Friday, 6. February 2009, 11:25:17
literature, Movie
"Heute in 20 Jahren werdet ihr mit größerer Trauer den Dingen, die ihr NICHT getan habt, gegenüberstehen, als denen, die ihr tatet. Darum hisst die Segel, verlasst den schützenden Hafen, fahrt hinaus in die Passatwinde, erforscht, entdeckt und erlebt euer Leben!"
Mark Twain
Today, on February 7th, 2009, the World Premiere of the movie "An Englishman In New York" shall start at the Berlinale Film Festival, as a dedicated hommage to Quentin Crisp, with John Hurt as the lead actor and Richard Laxton as director.
John Hurt began shooting "An Englishman In New York" in August 2008 in New York, a title taken from the now famous song by Sting. Watch the Sting video here.
Besides, there are some sequences showing the original Quentin Crisp as an elderly dandy with his black velvet hat within this video.
In 1975 John Hurt launched a remarkable career with the lead role in the movie adaptation of Quentin Crisp’s autobiography "The Naked Civil Servant", a book dated from 1968.
The new drama by Brian Fillis is based on the diaries Mr. Crisp wrote in the newspaper "The New York Native" and on conversations with New Yorkers who remember him.
Setting off on the journey of a lifetime to New York City on September 13th, 1981, the out-spoken Quentin Crisp was immediately embraced by New Yorkers and before long wined and dined by celebrities in every corner of the city. Mr. Crisp’s romantic view of New York and America was colored by wartime relationships with GIs in London and by his adoration of Hollywood movies.
He went to America because he wanted to be himself, a selfconscious gay man in a new city, and because he also wanted to entertain and be entertained. Obviously he became an accepted trentsetter for the New York society. "I want my time lived!", he stated. And living his life Quentin Crisp certainly did. In 1999 he died at the age of 91 in Manchester, England.
For those, who are interested in the lyrics of the Sting song, look beneath; maybe the text is a poetic description of Crisp's lifestyle and "raison d'etre", too:
I don't drink coffee I take tea my dear
I like my toast done on one side
And you can hear it in my accent when I talk
I'm an Englishman in New York
See me walking down Fifth Avenue
A walking cane here at my side
I take it everywhere I walk
I'm an Englishman in New York
If, "Manners maketh man" as someone said
Then he's the hero of the day
It takes a man to suffer ignorance and smile
Be yourself no matter what they say
Modesty, propriety can lead to notoriety
You could end up as the only one
Gentleness, sobriety are rare in this society
At night a candle's brighter than the sun
Takes more than combat gear to make a man
Takes more than a license for a gun
Confront your enemies, avoid them when you can
A gentleman will walk but never run
I'm an alien I'm a legal alien
I'm an Englishman in New York
I'm an alien I'm a legal alien
I'm an Englishman in New York
Wednesday, 26. November 2008, 13:17:38
Appletree, literature
Wenn alle Hoffnungen verdorrn,
Mit dir beginn ich ganz von vorn,
und Unerreichbares erreichen, ja, ich kanns!
Du bist das Apfelbäumchen, das ich pflanz´!
Reinhard MeyJa, ja - ein Buch schreiben, ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen.
Da mag nun jeder in sich gehen und sich fragen, ob er sein Lebenspensum schon abgearbeitet hat oder nicht und warum nicht...
Was man so alles entdeckt im Internet: Die Abschlussarbeit (ein kleiner Animationsfilm) eines Designstudenten mit Namen Matt Horan aus Irland zum Beispiel, welche dieses Thema berührt und die ich den geneigten Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten möchte:- hier klicken -.
Dieser Film ist mit viel Liebe gemacht und man muss beim Anschauen unwillkürlich schmunzeln ob der Glücks- und Unglücksfälle in einem langen Leben. So ist das also mit dem Apfelbäumchen....
Friday, 1. February 2008, 18:04:00
literature, ecology, Botany
Diesmal ist es mir ein Bedürfnis, eine besondere Leseempfehlung auszusprechen; seit einigen Jahren lese ich die Veröffentlichungen des Landschaftsökologen Hansjörg Küster und bin jedesmal gespannt auf ein neues Buch dieses Autors. Nun erwartet man von einem renommierten Fachwissenschaftler nicht unbedingt, dass er auch populärwissenschaftliche, lesbare und interessante Bücher schreibt, viel weniger, dass er dabei ein so faszinierendes Grenzgebiet wie das der Ökologie und der Kulturgeschichte zugleich anpackt. Hansjörg Küster ist dieser Spagat auf hervorragende Weise gelungen. Ich erlaube mir, hier fünf seiner Bücher dem Interessierten ans Herz zu legen:
Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart. C. H. Beck 1999.
Der Biologe Hansjörg Küster erläutert anhand einer Vielzahl von Darstellungen, wie geologische Prozesse und klimatische Einflüsse, wie Tiere, Pflanzen und nicht zuletzt der Mensch die mitteleuropäische Landschaft seit dem Ende der letzten Eiszeit nachhaltig verändert und in unterschiedlicher Weise geformt haben. Das Werk ist zugleich eine konzise Abhandlung mitteleuropäischer Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. Diese Publikation scheint mir die beste Darstellung des Zusammenwirkens von natürlichen und anthropogenen Faktoren auf die Landschaftsgestalt seit langer Zeit zu sein. Jüngere Forschungsergebnisse sind hervorragend eingearbeitet und werden kritisch beleuchtet. Mit diesem Buch sollte der Interessierte beginnen.
Geschichte des Waldes. Von der Urzeit bis zur Gegenwart.
C. H. Beck 2003.
Der Wald ist für die meisten von uns Inbegriff der Natur. Rauschende Wälder und bunte Blätter, idyllische Lichtungen und undurchdringliches Geheimnis, grüne Lunge und spirituelle Oase - wie in einem Brennglas versammelt der Wald unsere Hoffnungen und Ängste, symbolisiert Sehnsüchte und Ideologien. Scheinbar unwandelbar ist er die wilde Gegenwelt zur Zivilisation, markiert er die äußere Begrenzung der Kultur. Die Geschichte des Waldes setzt den vielen Mythen, Ansichten und Vermutungen über das einmalige Naturphänomen "Wald" eine anschauliche Darstellung seiner ständigen Entwicklung und Veränderungen entgegen. Hansjörg Küster hat damit nicht nur eine Geschichte des Waldes geschrieben, sondern gleichzeitig auch eine Geschichte unseres Umgangs mit der Natur.
Die Ostsee. Eine Natur- und Kulturgeschichte. C. H. Beck 2002.
Die Ostsee ist nicht nur wegen ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung ein ungewöhnliches und zugleich junges Meer. Die natürliche Vielfalt der Küstenlandschaften, die Geschichte der Besiedlung sowie nicht zuletzt die Entwicklung des Handels zwischen den Ackerbaugebieten im Süden und dem rohstoffreichen Norden haben dem Ostseeraum ein besonderes Gepräge gegeben. Das Ausbreiten der Agrarwirtschaft im Ostseeraum, das Entstehen und der Niedergang der Hanse, die Entwicklung der skandinavischen, slawischen und baltischen Anrainernationen dieses Meeres finden eine detailreiche und zugleich fundierte Würdigung.
Dieses Buch stellt die überaus facettenreiche Geschichte eines weltweit einzigartigen Kultur- und Naturraumes, seiner Pflanzen und Tiere, seiner Menschen, Städte und Staaten dar.
Die Elbe. Landschaft und Geschichte. C. H. Beck 2007.
Die Elbe ist beides - Natur- und Kulturraum. Hansjörg Küster erzählt in diesem reichillustrierten Buch von der Elbe als einem Produkt vieler natürlicher Faktoren und zahlreicher Veränderungen, die vom Menschen ausgingen. Dabei ist nicht nur an Städte und Baudenkmale zu denken, sondern auch an Schleusen, Veränderungen des Flusslaufs, Häfen und Mühlenwehre. "Elbe", so sagen uns die Linguisten, bedeutet schlechthin "Fluß". Als Bach kommt der Fluss aus dem höchsten Mittelgebirge Mitteleuropas, dem Riesengebirge; er schwillt rasch an und verläßt das Gebirge schon als Strom. Um von Böhmen nach Sachsen zu gelangen, durchbricht er eine seltsame Gebirgsformation, das Elbsandsteingebirge, welches immer wieder die Künstler inspirierte. In der Elbe spiegeln sich bekannte Burgen und Städte, der Schreckenstein und die Bastei, Dresden, Meißen und Wittenberg. Es gibt bemerkenswerte Parklandschaften an ihren Ufern, in Sachsen und Anhalt, bei Pillnitz, Wörlitz und Dessau. Unterhalb von Magdeburg fand die Elbe im Lauf der Zeiten sehr verschiedene Flußverläufe. Nachdem sie schließlich Hamburg passiert hat, geht sie, fließend und ohne sichtbares "Ende", in die Nordsee über ...
Landschaft und Historie dieses Flusses vereint dieses Buch. Ein "Muss" für jeden Elbe-Liebhaber.
Das ist Ökologie. Die biologischen Grundlagen unserer Existenz. C. H. Beck 2005.
Die Ökologie untersucht den Wandel der Natur und der Lebewesen. Doch viele wünschen sich von ihr etwas anderes: etwa Argumentationshilfen für die Bewahrung der Natur in ihrem jetzigen oder einem idealen Zustand, aber auch mathematische Modelle, die sie berechenbar für die Zukunft machen. Gegen diese erklärten Liebhaber der Ökologie, die von der Utopie eines Gleichgewichts ausgehen, welches der Dynamik der Natur völlig widerspricht, verteidigt Küster die Ökologie als Wissenschaft: Wie in der Biologie macht in ihr nichts Sinn, was die Veränderung der Lebewesen durch Evolution außer acht läßt.
Küsters pointierte und gut lesbare Grundlegung der Ökologie gewinnt ihre Überzeugungskraft dadurch, daß sie ihren Gegenstand organisch, aus seinen inneren Zusammenhängen erschließt. Dabei ist das Spektrum der Fragestellungen, auf welche die Ökologie originäre Antworten gibt, wahrhaftig breit: Es reicht von der Frage des Standorts, die bereits für Mikroorganismen von elementarer Bedeutung ist, bis hin zum Stellenwert des Landschaftsschutzes für eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit. Angesichts der gegenwärtigen Probleme und Katastrophen sind wir dringender denn je auf die Denkweise und das Wissen der Ökologie angewiesen. Für ökologische Utopien hingegen ist in der modernen Welt kein Platz.
Biografie:
Hansjörg Küster ist Professor für Pflanzenökologie am Institut für Geobotanik der Universität Hannover.
Die vorgestellten Bücher sind bei C. H. Beck erschienen.
Tuesday, 5. December 2006, 19:23:50
literature
Ernest Hemingway, Across the River and into the Trees
— But that was in another country and besides the wench is dead.
— Is she really dead?
— Deader than Phoebus the Phoenician. But she doesn't know it yet.
— What would you do if we were together in the Piazza and you saw her?
— I'd look straight through her to show her how dead she was.
— Thank you very much — the girl said. — You know that another woman, or a woman in memory, is a terrible thing for a young girl to deal with when she is still without experience.
— There isn't any other woman — the Colonel told her and his eyes were bad and remembering — Nor is there any woman of memory.
Saturday, 2. September 2006, 10:06:29
literature
"Unsere akademischen Brüder im Lehrfach sind durch die allzu nahe Berührung mit der pietätlosen Jugend aller Glorie entkleidet und doch sind sie mit demselben Öl der Wissenschaft gesalbt und mit gleicher Weisheit beträufelt wie wir."
Hermann Neubert, Mathematiker, in: Akademisches Zucht- und Trostbüchlein oder Studienanleitung für eine Tochter. Hamburg. 1929.
Wir sind es gewohnt, zu delegieren: Die allfälligen Reparaturen an den Handwerker, die Zubereitung des Kinderbreis an den Lebensmittelkonzern, die Verantwortung für unser Gemeinwesen an den Politiker und - last not least - mit der Bildung unserer Kinder auch deren ERZIEHUNG an den Pädagogen.
Nun berichtet uns mit Frank McCourt ein "Frontschwein" von der vordersten pädagogischen Linie am Ende seines Berufslebens im dritten Band seiner Lebenserinnerungen, wie das geht, wie es sich anfühlt, die ungezähmten und desillusionierten Enkel von Amerikas verlorener Generation zu erziehen. Markant und bisweilen schnoddrig im Ton, voller Empathie für diese Kinder, und voller gelebter Lebensweisheit.
„Ich war mehr als ein Lehrer“, schreibt McCourt in seinen Erinnerungen. „Und weniger. Im High-School-Klassenzimmer ist man Feldwebel, Rabbi, Schulter zum Ausweinen, Zuchtmeister, Sänger, Stubengelehrter, Büroangestellter, Schiedsrichter, Clown, Berater, Beauftragter für die Kleiderordnung, Schaffner, Fürsprecher, Philosoph, Kollaborateur, Stepptänzer, Politiker, Therapeut, Narr, Verkehrspolizist, Priester, Mutter-Vater-Bruder-Schwester-Onkel-Tante, Kritiker, Psychologe, Rettungsanker.“
Gewiss, New York ist nicht Berlin... Wirklich nicht?
Ein gelungenes, lesenswertes Buch, wie ich finde.
Nach der Lektüre mag es dem einen oder anderen doch schwerer werden mit voreiliger und unbedachter Kritik an jenen "akademischen Brüdern und Schwestern" (siehe oben), an die wir bereitwillig das delegieren, was doch eigentlich Eltern-Aufgabe ist: Unsere Kinder zu erziehen.