Die Zeit nach SF.
Thursday, July 1, 2010 12:48:37 PM
Die ersten paar Wochen waren zwar toll, viele Menschen freuten sich, dass ich wieder da war/mich wieder zu sehen und auch mein Geburtstag war schön. Und auch ich freute mich meine Freunde wieder zu sehen.
Aber ich hatte mich verändert, die übrige Welt war auch nicht stehen geblieben und meine Perspektive zu vielem war eine Andere geworden.
Es gab und gibt immer noch den Einen oder Anderen der ein großes Problem mit meiner Aktion hat und einfach meine Abwesenheit ignorierte (auch meinen Blog ;o). Mir war eigentlich zu Beginn meiner Aktion bewusst, dass sich dadurch einiges verändern würde nur die Ausmaße haben mich doch ein wenig erstaunt. Mir kam einiges in meinem Heimatland fremd vor. Am meisten befremdete mich die Machtlosigkeit des Staates, die sich in seinen Kontrollen z.B. über Arbeitslose zeigt und die Unfreundlichkeit auf Freiburgs Straßen – zwischenzeitlich habe ich mich wieder daran gewöhnt.
Interessant war auch, dass einige meiner ehemaligen Kollegen entweder gar nicht wussten, dass ich in der Firma nicht mehr arbeite oder die Hoffnung hatten, ich würde wieder zurückkommen – eigentlich ein schönes Kompliment.
Wobei ich mich immer wieder frage, in wie weit solche Hoffnungen mit der Vollständigkeit Ihrer (heilen) Welt zu tun haben, sprich „mach, dass alles wieder gut wird „(OK, das ist ein wenig übertrieben ;o)
Die ersten 2 Monaten wollte ich einfach nur zurück nach SF – verschiedene Institutionen förderten mich in meiner Überzeugung, in Deutschland fehl am Platz zu sein (unter anderen auch die Arge)
Apropos Arge – wie so üblich (wenn Sie einem nicht einfach in eine Schublade zwängen können und um die Statistiken sauber zu halten) wurde ich gleich mal für 3 Monate in eine Schulungsmaßnahme gesteckt. Der Bildungsträger gehört geschlossen! So ein Saftladen – auch wenn ich es immer wieder aus verschiedenen Perspektiven betrachtete. Das Gute daran: es motivierte mich ungemein mich um meinen eigenen Scheiß zu kümmern und ich lernte ein paar interessante Charaktere kennen – wovon allerdings keiner blieb.......
Aber ich hatte auch schöne Zeiten mit Freunden und Unternehmungen wie z.B. 2 Jonglierconvention. Einige Male hatte ich auch Gelegenheit ein paar Bekannte tatkräftig im Freien zu unterstützen. Ja ich glaube das war eine der größten Umstellungen, nicht mehr den überwiegenden Teil des Tages draußen zu sein. Mein Videodefizit hatte ich auch bald beseitigt und ich war froh, wieder in einer „zivilisierten“ Gegend zu sein, wo es gescheite Internetverbindungen gibt ;o)
Einmal hätte ich auch beinahe ein Praktikum auf einem Ziegenhof machen können, aber leider hatte sich die Besitzerin anderweitig entschieden – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Einen französisch Kurs habe ich angefangen – wenn ich wieder zurück gehe, dann nur mit einem Grundwortschatz und dem Können den auch zu verwenden.
Mittlerweile ist es fast ein Jahr her, dass ich mich nach SF aufmachte. Ich habe seither einiges gelernt und habe mich selbstständig gemacht. EDV Dienstleistung und LED Beleuchtung. Nicht einfach, aber was ist heute einfach?
Aus meiner Sicht Irgendwo in einer Tretmühle als Angestellter ohne wirkliche Verantwortung, einfach den Routinen folgen.......
wahrscheinlich fühlt sich der Eine oder Andere am den Schlips getreten. Wobei ich mich frage, wer außer Birgit (die mich auch immer wieder fragt ob ich an meinem Blog noch weiter mache – Danke für das Interesse) schaut eigentlich noch in meinen Blog?
Wie auch immer, ich werde sehen was die Zukunft bringt und versuche Sie zu gestalten.
Auch in SF hat sich einiges getan: die Familie hat Ihr Haus in SF nicht mehr und ist vorerst nach Limoux gezogen. Mick und Tracy haben sich getrennt, Kontakt habe ich kaum mehr. Vom Rest höre ich nichts mehr. Gut, es war einfach eine Zeit und es war gut, dass ich die Aktion letztes Jahr durchgezogen habe, dieses Jahr würde es nicht mehr gehen. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte einen Traum zu leben und ich bin auch froh es getan zu haben.
Manche bewundern mich dafür und für den Mut, den es aus Ihrer Sicht braucht. Aus meiner Sicht ist es recht einfach – wenn es sich auch nicht immer so angehört hat...;o) – es gehört aber einiges dazu mit den Konsequenzen aus solchen Aktionen zu leben.......vielleicht ist das der eigentliche Punkt, den die Leute meinen.......
Dazu gehört auch die Veränderung, die einige Alten Dinge und Bekanntschaften auf der Strecke lässt. Ich werde mir immer mehr bewusst, dass einiges bedeutungslos wurde und dass einige Sachen nicht mehr so funktionieren.....z.B: mir wurde in letzter Zeit ab und zu Hilfe für den Fall bestimmter Vorkommnisse angeboten. Für das Angebot selbst bin ich sehr dankbar (manche würden es als Selbstverständlich erachten) nur....wie wollt Ihr mir in einer Tiefe helfen, in die Ihr euch selbst nicht hin traut und vielleicht auch nicht auskennt? Das ist eine Ebene, an der die Luft recht dünn wird. Andererseits war ich noch nie gut im Hilfe annehmen oder zumindest im um Hilfe bitten.
Was nicht bedeutet, dass ich mir nicht andere Meinungen anhöre oder manchmal explizit Hilfe hole ....und mein eigenes Ding draus mache ;o)
Momentan suche ich noch den Weg, eigentlich suche ich den immer wieder, aber das macht das Ganze erst interessant.
Ich würde mich gerne mal eine Zeit lang in der Wüste (Sahara bevorzugt ;o) aufhalten – wenn jemand Input dazu hat....her damit.
SF hat sich erstmal erledigt, den Franz Kurs habe ich nicht weiter verfolgt. Von Zeit zu Zeit denke ich an die Zeit zurück und erfreue mich an der Erinnerung.
Dadurch, dass ich mit meinen Freunden wieder direkt sprechen (telefonieren) kann fällt mir das Schreiben etwas schwerer, in der Zeit in SF war es ein Ersatz für das Telefonieren.













