Das große China Jahr und andere Kleinigkeiten

在 中 国 留 学

Und immer wieder Karaoke

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Die Geburtstagsfeier von Jieun (Koreanerin) war sehr nett. Zunächst hat sie uns (eine Freundin von Jieun, Juan - Spanier, Lukas, Alex – aus Beijing gekommen, uns diese Tage zu besuchen und mich) zum Essen eingeladen. Dazu fuhren wir zu einem koreanischen Restaurant auf dem Guodinglu und so durfte ich erfahren, dass koreanische Küche ziemlich gut schmeckt, sie ist um einiges leichter als die chinesische und das Essen wird – ähnlich der mongolischen Küche – direkt am Tisch zubereitet. Leider konnten wir nicht an einem der Tische auf Bodenhöhe sitzen, dafür habe ich jedoch als Wiedergutmachung den Ventilator der Dunstabzugsröhre von unserem Tisch recht deutlich unter meinem Hintern gespürt, woran man sich jedoch mit der Zeit gewöhnt… Weniger gewöhnen kann ich mich in China an die Funktion des Fernsehers, auch wenn das gerade spannend für mich sein sollte. (Mein Forschungsvorhaben dreht sich um TV in China.) Große Bildschirme mit hektischen Bildern unterstreichen die ohnehin schon laute und hektische Atmosphäre eines großen Restaurants und wenn es dumm läuft, ist der Ton auch noch eingeschaltet – und zwar nicht gerade leise. Nach einem guten und sehr teuren Essen (Jieun weigerte sich, von uns eingeladen zu werden und hat alles selbst bezahlt…) wollte sie dann eigentlich noch mit uns ins KTV. Leider hatte der Laden, in den sie wollte aber geschlossen. Kurzerhand disponierten wir um und nahmen Lukas Laptopkaraokeprogramm in dessen Wohnung in Anspruch. Zuvor wurde noch ein Supermarkt willkürlich von uns leer gekauft – zumindest was die Vorräte an gutem Bier betraf.

So trällerten wir dann ein Lied nach dem anderen – vornehmlich die männlichen Teilnehmer – tranken Bier und waren guter Dinge, bis sich ein Bierbecher verselbständigte und auch dem Computer etwas von dem erfrischenden Nass gönnen wollte. Der Computer funktioniert zwar noch, wurde aber vorsichtshalber ausgeschaltet. Glücklicherweise ist da ja noch meine Gitarre und so holte ich diese schnell aus dem Wohnheim und es ging mit Gitarrenunterstützung noch bis in die Morgenstunden weiter. (Besser gesagt ließ ich mich, nach der „Party“ bei Lukas noch in der Lobby von einigen Hartgesottenen zu einem weiteren Bier und etwas Musik überreden.) Lustig war, dass, nachdem die Koreanerinnen bereits kurz vor zwölf gegangen waren, Nadja, eine Freundin von Lukas, bei diesem ebenfalls in ihren Geburtstag hineinfeierte. Somit war auch das Programm für den nächsten Tag gegeben. Am Nachmittag waren wir bei Mimi (USA) und Ihrem chinesischen Vater zum Barbecue und danach dann auf Nadjas Geburtstagsparty eingeladen.

Das Barbacue war dann auch wirklich gut. Leckere Salate und gutes Fleisch und nachdem das Eis getaut war sehr interessante Gespräche mit Mimis Vater und dessen Kollegen, teils auf englisch, teils auf chinesisch. Das ganze geschah anlässlich des Mondfestes – einem wichtigen Fest in China. Es hat etwas mit den Mondphasen zu tun und findet bei Vollmond statt. Außerdem schenken sich die Chinesen dazu gegenseitig die so genannten Mondkuchen, Gebäck mit Füllung, das allerdings selten wirklich schmeckt. (Ich glaube, nicht einmal die Chinesen mögen es wirklich… bigsmile )
Ein Nachteil dieser Party war, dass wir bereits seit vier Uhr Nachmittags mit Bier versorgt wurden. Es machte mich zwar nicht betrunken – da über einen langen Zeitraum genossen – dafür hatte ich aber irgendwann einen etwas aufgepumpten Magen. Dies gereichte mir wiederum zum Nachteil, als wir dann noch zu Nadjas Geburtstagsparty fuhren. Zunächst in Lukas Wohnung - wer hätte es gedacht – mit versammelter Mannschaft Karaoke singend, sollte es danach noch ins Window gehen. Wäre ich vernünftig gewesen und meiner Müdigkeit gefolgt, hätte ich einen schönen Abend gehabt. So aber landeten wir in einem der wohl schlimmsten Clubs, in dem ich seit langem war.(Dem "Window") Schlechte Musik, zu klein, zu voll, schon wieder mit Fernsehern bestückt, die Sportnachrichten zeigten und ich müde, nüchtern und ohne Ambitionen an diesem Zustand noch etwas zu ändern. Nach einigen weniger begeisterten Anläufen, auf die Musik doch zu tanzen und einer kleinen, amüsanten Schoweinlage einer halbnackten Chinesin, die meinte, auf einer kleinen Bühne mit Ihrem europäischen Freund eine kleine Erotikshow einlegen zu müssen ( - leider waren sie in Ihrem Aufzug einfach nur abturnend und bemitleidenswert - ) habe ich mich mit Vivian aus Hangzhou mit einem Wasser auf die Treppen vor dem Club zurückgezogen und den Rest der Zeit wenigstens mit angenehmer Konversation vertrieben. Endlich wieder zuhause war meine Stimmung dann Tiefenrekordverdächtig und ich fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Insgesamt die letzte Woche Revue passieren lassend, waren es jedoch wieder einmal sehr ereignisreiche und schöne Tage. Einzig, dass ich überhaupt nichts für die Sprachschule gelernt habe, wird langsam zum Problem. Es fällt mir mittlerweile immer schwerer, mich für das hohe Niveau meiner Kurse ausreichend zu motivieren und ich bekomme langsam etwas Angst, dass ich am Ende des Jahres zu denjenigen gehöre, deren Chinesisch schlechter ist, als zu dem Zeitpunkt, da man Deutschland verließ. Genug Möglichkeiten, auf Deutsch und Englisch auszuweichen, bestehen jedenfalls. Und die nächsten Tage versprechen nicht wirklich mehr Zeit zum Lernen.
Morgen gehe ich, nach dem Unterricht (Sonntag!) mit Lydia einen Anzug kaufen, weil ich am Montag gerne auf die Nachfeier des Tages der Deutschen Einheit in der Botschaft in Shanghai gehen würde und da Abendgaderobe vorgeschrieben ist. Hoffentlich klappt das noch…

Shame on me...Die Sache mit das Deutsch - kleiner Intermezzo

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