N O R W A Y

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Schneestürme und Trollheimat/ Woche 10

Dieses Wochenende stand eine Hüttentour der ganz besonderen Art bevor, da an diesem Wochenende eine Privathütte eines Norwegers in Nerskogen nahe von Trollheimen besucht wurde, welche schon beim Betreten einen äußerst großen Unterschied zu jenen von NTNUI zeigte. Hier gab es den besonderen Luxus von Strom. Am Hinweg wurde noch kräftig im Souvenirsumpf von Norwegen gewühlt und der ganze Kofferraum mit Rentierfellen aufgefüllt.



Das vermeintlich gute Wetter ließ uns die Schi anschnallen und spielte nach einiger Zeit seine volle Naturgewalt aus, als wir in einen Schneesturm kamen, welcher natürlich so schnell wieder vorbei war, wie er gekommen war.



Natürlich ließ er uns erst nach Erreichen unserer Hütte wieder in Frieden. Der restliche Tag wurde damit verbracht, vom Hüttendach zu springen und die neuen Rentierfelle am Lagerfeuer einzusitzen.



Kaum am nächsten Tag aufgewacht wurden schon Pläne für die nächste Schitour geschmiedet, welche uns insgesamt 14 Kilometer zum Grønlifjellet brachte. Austauschstudenten in Norwegen verstehen unter Schitour übrigens nicht das komfortable Begehen von Bergen mit breiten Schitourenschi mit Fellen, sondern das mühsame Erkämpfen jeden Höhenmeters mit Langlaufschi auf teils eisigen Flächen. Am Grønlifjellet jedoch angekommen bietet sich uns eine Aussicht, wie sie nicht norwegischer sein könnte. Schier endlose Weiten von schneebedeckten Bergen, karge, vom Moos bewachsen und vom Schnee befreite Flächen, und mitendrunter unser Gastgeber, der die ganze Szenerie noch ergänzte. Offenes langes Haar, wehend im Wind, die Sonnenbrille noch immer vor den Augen, obwohl es längst nicht mehr gleißend hell war und nur im Pullover bekleidet, während sich bei dem Rest schon erste Anzeichen des Auskühlens bemerkbar machen – das ist Hallvard. Ein schnelles Gruppenfoto und der Rückweg, welcher sich nicht leichter als das Erklimmen des Berges herausstellte, wurde angetreten. Eisflächen machten das ohnehin schon schwere Fahren mit Langlaufschi ohne Stahlkanten zu einem besonderen Erlebnis.



Bei unserer Hütte angekommen, verewigten wir uns noch mit kryptischen Zeichnungen, über selbstleuchtende Elche im Schneesturm und einer falsch gezeichneten norwegischen Flagge im Hüttenbuch. Ein echter Norweger ist halt noch nie vom Himmel gefallen.


Heia Norge / Woche 9


Diese Woche stand ganz im Zeichen der nordischen Ski WM 2011 in Oslo und auch wenn man persönlich nicht so sportbegeistert ist, sollte man sich solch eine Event nicht entgehen lassen. Erst recht, wenn man bedenkt, dass diese alle 10 Jahre oder seltener stattfindet.

Am besten ist es natürlich diese Veranstaltung in ihrem natürlichem Umfeld genießen, was bedeutet: Fahr mit Norwegern dorthin, schlafe dort, wo die Norweger schlafen, feier wie ein Norweger und verhalte dich ganz nebenbei so, als würdest du wegen dem sportlichen Aspekt anwesend sein. Nun war schon allein die Reise nach Oslo eine kleines Erlebnis ansich. Nachdem unser Bus nach ungefähr einer Stunde Fahrzeit gegen einen anderen ausgetauscht werden musste und wir deshalb eine längere Wartezeit hatten, versammelten sich alle Reisenden vor dem Fernseher der Raststation, um die aktuellen Wettkämpfe zu verfolgen. Umso schwerer war es natürlich, jene wieder vom Fernseher weg zu bekommen, um die Weiterreise anzutreten. Das sollte allerdings nicht das letzte Mal auf dieser Fahrt sein, denn dieses Spektakel ereignete sich an jeder Raststation. Als nun einige Stunden vergingen und der Alkoholspiegel der zufällig im hinteren Teil des Busses versammelten Norwegern gestiegen ist, stimmten diese, ganz wie es für Norweger üblich ist, Lieder an und grölten diese motiviert aus sich heraus. Allerdings muss man ihnen lassen, dass es in diesem Lang anscheinend kaum Menschen gibt, die unmusikalisch sind, oder nicht singen können! Von all diesem ließ sich allerdings nicht der Teil der Reisegruppe stören, der im vorderen Teil des Busses saß und dort Wollstirnbänder mit den norwegischen Nationalfarben strickte. Ein Teil unserer Mitreisenden, darunter auch der feiernde Teil, verließ uns in Oslo Stadt, um am nächsten Tag erst zum NTNUI Camp dazu zu stoßen. Jedoch hatten diese eine Vodkaflasche im Bus vergessen und nach genauerem betrachten bemerkten wir auch, dass sich dieser Vodka, welcher nun mit Mageninhalt vermengt war, sicherlich nichtmehr so einfach trinken lassen würde.



Endlich am Holmenkollen angekommen, galt es erstmals den Zeltplatz zu finden, wo andere Kollegen der NTNUI bereits am Vortag Zelte aufgestellt hatten. Dies erwies sich aufgrund der bereits heringebrochenen Dunkelheit als nicht allzu einfach. Als nun endlich der Zeltplatz ansich in Sicht kam, war das Staunen meinerseits nahezu unendlich und erinnerte mich an Rockfestivals in Österreich, jedoch mit dem kleinen Unterschied, dass mindestens ein dreiviertel Meter Schnee lag und es an die – 10 ° C hatte. Auch unser bereits aufgestelltes Zelt hatte eine Überraschung auf Lager, da dieses Zelt eingentlich ein Tipi war, hatte es keinen wirklichen Boden, sondern nur Plastikplanen, die mehr schlecht als recht als Boden fungierten. Außerdem fehlte die Abdeckung der Zeltspitze, wobei natürlich die ganze warme Luft aus dem Zelt abziehen konnte. Mal davon abgesehen, dass es eigentlich keine warme Luft in unserem Zelt geben konnte, da wir nicht einmal einen Ofen hatten. Nun gut, dadurch ließ sich unsere Laune natürlich nicht verderben und wir erkundeten das Campinggelände und ließen den Abend am Lagerfeuer langsam zu Ende gehen.



Eine eiskalte Nacht später fiel das aufstehen nicht allzu schwer, denn am Tagesplan von Ondrej und mir stand ein Besuch einiger Sehenswürdigkeiten in Oslo. Da diese beheizt waren drängte Ondrej umso mehr, dass ich mich beeilen sollte. Das Wetter ließ nichts zu wünschen übrig und so machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Nachdem wir uns ein Busticket für 5 Euro gekauft hatten, welches eine Stunde gültig ist, ging es nach Bygdøy, der Museumsinsel Oslos. Im Vikingskipmuseet waren drei Wikingerschiffe ausgestellt, welche die Jahrhunderte gut isoliert im Schlamm überstanden hatten. Wenn man diese Schiffe nach einer Nacht im Freien bei – 10 ° ansieht, bekommt man Respekt vor diesen Menschen, welche vor 1000 Jahren ohne jeglichen Komfort Entdeckerreisen ans Ende der damals bekannten Welt machten. Doch auch die Neuzeit hat ihre Entdecker und Abenteurer. Einer von ihnen ist Thor Heyerdahl, welchem ein eigenes Museum, das Kon-Tiki-Museum, gewidmet ist. In diesem sind seine zwei berühmten Schiffe, die Rah II und die Kon-Tiki ausgestellt. Auch eintausend Jahre nach Wikingern und fünfzig Jahre nach der Eroberung des Südpols gab es für Thor Heyerdahl noch Abenteuer. Nachdem es nun recht spät war und wir nur kurze Zeit in der Nationalgallerie, welche übrigens ohne Eintritt zu besuchen ist, waren, sahen wir uns die Innenstadt etwas genauer an und gingen dann zur Preisverleihung der Wettkämpfe des Tages, wobei Österreicher auch erfolgreich waren.

Im Camp angelangt, war nach wie vor ausgelassene Stimmung und ich verbrachte die ganze Nacht am Lagerfeuer. Als nun fast alle schlafen waren und ich meinen Plan, die ganze Nacht wach zu bleiben nicht durchsetzen konnte, ging es wieder ins Zelt, um diesmal einen tieferen Schlaf zu haben. Das bemerkte ich, als ich am nächsten Tag erst um 11 Uhr aufwachte und so einige Stunden geschlafen haben musste, wo sich vor unseren Zelten bereits ein wahres Volksfest abspielte und sich alle für die heutigen 50km Langlauf Wettbewerbe ein gutes Plätzchen suchten. Da man natürlich nicht auf der Ski WM gewesen sein kann, ohne Wettbewerbe zu sehen, blieb ich an diesem Tag am Holmenkollen. Und wie konnte es anders sein, gewannen Norweger diesen Lauf und ein wahres Meer als rot-weiß-blauen Fahnen wehte dem blauen Himmel entgegen.



Um ehrlich zu sein, war die Heimfahrt das schlimmste am ganzen Wochenende. Es gibt nichts schlimmeres, als übermüdet in einem Bus ungemütlich zu sitzen, welcher noch dazu so riecht, als wären all seine Passagiere die vorherigen Nächte geräuchert worden, was nun wiederum auch stimmte. Um drei Uhr waren wir endlich in Moholt wieder angekommen, als der Busfahrer für uns 5 Austauschstudenten aus Moholt eine Ausnahme machte und uns dorthin fuhr. Norwegische Freundlichkeit.

Finally Northern Lights! / Woche 8


Nach langem Warten, immerhin sind nun schon 8 Wochen vergangen und bei ständiger Erwartung des Nordlichtes am Himmel kann dies eine ganz schön lange Zeitspanne sein, ist es endlich so weit. Montag, 21.Februar. Nachdem wir bereits an diesem Tag einen Erfolg hatten und unser „Weinprojekt“ gelungen war, konnten Ondrej und ich es garnicht glauben, dass wir auch noch das Nordlicht zu Gesicht bekamen. Solch eine Gelegenheit darf nicht verpasst werden, denn das Flackern im Nordhimmel kann von einer Sekunde auf die andere vergangen sein, und so wurde schnell das nötigste Kameraequipment zusammengepackt und man begab sich im Laufschritt zu einem Hügel, von wo wir unser erstes Nordlicht bestaunen konnten.



Am Samstag machten wir uns aufgrund Tauwetters daran, ein zweites Iglu so schnell wie möglich fertig zu stellen, um so bald wie möglich darin übernachten zu können, was allerdings durch die hohen Temperaturen nicht stattfinden sollte.





Entschädigt wurde ich aber von der bisher größten Party, bei der ich in Trondheim war. Sie lief unter dem Motto „888 Party“ und das Motto waren die 80er Jahre. Stattgefunden hat diese in Steinan, einem Studentenheim, welches etwa eine halbe Stunde von Moholt entfernt ist. An den Heimweg sollte man dann natürlich nicht denken. Erst recht nicht, wenn es noch immer Winter ist und die Straßen und Schleichwege mit einer Eisschicht überzogen sind.

Røros Tur/ Woche 7

Diese Woche hat ziemlich zeitig mit einem Ausflug nach Hell am Montag um 4 Uhr früh begonnen. Dieser Ort ist nache Værnes, dem Flughafen von Trondheim und so manches Gerücht besagt, dass der Flughafen Trondheims eigentlich „Hell Airport“ benannt werden sollte.



Da diese Woche mit dem Valentinstag begann und von ESN (Erasmus Student Union Trondheim) quasi ein Blind Date organisiert wurde, wo zwei Männer zwei Frauen bekochen sollten ließ ich mir diese Chance nicht entgehen, um neue Leute kennen zu lernen und gemeinsam mit Matthias kochten wir Kasnockn. Ob es der Koreanerin unseres „Blind Dates“ geschmeckt hat, sind wir uns nicht ganz sicher. Ein schöner Abend war es auf jeden Fall.



Nun ist die siebtente Woche angebrochen und noch immer hatte ich kein Anzeichen von Nordlichtern gesehen. Doch diese Woche gab es starke Sonneneruptionen und so machte ich mich mit Freunden auf die Jagd nach dem Nordlicht. Da wir ständig die Vorhersage verfolgten beschlossen wir etwas außerhalb von Trondheim auf den Sonnensturm zu warten, der in ca einer Stunde kommen sollte. Außer einer sehr, sehr kalten Wartezeit hatten wir jedoch keinen Erfolg. Vorerst.






Am Samstag wurde ein Ausflug von ESN nach Røros [1] organsisiert. Da es sich hierbei um eine Bergbaustadt handelt ließ ich mir diese Chancen nicht entgehen, um mal wieder in ein Bergwerk zu kommen. Leider war diese Führung aufgrund der großen Anzahl an Studenten, welche die Mine besuchten etwas ernüchternd. Spannender war jedoch das Erlebnis der Temperatur in Røros von unegfähr -15 °C. Solch niedrige Temperaturen hatte ich noch nie erlebt. Nach dem Besuch der Mine ging es nach Røros Stadt, wo dieses Wochenende ein großer Markt stattfand, welcher eine gute Gelegenheit geboten hatte, Street Photography auszuprobieren.












Nachdem ich bei dem Hüttentrip letzte Woche von meinen Plänen ein Iglu zu bauen erzählt hatte und motivierte Leute dafür finden konnte, machten wir uns am Sonntag bereit ein Iglu in Byåsen zu bauen. Dank sehr guter Internetrecherche von Steven und Jana schafften wir es tatsächlich in ungefähr 3 Stunden ein stabiles Iglu zu bauen. Dieses wollten wir erstmal setzen lassen, um dann darin schlafen zu können.


[1] http://www.roros.no/

Hu og hei NTNUI ! ! ! / Woche 6



Nachdem ich nun über ein Monat meine Mitgliedskarte zum Sportverein der NTNU ungenutzt hatte, ging ich es diese Woche gleich umso motivierter an, mein körperliches Defizit aufzuholen. Als Mitglied der NTNUI (Sportgruppe)[1] hat man nach einmaligem Mitgliedsbeitrag Zutritt zu diversen Kursen, für die man allerdings manchmal eine kleine Aufzahlung leisten muss. Da ich diese Woche endlich meine Kletterschuhe nachgeschickt bekam, musste ich diese gleich im Boulderraum ausprobieren, was jedoch sehr ernüchternd war, da das Level der Routen ziemlich hoch ist. Man sollte allerdings auch darauf achten, nicht in der Rush-Hour zu bouldern, da es in diesem Raum ziemlich chalkig werden kann.


Die größte Assoziation, wenn man erwähnt, dass man Österreicher ist, ist wohl Arnold Schwarzenegger. Und dem Ruf, dass alle Österreicher ins Fitnesscenter gehen (zumindest denkt das ein schwedischer Freund) muss ich nun auch entsprechen. Die Motivation dort hin zu gehen kommt spätestens nach dem ersten Besuch und dem anblick der wohl schönsten Studentinnen der Welt. Zumindest kommt das einem Norwegen Neuling so vor. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass die meisten Norweger nichts von den Fettleibigkeitsproblemen in anderen Ländern wissen, da die meisten mindestens einer Sportart nachgehen. Eine Winterpause gibt es für Norweger jedoch keine. Hier wird auch bei Schneefall und 15 cm dicker Eisschicht auf den Straßen gejoggt.



Um mein Fitnessprogramm etwas abzurunden habe ich mich in einen Kampfkunstkurs eingetragen. Bei diesem Kampfsport handelt es sich um „Tenshi Tsume“, welcher eine Mischung aus Jiu Jitsu und diversen „neueren“ Kampfsportarten ist. Dass es TT allerdings nur in Trondheim und sonst nirgendwo anders auf der Welt gibt und somit ein weiterlernen nach meinem Auslandssemester praktisch ausgeschlossen ist hält mich nicht davon ab.


Auch das Wochenende wurde mit einer Aktivität verplant, die mit NTNUI zu tun hat. Die wohl größten Abenteuer der Austauschstudenten in Trondheim finden auf Hüttentouren statt. Oder zumindest auf dem Weg, die Hütten erst mal zu finden, geschweige denn in allen möglichen Wettersituationen zu ihnen zu gelangen. Nun, unsere Hütte hatte es uns recht einfach gemacht. Wir waren ca. 1 ½ Stunden auf Langlaufschi auf bereits vorhandenen Wegen unterwegs und fanden die Hütte dank zweier deutscher Freunde, welche bereits dort waren, auf anhieb. Die „Sonnvasskoia“ liegt ca 60 km von Trondheim entfernt an einem See, welcher im Winter eine wunderschöne weiße Ebene ist. Diese Hütten sind logischerweise ohne Strom und fließendem Wasser und so dauert es auch einige Zeit, bis Essen hergerichtet ist und die Hütte auf eine angenehme Raumtemperatur gebracht wurde. Nachdem wir uns gestärkt hatten ging es hinaus auf den See ein paar Fotos machen und die wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung genießen. Zu einem Hüttenabenteuer gehört natürlich auch ein schönes Feuer und so haben wir insgesamt ca 7 Stunden ein recht großes Feuer am brennen gehalten – wieviel Holz wir dabei verbrannt haben, möchte ich garnicht wissen. Zu solch einem Abenteuer gehört natürlich auch Lagerfeuermusik und so geht diese Woche langsam mit Klängen von längst vergessenen Göttern und Geschichten der nordischen Mythologie unter klarem Sternenhimmel und einer prächtigen Vollmondnacht zu Ende.






[1] http://www.ntnui.no/

Love, Peace & Bankrupticy/ Woche 5


Wenigstens ein Klischee konnte ich in dieser Woche erfüllen. Wenn man als „Metal-Hörer“ schon in Norwegen ist, dann muss man wenigstens einmal in eine Vorlesung über Runologie gehen und natürlich waren die einzigen Austauschstudenten in dieser Vorlesung ebenfalls „Metaller“.



Am Dienstag wurde das ISU (International Stundent Union) [1] Board gewählt und ich übernahm hierbei den Posten des Vizepräsidenten, da ich die Zeit in Norwegen nützen will, um soziale Aufgaben zu erledigen, für die in Österreich die Zeit fehlen würde.



Dem immer größerem Verdruss des Bierpreises, und verdammt nochmal, mit kommt gerade beim Schreiben dieser Zeilen, dass ein 0,33 L Bier im Supermarkt fast soviel kostet, wie ein Liter Benzin, begannen wir diese Woche nun endgültig damit unseren eigenen Wein herzustellen. Falls dieses Projekt gelingen sollte folgt natürlich eine Anleitung in diesem Blog.



Diese Woche war auch das einmonatige Trondheim Jubiläum und so wurde das in kleiner Runde an der Küste bei einem Lagerfeuer gefeiert. Leider war es an diesem Abend ziemlich bewölkt, denn wäre es nicht so gewesen hätte man in dieser Nacht endlich Nordlichter sehen können. Nun ja, einige Monate warten noch und ich hoffe, dass ich die Nordlichter bald sehen, und vor allem vor meine Linse bekommen werde!

Da ich durch Trondheim Calling „Like rats from a sinking ship“ besser kennen lernte und diesen Samstag ein Videodreh zu „Love, Peace and Bankrupticy“ angesetzt war, lies ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Der Videodreh fand auf dem Dachboden einer alten Remise statt, wo Proberäume eingerichtet waren und hat keine besondere Handlung, einfach ein straight performance Auftritt, bei dem das Publikum ausflippt. 3 Stunden später waren fast die ganzen Effektgeräte des Gitarristen zerstört, da das Publikum darauf herumgesprungen war, der Sänger hatte ein Cut am Kopf, da er mit der Gitarre kollidiert ist und ich hatte ein ziemlich hohes Potential für einen Muskelkater.




Fazit:
Ich erwarte gespannt, was mir mein neuer Job für Erfahrungen bringen wird, Spaß wird er auf jeden Fall machen!

[1] http://org.ntnu.no/isu/

Trondheim Calling/ Woche 4


Diese Woche begann wieder sehr gut, genauer gesagt mit einer serbischen Party. Nachdem montags immer ein Fest im Keller der ISU (International Student Union) ist und dieser Keller schon um 23 (!!!) Uhr schließt wurde das Nachspiel (genauere Erklärung zu den norwegischen Partysitten folgen später) einfach in Ondrej’s Küche abgehalten. Da sich der Bekanntheitsgrad der Serben von Woche zu Woche steigert, waren Ondrej und ich diesmal nicht die einzigen „Nicht-Serben“ bei dieser Party. Und es war ein Genuss die Verblüffung von Tayo aus Holland über dieser Mentalität zu sehen.

Aufgrund der hohen Bierpreise und einem Besuch im Vinmonopolet machten Ondrej und ich uns auch Gedanken über ein selbstgebrautes Bier, allerdings wandelte sich unser Plan aufgrund von befürchteten Geschmackseinbußen dann eher in Richtung „Wein“.



Am Wochenende fand ein großes Musikfestival einiger regionaler Bands in Byscenen statt [1] . Da ich vor einigen Wochen Kontakt zu einer norwegischen Band (Like Rats from a sinking ship) bekommen hatte, ließ ich mir es nicht nehmen, Fotos von diesem Event zu machen. Besonders norwegisch war eine Outdoor Bühne, welche natürlich nicht länger als 10 Uhr geöffnet war.



Außerdem zeigte sich Norwegen wieder von seiner schönen Seite, als wir am Wochenende in die Heimfjordstua fuhren und wir wieder nur mit Google Maps ausgerüstet waren. Da wir zuerst den falschen Weg genommen hatten und etwas zu weit gefahren waren und es außerdem so schön schneite, musste ich zum ersten Mal Schneeketten anlegen. Dies hätte ich auch am darauf folgenden Tag machen sollen, als ich die selbe Strecke gefahren bin und so hätte ich mir ein Kennenlernen meines Autos mit einem Schneehaufen am Straßenrand erspart. Ich kann echt von Glück reden, dass hier nicht mehr passiert ist. Noch ergänzend zur Heimfjordstua: Das USI von Trondheim, NTNUI, vermietet an seine Mitglieder Hütten mit Kapazitäten von 2-25 Personen und diese erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie inmitten der Natur sind und man hier wunderbar Entspannen kann. [2]



Auch die letzten Minuten dieser Woche waren spannend bis zum Ende. Da Severin und ich an der Bearbeitung unseres Videos waren, wollten wir auch sichergehen, dass dieses rechtzeitig abgegeben wurde und so beschlossen wir, dies einen Tag früher hoch zu laden, da der Einsendeschluss am 31. Jänner war. Als wir dann am letzten Endschliff waren entdeckten wir in den FAQs auf einmal, dass man das Video am 31.1. um 0:00 GMT (und nicht 23:59) hochladen musste. Da es kurz vor Mitternacht GMT-1 war, hatten wir noch eine gute Stunde Zeit und machten uns schnell ans exportieren. Das Uploadlimit waren 9,7 MB, unser File hatte 10 MB. Der Einsendeschluss war um 0:00, hochgeladen hatten wir es um 23:59. Geht’s noch besser?



Fazit: Das Potential der norwegischen Musikszene ist sehr hoch und kommende Konzerte werden bestimmt nicht ohne meiner Wenigkeit stattfinden.


[1] http://www.trondheimcalling.no/
[2] http://www.ntnui.no/koieneg/

Nordwärts/ Woche 3

Kälte und Thomas vertragen sich bekanntermaßen nicht gut und da ich nicht gerade auf warme Kleidung Wert lege, wenn ich ein paar Minuten außer Haus bin, verwundert es nicht, dass ich Anfang dieser Woche krank wurde. Nichtsdestotrotz habe habe ich mit Severin [1], welchen ich durch einen glücklichen Zufall über ein Forum für Fotographie kennen lernte und welcher an der NTNU seinen PhD macht, ein Videoprojekt ausgemacht, welches an einem Wettbewerb teilnehmen sollte. Generell ging es dabei darum, zu zeigen, warum man gerade diejenige Person sein sollte, die einen zehntägigen Trip durch Norwegen gewinnen soll. Da 2011 das Amundsen Jahr ist und das hundertjährige Jubiläum der amundsen’schen Südpolexpedition war, sollte dieser Trip so abenteuerlich wie nur möglich sein. Demensprechend wollte ich auch ein Video dazu verfassen. Gedreht hatten wir an zwei Tagen und waren insgesamt an die 7 Stunden im Freien, was wegen der Kälte und meiner Verkühlung vor allem bei der Aufnahme bei den Nachtaufnahmen vor der Vikingerstatue nicht besonders lustig war. Abgeschlossen hatten wir diese beiden Drehtage, die übrigens mit sehr guten Ideen und Unterstützung von Joakim Reinaas [2] noch einiges an Potential dazugewannen, mit einem Lagerfeuer und „Pølse med Brød“ direkt neben einer Loipe. Was sich die vorbeifahrenden Norweger hierbei wohl gedacht haben werden möchte ich gar nicht wissen.

Northwards from Severin Sadjina on Vimeo.

Am Wochenende war ein Ausflug zur „Studenterhytta“ geplant, welche, wie der Name schon sagt, für Studenten ist, welche dort übernachten können oder einfach auch nur nach einem schönen Schitag in der Bymarka einkehren möchten um am Lagerfeuer zu sitzen. Diese Hütte zu finden war auf das Erste gar nicht so einfach, wenn man, ja ihr habt vermutlich schon richtig geraten, sich vor der Fahrt nur mal schnell Google Maps angesehen hat. Auch die Straßenverhältnisse machen einem das Vorankommen nicht einfacher. Total vereiste Straßen im Wintersportgebiet und die Tatsache, dass ich an einem leicht geneigten Hang stehen blieb, um auf einem Plan am Straßenrand nachzusehen und dann nicht mehr anfahren konnte, machten diese Fahrt zu einer kleinen Herausforderung. Aber die „Studenterhytta“ entschädigte mich dann dafür mit einem guten Pancake dinner und einer sehr gemütlichen Atmosphäre. Fazit: Krank sein ist langweilig und anstrengend. Werde jedoch weiterhin inkognito in Norwegen bleiben und mich nicht wie ein Tourist anziehen. [1] http://www.sesaphoto.com [2] http://www.flickr.com/photos/23737803@N07

Einleben in Trondheim/ Woche 2


Nun hat die spannende Zeit begonnen, überall lernt man neue Leute kennen und vergisst dabei viel zu schnell, dass man hier eigentlich auch wegen studieren hier ist. Zumindest muss man sich einige Lehrveranstaltungen aussuchen, die man besuchen will. Das stellt sich nun garnicht so einfach heraus, da eine Lehrveranstaltung, welche eigentlich in Englisch sein sollte nun doch nur in Norwegisch gehalten wurde und die anderen Lehrveranstaltungen nicht meiner Vorstellung entsprachen. Letztendlich hatte ich am Donnerstag nun doch die erste Vorlesung, welche ich fix besuchen wollte, und wie kann es anders sein ist diese LVA: Geologie und Tunnelbau. Eigentlich hatte ich so eine ähnliche Vorlesung schon in Österreich abgelegt, aber es zeigte sich gleich am ersten Tag, dass hier viel mehr Wert auf Praxis gelegt wird, da nach jeder Vorlesung eine Übung abgehalten wird. An diesem Tag mussten wir zum Einstieg ein geologisches Profil zeichnen, keine große Herausforderung, aber dafür umso mehr Spaß.




Dennoch blieb die Freizeit nicht an letzter Stelle. In dieser Woche mussten wir natürlich den norwegischen Nationalsport, das Schilanglaufen ausprobieren. Norweger sind, so wird zumindest behauptet, mit Schi an den Füßen geboren worden. Nichts was ein Österreicher sich sagen lässt. Gedacht, getan und schon hatte ich Langlaufschi an den Füßen und in meinem Übermut und der Ungewohnheit von nicht fixierten Fersen fiel ich in den ersten paar Minuten des öfteren hin. Nachdem man das Prinzip verstanden hat geht es aber recht gut und so führte uns diese nächtliche Tour bis zur Estenstadhytta, welche insgesamt 4 Stunden dauerte. In der Nacht ist diese Strecke bis 23.15 beleutet und bietet einen wundervollen Ausblick auf Trondheim bei Nacht. Besonders schön ist der Nachthimmel, nachdem die Beleuchtung abgeschalten wurde und die Wolken das Licht der Stadt reflektierten.


Auch die internationalen Verbindungen wurden vertieft und da am 13.1. das serbische Neujahr gefeiert wurde ließ ich mir das natürlich nicht entgehen, was sich als richtige Entscheidung herausstellte. Ich weiß nicht wie ich diese Feier beschreiben soll, aber eines ist sicher: Wenn jemand weiß, wie gefeiert wird, dann Serben. Von Natur aus laut, brauchen nicht unbedingt Alkohol zum feiern und gehen zu ihrer Musik, welche ich, wenn ich es mit österreichischen Maßstäben vergleichen müsste, als Schlager bezeichnen würde, ab. Ein paar Wochen später sollte diese Serbengruppe in fast ganz Moholt bekannt sein, da in jeder Nacht in einer anderen Küche gefeiert wurde.



Dennoch blieb Kultur nicht zu kurz in dieser Woche: Am Donnerstag besuchten wir ein klassisches Konzert in der Olavshalle, Trondheims Konzertsaal. Außerdem wurde der für Trondheim markante Aussichtsturm besucht und dort ein „all you can eat“ Essen abgehalten.



Auch mein anfänglicher Unmut über mein Zimmer verflog sehr schnell, als ich merkte, dass es in anderen Zimmern viel kälter war und man die Schlitze zwischen Fenster und Wand mit Toilettenpapier stopfen musste.



Fazit: Erste, vor allem serbische, Kulturschocks lassen mich langsam Teil des fast ausschließlich internationalen Moholt- Studentenheimes werden.

Something of a journey/ Woche 1

Man soll immer aufhören, wenn es am schönsten ist. An dieses Prinzip hielt auch ich mich. Nach über zwei Wochen Freunde treffen und sich verabschieden war es Zeit zu gehen. 48 Stunden Reise lagen vor mir, über 2200 km mit Zug, Fähre und Auto. Eigentlich hatte ich geplant, diese Reise alleine zu machen, jedoch habe ich durch einen glücklichen Zufall Barbara und Lisi (Kolleginnen) in Hamburg nach der Zugfahrt getroffen und so blieb es mir erspart mich mit meinen, wie immer etwas spärlichen Reisevorbereitungen (nur Google maps Ausdrucke vom Weg - wer braucht schon Navis oder Straßenpläne...) zu verirren.

In Kiel waren wir die Ersten, welche zum einchecken angekommen waren und somit hatten wir genug Zeit noch gemütlich Mittag zu essen. Als wir nun endlich an Bord gingen bestätigte sich unser erster Eindruck von der Gigantomanie dieses Schiffes sofort. Eine Shoppingmall, wunderbare Kabinen und 15 Decks[1]! Nach 20 Stunden Schiffahrt, den ersten Preisschocks und einer viel zu kurzen Nacht legten wir in Oslo an. Norwegen empfing uns so, wie wir es von diesem Land erwarteten: Schneefall den ganzen Weg bis nach Trondheim. Wir legten diesen 500 km langen Weg in ungefähr 10 Stunden zurück. Allerdings machten wir eine 2 stündige Pause in Lillehammer, um uns das Maihaugen Freilichtmuseum anzusehen. In Trondheim angekommen zeigte sich uns Norwegen wieder von seiner freundlichen Seite, als die Keybox von Barbara, wo wir unsere Schlüssel abholen sollten, vereist war. Also mussten wir improvisieren und so wurde die erste Nacht in Norwegen zu dritt in meinem Zimmer übernachtet. Wenn bloß die Heizung funktioniert hätte wäre das kein so großes Problem gewesen.

In den nächsten zwei Tagen war volles Kennenlern und Orientierungsprogramm angesagt. Gleich bei der Willkommensveranstaltung auf der NTNU, welche wirklich sehr unterhaltsam war, merkte man, wie gern Norweger singen. Nachdem man uns mit den ersten organisatorischen Informationen versorgt hatte ging es zum „Interactive museum of science and technology“ und anschließend wurde der Tag gemütlich bei einem all you can eat Pizzaessen beendet. Auch am folgenden Tag zeigte sich, wie ein Norweger im Winter lebt. Am Kennenlernprogramm stand heute das „Norwegian Style BBQ regardless of weather conditions“ am Plan. Jedoch hatten wir ziemliches Glück und es war nur kalt. Anschließend ging es zum aufwärmen ins Pirbadet [2], wobei es für ziemlich alle von uns befremdlich war zu dieser Uhrzeit (14:00) die Sonne kurz vor dem Untergehen zu sehen. Und auch das Abendprogramm stand schon fest, da die Mitbewohnerin von Barbara Geburstag feierte waren wir dort zum chinesischen Essen eingeladen, welches um einiges besser und vor allem nicht so chemisch schmeckt, wie in Chinarestaurants.

Das restliche Wochenende wurde mit einem Besuch einer Kindermesse zu den heiligen drei Königsfesttagen und mit einem Ausflug zur Estenstadhytta, welche durch eine Loipe direkt vom Studentenheim zu erreichen ist, beendet.

Fazit: Norwegen hat uns so begrüßt, wie ich es erwartet habe. Unmengen von Schnee lassen mich auf weitere Monate in Norwegen freuen!

[1] Color Magic
[2] Pirbadet


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