Wieder ist es etwas länger her, da ich diesen Blog mit Informationen gefüttert habe und wieder gibt es viel zu berichten, so dass sich meine Befürchtungen, während der Unterrichtszeit nichts Berichtenswertes zu finden als unsinnig herausgestellt haben. Und da ich heute nicht im Unterricht bin, sondern wieder einmal das Bett hüte (was mich mitunter langsam ziemlich nervt), nutze ich die Zeit zwischen den Schlafphasen so wenigstens sinnvoll.

Der Konsulatsempfang war gigantisch. Zum einen war das Areal auf dem Radisson - Plaza riesig und hatte mit dem China, das ich so kenne nicht mehr viel zu tun (weswegen ich mich nicht wundere, wie Geschäftsleute nach China reisen und mit einem ziemlich merkwürdigen Bild von diesem wieder zurückkehren können): Riesige Parkanlagen, edle Ausstattung und alleine der Weg vom Veranstaltungsort zur Toilette dauerte gute fünf Minuten. Das Essen war ebenfalls genial und hat mich zum ersten Mal richtig bewusst die Kost von daheim vermissen lassen. Sauerkraut, Braten, echte Laugensemmeln… Und das dann alles umsonst. (Der Wein war auch sehr gut…) Leider war die Veranstaltung, da unter der Woche, auch recht schnell wieder vorbei, weswegen wir sie noch mit einem Bier vor dem Wohnheim ein bisschen privat verlängert haben.

Die restliche Woche verlief dann in freudiger Erwartung auf den nächsten Höhepunkt, das Oktoberfest im Paulaner (vergangenen Samstag). 300 Yuan Eintritt, was für China wirklich sehr viel Geld ist, und dafür ein vier Gänge Menu (von dem deutschen Koch, der auch die Botschaft bekocht hat), sowie bis zwölf Uhr alle Getränke frei, was gleichzusetzen ist mit viel gutem Oktoberfestbier. Es ist zwar etwas skurril, in Shanghai aufs Oktoberfest zu gehen, aber im Endeffekt war es auch absolut lustig. Hutspiele zu original Bayrischer Musik, viel Tanzen und eine Menge netter Leute um einen herum (davon die meisten Chinesen, Amis oder Deutsche.) Da hat man auch gerne die Katerstimmung am nächsten Morgen auf sich genommen. Nur für einen Amerikaner aus unserer Truppe war die Gaudi bereits vorbei, bevor es richtig losging, weil er meinte, eine halbe Flasche Jägermeister alleine leeren zu müssen.

Der nächste Morgen war weniger attraktiv, dennoch musste ich relativ früh aus den Federn, weil es um ein Uhr Mittags schon weiter ins Hongkou Fußballstadion ging – das letzte Spiel der Saison für Shanghai Shenghua gegen Dalian Shide. Und außerdem war es der letzte Tag für Karsten Janker in dieser Mannschaft. Abgesehen von einem recht niedrigen Spielniveau wurde das Spiel in der zweiten Halbzeit noch recht attraktiv, auch wenn unsere Karsten Janker zurufe nicht dazu führten, dass man ihn noch einmal aufs Spielfeld ließ und so sahen wir ihn nur von weitem auf der Auswechselbank sitzen. Ebenfalls enttäuschend war, dass er sich nicht einmal die Mühe machte, nach dem Spiel bei uns vorbei zu schauen, denn gehört haben muss er uns. Der einzigen Schuss, den er in der Halbzeitpause beim Warmspielen auf das Tor abgab, ging außerdem weit darüber hinaus. Irgendwie nicht mehr der Janker, den man als Fußballgott in München verehrte. Daher sind seine Frustration und somit sein schneller Abgang sicher auch verständlich, zumal er sich in China ohnehin nicht sonderlich wohl gefühlt haben soll (Interviews zu Folge). Ansonsten war aber auch das ziemlich lustig und die Chinesen, die im Stadion waren, haben auch entsprechend Stimmung gemacht.
Diese Woche habe ich dann noch einen Überaum ausprobiert, der aber mehr Abstellkammer mit Klavier drin war, so dass ich da eher nicht mehr hinfahre. (Mein Fahrrad existiert übrigens immer noch.)
Kommenden Sonntag gehe ich vielleicht mit Benny auf die Formel 1 Strecke in Shanghai zu irgendeinem Gocart Rennen, bei dem wir selbst mitfahren.