The Orchideologist

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Hot Spot of Biodiversity - the Mediterraneis

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Bei Oxford University Press sind zwei Monographien erschienen, die die Florenvielfalt der Regionen rund um das Mittelmeer zum Inhalt haben.
Insgesamt zeichnet sich der Mittelmeerraum durch eine besondere Artenvielfalt aus: Die Biodiversität wird auf 400.000 bis 600.000 Tier- und Pflanzenarten geschätzt, was etwa einem Zwölftel der weltweiten Biodiversität entspricht.
Allein die 11700 in der Mediterraneis endemischen Pflanzenarten entsprechen dem Vierfachen der Artenvielfalt für das restliche Europa. Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich das Werk "The Mediterranean Region. Biological Diversity in Space and Time" von Jacques Blondel et al.
Der Ursprung der mediterranen Flora und Vegetation reicht sehr weit zurück bis ins Tertiär. Sie bildete sich aus zentralasischen Elementen (Quercus-Arten, Chenopodiaceen, Cyclamen, Olea, Ceratonia, Myrtus, Clematis u.a.) und aus westlichen Elementen (Erica, Arbutus, Rubia, Rhamnus, Asplenium, Hedera, Pistacia, Cistus u.a.).
Während der Kaltzeiten des Pleistozän wurde diese Vegetation zerstört oder zog sich in Refugialräume zurück. Aus diesen konnte sie während der Warmzeiten und nach dem Abklingen der letzten Vereisungsperiode (Weichselglazial) wieder in ihre Ursprungsgebiete zurückwandern. Die postglaziale Vegetationsentwicklung wird u.a. durch diese Rückwanderungswege, im weiteren durch die Klimaentwicklung und den Einfluß des Menschen bestimmt. Das geologisch geformte kleinteilige Relief dieser Region, die Besonderheiten des Etesienklimas und die jahrtausentelange Überformung der Landschaft durch den Menschen schufen im Zusammenspiel einen einzigartigen "hot spot" der Biodiversität.
Molekulargenetische Forschungen der letzten zehn Jahre haben für die Analyse der Speziation (Artenbildung) Hervorragendes geleistet; die Disziplin Phylogeographie ist ein Ergebnis dieser Bemühungen. Das Buch "Plant Evolution in the Mediterranean" von John T. Thompson widmet sich der konzisen Darstellung und Interpretation bisheriger Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet mit dem Schwerpunkt auf die Mediterraneis. Dieses Werk konzentriert sich sowohl auf Fragen der "Island Biogeography" als auch auf Interpretationen der glazialen und postglazialen Florenwanderungen im Mittelmeerraum und von dort ausgehend in ganz Europa. Probleme der infragenerischen Speziation werden exemplarisch erläutert, koevolutionäre Entwicklungen umfassend dargestellt. Die Vegetationseinheiten im Mittelmeerraum erfahren eine umfassende Beschreibung.
Beide Publikationen sind ein "Must have" für jeden Interessierten, wie ich finde.

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