Es ging hinaus in den Hof, in eine Art Schleuse, dort stand ein grauer Barkas mit Kastenaufbau, so ein Gefangenentransporter mit dem ich schon Bekanntschaft gemacht hatte. Ich durfte sogar noch eine Zigarette rauchen bevor ich einsteigen musste. Ich war der einzige „Fahrgast“ und die Fahrt begann. Aus den Äußerungen des Transportpersonals hatte ich entnommen, daß die Fahrt nach Magdeburg ging, in die damalige Bezirksstadt.
Dort angekommen hielt der Transporter, die Tür wurde geöffnet und ich stieg aus. Es war wieder so eine Art Schleuse, an den Stirnseiten jeweils Stahltore. Es ging dann durch verschiedene Türen hindurch, mir kam das vor wie ein Labyrinth. Dann hinein in einen Duschraum mit gekachelten Wänden und Boden. Dort musste ich mich nackt ausziehen, meine Bekleidung wurde durchsucht, danach konnte ich mich wieder ankleiden. Auf dem Boden lag ein Bündel, eine graue Wolldecke bei der die Ecken miteinander verknotet waren. Ich wurde angewiesen dieses Bündel mitzunehmen und wurde in eine Zelle, im dortigen Sprachgebrauch Verwahrraum gebracht. Darin sah es ebenso aus wie ich das schon von der Stendaler UHA geschildert habe. Nur war dieser Verwahrraum kleiner, es stand nur ein Doppelstockbett darin.
Belegt war dieser Verwahrraum mit einem Insassen, der Meldung erstattete als die Tür sich öffnete. Ich ging hinein, die Tür wurde hinter mir geschlossen und ich war erst einmal erleichtert, weil ich nun nicht mehr allein war. Ich stellte mich erst einmal vor, sagte warum ich da war, mein Mitgefangener machte es ebenso. Er war da wegen Verstoß gegen § 6 der Verordnung zum Schutze der Staatsgrenze, er wollte seinem Ausreiseantrag Nachdruck verleihen, hatte sich in Magdeburg in den Interzonenzug gesetzt und ist dann natürlich in Marienborn verhaftet worden.
Ich bezog dann mein Bett, räumte meine Sachen, die ich erhalten habe, in den Wandschrank und ich fühlte das erste Mal seit Tagen so etwas wie Ruhe.
Im Gespräch mit meinem Mitgefangenen erfuhr ich nun, das ich tatsächlich in Magdeburg in der Stasi-UHA Moritzstraße war. Nachdem was ich im Nachhinein über andere dort Inhaftierte gehört habe ging es mir dort relativ gut, einmal davon abgesehen das ich eigesperrt war. Ich war weder in Einzelhaft, noch sonstigen Repressalien unterworfen.
Da ich am späten Nachmittag dort angekommen war, gab es kurz darauf Abendessen: Brot, Butter, Margarine und Wurst. Zu trinken gab es eine Alukanne mit Kräutertee. Ich hatte dann um ein paar Schnürsenkel und einen Gürtel oder Hosenträger gebeten und erhielt Schnürsenkel und Hosenträger am nächsten Morgen beim Frühstück mitgeliefert. Es waren solche Y- förmigen Hosenträger mit Klips zum Befestigen an der Hose, die nun endlich nicht mehr rutschte.
Kurz nach dem Frühstück wurde ich dann zur ersten Vernehmung geholt. Die ganze Vernehmung wurde auf Tonband aufgezeichnet. Ich kann mich seltsamerweise an das Spulentonbandgerät erinnern, ein ZK120. Der Vernehmer stellte sich mit Dienstgrad und Namen vor, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Man bot mir als erstes Zigaretten an, fragte ob ich einen Kaffee haben will, was ich natürlich dankend annahm. Dann kamen Fragen über meine Unterbringung, ob ich irgendetwas auszusetzen oder Wünsche habe. Ich fragte gleich danach, ob und wie ich etwas kaufen könne wie Zigaretten und andere Dinge die ich so benötigte. Er teilte mir mit, daß ich da richtig Glück habe da am nächsten Tag Einkaufstag ist. Da ich genug Eigengeld habe sei das kein Problem.
Diese erste Vernehmung dort war irgendwie eigenartig, es wurden keine Fragen zu der Tat an sich noch irgendwelcher Umstände dazu gestellt. Eigentlich nur ganz normale allgemeine Fragen: was mich so interessierte, unter anderem sprachen wir über den 1. FC Magdeburg, über Musik und meine Arbeit. Vor dem Mittagessen wurde ich zurück in den Verwahrraum gebracht und das war es für diesen Tag.
Die sogenannte Freistunde, eine halbe Stunde Aufenthalt an der frischen Luft, verdiente diesen Namen kaum. Es war ein Kabuff, ein paar Meter im Quadrat, oben mit Maschendraht bespannt. Dort war ich allerdings auch nur zwei oder dreimal, ansonsten auf einem größeren Innenhof. Dort musste man allerdings ständig im Kreis herumlaufen, aber man sah dort auch mal andere Leute. Einen Teil in Anstaltskleidung, die hier im Gegensatz zur normalen U-Haft aus graumelierten Trainingsanzügen bestand. Anderes als im Kreis zu laufen durfte man nicht, weder stehen bleiben, noch rauchen und vor allem nicht reden.
Auch die Bewegungen im Haus sind ein Ding für sich, normalerweise sah man niemanden auf den Fluren und Treppen wenn man zur Vernehmung geführt wurde. Ich weiß nicht, ob da extra alles geräumt wurde, aber ab und an passierte es doch daß jemand anders den Flur betrat. Wenn das geschah dann musste man sich sofort mit dem Gesicht zur Wand stellen bis das Kommando zum Weitergehen kam. Am diesem Tag musste ich auch noch zur ärztlichen Untersuchung, ein Arzt mit geflochtenen Schulterstücken auf seinem weißen Kittel untersuchte mich, befand mich für gesund, was anderes habe ich auch nicht erwartet, als junger 18jähriger.
Meinen Mitgefangenen sah ich relativ selten, entweder war er oder ich zur Vernehmung. Er trug auch Zivilkleidung ebenso wie ich selber. Ich hatte wirklich keinen Bock darauf in so einem verbeulten Trainingsanzug herumzulaufen.
Die Vernehmungen waren auch nicht mehr so wie ich es in den ersten Tagen erlebt habe, mir kam es so vor, als wenn die sowieso schon alles wissen und maximal ein paar Kleinigkeiten konkretisieren wollten. Es kann auch daran liegen daß ich keine negativen Erinnerungen an die Vernehmungen habe, weil ich im Grunde nichts zu verbergen hatte.
Ich wollte flüchten, wurde erwischt, und ich stehe eigentlich zu meinen Taten. Ich konnte niemanden belasten, es war ganz allein meine eigene Entscheidung gewesen und ich konnte niemanden die Schuld daran geben, außer mir selbst. Ich bin weder von jemanden dazu angestiftet worden, noch habe ich jemanden genötigt oder überzeugen wollen ebenfalls zu flüchten. Daher nehme ich mal an, daß die ganzen Vernehmungen eher eine Formsache waren. Das stützt sich auch darauf, daß mein Aufenthalt bei der Stasi nur von kurzer Dauer war. Die Vernehmungen waren im Grunde eher Gespräche, es ging um alles, nur nicht um die Straftat. Angefangen über Erlebnisse im Kindergarten, über Schule, Urlaub, meine Interessen und meine Arbeit. Es kann sein daß der Vernehmer speziell auf mich abgestimmt war, oder ein Vernehmer passend zu mir ausgesucht wurde. Die einzigen Fragen zu meinem Fluchtversuch und die Umstände dazu waren etwas seltsam. Es kam dann jedes Mal ein anderer Mitarbeiter mitten in der Vernehmung, meist mit einer Akte oder ein paar Blättern in der Hand und sagte, da ist noch etwas, das müssten wir noch genauer wissen, können sie da etwas dazu sagen? Aber da ich schon gesagt habe daß ich zu meinen Taten stehe und niemanden außer mich selbst belasten konnte, habe ich dann freimütig geantwortet. In meinen Augen waren das aber auch immer irgendwelche Belanglosigkeiten nach denen dann gefragt wurde.
Ich habe die Vernehmungen auch immer genutzt um meine Zigaretten zu sparen, ich durfte dort rauchen und hab sogar Karo bekommen, meine bevorzugte Zigarettenmarke. Auch Kaffee und Cola gab es, das bekam ich in der UHA nicht. Mehrmals ging die Vernehmung den ganzen Tag lang, nur unterbrochen durch das Mittagessen. Auf die Freistunde habe ich dann immer verzichtet, obwohl sie mir eigentlich zustand und man mir sagte dass ich zur Freistunde könne wenn ich das wollte.
Abends hatte ich dann Zeit um mich mit meinem Mitgefangenen zu unterhalten. Er war glaube ich, Elektroingenieur, ich schätze mal so Mitte Dreißig, verheiratet. Er hatte mit seiner Frau zusammen einen Ausreiseantrag gestellt und um dem Nachdruck zu verleihen hatte er eben gegen den § 6 verstoßen. Auf Anraten seines Anwaltes, der der Meinung war, es ist einfacher eine Abschiebung aus der Haft zu bewirken. Ob das alles stimmte, oder er nur da war um mich auszuhorchen weiß ich nicht. Ich tendiere eher dazu daß es stimmte was er erzählte. Denn wozu hätte man mich aushorchen sollen. Ich machte kein Geheimnis aus meinem Fluchtversuch. Andere staatsgefährdende Sachen hatte ich nicht gemacht, so daß es auch keinen Grund dazu gab. Er versuchte mich auch nicht auszuhorchen, sondern erzählte mehr über sich selbst. Im Gegenzug dazu wurden mir bei meinen eigenen Vernehmungen aber auch keine Fragen über meinen Mitgefangenen gestellt. Ich nehme mal an, die haben mich als harmlosen Idioten eingestuft, anders kann ich mir diese ganze Behandlung, die doch in vielem anders war als das was ich später von anderen hörte, nicht erklären. Aber da es hier um meine eigenen Erlebnisse geht, will ich hier nichts verbreiten was ich nur vom Hörensagen kenne. Es kann auch sein, daß ich keine neuen und besonderen Erkenntnisse liefern konnte und daher von geringem Interesse für die Staatssicherheit war.
Über das Essen dort kann ich mich nicht beklagen, vielleicht liegt es auch daran daß ich relativ genügsam bin. Und ich bin auch nicht mäkelig, ich esse fast alles. Meiner persönlichen Meinung nach war das Essen dort besser als in der UHA Stendal. In Magdeburg bekam ich auch immer Nachschlag wenn ich darum bat. Meine Einkaufsbestellung habe ich auch bekommen, es waren die bestellten Karo. Zum Duschen kam ich dann auch. ich wurde mit meinem Mitgefangenen aus dem Verwahrraum geholt und in einen Duschraum gebracht. Es war schade, daß mein Wäschepaket noch nicht da war, so daß ich anschließend wieder meine getragenen Sachen anziehen musste. Ich hatte wenigstens frische Unterwäsche bekommen, um die ich gebeten hatte. Die Duschen selber waren einigermaßen warm, ich hätte es gerne etwas wärmer gehabt aber es gab keine Möglichkeit der Temperaturregelung. Mein Mitgefangener meinte, das dient dazu daß sich niemand in selbstmörderischer Absicht verbrühen konnte.
Der folgende Tag war dann ein Samstag, es gab keine Vernehmungen und wir haben fast den ganzen Tag gelesen und Schach gespielt. Mein Mitgefangener war ein sehr guter Schachspieler der mich regelmäßig geschlagen hat. Er hat manchmal sogar aus dem Gedächtnis gespielt, er lag auf dem Bett, ich saß am Tisch mit dem Schachbrett und sagte den Zug an den ich gemacht habe. Darauf nannte er seinen Zug, ich setzte die Figur und so weiter. Aber auch da hat er mich geschlagen und bis dahin hielt ich mich selbst für einen einigermaßen guten Schachspieler. Am Samstag gab es auch ein Blatt, Größe DIN A4, für jeden und einen Briefumschlag. Man durfte einen Brief schreiben. Das Blatt durfte nur einseitig beschrieben werden, dann wurde es in den Umschlag gesteckt und mußte zum Abendessen herausgegeben werden. Zugeklebt durfte der Brief auch nicht werden, so wie man seine Briefe ebenfalls bereits geöffnet erhielt. Ach ja, einen Absender durfte man auch nicht auf den Umschlag schreiben. Meine Mutter erzählte mir später, sie habe alle meine Briefe nur mit dem Absender UHA Stendal erhalten. Nichts deutete darauf hin das ich mich in Magdeburg befand. Man durfte 4 Briefe im Monat schreiben, aber dazu kam es bei mir gar nicht, so lange war ich gar nicht dort.


Meine Vergangenheit oder Strafvollzug in der DDRLuftschutzbunker

Comments

Unregistered user Tuesday, May 15, 2012 11:07:20 AM

Anonym writes: und es kann sogar sein das in meinem Gedächtnis etwas verfälscht ist. Das kann nicht nur sein.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Tuesday, May 15, 2012 11:10:12 AM

Das weißt du genau? Warst du dabei?
Und es zeugt nicht gerade von Höflichkeit und guter Erziehung wenn man nicht einmal einen Namen angibt. Übrigens werden Zitate in Anführungszeichen gesetzt. Es mangelt bei dir anscheinend auch an anderem als nur an Höflichkeit.

Unregistered user Tuesday, May 15, 2012 11:36:56 AM

Tommy writes: Lass dir doch von solchen Idioten nicht die Stimmung verderben die sogar zu Feige sind und nicht sagen wie sie heißen. Das sagt doch alles wenn sie nicht mal offen zu ihrer Meinung stehn.

Unregistered user Tuesday, May 15, 2012 2:55:00 PM

FED writes: Die Schilderung ist etwas sprunghaft und Details wie die richterliche Vernehmung, die Eröffung des Haftbefehls und andere Kleinigkeiten fehlen. In der Summe ist sie jedoch sehr dicht an der Realität und beschreibt die U-Haft und die Vernehmungssituation so, wie sie zu dieser Zeit ca. 90% der Beschuldigten erlebt haben dürfte. Atmosphäre aufbauen, Zugang schaffen, Begleitumstände und Hintergründe erforschen. Zu der Zeit der typische Ablauf, denn der B. sollte ja möglichst frei und umfassend aussagen und mit dieser Taktik erreichte man eine wesentlich höhere und umfassendere Aussagebereitschaft als durch Druck und Zwang. Post am Wochenende schreiben ist auch richtig, die Briefe seiner Beschuldigten hat man dann am Montag gelesen und wenn sie nicht zu beanstanden waren weitergeleitet. Bei leichten Verstößen gingen sie in die Akte und man lies neu schreiben. Bei Wiederholungen oder schweren Verstößen hat man sie direkt an den aufsichtsführenden Staatsanwalt weitergeleitet, denn nur dieser konnte Maßnahmen wie die Einschränkung bzw. Aufhebung der Schreiberlaubnis verfügen. Alles in allem recht objektiv und nüchtern beschrieben und es gibt auch sogenannte Opferliteratur in der sich andere Beschuldigte, aus diesem Zeitraum, in der gleichen Art und Weise äußern wie Du. Auf anonyme Wortmeldungen einzelner "Experten" aus dem off mußt Du also nichts geben und ich denke die Masse wünscht sich mehr von deinen persönlichen Erfahrungen zu lesen.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Tuesday, May 15, 2012 3:22:03 PM

Der Haftbefehl und die richterliche Vernehmung waren noch im VPKA Salzwedel, an Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, ich glaube das der Haftbefehl auf farbigen Papier war, eventuell rot. Aber das weiß ich nicht mehr mit Sicherheit, es sind da wohl viele Dinge die ich verdrängt habe.

luzifair Tuesday, May 15, 2012 4:00:00 PM

Habe mit Mutti drüber gesprochen.
Sie meinte, das es ca. 4 Wochen gedauert hatte, bis die Eltern überhaupt wußten wo du warst und sie das erste Lebenszeichen von dir erhielten.
Vati war zwar informiert worden, daß du verhaftet warst , aber das Warum? Wo? Was?... das erfuhr da erst mal keiner.

Unregistered user Tuesday, May 15, 2012 5:02:08 PM

Jörg writes: FED schrieb, er findet deinen Bericht etwas sprunghaft. Das finde ich auch. Was die zeitliche Abfolge angeht. Wäre schön, wenn du noch einen kleinen Zeitsprung nach hinten machen könntest, so du magst. Dein Bericht wäre dann kompletter. Ich wollte flüchten, wurde erwischt........ Kommen hier zu noch mehr Einzelheiten ?

Andreas KaubeAmeisenferdinand Tuesday, May 15, 2012 6:37:55 PM

Danke für deinen Kommentar,
in diesem Beitrag sollte es urprünglich nur um Untersuchungshaft und Strafvollzug gehen. Ich habe ihn erst nachträglich erweitert. Vielleicht schreibe ich später noch etwas zu meinen Gründen, Ablauf und Verhaftung. Aber Priorität hat bei mir erst einmal die Schilderung der Haft an sich.

Unregistered user Tuesday, May 15, 2012 9:01:29 PM

Mystery writes: Hat man dir oder deiner Familie irgendwelche Repressalien angedroht? So weit ich weiß war dein Vater damals Offizier bei den Grenztruppen.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Wednesday, May 16, 2012 5:53:05 AM

Hallo Mystery, das hat man nicht, zumindest nicht dort und auch nicht direkt. So etwas ähnliches gab es dann in der StVE (Strafvollzug) das werde ich dann berichten wenn ich zu diesem Teil meines Berichtes komme.

luzifair Wednesday, May 16, 2012 2:07:04 PM

Naja, Repressalien angedroht vielleicht nicht, aber Vati musste ja deshalb weg von der direkten Grenze. Er wurde dann versetzt.
Weil er trotzdem zu dir gestanden hat und dich nicht als Sohn "verstoßen" hat. Damit war seine Karriere sozusagen beendet.
Ob es im Nachhinein unbedingt schlecht war weiß ich nicht, dadurch sind wir nach Magedeburg gezogen.
Und ich durfte deshalb nicht Abi machen, wurde zwar anders begründet, aber es wurde Vati durch die Blume so mitgeteilt.
Als ich später Lehrerin werden wollte gab es auch eine fadenscheinige Begründung bei der Absage. Da hat Vati die Begründung auch bekommen,daß es ja nicht möglich ist, daß ich "sozialistische Persönlichkeiten" erziehen kann oder so ähnlich.
Ich denke, so was wurde eher subtil gemacht.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Wednesday, May 16, 2012 2:34:56 PM

Das war ja dann als ich in Naumburg war, da wurde ich gefragt ob ich einen Ausreisantrag stellen will. Und als ich dann sagte, das ich das noch nicht weiß, hat man mir plastisch ausgemalt was es für euch für Konsequenzen hätte, und ich sollte mir überlegen was ich mache. Und so kam es das ich keinen Ausreiseantrag gestellt habe.

Unregistered user Wednesday, May 16, 2012 7:31:37 PM

Anonym writes: Du meinst also das du regelrecht erpresst wurdest?

Andreas KaubeAmeisenferdinand Wednesday, May 16, 2012 7:56:50 PM

Hallo Anonym, ich würde mich freuen wenn du einen Namen angeben würdest, man kann es so auslegen, direkt hat man es natürlich nicht gesagt, aber so daß ich verstanden habe was die meinen und was es für Folgen für meine Familie hätte.

Unregistered user Friday, May 18, 2012 8:27:36 PM

Berufssoldat writes: Ich danke Andreas Kaube für seine nüchterne Ehrlichkeit!

Andreas KaubeAmeisenferdinand Friday, May 18, 2012 8:54:19 PM

Hallo Berufssoldat,
Danke für deine Meinung! Das freut mich wenn ich ein Feedback bekomme und es spornt mich an weiter zu schreiben.

Unregistered user Sunday, May 20, 2012 6:29:06 AM

Peter writes: Hast Du nicht eine Ungeheure Wut auf das System DDR entwickelt ? Ich hätte das.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Sunday, May 20, 2012 9:29:32 AM

Hallo Peter, wenn man in solchen Fällen unmittelbar betroffen ist dann ist das normal. Dazu kommt aber noch so ein Gefühl der Ohnmacht, weil man ja gar nichts dagegen machen Kann. Das ging dann soweit, das ich die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung abgelehnt habe weil ich mich dazu als IM hätte verpflichten müssen.

Unregistered user Tuesday, May 22, 2012 8:14:58 AM

Peter writes: Na alle Achtung das Du dieses nicht getan hast.Und Du bist sicher das Du keinen Kontakt zur Stasi hattest.

Unregistered user Tuesday, May 22, 2012 8:41:44 AM

Zecke writes: Hand aufs Herz.Hast Du in Deinem Leben schon mal Leute Angeschissen?

Andreas KaubeAmeisenferdinand Tuesday, May 22, 2012 8:55:07 AM

Da bin ich mir ganz sicher, sie haben auch nach meiner Haftentlassung noch versucht mich als IM zu werben. das letzte Mal war so gegen 1985. Und ich hatte bis zur Wende 1989 ein Aufenthaltsverbot für alle Grenzkreise einschließlich Berlin.
Einen derartigen Kontakt konnte ich vor mir selbst nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Mir ging es persönlich mehr um meine eigene Selbstachtung, nicht unbedingt als Opossition zur DDR. Ich war kein "Wiederstandskämpfer" wie man sie jetzt so oft in den Medien antrifft. Ich wollte einfach nur ich selbst bleiben. Und auch deshalb habe ich keinen Ausreiseantrag gestellt, da ich wußte was das für Konsequenzen das für meine Familie gehabt hätte. Und das gehört auch zu meinen Prinzipien das ich wissenlich niemanden einen Schaden zufüge. Und dagegen hätte ich sowohl als IM als auch als Ausreiseantragsteller verstoßen. Das alles habe ich nicht gemacht um als Held oder sonstwas dazustehen sondern einzig und allein weil das eben zu meinen Prinzipien gehört und ich so etwas wie Selbstachtung bewahrt habe. Man kann mir jetzt vielleicht Feigheit vorwerfen weil ich nichts aktiv gegen den Staat gemacht habe, aber ich stand vor dem Problem mein eigenes Glück über das anderer zu stellen, sprich egoistisch zu sein, oder eben andere, unschuldige nicht für etwas bestrafen was ich getan habe. Und da habe ich mich für letzteres entschieden und ich bin immer noch der Meinung richtig gehandelt zu haben.

Unregistered user Wednesday, May 23, 2012 9:09:24 AM

Lothar writes: Es gab also keinerlei Repressalien,Demütigungen,Beleidigungen u.s.w. im DDR Knast für Politische? war ja das reinste Paradies,und hat andere Animiert auch mal einen Fluchtversuch zu machen.Erzählst Du hier die Wahrheit ?

Unregistered user Wednesday, May 23, 2012 9:18:12 AM

Anonym writes: Nein, das denkt der sich nur aus um dich, Lothar, höchstpersönlich zu verarschen. Warum müssen die Leute immer anzweifeln was nicht direkt mit ihren eigenen Vorstellungen übereinstimmt? Nur weil es dir nicht passt muß es gelogen sein?

Unregistered user Thursday, May 24, 2012 1:46:17 PM

FED writes: Hallo Andreas, habe erst jetzt deine Antwort auf die IM Frage gelesen. Alle Achtung, möchte Dir meinen Respekt für diese Lebenseinstellung aussprechen.

Unregistered user Friday, May 25, 2012 1:18:05 PM

Anonym writes: Das glaubst Du doch selber nicht,was Du hier den Leuten auf die Nase binden willst.Andere kennen auch diese Drecks DDR.

Unregistered user Friday, May 25, 2012 3:03:25 PM

Gerhard writes: Für versuchte Republikflucht,also politischer war der Knast ja das reinste Paradies. Glaube Ich nicht.Ich Gaube eher Du machst Dir was vor,oder wen auch immer.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Friday, May 25, 2012 3:20:55 PM

Warst du da Gerhard? Du scheinst ja hervorragend informiert zu sein. In welchem DDR Knast warst du?
Oder hast du das gelesen oder gehört? Oder kennst du sogar jemanden, der gehört hat, das der Schwager eines Kollegen jemanden kennt........

Unregistered user Saturday, May 26, 2012 3:10:10 PM

Berufssoldat writes: Ich war auch da, jedoch vor der Tür! Was Andreas Kaube berichtet, sind die Dinge die sich bei den meisten so völlig routiniert ereignet haben. Nichts Besonderes, unspektakulär und genau das ist das Problem. Das passt irgendwie nicht so ganz in das politische Klischee und Abbild der ehem. ostdeutschen Republik. Dabei bin ich mir völlig bewusst das in der Vergangenheit der DDR definitiv Macht vor Gerechtigkeit gegangen ist, das Menschen gedemütigt und verletzt worden sind, was ich heute auch zu tiefst bedaure. Was ich allerdings ebenfalls bedaure ist, das Menschen wie Andreas Kaube und seine geschilderten Lebenserfahrungen so in Zweifel gezogen werden, nur weil sie nicht in das vorgegebene Schema passen wollen.. Dieser Zustand ist nicht minder trarig wie die Ungerechtigkeiten in der Vergangenheit! Das eigentliche Problem was besteht, ist die suggestive Form und ihre Ergebnisse in der historischen Betrachtung, das die damalige Ungerechtigkeit in der DDR symptomatisch und allgegenwärtig war , somit zwangsläufig auch Jeden einzelnen politischen Häftling getroffen haben muss! Aber so verhält es sich eben nicht, wie unabhängige Historiker und wissenschaftliche Studien Festgestellt haben. Man sollte sich wenigsten damit mal beschäftigt haben und die Darlegungen von Andreas Kaube ganz sachlich und wertungsfrei hin nehmen! Gruß

Unregistered user Saturday, May 26, 2012 5:34:54 PM

Alex writes: Ich war auch da, jedoch vor der Tür!Auch in Cottbus?

Andreas KaubeAmeisenferdinand Saturday, May 26, 2012 5:56:31 PM

Hallo Alex, wo in meinem Text geht es um Cottbus? Vielleicht hätte es dir gut getan zu lesen. Außerdem setzt man Zitate in Anführungszeichen. Das soll keine Kritik sein sondern eine gutgemeinte Hilfe um es beim nächsten Mal besser zu machen.
So in der von dir dargebotenen Form ist dein Beitrag unverständlich, oder sollte ich sagen Sinnfrei?

Unregistered user Sunday, May 27, 2012 11:10:48 AM

Alex writes: "Man sollte sich wenigsten damit mal beschäftigt haben und die Darlegungen von Andreas Kaube ganz sachlich und wertungsfrei hin nehmen! Gruß" Das hätten sich einige Wärter und Untersuchungsführer in Cottbus auch gewünscht. Das hat jetzt nichts mit Dir zu tun Andreas.

Unregistered user Sunday, May 27, 2012 12:01:05 PM

Tom writes: Alex, was hat Cottbus mit den Ausführungen von Andreas zu tun? Der war nie in Cottbus und hat auch nichts über Cottbus geschrieben!Wenn du persönlich ein Problem mit anderen hast solltest du das in anderer Form tun als in einem privaten Blog. Die Kommentare hier sollten sich auf das geschriebene beziehen. Auch wenn mein Kommentar jetzt auch nicht direkt mit dem Text zu tun hat. Andreas, für mich sind deine Erlebnisse interessant. Sie ermöglichen mir einen Blick auf Dinge die ich aus eigenem Erleben nicht kenne. Viele Grüße Tom

Andreas KaubeAmeisenferdinand Sunday, May 27, 2012 12:19:49 PM

Danke Tom, ich würde mich auch freuen wenn die Kommentarfunktion für textbezogene Kommentare oder Fragen benutzt wird.

Unregistered user Wednesday, May 30, 2012 10:49:07 AM

FED writes: 1. Ist Cottbus nicht das Thema 2. Gab es dort keine U-Führer 3. War es Unrecht das die dort bekannten Extremfälle zu DDR Zeiten gedeckt wurden und es war Recht, dass sie in der BRD verurteilt wurden. Keine Frage! 4. Waren nicht alle Angehörigen des SV in Cottbus so wie RT und daher hat auch schon wieder nur ein Teil der Insassen in Cottbus solche Erfahrungen machen müssen. Die Masse würde ihren Bericht so verfassen wie Andreas. Aber an Andreas seinen Ausführungen sieht man auch dass Cottbus nicht überall war, sondern dass die Realität eine andere war. Was man auch nicht vergessen darf, wir sprechen hier von Zuständen von vor über 25 Jahren. Das kann man nicht einfach so ins heute übertragen, nirgendwo!

Unregistered user Wednesday, May 30, 2012 5:50:17 PM

Berufssoldat writes: Nein @Alex, ich war nicht in Cottbus! Jedoch besteht im allgemeinen die Möglichkeit das die von dir als Wärter und Untersuchungsführer bezeichneten Personen heute vielleicht auch eine andere Sicht auf die Dinge von damals haben könnten? Ich stehe mit einigen ehemaligen Beschuldigten, Inhaftierten, Verurteilten der DDR-Justiz in sachlichen versöhnenden Dialog. Dieser ist notwendig für die Gesellschaft und kommenden Generationen. Sie funktioniert allerdings nur durch Einsicht, ohne Hass und Emotionen, durch Ehrlichkeit und Respekt. Dann gelingt eine Differenzierung und das über "Einen Kamm scheren" voller Vorurteile verliert an Boden weil man der Wahrheit etwas näher kommt. Und aus meiner bescheidener Sicht ist die geschilderte Darstellung der Erlebnisse explizit zur Haftzeit in der DDR von Andreas ein wichtiger Beitrag! Gruß

Andreas KaubeAmeisenferdinand Wednesday, May 30, 2012 8:34:41 PM

Man kann nichts verallgemeinern, egal wann, wo und wie. Es sind immer Einzelschicksale. Wie jemand Betroffener etwas im Nachhinein wertet hängt auch immer von seiner subjektiven Wahrnehmung ab. Kein Mensch gleicht dem anderen und jeder empfindet anders. Wenn ich hier etwas relativ emotionslos schildere muß man immer bedenken das die geschilderten Ereignisse mehr als 30 Jahre zurück liegen. Ich kann das jetzt wie von Aussen stehend betrachten. Ich habe damals auch versucht meine Emotionen zu unterdrücken und nicht nach aussen zu zeigen. Ich habe gelernt Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann.
Aber viele konnten das nicht und sind daran verzweifelt oder gebrochen. Für diese Leute war die Haftzeit unter den selben Bedingungen wie meine viel härter und furchtbarer als ich sie selbst empfunden habe. Das mag jetzt so klingen das ich es gut hatte mit meiner anerzogenen Emotionslosigkeit, aber dafür habe ich einen hohen Preis zahlen müssen, denn dieses Gefühle verstecken und unterdrücken hat mich fast bis heute verfolgt und geprägt. Ich bin eigentlich immer noch den meisten Menschen gegenüber mißtrauisch und verschlossen und es dauert lange ehe ich mich jemand öffne. Und bis vor kurzem habe ich keine Gefühle zugelassen, nicht gezeigt und schon gar nicht darüber gesprochen.

Unregistered user Friday, June 1, 2012 2:58:42 PM

Berufssoldat writes: In der Tat, muss Alles Damalige und jeder Einzelne Fall differenziert betrachtete werden und nicht zu vergessen; - Haftzeit prägt -! Sie geht an Niemanden spurlos vorüber, Damals wie Heute. Wobei die Umstände heute völlig andere sind als zur damaligen Zeit. Beschäftigt sich man nur mit der damaligen Zeit und den etwaige Inhaftierungen begibt man sich auf ein äußerst kompliziertes Terrain. Selbst bei einer Differenzierung zwischen klassischer Kriminalität und politischer Kriminalisierung wie es das StGB der DDR vorsah, bleibt der letztere Teil ein unheimlich riesiger Themenbereich für sich mit den vielfältigsten Einzelschicksalen die bei Veröffentlichungen aus heutiger Sicht nur Verwunderung und jede Menge Fragen auslösen. Darauf Antworten zu finden und die Einzelschicksale kennen zu lernen bzw. zu verstehen ist auch Aufgabe jüngere kommende Generationen. Und mit Verlaub Andres, deine vorgenannte "Überlebensstrategie der Unterdrückung von Emotionen" habe ich oft von Inhaftierten zur Kenntnis genommen. Auch das prägt und verändert. Alles brauch seine Zeit um auch darüber reden zu können. Sich in diese Situation hinein zu versetzen hilft zu verstehen! Gruß

Unregistered user Wednesday, June 13, 2012 6:03:54 AM

Eddi writes: Langweilig

Andreas KaubeAmeisenferdinand Wednesday, June 13, 2012 1:27:49 PM

Für dich hab ich das auch nicht geschrieben du Depp. Niemand hat dich gezwungen das zu lesen, also bleib bei deinem Mickeymouse oder Landserheftchen und verschone mich mit deinen unqualifizierten Bemerkungen.

Unregistered user Friday, June 15, 2012 3:47:37 PM

Ingo writes: Langweilig? Nicht nur das,auch lassen die Gebrüder Grimm Grüßen.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Friday, June 15, 2012 5:18:41 PM

Originally posted by anonymous:

Ingo writes:

Langweilig? Nicht nur das,auch lassen die Gebrüder Grimm Grüßen.


Du warst dort? oder gibst du hier nur Second-Hand "Wissen" das du von anderen gehört hast, wieder?
Oder hast du sogar mal eine "Bild" Zeitung gelesen? aber wahrscheinlich guckst du auch nur die Bilder an.
Aber anscheinend scheint es dich zu interessieren sonst hättest du keinen Kommentar hinterlassen oder bist du nur angepisst weil es nicht in dein beschränktes Weltbild passt?

Unregistered user Saturday, June 16, 2012 7:26:29 PM

Mystery writes: Hallo Andi, ich glaube ja das ist immer der selbe der sich hier negativ äußert. :-) Kennst du den? Du hattest ja im Forum geschrieben das du dir denken kannst wer die Kommentare schreibt. Du mußt den ja ganz schön geärgert haben. Oder das ist so ein verbitterter selbstgefälliger Typ der nur seine Vorstellung gelten läßt.

Unregistered user Tuesday, June 19, 2012 2:45:19 PM

Berufssoldat writes: Es gibt Menschen die haben ein ernstes Interesse an deutsche Geschichte und den dazu gehörigen Biographien und es gibt Menschen mit Desinteresse daran oder sie suchen nur Mainstreammäßige Unterhaltung. Für letztere ist salop besser: "Glotze" anschalten oder ein bischen BILD lesen, mh; o.K.? Gruss

Unregistered user Tuesday, June 19, 2012 2:52:52 PM

Anonym writes: Andreas eine andere Frage zur U-Haft. Sicherlich hast du die HO zum lesen bekommen und duftest die Kenntnisnahme auf eine gesonderten Erklärung dokumentieren. Hattest du aber auch Verstösse gegen der selbigen begangen und sei es z.B. Kommunikationen mit anderen Beschuldigten. Falls ja wie hast du es bewerkstelligt und wurdest du dabei erwischt? Wenn ja folgten Ermahnungen oder Sanktionen? Gruss

Unregistered user Monday, August 13, 2012 12:33:24 PM

Tscharlie writes: Hi Andreas, danke für die schnelle Antwort. Wie ich aus Haftberichten weiß, sollen die Haftbedingungen bei der Stasi in den 70ern etwas besser gewesen sein. Ich kann aber nur von meinen Erfahrungen von Jan.1967-Dez.1967 bei der Stasi berichten. In Ostberlin gab es 3 UHA's der Stasi. Die bekannteste ist wohl die in Hohenschönhausen, auch das "U-Boot" genannt. Die Wärter nannten es auch das "Hotel zur ewigen Lampe", weil es ein Kellergefängnis ohne Fenster war und Tag und Nacht das Licht brannte. Die nächste UHA befand sich in Berlin-Lichtenberg, von den Gefangenen "Magdalena" genannt. Und dann gab es noch eine UHA in Berlin-Pankow, wo ich gesessen bin. Es wurde die "Grüne Hölle" genannt. Wohl deswegen, weil die Wände und das spärliche Mobiliar grün angestrichen waren.Zu meiner Haft kann ich sagen, dass ich 2 mal geschlagen wurde. Die Narben habe ich heute noch im Gesicht. Die Wunden wurden erst nach 3 Tagen ärztlich behandelt. Zu den Vernehmungen und zur "Freistunde" wurde ich grundsätzlich in Handschellen geführt. Auf den Gängen gab es ein Ampelsystem. Bei grün gehen, bei rot mit dem Gesicht zur Wand stehen bleiben. Den Haftrichter habe ich erst nach 4 Tagen gesehen. Beleidigungen während der Vernehmung waren alltäglich. So in der Art wie: dreckiges Schwein, Staatsfeind, Faschist, Arbeiterverräter und und und. Alle gefühlten 5 Minuten wurde durch den Spion geschaut, nachts so alle 10 Minuten, wobei jedes Mal ein grelles Licht angemacht wurde. Es gab eine vorgeschriebene Schlafposition. Auf dem Rücken, mit dem Gesicht zur Tür und die Hände auf der Decke. Wenn ich mich im Schlaf gedreht hatte, wurde gegen die Tür gedroschen, die Fressluke flog auf und der Wärter schrie: nehmen Sie die befohlene Schlafposition ein. Für mich war das praktizierter Schlafentzug. Ich könnt noch viel mehr schreiben, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. Ach so ja, bei verbotener Verbindungsaufnahme (mit dem Nachbarn klopfen) gab es 7-14 Tage verschärften Arrest. Zum Schluß möchte ich Dir noch ein Buch empfehlen. Der Autor heißt TIMO ZILLI und der Titel des Buches lautet: FOLTERZELLE 36 BERLIN-PANKOW. Das ist der einzige Haftbericht, den ich über den Stasiknast PANKOW finden konnte. Da das Buch nicht mehr neu aufgelegt wird, kannst Du es zu einem sehr günstigen Preis unter ZVAB.COM beziehen. Abschließend möchte ich Dir sagen, dass mir Dein Haftbericht gut gefällt. Ich finde, das ist eine gute Form der Auf-und Verarbeitung Deiner Hafterfahrungen. Andreas, dann bis dann dann mal wieder. Ich bin schon gespannt auf Deinen Bericht aus dem Strafvollzug. Tschööhöö sagt Tscharlie...

Unregistered user Tuesday, August 14, 2012 6:17:26 PM

Berufssoldat writes: Hallo Tscharlie, ich habe Timo Zilli gelesen, auch weil ich ein ganz besonderes Interesse daran hatte. unter anderem ging es mir darum diese dort gemachten Angaben soweit wie möglich zu recherchieren mit erstaunlichen Ergebnissen. Da sich einige Dinge auch Deckungsgleich mit deinen obig gemachten Angaben wieder spiegeln ist es umso bedauerlicher was euch wieder fahren ist. Eine Entschuldigung für den inhumanen damaligen Umgang ist das mindeste an moralischen Respekt den man den ehm. Inhaftierten wie dir und Andreas Kaube wenigstens erweisen sollte! Mir ist klar das dies auch nicht versöhnlicher stimmen wird aber es soll eine Geste des Anstand sein. Da dich Pankow ebenfalls besonders interessiert und du nichts weiter darüber finden konntest möchte ich dir noch das Buch "Sicher verwahrt" von Angela Kowalczyk "China" empfehlen! Sie saß ebenfalls in Pankow und berichtet darin gut bebildert darüber. Die ISBN Nr. ist 3-8334-1754-4.Vielleicht hören wir wieder von einander. Grüsse

Unregistered user Saturday, August 18, 2012 6:58:22 AM

Tscharlie writes: Hi Berufssoldat, danke für den Hinweis auf das Buch von "China". Hab gleich im ZVAB gestöbert, wird aber z.Zt. nicht angeboten. Ich glaube mich zu erinnern, dass mal ein Bericht mit und über "China" im TV kam. Hab das natürlich aufgenommen, sowie ich alles aufgenommen habe, was über das Mfs und über Hafterfahrungen-und Bedingungen im TV kam. Timo Zillis Bericht über seine Haft hat mich besonders interessiert, da ich den gleichen Haft-Werdegang wie Timo hatte. Das heißt, U-Haft in Pankow und Strafhaft im Zuchthaus Rummelsburg. Konnte da viele Vergleiche ziehen und die Berichte von Timo zu 95% bestätigen. Nur dass ich nicht so häufig geschlagen wurde. Hervorheben möchte ich, dass ich mich nicht als Opfer fühle. Ich war ganz bewusst TÄTER. Mit meiner versuchten Flucht wollte ich die Ostzone schädigen, in dem ich ihr meine Arbeitskraft entziehe. Mir wurde der Besuch der Oberschule verweigert, da ich nicht bereit war, in die "FDJ" einzutreten und ich mich nicht gesellschaftlich betätigte und ich auch nicht bei den ""Jungen Pionieren war, sondern bei der jungen Gemeinde Mitglied war. Außerdem kam ich aus einer bürgerlichen Familie. Und ich bin stolz darauf, ein TÄTER in diesem verfluchten Staat gewesen zu sein. Dann bis dann dann mal wieder. Tscharlie...

Andreas KaubeAmeisenferdinand Saturday, August 18, 2012 2:20:56 PM

Hallo Tscharlie, es ist selten das sich jemand hinstellt und sagt ich bin bewußt Täter gewesen. Danke für so viel Offenheit, das würde allen gut tun.

Unregistered user Tuesday, August 21, 2012 8:39:10 AM

Freddy writes: Tscharlies Erlebnisse klingen aber ein bissel anders als der "Kuraufenthalt von A.Kaube.

Andreas KaubeAmeisenferdinand Tuesday, August 21, 2012 6:25:31 PM

Schon wieder so ein Neunmalkluger Spinner, geh wo anders spielen oder vergleiche Äpfel mit Birnen.

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