The Orchideologist

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ET IN ARCADIA EGO...

Der Name Arkadien leitet sich von der griechischen Landschaft gleichen Namens ab, ein von Bergen umschlossenes Hochland in der Mitte des Peloponnes. Die Arkadier galten in der Antike als raues Volk von Hirten. Gewisse Charakterzüge Arkadiens lassen sich durch seine isolierte geographische Lage erklären. Seine Einwohner sehen sich als das älteste griechische Volk überhaupt an. Schon in der Periode des Hellenismus und der römischen Kaiserzeit wurde Arkadien verklärt zum Ort des Goldenen Zeitalters, wo die Menschen unbelastet von mühsamer Arbeit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur als zufriedene und glückliche Hirten lebten. Entsprechend war es das ideale Thema der antiken bukolischen Literatur (beispielsweise der Hirtengedichte Vergils). Die Rezeptionsgeschichte des mythischen Arkadiens setzt sich in der europäischen Renaissance und im Barock fort und findet ihren Ausdruck in der Dichtung und zahlreichen Gemälden des 16. bis 18. Jahrhunderts.
Auch der in meinem Eintrag über das „Lost Eden“ erwähnte Maler Nicolas Poussin hat in seinem 1630 entstandenen Gemälde das arkadische Thema aufgegriffen; man sieht vier Hirten in bukolischer Landschaft vor einem antiken Sarkophag beim Entziffern der darauf angebrachten Inschrift: Et IN ARCADIA EGO. Dieser Satz hatte wohl ursprünglich die Bedeutung „auch wenn du in Arkadien lebst, holt dich der Tod irgendwann” und sollte als Memento Mori auf die Vergänglichkeit unseres irdischen Daseins verweisen.
Die Bedeutung dieser lateinischen Phrase ist umstritten und mehrdeutig; das macht sie interessant. Dem Satz fehlt das Verbum (esse=sein), was im Lateinischen möglich ist, aber zu unterschiedlichen Interpretationen führt. Während der Zeit der Aufklärung erfuhr diese Sentenz eine Interpretationswandlung. "Et in Arcadia ego“ wurde nicht mehr auf den Tod, sondern auf den Verfasser oder Leser der Inschrift bezogen; so trat an die Stelle von „Selbst in Arkadien gibt es mich“ oder „Auch in Arkadien bin ich“ die Deutung „Auch ich war in Arkadien“.
Die deutsche Übersetzung „Auch ich in Arkadien!“ wurde von Goethe seiner “Italienische Reise ” als Motto voran gestellt; sie sollte seiner Freude Ausdruck verleihen, nun endlich "auf klassischem Boden" zu weilen. Der Satz erhielt aber seine heutige Bekanntheit zumeist durch Schillers Gedicht “Resignation”, das mit den Worten beginnt: „Auch ich war in Arkadien geboren“. Zu bleibender Popularität des Satzes "Ooch isch in Argaadien” hat dann in der Filmkomödie Go Trabbi Go (1991) der Deutschlehrer Udo Struutz (Wolfgang Stumph) beigetragen.
So hat wohl jederman sein Arkadien.

Pflanzenschätze - die Ars amabilis illustriertPolaroid - das Ende einer Legende

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