The Orchideologist

Someone with nothing to say writing for someone with nothing to do. Or otherwise.

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Die neue Sicht auf Natur und Kultur. Eine Rezension.

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Diesmal ist es mir ein Bedürfnis, eine besondere Leseempfehlung auszusprechen; seit einigen Jahren lese ich die Veröffentlichungen des Landschaftsökologen Hansjörg Küster und bin jedesmal gespannt auf ein neues Buch dieses Autors. Nun erwartet man von einem renommierten Fachwissenschaftler nicht unbedingt, dass er auch populärwissenschaftliche, lesbare und interessante Bücher schreibt, viel weniger, dass er dabei ein so faszinierendes Grenzgebiet wie das der Ökologie und der Kulturgeschichte zugleich anpackt. Hansjörg Küster ist dieser Spagat auf hervorragende Weise gelungen. Ich erlaube mir, hier fünf seiner Bücher dem Interessierten ans Herz zu legen:

Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart. C. H. Beck 1999.
Der Biologe Hansjörg Küster erläutert anhand einer Vielzahl von Darstellungen, wie geologische Prozesse und klimatische Einflüsse, wie Tiere, Pflanzen und nicht zuletzt der Mensch die mitteleuropäische Landschaft seit dem Ende der letzten Eiszeit nachhaltig verändert und in unterschiedlicher Weise geformt haben. Das Werk ist zugleich eine konzise Abhandlung mitteleuropäischer Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. Diese Publikation scheint mir die beste Darstellung des Zusammenwirkens von natürlichen und anthropogenen Faktoren auf die Landschaftsgestalt seit langer Zeit zu sein. Jüngere Forschungsergebnisse sind hervorragend eingearbeitet und werden kritisch beleuchtet. Mit diesem Buch sollte der Interessierte beginnen.

Geschichte des Waldes. Von der Urzeit bis zur Gegenwart.
C. H. Beck 2003.

Der Wald ist für die meisten von uns Inbegriff der Natur. Rauschende Wälder und bunte Blätter, idyllische Lichtungen und undurchdringliches Geheimnis, grüne Lunge und spirituelle Oase - wie in einem Brennglas versammelt der Wald unsere Hoffnungen und Ängste, symbolisiert Sehnsüchte und Ideologien. Scheinbar unwandelbar ist er die wilde Gegenwelt zur Zivilisation, markiert er die äußere Begrenzung der Kultur. Die Geschichte des Waldes setzt den vielen Mythen, Ansichten und Vermutungen über das einmalige Naturphänomen "Wald" eine anschauliche Darstellung seiner ständigen Entwicklung und Veränderungen entgegen. Hansjörg Küster hat damit nicht nur eine Geschichte des Waldes geschrieben, sondern gleichzeitig auch eine Geschichte unseres Umgangs mit der Natur.


Die Ostsee. Eine Natur- und Kulturgeschichte. C. H. Beck 2002.

Die Ostsee ist nicht nur wegen ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung ein ungewöhnliches und zugleich junges Meer. Die natürliche Vielfalt der Küstenlandschaften, die Geschichte der Besiedlung sowie nicht zuletzt die Entwicklung des Handels zwischen den Ackerbaugebieten im Süden und dem rohstoffreichen Norden haben dem Ostseeraum ein besonderes Gepräge gegeben. Das Ausbreiten der Agrarwirtschaft im Ostseeraum, das Entstehen und der Niedergang der Hanse, die Entwicklung der skandinavischen, slawischen und baltischen Anrainernationen dieses Meeres finden eine detailreiche und zugleich fundierte Würdigung.
Dieses Buch stellt die überaus facettenreiche Geschichte eines weltweit einzigartigen Kultur- und Naturraumes, seiner Pflanzen und Tiere, seiner Menschen, Städte und Staaten dar.

Die Elbe. Landschaft und Geschichte. C. H. Beck 2007.
Die Elbe ist beides - Natur- und Kulturraum. Hansjörg Küster erzählt in diesem reichillustrierten Buch von der Elbe als einem Produkt vieler natürlicher Faktoren und zahlreicher Veränderungen, die vom Menschen ausgingen. Dabei ist nicht nur an Städte und Baudenkmale zu denken, sondern auch an Schleusen, Veränderungen des Flusslaufs, Häfen und Mühlenwehre. "Elbe", so sagen uns die Linguisten, bedeutet schlechthin "Fluß". Als Bach kommt der Fluss aus dem höchsten Mittelgebirge Mitteleuropas, dem Riesengebirge; er schwillt rasch an und verläßt das Gebirge schon als Strom. Um von Böhmen nach Sachsen zu gelangen, durchbricht er eine seltsame Gebirgsformation, das Elbsandsteingebirge, welches immer wieder die Künstler inspirierte. In der Elbe spiegeln sich bekannte Burgen und Städte, der Schreckenstein und die Bastei, Dresden, Meißen und Wittenberg. Es gibt bemerkenswerte Parklandschaften an ihren Ufern, in Sachsen und Anhalt, bei Pillnitz, Wörlitz und Dessau. Unterhalb von Magdeburg fand die Elbe im Lauf der Zeiten sehr verschiedene Flußverläufe. Nachdem sie schließlich Hamburg passiert hat, geht sie, fließend und ohne sichtbares "Ende", in die Nordsee über ...
Landschaft und Historie dieses Flusses vereint dieses Buch. Ein "Muss" für jeden Elbe-Liebhaber.

Das ist Ökologie. Die biologischen Grundlagen unserer Existenz. C. H. Beck 2005.
Die Ökologie untersucht den Wandel der Natur und der Lebewesen. Doch viele wünschen sich von ihr etwas anderes: etwa Argumentationshilfen für die Bewahrung der Natur in ihrem jetzigen oder einem idealen Zustand, aber auch mathematische Modelle, die sie berechenbar für die Zukunft machen. Gegen diese erklärten Liebhaber der Ökologie, die von der Utopie eines Gleichgewichts ausgehen, welches der Dynamik der Natur völlig widerspricht, verteidigt Küster die Ökologie als Wissenschaft: Wie in der Biologie macht in ihr nichts Sinn, was die Veränderung der Lebewesen durch Evolution außer acht läßt.
Küsters pointierte und gut lesbare Grundlegung der Ökologie gewinnt ihre Überzeugungskraft dadurch, daß sie ihren Gegenstand organisch, aus seinen inneren Zusammenhängen erschließt. Dabei ist das Spektrum der Fragestellungen, auf welche die Ökologie originäre Antworten gibt, wahrhaftig breit: Es reicht von der Frage des Standorts, die bereits für Mikroorganismen von elementarer Bedeutung ist, bis hin zum Stellenwert des Landschaftsschutzes für eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit. Angesichts der gegenwärtigen Probleme und Katastrophen sind wir dringender denn je auf die Denkweise und das Wissen der Ökologie angewiesen. Für ökologische Utopien hingegen ist in der modernen Welt kein Platz.

Biografie:
Hansjörg Küster ist Professor für Pflanzenökologie am Institut für Geobotanik der Universität Hannover.
Die vorgestellten Bücher sind bei C. H. Beck erschienen.

Praeceptor Germaniae: Ad fontes, iuventute!

Im Gedenken an die 452. Wiederkehr des Todestages von Philipp Melanchthon, Freund und Berater Luthers, am 19. April:

"Was aber schafft dem ganzen Menschengeschlecht größeren Nutzen als die Wissenschaft? Keine Kunst, kein Handwerk, ja nicht einmal die Früchte selber, die durch die Erde hervorgebracht werden, auch nicht die Sonne, die viele für die Schöpferin des Lebens halten, ist nötiger als die Wissenschaft.(...)
Die Jugend in den Schulen vernachlässigen, heißet nichts anderes, als den Frühling aus dem Jahre hinwegnehmen. (...)
Und schreckliche Finsternisse werden in der ganzen bürgerlichen Gesellschaft die Folge sein, wenn man das Studium der Wissenschaften vernachlässigt.(...)
Wenn wir nämlich gewisse Richtlinien des sprachlichen Ausdrucks nicht gründlich lernen, können wir weder unsere eigenen Gedanken darlegen, noch die Schriften aus früherer Zeit verstehen."

MacClade und Mesquite

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Für die Erstellung phylogenetischer Stammbäume (Cladogramme) steht heute eine Vielzahl brauchbarer Computerprogramme zur Verfügung, wie z.B. PAUP (Swofford 1993/1999) oder PHYLIP (Felsenstein 1993).
Diesen Computerprogrammen liegt das mathematisch-methodische Prinzip der “maximum parsimony” (der grössten Sparsamkeit - MP -) zugrunde, das heisst, dass derjenige Stammbaum für die wahrscheinlichste Variante angesehen wird, die mit der geringsten Anzahl evolutiver Schritte auskommt. Als Ausgangsmaterial können molekulargenetische, proteinchemische,morphologische oder phänologische Datensätze benutzt werden, die zuvor in ein standardisiertes Format überführt werden müssen. Dieses NEXUS-Format wurde durch die Zusammenarbeit zweier Software-Projekte und deren Autoren David L. Swofford und den Brüdern David R. und Wayne P. Maddison 1987 begründet. Die beiden letztgenannten Autoren haben sich durch die Entwicklung der MP-Analyse-Werkzeuge MacClade und Mesquite verdient gemacht.
Und nun die gute Nachricht:
“Apple is dropping support for older programs like MacClade in the next version of their operating system, MacOS 10.7 (codenamed "Lion"), which was released today, 20 July 2011.” Deshalb kann nun die Version 4.08 von MacClade kostenfrei von der Website der Entwickler heruntergeladen werden ( vorher ca. 250 US$). Das Programm kommt mit einem sehr instruktiven Manual, das als ein Handbuch der Kladistik betrachtet werden kann; u.a. analysiert das Tool Parsimonitäten nach nach Fitch, Wagner, Camin-Sokal, Fisher und Dollo. Die Exportfunktion umfasst zugleich die Umwandlung in die Input-Formate anderer Kladistik-Programme.
Zusammen mit dem Programm Mesquite derselben Autoren, welches sich durch seinen modularen Aufbau und die diversen Möglichkeiten der Verfolgung und Rekonstruktion der sog. “ancestral states” beobachteter Merkmale auszeichnet, sind dem Evolutionsbiologen zwei vorzügliche computergestützte Analysewerkzeuge in die Hand gegeben, die auf Mac OS X Snow Leopard laufen. Beide Programme sind mit umfangreichem Übungs- und Tutorialmaterial ausgestattet, welches das Erlernen der Funktionen in kurzer Zeit ermöglicht.
Quellen:
Maddison, D. R. and W. P. Maddison, 2005. MacClade 4: Analysis of phylogeny and character evolution. Version 4.08a. http://macclade.org.
Maddison, W. P. and D.R. Maddison. 2010. Mesquite: a modular system for evolutionary analysis. Version 2.73 http://mesquiteproject.org

Polaroid - das Ende einer Legende

Beim Blättern in den Bildern meiner Kindheit find ich viele vergilbt in all' den Jahren, und andre von fast unwirklicher Klarheit, von Augenblicken, die mir wichtig waren.
Reinhard Mey

Beim Sortieren alter Photographien (oder sollte man besser neudeutsch Fotografien schreiben?) fielen mir auch einige alte Polaroids aus den Jahren 1968-1970 in die Hände; farbstichig, sepiafarben und nachgedunkelt. Sic transit gloria mundi, dachte ich, und das bezog sich nicht nur auf die Bilder des flotten, schlanken Jünglings, welcher auf den abgegriffenen Photos zu betrachten war.
Die Polaroidfilmtechnik entwickelte 1948 der amerikanische Techniker Edwin Herbert Land. Anstoss zu dieser Erfindung gab seine quengelnde Tochter, die gleich nach dem Schnappschuss ein fertiges Bild sehen wollte. Die neue Technik verbreitete sich schnell weltweit; Kriminalisten, Modelscouts, Filmcrews, Touristen und Künstler (Andy Warhol) zeigten sich sofort begeistert. Leider waren die Bildqualität, die Farbtreue und der Preis nie wirklich überzeugend. Auch ein weitverbreiteter Irrglaube hielt sich hartnäckig: Frisch aus der Kamera entnommene Bilder wurden von Profis wie Amateuren oft heftig durch die Luft gewedelt, um damit die Filmentwicklung zu beschleunigen. Das allerdings schadete eher, als dass es nutzte: Allzu heftige Bewegungen konnten sogar zu einer Trennung der Chemikalien und zur Blasenbildung führen. Am besten, so der Rat des Herstellers, legte man das Photo flach auf einen Tisch, wo es sich dann ganz ungestört optimal entwickeln konnte. Der Anbruch des Digitalzeitalters in der Photographie hat den exklusiven Vorteil der Polaroids zunichte gemacht. 2008 hat der Hersteller die Produktion des Sofortbild-Filmes eingestellt. Pfiffige französische Softwareentwickler haben jedoch ein Programm - Poladroid - ausgetüftelt, mit dem unverbesserliche Nostalgiker ihre digitalen Snapshots in schöne altmodische, fehlfarbene, vignettierte Polaroids umwandeln können; auch der unvermeidliche Papprahmen der Polaroids fehlt nicht (das Bild oben ist ein Beispiel).

ET IN ARCADIA EGO...

Der Name Arkadien leitet sich von der griechischen Landschaft gleichen Namens ab, ein von Bergen umschlossenes Hochland in der Mitte des Peloponnes. Die Arkadier galten in der Antike als raues Volk von Hirten. Gewisse Charakterzüge Arkadiens lassen sich durch seine isolierte geographische Lage erklären. Seine Einwohner sehen sich als das älteste griechische Volk überhaupt an. Schon in der Periode des Hellenismus und der römischen Kaiserzeit wurde Arkadien verklärt zum Ort des Goldenen Zeitalters, wo die Menschen unbelastet von mühsamer Arbeit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur als zufriedene und glückliche Hirten lebten. Entsprechend war es das ideale Thema der antiken bukolischen Literatur (beispielsweise der Hirtengedichte Vergils). Die Rezeptionsgeschichte des mythischen Arkadiens setzt sich in der europäischen Renaissance und im Barock fort und findet ihren Ausdruck in der Dichtung und zahlreichen Gemälden des 16. bis 18. Jahrhunderts.
Auch der in meinem Eintrag über das „Lost Eden“ erwähnte Maler Nicolas Poussin hat in seinem 1630 entstandenen Gemälde das arkadische Thema aufgegriffen; man sieht vier Hirten in bukolischer Landschaft vor einem antiken Sarkophag beim Entziffern der darauf angebrachten Inschrift: Et IN ARCADIA EGO. Dieser Satz hatte wohl ursprünglich die Bedeutung „auch wenn du in Arkadien lebst, holt dich der Tod irgendwann” und sollte als Memento Mori auf die Vergänglichkeit unseres irdischen Daseins verweisen.
Die Bedeutung dieser lateinischen Phrase ist umstritten und mehrdeutig; das macht sie interessant. Dem Satz fehlt das Verbum (esse=sein), was im Lateinischen möglich ist, aber zu unterschiedlichen Interpretationen führt. Während der Zeit der Aufklärung erfuhr diese Sentenz eine Interpretationswandlung. "Et in Arcadia ego“ wurde nicht mehr auf den Tod, sondern auf den Verfasser oder Leser der Inschrift bezogen; so trat an die Stelle von „Selbst in Arkadien gibt es mich“ oder „Auch in Arkadien bin ich“ die Deutung „Auch ich war in Arkadien“.
Die deutsche Übersetzung „Auch ich in Arkadien!“ wurde von Goethe seiner “Italienische Reise ” als Motto voran gestellt; sie sollte seiner Freude Ausdruck verleihen, nun endlich "auf klassischem Boden" zu weilen. Der Satz erhielt aber seine heutige Bekanntheit zumeist durch Schillers Gedicht “Resignation”, das mit den Worten beginnt: „Auch ich war in Arkadien geboren“. Zu bleibender Popularität des Satzes "Ooch isch in Argaadien” hat dann in der Filmkomödie Go Trabbi Go (1991) der Deutschlehrer Udo Struutz (Wolfgang Stumph) beigetragen.
So hat wohl jederman sein Arkadien.

Pflanzenschätze - die Ars amabilis illustriert

Rewiew: Carolyn Fry, "Pflanzenschätze: Aus der Ferne in den Garten. Von leidenschaftlichen Sammlern, fernen Ländern und exotischen Pflanzen". Callwey 2010 (Originalausgabe: Carlton 2009)

Aus vielen unterschiedlichen Quellen wie Originaltagebüchern, Reiseaufzeichnungen und auch aus bisher unveröffentlichtem Material aus den Royal Botanic Gardens in Kew hat die bekannte Gartenjournalistin Carolyn Fry eine bibliophile Kostbarkeit zusammengestellt, deren Charme einem liebevoll selbst gestalteten Album gleicht. Das Bilderbuch für Erwachsene ist verschwenderisch illustriert mit Fotografien und botanischen Zeichnungen. In meiner doch recht umfangreichen Gartenbüchersammlung ist es zweifelsfrei eines der schönsten Bücher. Auf etwas mehr als sechzig Seiten bietet das Buch einen umfangreichen Einstieg in die Themen Pflanzenschätze und Pflanzensammler und beginnt nach einem Vorwort mit der ersten verbürgten Pflanzenexpedition ins Goldland Punt und dem Gewürzimport aus Fernost. Weitere der jeweils doppelseitigen Kapitel behandeln die Einführung der Tulpen in die europäischen Gärten und stellen Pflanzensammler wie die Tradescants, Francis Masson, David Douglas und E.H. Wilson vor. In einer geschichtlichen Zusammenfassung über grünes Gold dürfen natürlich auch Namen wie Carl von Linné, Sir Joseph Banks und Joseph Hooker nicht fehlen. Doch nicht nur über die Vergangenheit wird berichtet. Die heutigen Aufgaben der botanischen Gärten und der Millenium-Samenbank sowie die Folgen des Klimawandels werden ebenfalls erläutert und ein Kapitel handelt von den negativen Begleiterscheinungen durch die Verbreitung von invasiven Arten. Auf jeder Doppelseite des Werkes ist ein eingeklebtes Kuvert mit historischen Faksimiles der entsprechenden Botaniker beigefügt; so finden sich als Memorabilien unter anderem Seiten aus dem Hortus Floridus (1614 erschienen) mit einzigartigen Tulpenzeichnungen, die älteste bekannte Landkarte von Kew Gardens, Seiten aus Carl von Linnes Lapland-Reise-Journal, ein Auszug aus Joseph Hookers Tagebuch seiner Tasmanienreise von 1841, eine Liste der Pflanzensamen, welche Allan Cunningham 1817 in New South Wales sammelte sowie Auszüge aus John Days Orchideen-Skizzenbuch.

Open Yale Courses: Principles of Evolution, Ecology and Behavior

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Die Yale Universität hat inzwischen wie einige andere universitäre Bildungsstätten ein bemerkenswertes Online-Angebot eingerichtet, das über iTunes U oder YouTube abrufbar ist. Hier möchte ich besonders den Kurs "Prinzipien der Evolution, der Ökologie und des Verhaltens" hervorheben. Der luzide, eloquente Stephen C. Stearns, Ordinarius für Evolutionsbiologie in Yale, unterrichtet in 36 Lektionen, die direkt im Hörsaal aufgezeichnet wurden, Studenten des Bachelor-Studiengangs Biologie. Der Kurs ist mit Inhaltsangabe und Erläuterungen auf der Yale-Website sowie auf Academic Earth zu erreichen. Beispielhaft sei hier der Abschnitt zur Phylogeographie (Comparative Methods, Lesson 16), welcher mich besonders interressiert hat, im YouTube-Format dargestellt:

Watch it on Academic Earth.

Stephen C. Stearns ist dem akademischen Publikum vielleicht auch durch seine humorvolle und zynisch-konzise Anleitung für das Erstellen einer Dissertation bekannt geworden.

The Lost Eden - true or false?

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Review of: "The Nature of Mediterranean Europe: An Ecological History". By A. T. Grove and Oliver Rackham. Yale University Press, 2001.
Mediterranean Europe—southern Portugal and Spain, France, Italy, the Balkans, Greece, and the Mediterranean islands—is often interpreted as a “Lost Eden,” once verdant and fertile, then progressively degraded and desertified by human mismanagement and the ignorance and folly of successive civilizations. In this engaging book, two distinguished scholars challenge this pessimistic view. A. T. Grove and Oliver Rackham trace the evolution of climate and vegetation in southern Europe from prehistoric times to the present. The theory that the Mediterranean was a Ruined Landscape, or Lost Eden, arose from the Enlightenment and persists in works of political ecology to this day. The story goes that the lands were once covered with tall forests, as in northern Europe. When men cut down the trees to make ships or charcoal, and goats devoured the underbrush, the soil was loosened and washed into the plains. The land grew barren, the climate became more arid. That should be the cause why Greece looks as it does today. In fact, all these assumptions are wrong, according to this wry, scholarly and beautifully written book by Dick Grove, a geographer and emeritus Fellow of Downing College, Cambridge, and Oliver Rackham, Fellow of Corpus Christi College, Cambridge, and author of definitive histories of woodland and the English landscape. The perpetrators of the myth mentioned above were people who had not been to the places they wrote about, or who lazily took other scholars' explanations for what they saw. The rot set in, say Rackham and Grove with Renaissance poets and Baroque painters, such as Nicolas Poussin. They clothed their landscapes in the lush woodlands they knew from Normandy or Italy. So when travellers reached the drier parts of the Mediterranean, they did not find what they expected and assumed that the land had eroded. The authors have consulted original sources, studied pollen records, visited allegedly degraded parts of Crete, France, Spain and the Peloponnese and analysed the tree cover at the time of the Roman Empire, which was very far from the wildwood of Baroque imagination. They conclude that Xenophon would have recognised the landscape of modern Greece - except that the fens have been drained. The first objection to the Ruined Landscape theory, say Rackham and Grove, is that it is much too generalised. It is possible that one side of a mountain was degraded, but not always the other. The second objection is that the Mediterranean climate - a wet winter growing season and harsh dry summers - has been typical for about 5,000 years. Floods do seem to be worse than they used to be, but people have been saying this for centuries and tend to underestimate natural variability. Erosion from rocky "badlands" to the sea is a natural process that can dwarf the human-caused problem of farmland. Ruined Landscape theory has it that estuaries in Italy, France and Spain that were harbours in ancient times are wide deltas today as a result of erosion. Grove and Rackham point out that the erosion happened in the 16th and 17th centuries, not under Imperial Rome, when the use of the hills was heaviest. Mediterranean vegetation, they say, is lower and more indestructible than it is given credit for. Most trees, once felled or browsed, just grow as maquis - which is where Homer's boar hunts really took place. Grazing pressure has been heavy before: prehistoric Crete, with its pygmy hippos, pygmy elephants and slow deer, was heavily browsed. Sardinia's forests, which were felled in the 19th century, have re-grown and now cover a larger area, the authors found. All round the Mediterranean, woodlands are now increasing at the expense of grassland. Forests have survived - in Crete and around Rome - precisely because they had an economic use as the source of ships or charcoal. Grove and Rackham rightly value old ways of living with nature - and the ecology that results from them. Mediterranean agriculture is an agro-ecological strategy, an adjustment to particular climatic conditions in Mediterranean zones: mild, humid winter with no or very little frost, and a warm, dry summer. The strategy is made up of a complex of four components: rainfed annual crops based on the winter rain on hillside built terraces, permanent treecrops surviving the dry summer, transhumance avoiding the dry summer in the lowland plaines, and irrigation compensating the lacking summer precipitation this way opening the possibility for more than one annual crop. Farmers shared water in Spain for hundreds of years, as Islam came and went. The real scarcity in modern Europe, the authorsconclude, is not soil but water. In southern Spain and Greece, groundwater has been over-exploited, so that sea water may now be sucked into aquifers, causing the salting of fresh water on a scale unknown to the ancients. Finally, they point to the real threats to Mediterranean landscapes in the recent past (especially after WW II) and the immediate future: not only coastal development, but also bulldozing, excessive irrigation, and the consequences of depopulation in the interior rural areas. The authors' polemic against Ruined Landscape theory sometimes fails to convince. I would have liked a less terse explanation of how North Africa stopped being Rome's grainbasket and why the ruined cities of Leptis Magna and Timgad now stand amid desolation. Just as it challenges belief that the whole of the Mediterranean is a ruined landscape, it is also difficult to believe that none of it is. The reader may find another concise review of this book here.

Hot Spot of Biodiversity - the Mediterraneis

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Bei Oxford University Press sind zwei Monographien erschienen, die die Florenvielfalt der Regionen rund um das Mittelmeer zum Inhalt haben.
Insgesamt zeichnet sich der Mittelmeerraum durch eine besondere Artenvielfalt aus: Die Biodiversität wird auf 400.000 bis 600.000 Tier- und Pflanzenarten geschätzt, was etwa einem Zwölftel der weltweiten Biodiversität entspricht.
Allein die 11700 in der Mediterraneis endemischen Pflanzenarten entsprechen dem Vierfachen der Artenvielfalt für das restliche Europa. Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich das Werk "The Mediterranean Region. Biological Diversity in Space and Time" von Jacques Blondel et al.
Der Ursprung der mediterranen Flora und Vegetation reicht sehr weit zurück bis ins Tertiär. Sie bildete sich aus zentralasischen Elementen (Quercus-Arten, Chenopodiaceen, Cyclamen, Olea, Ceratonia, Myrtus, Clematis u.a.) und aus westlichen Elementen (Erica, Arbutus, Rubia, Rhamnus, Asplenium, Hedera, Pistacia, Cistus u.a.).
Während der Kaltzeiten des Pleistozän wurde diese Vegetation zerstört oder zog sich in Refugialräume zurück. Aus diesen konnte sie während der Warmzeiten und nach dem Abklingen der letzten Vereisungsperiode (Weichselglazial) wieder in ihre Ursprungsgebiete zurückwandern. Die postglaziale Vegetationsentwicklung wird u.a. durch diese Rückwanderungswege, im weiteren durch die Klimaentwicklung und den Einfluß des Menschen bestimmt. Das geologisch geformte kleinteilige Relief dieser Region, die Besonderheiten des Etesienklimas und die jahrtausentelange Überformung der Landschaft durch den Menschen schufen im Zusammenspiel einen einzigartigen "hot spot" der Biodiversität.
Molekulargenetische Forschungen der letzten zehn Jahre haben für die Analyse der Speziation (Artenbildung) Hervorragendes geleistet; die Disziplin Phylogeographie ist ein Ergebnis dieser Bemühungen. Das Buch "Plant Evolution in the Mediterranean" von John T. Thompson widmet sich der konzisen Darstellung und Interpretation bisheriger Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet mit dem Schwerpunkt auf die Mediterraneis. Dieses Werk konzentriert sich sowohl auf Fragen der "Island Biogeography" als auch auf Interpretationen der glazialen und postglazialen Florenwanderungen im Mittelmeerraum und von dort ausgehend in ganz Europa. Probleme der infragenerischen Speziation werden exemplarisch erläutert, koevolutionäre Entwicklungen umfassend dargestellt. Die Vegetationseinheiten im Mittelmeerraum erfahren eine umfassende Beschreibung.
Beide Publikationen sind ein "Must have" für jeden Interessierten, wie ich finde.

Der Geist aus der Flasche - WineBottler

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Manchmal geht es auch am Mac eben doch nicht ohne Windows, sei es, um Computerspiele laufen zu lassen, um Websites mit einem schlechten Browser zu testen oder um genuine Windows-Programme zu nutzen. Mit BootCamp und Programmen wie VirtualBox oder Parallels Desktop sind Mac-UserInnen da gut versorgt, allen Varianten ist aber gemeinsam, dass sie nicht ohne eine valide Windows-Lizenz laufen.
Das kostenpflichtige CrossOver gestattet die Nutzung bestimmter Windows-Software auf Intel-Macs. Das Microsoft-Betriebssystem ist dabei nicht erforderlich, denn CrossOver setzt auf die als Open-Source vorliegende Windows-Anpassungsumgebung Wine (Wine is not an Emulator) auf. Wine basiert auf einem Transfer der Windows -DLLs in eine Linux- Umgebung.
Wer die Installation umfangreicher Emulatoren oder eines zweiten Betriebssystems umgehen will, findet mit WineBottler eine gute und kostenlose Alternative. WineBottler packt Windows-Software zusammen mit der Wine-Umgebung in ein Mac OS X-Programmpaket, das einfach per Doppelklick im Finder oder aus dem Dock heraus gestartet wird. Die WineBottler-Website bietet zahlreiche Anleitungen und eine Liste getesteter Programme. Leider funktioniert die Transponierung bei weitem nicht mit jeder Windows-Anwendung. Wie auch immer - einen Versuch ist es allemal wert.
Wine wird seit 1993 von einer freien Developergemeinschaft entwickelt; seit dem 10. Mai 2010 kann die von Mike Kronenberg editierte neue Version 1.1.44 des WineBottlers heruntergeladen werden.
Ich konnte bisher folgende Programme transponieren: Intkey, MapMaker, NDE, Past, SEPAL und XnView.
Roderick Page, der Entwickler des NDE, hat freundlicherweise die Konvertierung des Nexus Data Editors in seinem iPhylo-Blog gewürdigt.
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