Schneestürme und Trollheimat/ Woche 10
Wednesday, April 13, 2011 10:55:29 PM
Das vermeintlich gute Wetter ließ uns die Schi anschnallen und spielte nach einiger Zeit seine volle Naturgewalt aus, als wir in einen Schneesturm kamen, welcher natürlich so schnell wieder vorbei war, wie er gekommen war.
Natürlich ließ er uns erst nach Erreichen unserer Hütte wieder in Frieden. Der restliche Tag wurde damit verbracht, vom Hüttendach zu springen und die neuen Rentierfelle am Lagerfeuer einzusitzen.
Kaum am nächsten Tag aufgewacht wurden schon Pläne für die nächste Schitour geschmiedet, welche uns insgesamt 14 Kilometer zum Grønlifjellet brachte. Austauschstudenten in Norwegen verstehen unter Schitour übrigens nicht das komfortable Begehen von Bergen mit breiten Schitourenschi mit Fellen, sondern das mühsame Erkämpfen jeden Höhenmeters mit Langlaufschi auf teils eisigen Flächen. Am Grønlifjellet jedoch angekommen bietet sich uns eine Aussicht, wie sie nicht norwegischer sein könnte. Schier endlose Weiten von schneebedeckten Bergen, karge, vom Moos bewachsen und vom Schnee befreite Flächen, und mitendrunter unser Gastgeber, der die ganze Szenerie noch ergänzte. Offenes langes Haar, wehend im Wind, die Sonnenbrille noch immer vor den Augen, obwohl es längst nicht mehr gleißend hell war und nur im Pullover bekleidet, während sich bei dem Rest schon erste Anzeichen des Auskühlens bemerkbar machen – das ist Hallvard. Ein schnelles Gruppenfoto und der Rückweg, welcher sich nicht leichter als das Erklimmen des Berges herausstellte, wurde angetreten. Eisflächen machten das ohnehin schon schwere Fahren mit Langlaufschi ohne Stahlkanten zu einem besonderen Erlebnis.
Bei unserer Hütte angekommen, verewigten wir uns noch mit kryptischen Zeichnungen, über selbstleuchtende Elche im Schneesturm und einer falsch gezeichneten norwegischen Flagge im Hüttenbuch. Ein echter Norweger ist halt noch nie vom Himmel gefallen.









































