
also um nicht zu sehr in Verzug zu geraten (haha) versuch ich mal wieder einen Teil meines Sommers in Worte zufassen! Wie die meisten wahrscheinlich wissen hat Anfang Februar ein Teil meiner Family den Sprung über den großen Teich geschafft und am 7. Februar landeten sie etwas erledigt in Salvador! (Der Rest wurde natürlich furchtbar vermisst ;( )
Ich war schon einige Stunden zu vor angekommen und hatte eine tierische Freude dabei meine noch in Winter Jacken gekleideten und total übermüdeten Gäste zu empfangen. Gleich bei der ersten Taxifahrt zu unserem Hostel bekamen sie ganz große und Augen und es wurde bedeutend ruhiger als wir durch die nachts ziemlich bedrohend wirkenden ärmeren Viertel von Salvador fuhren.
Nachdem es dann ein unbedeutendes Problem mit unserem reservierten Hostel gab (die wollten uns nachts um 1 einfach nicht mehr aufmachen, tortz der Bemühungen eines laut brüllenden Brasilianers...) zogen wir kurzum ins daneben liegende Hostel.
Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit kurzen Stadtrundgängen und bestaunen der unzähligen Kirchen im Zentrum der Altstadt, da wir schon Mittags von einen Jugendfreund von Papa (P. Meinrad), der seit 30 Jahren in Brasilien lebt und dort Entwicklungsprojekte betreut, abgeholt wurden.
Kurze Anektote: Wir stehen am Stadtplatz in Salvador und versuchen gerade Papa mal wieder von einem der Straßenverkäuf los zu eisen (Papa würde einfach alles kaufen *g* - oder er ist einfach zu gutmütig und bleibt immer stehen wenn jemand mit ihm redet

Er hat aber dann gegen Ende eine wirkungsvolle Taktik entwickelt: er redet die Verkäufer einfach auf Deutsch in Grund und Boden

) jedenfalls stehen wir da als plötzlich jemand ruft: "Des is ja da Unternhuber" Tja, da denkste du machst eine internationale Ausbildung und schließt Kontakte, aber am anderen Ende der Welt kennt man dann doch wieder nur deinen Dad... :-) (Eine Reisegruppe aus Kremsmünster/Eggendorf die zufällig zur selben Zeit in Brasilien waren)
Als uns P. Meinrad dann gefunden (wir waren ja leider nicht im abgemachten Hostel anzutreffen) hatte ging es mit einem alten VW-Bus ca. 6 Stunden ab durch 3 verschiedene Klimazonen, Farwellas, Zuckerroherfelder usw. in Richtung Landesinneres. Dort angekommen waren wir erstaunt über die für brasilianische Verhältnisse beinahe luxuriöse Unterbringung im Gästehaus des Klosters und waren aber dann richtig froh als wir in unsere Betten fallen konnten.

In den folgenden drei Tagen zeigte uns P. Meinrad die verschiedenen zum Kloster gehörenden Teil wie die Landwirtschaft, die neu gebaute Schule, den für diese Region typischen Wald inkl. des Jequitiba-Baums der dem Dorf seinen Namen gab usw. Mit diesen Projekten versuchen sie den Leute aus den umliegenden Dörfern und Jequitba eine Grundlage zum Bleiben zu geben so dass diese nicht in die Städte abwandern, wo sie doch wieder nur in den Farwellas enden würden. Eines der größten Probleme mit dem die Leute hier zu kämpfen haben ist die Klimaänderung - durch die Abholzung riesiger Waldflächen (um Platz für die Weiden der riesigen Rinderherden zu schaffen) hat der Regen in den letzten 30 Jahren spürbar nachgelassen und Wasser wurde eine echte Rarität! Wo früher noch ein Fluss einen Wasserfall heruntergeplätschert ist, ist heute nur mehr dürres Gestrüpp.
(Wenn die beiden nicht aussehen wie Indiana Jones in Rente dann weiss ich auch nicht

)
Nach diesen beeindruckenden Tagen gingen es dann von Nuvo Mundo aus wieder zurück nach Salvador, wo wir noch einen Tag Sight-Seeing machen konnten bevor es dann mit dem Flieger wieder in Richtung Süden - Iguazu - ging.
Kurze Anmerkung:
mein Spanisch muss ausgezeichnet sein, den scheinbar haben mich die portugisisch sprechenden Brasilianer ohne viele Probleme verstanden! (Nur ich hatte oft leider keinen blassen Schimmer was die da reden

)