Back to life..
Sunday, April 8, 2007 5:22:00 AM
Nach zahlreichen Bitten versuche ich nun also wieder den Blogbetrieb aufzunehmen.
Die letzten Wochen waren turbulent. Da ich anscheinend nicht vorhabe, gesund zu bleiben, habe ich während meiner Reise mit Lukas nach Chengdu eine feine Tonsilitis (Mandelentzündung) ausgebrütet, die auch prompt nach meiner Rückkehr nach Shanghai ausgebrochen ist. Was soll ich sagen - weisse Mandeln, die sich fast berühren - es gibt schöneres... Resultat, da während diesen Tagen auch noch alleine hier, war ein quälender täglicher Gang in das benachbarte Krankenhaus. Man gab mir 10 Tage in Folge intravenös Penicillin und andere Kostbarkeiten - die Mandeln entwickelten sich seehr langsam zurück. Als Folgeerscheinung dieser Behandlungen, sind diverse Hauterkrankungen festzuhalten, sowie ein etwas instabiles Immunsystem, das sich ebenfalls nur sehr langsam regeneriert. Gleichzeitig hat sich noch einer meiner Zehen entzündet und ein Gang zur Apotheke endete nach einem vourteilslastigen Missverständnis mit einer extremen allergischen Hautreaktion... Aber das wars dann auch schon.

Ich bin mittlerweile auf ein teureres deutsch-chinesisches Krankenhaus umgestiegen und man versucht mich nun wieder aufzupeppeln.
Abgesehen davon muss ich weiter in einem recht komplizierten Sprachkurs mithalten, die verpassten ersten zwei Lektionen habe ich immer noch nicht nachholen können. Aber Fortschritte mache ich. Das Mündliche macht mir allerdings noch am meisten Sorgen.
Das Gute an dieser Sache: Ich bin nun Fachmann für chinesische Krankenhäuser, werde demnächst auch ein Buch veröffentlichen mit dem Titel: "Mein Leben im Quyang-Hospital", in welchem die Schwestern bereits meinen Namen rufen, wenn ich zur Anmeldung schreite.
Und gespickt wird das Ganze mit einem Haufen lustiger Anekdoten. Zum Beispiel damit, dass die Stühle im Wartebereich immer leer sind, weil die Chinesen oder besser die Begleitpersonen der Kranken sofort das Arztzimmer stürmen und sich mit den entsprechenden Papieren ohne Rücksicht auf Verluste bis zum Arzt durchschlagen. Was ein bisschen unfair ist, wenn man mit begrenzten Chinesischkenntnissen und noch dazu ziemlich geschwächt alleine durchkommen muss. Zum Glück fällt ein chinesisch klingender aber westlich aussehender 魏基安 doch etwas auf und die Ärzte sind relativ umsichtig. "Lustig" war am Anfang immer die Kontrolle meiner Mandeln, wenn die Ärzte, noch bevor sie "Ayo!" fertig sagen konnten, das Stäbchen schon wieder weggeworfen und die die Taschenlampe weggelegt hatten.
Oder aber ich beschreibe die Massenabfertigung in den Behandlungsräumen, wenn ich, an meinen von der Decke hängenden Tropf gebunden, dicht an dicht von rechts eingehustet und von links eingerotzt wurde, einer aufgeregten Unterhaltung zweier Shanghainesen verzweifelt folgen wollend der leider nicht mehr so mobilen Tante auf der anderen Seite des Raumes zusehen kann, wie ihre Tochter ihr die Bettpfanne unter den Allerwertesten schiebt... Und jeder diskutiert alles und jede Krankheit von jedem oder ob die Schwestern ihren Job auch gut machen ( - die ihre Arbeit in der Tat gut machen).
Ich habe allerdings beschlossen, auch wenn das einige Fans der Szene sehr enttäuschen wird, das krank sein allmählich und sukzessive einzustellen.
Vielleicht an dieser Stelle noch ein paar Worte zum vergangenen Frühlingsfest:
Da war ich, wie bereits erwähnt, mit Lukas in Chengdu. Wir hatten das Glück mit Lukas Freundin (Sinoamerikanerin), dort Einblick in das chinesische Familiensystem zu erhaschen. So wurden wir auch zum Tempelgang am Neujahrstag eingeladen. So viele Menschen habe ich selten an einem Ort gesehen. Das ganze Land schien mobil gemacht zu haben und mindestens die Hälfte davon direkt in die Tempel gegangen zu sein...
Außerdem habe ich mir in Chengdu auch meinen Traum erfüllen können, Pandas live zu sehen, in der Panda Aufzuchtstation zum Arterhalt dieser vom Aussterben gefährdeten Tiere. Ich habe eigentlich den ganzen Tag nur vor den jeweiligen Gehegen gestanden und war glücklich.
Eine weitere sehr imposante Station war Leshan, mit dem größten Buddha Chinas, einer in Fels gehauenen Statue, die wir vom Boot aus betrachteten, da der Fußweg von mindestens einer Trillion Chinesen, wenn nicht viel weniger, bevölkert war.
Insgesamt war Chengdu ein sehr schöner Aufenthalt. Die Stadt ist sehr schön - wesentlich ruhiger und gemütlicher als Shanghai, was mir sehr gut getan hat. Ich stelle auch ein paar Bilder ins Fotoalbum.
Nächste Woche wäre Klassenfahrt nach Shaoxing angesagt. Alleine weiß ich momentan nicht sicher, ob ich bis dahin wieder fit genug bin. Gesundheit geht vor...
Soviel für heute, mehr in vier Monaten,

Chris







