Ein lieber Wunsch
Monday, August 16, 2010 12:46:40 PM
Meine erste Reaktion: "ich werde heraus finden, wie ich bin und dann so sein"
Es gab mir zu denken....
Solche Wünsche hat sicher der Eine oder Andere schon erhalten. Grundsätzlich ist es ein lieber Wunsch, der beinhaltet, dass man so wie man ist OK/toll ist und sich nicht verändern braucht (sollte)
Andererseits wirft der Wunsch auch Fragen auf:
"wie bin ich?"
"was ist das ICH?"
"wer legt fest wie ich bin?"
"wenn ich mich weiter entwickle (verändere), bin ich dann immer noch so wie ich bin?"
"Gehört das zu meinem "so sein"?"
Tiefsinnig betrachtet beinhaltet der Wunsch sogar "Verändere dich bloß nicht, das macht mir Angst/bringt meine Welt in´s schwanken"
"Wenn du dich veränderst bist du (aus meiner Sicht) nicht mehr du"
Wobei impliziert wird, dass die Veränderung nicht zum Du gehört...
Gehen wir nochmal zum Ursprung:
"Bitte bleib so wie du bist"
Aus meiner Sicht beinhaltet der Satz 2 Teile:
Bitte bleib
So wie du bist
"bitte bleib" beinhaltet "gehe nicht weg" oder (im Zusammenhang mit dem Folgenden) "Verändere dich nicht."
"so wie du bist" da es von aussen kommt ist es eher ein "sowie ich dich wahrnehme"
Die daraus resultierenden Fragen sind auch nicht einfach:
"wie bin ich?" und "wer legt fest wie ich bin?"
gehen eng zusammen, Beides lässt eine Vielzahl von Möglichkeiten zu. Die Beurteilung erfolgt meistens von Außen oder (seltener Bewusst) durch das Ich und sein Selbstbild, wodurch man direkt auf die Frage: "was ist das ICH?" stösst. Das ICH ist seh facettenreich und nur schwer zu definieren.
Die Fragen "wie...." und "wer...." werden meistens durch Raster/Filter, die die Gesellschafft oder das Umfeld festlegen/prägen definiert. Dagegen wird "was..." meistens über Äusserlichkeiten (leider) definiert, die ein Abbild des Inneren wieder spiegeln solllte - klappt leider/Gott sei Dank nicht (immer).
Wer Menschen (die er kennt....also so wirklich....kennt) betrachtet und das Innere (Ich?) von Ihnen erkennt und es mit Ihrem Äußeren vergleicht wird meistens froh sein, wenn das Ich sich nicht im Äußeren wieder spiegelt. Andererseits ist es schade, wenn wir die Ich´s nicht so sehen wollen/können, wie Sie sind bzw. nicht so akzeptieren.
Interessanter Nebengedanke:
Wenn wir zuliesen, dass andere Ich´s sich so zeigten, wie Sie sind, dann könnten wir viel mehr Ich sein (nicht "bleiben", das bedeutet Stillstand.)
Grundsätzlich sollte das ICH ein Ausdruck seiner selbst sein
"wenn ich mich weiter entwickle (verändere), bin ich dann immer noch so wie ich bin?"
Nein dann bist du ein neues "ich bin", aber es ist gut so, denn du bist, wie du gerade bist.
"Gehört das zu meinem "so sein"?"
Ja, Entwicklung gehört zum "so sein"
Manch einer könnte nun sagen "du machst dir zu viele Gedanken, interpretierst zu viel in diesen einfachen, lieb gemeinten Satz" - Das bin ICH:D was das auch immer sein mag.













