Quelle:
Diskordianismus - Wikipedia
Der Diskordianismus wird sowohl als "Neue Religion, getarnt als komplizierter Witz" als auch als "komplizierter Witz, getarnt als Religion" bezeichnet. Das stimmt auch beides (nicht), je nachdem, von welchem Standpunkt man sich die Sache anschaut. Allein diese Definition entspricht schon dem angewandten Diskordianismus (Operation Mindfuck): [...]
(Des-)Organisation und Geschichte
Generell sind Diskordier gegen Autoritäten, gegen Zwang und gegen Traditionen.
Es gibt keine zentrale Organisation, sondern mehrere kleinere. So existieren zum Beispiel die ELF (Erisian Liberty Front) für Anarcho-libertären Anti-Autoritarismus, gegründet von Kerry Thornley und die POEE (Paratheo-Anametamystikhood of Eris Esoteric), gegründet von Gregory Hill. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere kleine Gruppen, Cabals beziehungsweise Kabale genannt. Gregory Hill schrieb unter dem Namen Malaclypse der Jüngere zusammen mit Thornley alias Lord Omar Khayyam Ravenhurst die Principia Discordia, die Bibel des Diskordianismus. Die beiden behaupten darin, 1958 oder 1959 (sie sind sich nicht mehr ganz sicher) bei einer Bowlingbahn erleuchtet worden zu sein. Durch dieses Buch, welches (fast) alle Geheimnisse des Diskordianismus enthält, entstand diese Religion erst.
Diese Religion betet Eris (römisch: Diskordia) an, die griechische Göttin für Zwietracht, Chaos und Ähnliches - obwohl Agnostiker und Atheisten (und sogar Werwölfe!) von der Religion keinesfalls ausgeschlossen werden. Das negative Bild der alten Griechen für Eris erklären sie damit, dass die Griechen damals noch nicht die Vorzüge des Chaos zu schätzen wussten und es deswegen als schlecht betrachteten. Außerdem wird der antiken Mythologie ein Detail zugefügt: Eris soll, nachdem sie nicht zur Hochzeit von Peleus und Thetis eingeladen wurde sich mit Hot Dogs getröstet haben, was sich auch in den fünf diskordischen Geboten niedergeschlagen hat.
In "Illuminatus!" von Robert Anton Wilson und Robert Shea sind die Diskordier die Leute, die unter ihrem (Nicht-)Führer Hagbard Celine gegen die Vorherrschaft der Illuminaten kämpfen. Wilson wurde auch lange für den Autor der Principia Discordia gehalten, unter anderem weil er es manchmal selbst behauptete, um den Mythos um die Principia auszubauen. Er widmete den ersten Teil der Illuminatus!-Trilogie übrigens niemand anderem als den Begründern des Diskordianismus, Hill und Thornley.