Monday, 7. September 2009, 00:48:19
Ich muss ja selber ein wenig schmunzeln, wenn ich sehe, dass mein letzter Eintrag fast 6 Monate her ist, und ich inzwischen College in Michigan absolviert habe, in Deutschland Urlaub gemacht habe und mein neues Leben in Wilmington,North Carolina begonnen habe. Wow, wie 6 Monate ein Leben so verändern können und man ständig auf einer Achterbahn ist, umgeben von Regen und Regenbögen. Ich habe diese 6 Wochen in Deutschland besonders genossen, da ich wusste, dass es erst einmal die Letzten sein werden für eine ganze Weile. Dann, als ich zurück nach Michigan geflogen bin, habe ich mir auch vorgenommen, diese letzten 6 Wochen dort einfach zu genießen, und es waren wohl mit die besten 6 Wochen, die ich dort hatte. Ich wohnte zusammen mit zwei großartigen Familien, die mir so gut getan haben und immer ganz lieb auf mich aufgepasst haben. Zur gleichen Zeit hat sich eine Art großer Freundeskreis entwickelt, und es gab jeden Tag ein neues Abenteuer zu erleben. Ich hatte ganz vergessen, wie es ist einfach "Kind" zu sein und Spaß zu haben, besonders mit den Jungs
Mein 22. Geburtstag begann katastrophal und endete als der beste Tag in diesen 6 Wochen...Details werde ich jedoch auslassen müssen HAHA. Al und Tracy Matthews haben mir den schönsten Geburtstag gegeben, den man sich nur vorstellen kann, wenn man so weit weg von Zuhause ist. Wir hatten Essen und Getränke, was für 100 Mann gereicht hätte und das große Grundstück und der Pool dienten als tolle Beschäftigungen. Leider hat es fast den ganzen Tag geregnet nach einer Woche purstem Sonnenschein, was die Stimmung von vielen anfänglich sehr niedergedrückt hatte. Als es dann endlich um 17 Uhr aufgehört hatte mit regnen, haben Emilee und ich unsere Schnitzeljagd durch Al's Wald vorbereitet. Es war die beste Schnitzeljagd, die ich je hatte, und der Regen hat es sogar noch um einen Grad besser gemacht. Alle hatten den Spaß ihres Lebens, und haben diesen Tag unvergesslich gemacht. Danach ging es dann Nachtbaden im Pool. Ich wünschte echt, dass meine Batterien von der Kamera länger durchgehalten hätten. So habe ich leider nur alle Erinnerungen in meinem Gedächtnis. Nach dem Baden hieß es dann "Pinata", wobei ich ja eine Pinatajungfer war. Es hat so viel Spaß gemacht, an dieses Ding zu schlagen bis die ganzen Süßigkeiten und andere "Dinge" für Erwachsene herauskamen

Danach ging es dann zum Lagerfeuer, zur Musik und zum Alkohol und alle über 30 gingen nach Hause oder ins Bett

Der Rest des Abends bleibt einfach nur eine Zeit der Unverklemmtheit und "Freude-am-jung-sein".

Am 11. August hieß es dann Abschied von Michigan zu nehmen und Hallo zu North Carolina zu sagen. Leider verlief der Roadtrip mit Tasha nicht ganz so wie wir uns ihn vorgestellt hatten. 6:15 Uhr ging es los, jedoch schon nach einer halben Stunde Fahrt, gerieten wir in einen 2-stündigen Stau. An diesem Morgen hatte sich jemand entschlossen, dass das Leben keinen Sinn mehr macht und hat sich vor einen LKW geworfen. Gott sei mit ihm! Dann als wir nach 4 Stunden endlich in Ohio waren (was nur 2 Stunden hätte dauern müssen), hörten wir ein ganz komisches Geräusch und hatten einen verbrannten Geruch in der Nase. In Panik ging ich vom Gas runter und fuhr zum Standstreifen. Tasha und ich wussten ganz genau, was passiert war: ein Reifen ist geplatzt!!! In diesem Moment wollten wir eigentlich heulen, jedoch mussten wir nur lachen. Wir hatten jedoch Glück im Unglück als ein Polizist nur wenige Minuten später kam, und uns geholfen hat, den Reifen zu wechseln. Hier war jedoch der Haken: Ich hatte natürlich mein ganzes Leben in meinem Kofferraum, was einen Tag vor Abreise alles systematisch eingebaut wurde. Nun hieß es also ALLES und ich meine wirklich ALLES neben die Autobahn zu lagern, sodass wir an den Ersatzreifen kommen konnten. Dann hatte der Ersatzreifen auch noch fast einen Platten, wodurch wir zur nächsten Haltestelle mit 15kmh tuckeln mussten. Nun bedenkt, dass ich auch noch Penelope mit mir hatte, um die ich mir die größten Sorgen gemacht habe, da es an diesem Tag über 35 Grad waren. Als wir endlich bei der Autowerkstatt angekommen sind, hieß es wieder Auto entladen und warten. Wir warteten mit einer Katze in der Werkstatt für eine Stunde bevor ich wieder mein Leben einpacken durfte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwei entschlossen es fast aufzugeben, die Reise an einem Tag zu machen. Somit rief ich also das Hotel an, um ihnen Bescheid zu sagen. Nun kam der nächste Knüller: da gab es keine Registrierung unter meinem Namen. Ich hatte mir gedacht, dass ich mich wohl beim Hotel verirrt haben muss, und habe das nächste Hotel angerufen, wo ich mir recht sicher war, dass es das dann sein muss. Auch hier, keine Registrierung. Zu diesem Zeitpunkt waren Tasha und ich bereit, wieder umzukehren. Nach einer Stunde und mit Hilfe von Michigan haben wir die Hotelfrage klären können und haben denen unsere Situation geschildert. Von nun fuhr ich natürlich weiter mit der größten Paranoia (?), dass ein anderer Reifen platzen könnte. Nach ungefähr 10stündiger Fahrt haben Tasha und ich uns entschlossen, dass wir es jedoch durchziehen werden-sind ja schließlich noch jung. Wir haben und geeinigt, dass Tasha fahren wird sobald es dunkel war. Nach 14 Stunden Fahrt haben ich ihr das Lenkrad überreicht und war einfach nur erledigt. Tasha fuhr die letzten 4 Stunden in Dunkelheit und brachte uns sicher um 1:00 Uhr nachts am Hotel an. Zu diesem Zeitpunkt waren wir so erledigt, dass wir nur noch gelacht haben. Ich war überaus glücklich, dass ich Penelope in einen Raum mit Klimaanlage bringen konnte.
Die nächsten 4 Tage waren wir somit in einem Hotel, da ich erst am 15. August in mein Apartment einziehen konnte. An dem Donnerstag zuvor hatte ich meine Transfer-Orientation von 8 Uhr bis 15 Uhr, weclhe mich anfangs richtig sprachlos gelassen hat, da der Spirit der Uni überwältigend war. Alles begann mit einer Tanzshow. Am Ende der Orientation war ich jedoch weniger begeistert, da nicht alle meine Credits/Punkte von michigan übernommen wurden, was bedeutet, dass ich noch einige Grundkurse belegen muss bevor ich an die wichtigen Kurse herankomme.
Am 15. August konnte ich dann endlich ich mein Apartment ziehen, was zunächst erst einmal ein wenig Leben brauchte. Somit zogen Tasha und ich los, um Möbel zu kaufen. In der ersten Nacht musste ich mich noch mit einer Luftmatratze zufrieden geben, aber dann am nächsten Tag stand schon das große Bett, auf das ich mich sehr gefreut habe. Penelope hat das ganze Umziehen auch recht gut verkraftet.
Meine Mitbewohnerin heißt Taylor, kommt von New York State, und wir zwei passen echt gut zusammen. Wir stellen sicher, dass wir jeden Tag eine große, gesunde Mahlzeit haben und uns recht gesund ernähren. Da dies eine sehr junge und sportliche Stadt ist, haben Taylor und ich angefangen, Sport zu machen. Die erste Woche waren wir 7 Tage hintereinander rennen, was mein Körper mir später heimgezahlt hat. Ich konnte mich bestimmt 3 Tage lang nicht wirklich bewegen. Aber es tut gut mal wieder richtig zu schwitzen und schmerzende Muskeln zu haben.
4 Tage nach dem Einzug ist es leider schon passiert: meine erste Panne in Wilmington! Eine ältere Frau hat nicht wirklich gut auf gepasst und mich und mein Fahrrad über den Haufen gefahren, naja mehr mein Fahrrad, da ich ganz schnell zur Seite springen konnte. Danach fing natürlich das Chaos mit Versicherung und all dem an. Eine Woche später hatte ich dann endlich ein neues Fahrrad und Schmerzensgeld bekommen.
Inzwischen hat auch die Uni begonnen. Dieses Semester habe ich Chemie, Biologie, Geschichte und Sport. Der Sportunterricht ist echt hart, besonders wenn man bei 35 Grad und 100% Luftfeuchte ein Meile rennen darf. Ich freu mich jedoch schon aufs Schwimmen und Gewichtheben in diesem Kurs.
Die letzte Woche verwandelte sich jedoch in einen Albtraum, und es hat mich daran erinnert, dass ich Montage hasse. Nach der Uni wollte ich mein Autokennzeichen erneuern lassen (viele von euch kennen die Geschichte ja schon), jedoch gab es kein neues Autokennzeichen ohne neuen North Carolina Führerschein. Somit musste ich mir also erstmal einen Führerschein besorgen. Ich wurde nach Hause geschickt, um gewisse Dokumente zu holen, die ich brauchte. Als ich zurück kam, musste ich auch noch unvorbereitet einen Test machen, den ich natürlich nicht bestanden habe, wodurch ich wieder nach Hause geschickt wurde. Problem war jedoch, dass ich bis Mittwoch ein neues Autokennzeichen brauchte, um nicht illegal herumzufahren. Als ich Montag dann wieder nach Hause kam, ging ich zur Bank, um Geld für meine Miete zu holen. Als ich es im Büro bezahlen wollte, wurde mir gesagt, dass sie kein Bargeld annehmen können und ich doch einen Check schreiben lassen soll. Dies tat ich, doch als ich zurück kam, wurde mir auch noch gesagt, dass ich einen anderen Betrag als den, der auf meinem Check war, bräuchte. Ich hatte 5 Dollar mehr gebraucht. Somit konnte der check natürlich nicht angenommen werden und ich konnte nicht bezahlen. Inzwischen musste ich mich auch um meine Autoversicherung kümmern, da ohne Versicherung hier unten ja auch nichts läuft. Die Versicherung war wohl das Einzige, was so einigermaßen an diesem Tag hingehauen hat. Total verhungert und ausgetrocknet rannte ich also durch die Kante ohne irgendwelche Erfolge. Anne's Paket war auch immer noch nicht da, und mir konnte nicht gesagt werden, wo es sich zurzeit aufhält. Den Tränen nahe ging ich nach Hause, und da war es: Anne's Paket! Nach diesem ganzen misslungenen Tag hielt ich endlich Anne's Paket in den Händen, und ihre Worte führten dann zum endgültigen Zusammenbruch (sorry Anne;) ). Alle Gefühle und Emotionen der letzten Wochen kamen zusammen und "schlugen" mich zu Boden. Die nächsten 3 Tage waren gefüllt mit "Regenschauern" und Unsicherheit. Immer wieder kam die Frage hoch: Ist Wilmington nicht der richtige Ort für mich? Sind das alles Zeichen, dass ich hier nicht hingehöre? Es waren 3 sehr schlimme Tage, die einglück mit der Zeit an Negativität verloren haben. Freitag hatte sich dann endlich das Blatt gewendet. Zunächst viel mein Sportkurs aus, sodass ich nur einen Kurs hatte. Dann um mittag rum, haben Taylor und ich es gewagt, den Fluss zu überqueren und zum Basketballfeld von der Serie "One Tree Hill" zu gehen, was für mich natürlich ein unglaublich tolles Erlebnis war. Da wird einem erstmal bewusst, wie real die TV Serien doch werden. Zuvor hatten wir zwei ja schon die ganzen "One Tree Hill" Studios besucht, was ebenso atemberaubend war, wenn man sich vorstellt, dass man auf einmal in dem Zimmer seines Lieblingschauspielers steht

Okay, wieder zurück zu Freitag. Nach unserm Abenteuer sind wir noch einkaufen gegangen, und um 16 Uhr war es dann endlich soweit. Meine Gastmutti Jean hat mich abgeholt. Ich war sehr überrascht wie jung sie doch war. Wir fuhren dann zu ihrem Haus, welches einfach nur atemberaubend ist. Es hat drei Etagen und in der obersten befindet sich die Küche und das Wohnzimmer, so wie eine Terrasse ums Haus, von der aus man das Meer sehen kann. Jap, sie haben ein Haus am Meer. Ich war total begeistert. Dann habe ich meine 3 kleinen "Geschwister" kennen gelernt. Ich habe 2 kleine Schwestern namens Emma (10) und Sophie (8), und einen kleinen Bruder namens Jude (erst 3 geworden). Natürlich habe ich mich gleich in die 3 "verliebt" und wir mochten uns alle gleich von anfang an. Jean's Mann heißt Chris und er ist ein Doktor der Psychology und ist Professor an meiner Uni. Jean ist High School Lehrerin und unterrichtet Sprachen. Freitag abend hatten wir dann Abendbrot dort und auf einmal war das Haus voll mit 12 Kindern und 3 Müttern (Jean plus 2 Freundinnen). Das hatte ich echt mal wieder gebraucht...verrückte, schreiende Kinder um mich herum

Ich habe es genossen!
Als es dunkel wurde, ging es dann mit allen zu einer Tikibar an den Strand. Es war einfach nur ein perfekter Abend. Die Kinder spielten am Wasser oder tanzten bei der Tikibar, wo eine Band gespielt hatte. Es war so schön, mal wieder rauszukommen. Um allen noch eins drauf zu setzen, gab es auch noch ein Feuerwerk. Dies war wohl mit der beste Moment an diesem Tag, denn Klein Jude legte einen Arm um meine Schultern und gab mir ein Küsschen. Chris meinte: Ich glaube, du hast heute einen neuen Freund bekommen!" Es war ja so unglaublich süß!
Danach um 22Uhr ging es zu einem Carneval, wo wir Donuts gegessen haben. Emma und ich hatten an diesem Abend tolle Gespräche und haben uns schwesterlich richtig toll verstanden. Sie fragte dann sogar ihre Mom, ob ich nicht über Nacht bleiben könnte. Ich war ja so gerührt! So endete also meine schreckliche Woche mit einem "Regenbogen"

Am nächsten Tag ging es dann mit Taylor und meiner Gastfamilie an den Strand. Das Wetter war genial, und es tat ja so gut, sich nach dieser Woche zu erholen. SOMIT geht es mir also wieder besser, und ihr braucht euch (erstmal)keine Sorgen machen. Dieses Wochenende ist Labor Day, was bedeutet, dass wir morgen keine Uni haben, sondern Feiertag...JIPPI!
Ich bin sehr glücklich, dass ich Taylor als Mitbewohnerin habe. Sie stand mir in der schwierigen Zeit bei, und hat alles versucht, damit es mir wieder besser ging.....Eis hilft da halt immer recht gut!

So, ich glaube eure Augen tun nun weh sowie meine Finger. Deshalb werde ich hier erstmal den Schlussstrich ziehen!
Es tut mir sehr leid, dass es solange gedauert hat, mich mal wieder zu melden. Aber dafür gabs ja viel zu erzählen!
Ich hoffe, es geht euch allen da drüben gut, und ihr passt gut auf euch auf! Es wird diesmal leider ein wenig länger dauern bis ich mal wieder nach Deutschland komme. Also, falls ihr im Lotto gewinnt und Zeit habt, dann kommt mich doch mal hier besuchen

der Ozean ist nah und es gibt hier keinen Winter!
Ich denke an euch! Liebe Grüße nach Deutschland!
Love, Chrissy xox
PS: Lasst mich wissen, ob ich diese Seite weiterhin aufrecht erhalten soll oder individuelle Gespräche bevorzugt werden! Danke!