Kyamuliibwa
Monday, November 16, 2009 4:13:52 PM
Nach Kyamulibwa hab ich mich zum ersten mal seid langem mal wieder ohne Marie aufgemacht. Ich war dort die letzten zwei Wochen und habe in einer Berufschule in der Schreinerei gearbeitet! Da bin ich in die tiefen Gruenden der ugandischen Kultur eingedrungen... Ich habe es tatsaechlich geschaft bei den Schuelerinnen im Schlafsaal unterzukommen! Ich muss dazu schreiben, dass es fuer Bazungu (Weisse) nicht einfach ist. Die Ugander denken irgendwie, dass man kaputt geht, wenn man zu wenig Luxus hat, oder so... Naja, auf jeden Fall hatte ich Glueck, mehrere Umstaende haben dazu beigetragen, dass ich meinen Willen durchgekriegt hab. Was in Uganda auch wiederum nicht so einfach ist, weil alle wissen besser, was man mag und was gut fuer einen ist. Ok, die Anleitung, um in einem dormitory unterzukommen:
1. man suche sich ein parish aus, das ein bisschen unorganisiert ist und in dem sich mehrere Personen gleichzeitig fuer einen verantwortlich fuehlen
2. man spreche ein paar Worte luganda und tut so als koenne man sich ohne Probleme verstaendigen
3. man rasiere sich den Kopf(ja, tatsaechlich, das habe ich gemacht, Bilder folgen) und sieht aus wie 17
4. man kaufe sich strahlend weisse Kniestruempfe, zieht ein Roeckchen an und einen Strickpulli mit V-Ausschnitt, damit wird das Schueleraussehen perfekt!
Ok, so habe ich es also geschafft, in den dorm zu kommen. Es hat mich natuerlich trotzdem viele Nerven gekostet. Vor allem die sisters, bei denen ich die erste Nacht geschlafen habe, konnten es ueberhaupt nicht verstehen und haben mich jeden Tag gefragt, wann ich zurueckkomme... Diese Bloesse konnte ich mir dann natuerlich nicht mehr geben, obwohl es im dorm echt auch gewoehnungsbeduerftig war.
Das Essen, das ja angeblich gaaaaanz furchtbar sein soll, fand ich gar nicht so schlimm. An das schlabbrige porrige (siehe Bilder aus dem step up) hab ich mich ja schon lang gewoehnt. Und auch das Posho (Maispampe) mit Bohnen war eigentlich ganz gut. Im Lehrerzimmer, da hab ich immer zu Mittag gegessen, gab es auch manchmal Posho, dann aber 1. Klasse. Das Posho, das die SchuelerInnen kriegen ist 3. Klasse, aber ich find es eigentlich besser. Ist ein bisschen fester und dunkler und schmeckt halt einfach wie Vollkornposho! Mein bester Freund in der Schreinerei schwoert auch auf das Zeug. Es ist einfach das beste fuer Arbeiter, das bring viel Energie!!
Gut, man muss dazu sagen, dass ich fuer das porrige auch keinen Ekelbecher benutzt habe, sondern ne Tasse und dass ich wenn immer ich wollte, bei den sisters fuer nen kleinen evening tea oder auch mehr vorbei kommen konnte. Und ich hab ja nur abends mit den SchuelerInnen gegessen. Ausserdem haben mir meine tausend Freunde immer viele Fruechte vorbeigebracht, die ich aber natuerlich mit den anderen Maedels geteilt hab. Ok, also mein Resume: Posho mit Bohnen ist halb so schlimm, aber jeden Tag zweimal und nichts anderes ist vielleicht schon ein bisschen eintoenig auf die Dauer...
Mit dem Waschen war es auch so eine Sache. Gut, dass wir in Lwebitakuli schon ein bisschen geuebt haben, dort gab es auch keine Dusche. Aber im dormitory habe ich mich unter Fledermaeusen in einem dunklen Loch mit nur einer Schuessel und nem Kanister Wasser gewaschen. Nach den Maedels sogar zweimal am Tag, aber mir hat natuerlich einmal am Tag gereicht, ich Dreckspatz... Am Ende habe ich dann gemerkt, dass es draussen in einem kleinen Haeuschen noch einen Waschplatz ohne Fledermauskacke gegeben haette, aber das hat mir ja niemand gesagt...
Schlafgewohnheiten haben die da auch ganz komische. Licht die ganze Nacht durch. Zum Glueck gab es von der zweiten Nacht an keinen Strom mehr, dann hat man auch nicht mehr so gut gesehen, dass ich weiss bin. Ach ja und es ist uebrigens ein Geruecht, dass da keine Jungs drin sind. Da kamen staendig welche zu Besuch... Die ganze Nacht laufen mindestens zwei Radios. Meistens rauscht eines, aus einem kommt Musik und aus nem dritten Gelaber... Ich freu mich auf mein ruhiges Bett in Masaka!!
Morgens geht das Gewusel dann ab ca 6 Uhr los, die Maedels plappern, waschen sich, den Boden oder Geschirr und dann gehen alle mit ihren Bechern oder Termoskannen zur Porrigekueche und holen sich ihr Geschlabber. Ich hab dann immer brav meine Jeans mit Loch (unter anderen Umstaenden unmoeglich) angezogen und bin in die Schreinerei gegangen. Ich hab meine Klamotten aber den Tag ueber angelassen, meine Kollegen haben meistens immer noch ein sauberes Hemd dabei fuer die Teepause oder wenn Besuch vorbeikommt!
Ja, die ziehen sich dann tatsaechlich schnell um und schwupps sind sie wieder geschniegelt und gestriegelt wie es sich fuer einen rechten Ugander gehoert. Mit den Schuelern durfte ich uebrigens nicht zusammenarbeiten. Keine Ahnung, wo die die ganze Zeit waren. Theorieunterricht und glaub auch exams. Ich hab immer mit den Arbeiter gearbeitet und ich war auch echt fleissig: Wir haben Stuehle angestrichen, Latrinentueren (Tueren fuers Plumsklo) gemacht und Schraenkchen zusammengenagelt. Ich durfte sogar kurz an der Kreissaege saegen!
Ja, jetzt ist es schon dunkel und ich muss los. Aber das meiste ist auch schon gesagt. Vielleicht schreibe ich beim naechsten mal von meinen Besuchen bei meinen Arbeiterkollegen und neugewonnenen Freunden. Ich wurde in Kyamulibwa insgesamt fuenfmal nach Hause eingeladen, das war echt spannend, mal so richtige ugandische kleine 'Wohnungen' zu sehen.
Ok, aber jezt muss ich wirklich. Viele Gruesse ins kalte Deutschland! Bei uns hier ist Sonnenbrandwetter!!
1. man suche sich ein parish aus, das ein bisschen unorganisiert ist und in dem sich mehrere Personen gleichzeitig fuer einen verantwortlich fuehlen
2. man spreche ein paar Worte luganda und tut so als koenne man sich ohne Probleme verstaendigen
3. man rasiere sich den Kopf(ja, tatsaechlich, das habe ich gemacht, Bilder folgen) und sieht aus wie 17
4. man kaufe sich strahlend weisse Kniestruempfe, zieht ein Roeckchen an und einen Strickpulli mit V-Ausschnitt, damit wird das Schueleraussehen perfekt!
Ok, so habe ich es also geschafft, in den dorm zu kommen. Es hat mich natuerlich trotzdem viele Nerven gekostet. Vor allem die sisters, bei denen ich die erste Nacht geschlafen habe, konnten es ueberhaupt nicht verstehen und haben mich jeden Tag gefragt, wann ich zurueckkomme... Diese Bloesse konnte ich mir dann natuerlich nicht mehr geben, obwohl es im dorm echt auch gewoehnungsbeduerftig war.
Das Essen, das ja angeblich gaaaaanz furchtbar sein soll, fand ich gar nicht so schlimm. An das schlabbrige porrige (siehe Bilder aus dem step up) hab ich mich ja schon lang gewoehnt. Und auch das Posho (Maispampe) mit Bohnen war eigentlich ganz gut. Im Lehrerzimmer, da hab ich immer zu Mittag gegessen, gab es auch manchmal Posho, dann aber 1. Klasse. Das Posho, das die SchuelerInnen kriegen ist 3. Klasse, aber ich find es eigentlich besser. Ist ein bisschen fester und dunkler und schmeckt halt einfach wie Vollkornposho! Mein bester Freund in der Schreinerei schwoert auch auf das Zeug. Es ist einfach das beste fuer Arbeiter, das bring viel Energie!!
Gut, man muss dazu sagen, dass ich fuer das porrige auch keinen Ekelbecher benutzt habe, sondern ne Tasse und dass ich wenn immer ich wollte, bei den sisters fuer nen kleinen evening tea oder auch mehr vorbei kommen konnte. Und ich hab ja nur abends mit den SchuelerInnen gegessen. Ausserdem haben mir meine tausend Freunde immer viele Fruechte vorbeigebracht, die ich aber natuerlich mit den anderen Maedels geteilt hab. Ok, also mein Resume: Posho mit Bohnen ist halb so schlimm, aber jeden Tag zweimal und nichts anderes ist vielleicht schon ein bisschen eintoenig auf die Dauer...
Mit dem Waschen war es auch so eine Sache. Gut, dass wir in Lwebitakuli schon ein bisschen geuebt haben, dort gab es auch keine Dusche. Aber im dormitory habe ich mich unter Fledermaeusen in einem dunklen Loch mit nur einer Schuessel und nem Kanister Wasser gewaschen. Nach den Maedels sogar zweimal am Tag, aber mir hat natuerlich einmal am Tag gereicht, ich Dreckspatz... Am Ende habe ich dann gemerkt, dass es draussen in einem kleinen Haeuschen noch einen Waschplatz ohne Fledermauskacke gegeben haette, aber das hat mir ja niemand gesagt...
Schlafgewohnheiten haben die da auch ganz komische. Licht die ganze Nacht durch. Zum Glueck gab es von der zweiten Nacht an keinen Strom mehr, dann hat man auch nicht mehr so gut gesehen, dass ich weiss bin. Ach ja und es ist uebrigens ein Geruecht, dass da keine Jungs drin sind. Da kamen staendig welche zu Besuch... Die ganze Nacht laufen mindestens zwei Radios. Meistens rauscht eines, aus einem kommt Musik und aus nem dritten Gelaber... Ich freu mich auf mein ruhiges Bett in Masaka!!
Morgens geht das Gewusel dann ab ca 6 Uhr los, die Maedels plappern, waschen sich, den Boden oder Geschirr und dann gehen alle mit ihren Bechern oder Termoskannen zur Porrigekueche und holen sich ihr Geschlabber. Ich hab dann immer brav meine Jeans mit Loch (unter anderen Umstaenden unmoeglich) angezogen und bin in die Schreinerei gegangen. Ich hab meine Klamotten aber den Tag ueber angelassen, meine Kollegen haben meistens immer noch ein sauberes Hemd dabei fuer die Teepause oder wenn Besuch vorbeikommt!
Ja, die ziehen sich dann tatsaechlich schnell um und schwupps sind sie wieder geschniegelt und gestriegelt wie es sich fuer einen rechten Ugander gehoert. Mit den Schuelern durfte ich uebrigens nicht zusammenarbeiten. Keine Ahnung, wo die die ganze Zeit waren. Theorieunterricht und glaub auch exams. Ich hab immer mit den Arbeiter gearbeitet und ich war auch echt fleissig: Wir haben Stuehle angestrichen, Latrinentueren (Tueren fuers Plumsklo) gemacht und Schraenkchen zusammengenagelt. Ich durfte sogar kurz an der Kreissaege saegen!Ja, jetzt ist es schon dunkel und ich muss los. Aber das meiste ist auch schon gesagt. Vielleicht schreibe ich beim naechsten mal von meinen Besuchen bei meinen Arbeiterkollegen und neugewonnenen Freunden. Ich wurde in Kyamulibwa insgesamt fuenfmal nach Hause eingeladen, das war echt spannend, mal so richtige ugandische kleine 'Wohnungen' zu sehen.
Ok, aber jezt muss ich wirklich. Viele Gruesse ins kalte Deutschland! Bei uns hier ist Sonnenbrandwetter!!


Unregistered user # Tuesday, November 24, 2009 4:31:50 PM
Unregistered user # Thursday, November 26, 2009 1:20:12 PM
EvaEvaEntdecktDieWelt # Sunday, November 29, 2009 7:01:31 AM
hab mir jetzt endlich mal die Mühe gemacht alle deine Blogeinträge runter zu kopieren und sie dann in Ruhe zu lesen, die hab ich nämlich online nie, die Ruhe.
Hört sich nach ganz schön vielen Erlebnissen an und ICH WILL GLATZKOPF-BILDER SEHEN!!! Man, du machst ganz schön verrückte Sachen.
Auf meinem Blog gibts jetzt auch endlich mal wieder neue Bilder zu sehen...mehr neues von mir bekommst du dann bald mal wieder in ner persönlichen Mail.
Grüße auch an die Eltern falls die noch da sind wenn du das liest,
die Klene in Indien
Unregistered user # Sunday, December 6, 2009 4:53:52 PM
Unregistered user # Wednesday, December 23, 2009 4:11:44 PM
Unregistered user # Thursday, December 24, 2009 2:10:55 PM
Unregistered user # Wednesday, December 30, 2009 1:43:58 PM
Unregistered user # Saturday, January 2, 2010 3:47:52 PM
Unregistered user # Saturday, January 2, 2010 3:49:30 PM