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Widrigkeiten des Alltags

PubMed als benutzerdefinierte Suchmaschine in Opera

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Benutzerdefinierte Suchmaschinen in Opera
Mit dem Browser Opera kann man komfortabel suchen: Man gibt einen selbstdefinierten Kürzel (z. B. g für Google), gefolgt vom Suchbegriff in die Adresszeile ein, drückt die "Enter"-Taste- und kriegt eine Seite mit den Suchergebnissen.

Eine solche Suche einzurichten, ist normalerweise einfach: Im Kontextmenü des Suchfeldes (klappt bei Rechtsklick ins Suchfeld auf) klickt man auf "Suche erstellen".

Man muß nur noch den Kürzel eintragen- fertig.

Man kann das auch nochmal im Kapitel über die Suche in der Opera-Hilfe nachlesen

PubMed als benutzerdefinierte Suchmaschine
Auch die medizinische Datenbank PubMed kann auf diese Weise durchsucht werden. PubMed hat aber Ende Oktober 09 ihr Interface geändert. Die alte Suche geht nicht mehr. Eine mittels des Befehls "Suche erstellen" konfigurierte Suche funktioniert auch nicht.

Da muß man leider Hand anlegen:

  1. Mit STRG-F12 den Einstellungsdialog aufrufen- Karteikarte Suche

  2. Die PubMed-Suche markieren und auf „Bearbeiten“ klicken


  3. Auf den Knopf „Einzelheiten“ klicken


  4. Den Haken an „Benutze POST“ wegnehmen und den Text im Feld „Adresse“ ersetzen durch
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?term=%s



  5. Mit OK bestätigen.


Der Alltag mit dem Gipsbein

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Ein Gipsbein ist einer der kleineren Artikel aus einem unendlich großen Sortiment von Fiesitäten, die das Leben bereit hält. Ich landete beim heroischen Versuch, den Darwin-Award zu kassieren, unter einem umgekippten Stapel von ungefähr 700kg Gipsplatten. Glücklicherweise ohne weitere Schäden als zwei gebrochenen Mittelfußknochen und einer großzügigen Auswahl von Prellungen und blauen Flecken . Für die nächsten 5 Wochen habe ich einen Gipsverband ("Scotchcast", ein leichter Kunststoffgips) um Fuß und Unterschenkel und darf den Fuß nicht belasten. Lästig- man hat nie die Hände frei, wenn man mit zwei Krücken geht. Auf einem Bein hüpfen ist auf Dauer auch keine Lösung. Man möchte sich den gesunden Knöchel und die Hände halt nicht auch noch verstauchen oder brechen.

Ein paar Tipps für den Alltag mit dem Gipsbein kann ich inzwischen geben:

Nicht alleine wohnen.
Ein hilfsbereiter Mitbewohner/ Ehegatte/ Lebens(abschnitts)gefährte erleichert einem das Leben als Dreibeiner ungemein. Der Helfer hat für die nächsten Wochen einen Haufen zusätzliche Arbeit. Um vorzeitige Abnutzung zu verhindern, sollte man ihn gut behandeln und nicht über Gebühr beanspruchen!

Rolltischchen
Flüssigkeiten in offenen Gefäßen zu transportieren, ist mit zwei Krücken unmöglich. Ein stabiler hoher Servierwagen mit großen Rollen ist die Lösung. Auf glatten Böden läßt sich der mit dem Körper verschieben. Kachelböden sind wegen der Fugen nicht so geeignet- es geht aber auch. Teppiche und Fußmatten sollte man entfernen. Ich konnte mir einen solchen Wagen im Hilfsmittellager der Gemeinde ausleihen, aber das ist wahrscheinlich nicht überall möglich.

Treppen steigen
Treppensteigen geht mit einer Krücke und einer Hand am Geländer am besten. Nur- wohin mit der 2. Krücke? Ich habe mit einer Schnur als Trageriemen gute Erfahrungen gemacht.


Offiziell wird der T-Griff empfohlen: Man hält zwei Krücken mit einer Hand- die zweite Krücke parallel zum Griff der Krücke, auf die man sich stützt- so daß die Krücken ein Kreuz bilden. Mir hat der Trageriemen besser gefallen.


Tragen
Als Dreibeiner hat man keine Hand zum Tragen frei. Große Taschen an der Kleidung sind von Vorteil. Ich hätte gerne eine dünne Radlerweste mit einer großen Rückentasche, die ich über der Kleidung tragen kann. Sowas gibt's aber weder in meinem Kleiderschrank noch in dem meiner Freunde. Prall gefüllte Schultertaschen sind im Weg, wenn man mit Krücken geht. Schmalgeschnittene Rucksäcke dagegen sind krückenkompatibel.

Duschen
Das Gipsmerkblatt des Krankenhauses empfiehlt Gipsbeinigen Wannenbäder. Leider haben wir keine Badewanne. Die einfachste Lösung ist wohl, eine Plastiktüte mit ein paar Gummis zu befestigen und mit Tape abzudichten. Hier findet man eine Bauanleitung für einen etwas aufwendigeren Duschüberzug aus Haushaltsgegenständen. Nichts davon habe ich getestet. Ich habe lieber einen Duschüberzug aus Silikongummi zum Mehrfachgebrauch gekauft. Der ist tatsächlich dicht. Wenn man der Gebrauchsanweisung glauben darf, kann man mit den Seal-Tight-Gipsüberzügen sogar schwimmen gehen. Das habe ich aber nicht probiert.

Eine Kollegin, die das Pech hatte, sich die Mittelfußknochen im Urlaub am Mittelmeer zu brechen, erzählte mir, daß sie mit ihrem Kunststoff-Gips sogar im Meer baden war- ohne Gipsüberzug. Sie habe den Gips hinterher mit Süßwasser abgeduscht und er sei in der dortigen Sommerhitze gut wieder getrocknet. Sie habe keine Probleme gehabt. Es gibt offenbar spezielle Polsterwatte, die den Gips leichter trocken läßt.

Schultern und Handgelenke
Schultern und Handgelenke halten es nicht für ihren Job, das Körpergewicht zu tragen. Mit Protesten ist zu rechnen. Einigermaßen ergonomische Krückengriffe und Radhandschuhe mit Gelpolstern besänftigen die Gemüter. Die Streikgefahr wird geringer, wenn man auf überflüssige Touren verzichtet.

Hocker und Stühle
Mein Knie darf ich ja belasten- nur den Fuß nicht. Überall, wo ich länger stehen muß (Küche, Duschkabine, Waschbecken) steht ein Hocker, auf dem ich das Knie abstützen kann.

Lange vor dem Rechner sitzen, geht nicht, davon wird der Fuß dick. Ein bequemer Stressless–Sessel mit Fußschemel ist da viel angenehmer. Gegen die Langeweile hilft das Notebook auf dem Schoß. Der Laptop-Halter Bräda von Ikea für 14,90€ funktioniert zusammen mit einem Netbook ganz hervorragend.

Fehlende Türschwellen, Teppiche und Treppen vorausgesetzt, kann einem ein Schreibtischstuhl auf Rollen so manches Krückeln ersparen.

Krücke draußen
Ich habe ein Paar Innen- und ein Paar Außenkrücken. Das erspart das Hufereinigen nach jedem Ausflug vor die Haustür. An den Außenkrücken sind Dorne zum Einklappen befestigt. Die Stacheln funktionieren gut auf Schnee, Eis, Asphalt und Beton. Auf PVC-, Kachel- oder Fliesenboden rutschen sie lebensgefährlich weg.

Bei Eis und Schnee trage ich Gummisohlen mit Spikes unter dem Schuh des gesunden Fußes- da fühlt sich der Dreibeiner gleich viel sicherer.

Sport
Ich darf meinen Fuß zwar nicht belasten, habe aber die Erlaubnis gekriegt, auf einem Standfahrad zu radeln, wenn ich mit dem gesunden Bein trete. Bewegung an der frischen Luft verschaffe ich mir jetzt auf dem Standfahrad auf der Terrasse. Wir haben etwas Holz auf die Pedale geschraubt, damit die Pedalriffelung nicht dem Gips zerbröselt.


Einbeiniges Klettern an der künstlichen Kletterwand geht hervorragend, wenn man große Tritte und Griffe hat. Man sollte auf der Gipsbeinseite viel Platz haben– das schwingt nämlich gewaltig aus.


Schwimmen (siehe Duschen) und Krafttraining für die unbeschädigten Körperteile sollten auch gehen. Probiert habe ich es nicht.

Bett
Mein Bett teile ich mit vielen Sofakissen diverser Größen, um das Bein bequem zu lagern. Außerdem habe ich das Fußende etwas hochgestellt, damit der Fuß nachts abschwellen kann. Ich habe einen verstellbaren Lattenrost. Man kann aber auch die Möbelbeine einfach auf ein paar Bücher stellen oder Holzklötzchen zwischen Bettrahmen und Lattenrost legen.

Noch ungelöst
ist das Problem des Krückenabstellens. Die Dinger bleiben einfach nicht stehen, wenn man sie an einen Tisch, Stuhl oder eine Wand lehnt. Standard-Eimer sind zu niedrig. Schirmständer besitzen wir nicht. Krückenhalterungen muß man festschrauben. Legt man die Krücken auf den Boden, muß man scharf aufpassen, daß keiner drüberstolpert. Da könnte die mittelständige Krückenindustrie wirklich mal mit einer Innovation kommen. Vielleicht würde es schon helfen, wenn die Oberfläche der Krücken statt aus glattem Metall und Kunststoff aus weniger rutschigem Silikongummi wäre.

Prinzipiell funktioniert hat das Anbringen von Klettband am Krückengriff. Die Krücken bleiben als Paar viel leichter stehen. Dummerweise war der Klettverschluß kräftiger als das Klebeband und die Klettbänder lösten sich. Außerdem ist Klett inkompatibel mit Wollkleidung. Magnetklebeband könnte besser funktionieren- aber ich hatte gerade keins im Haus.


Am stabilsten stehen die Krücken, wenn man sie umdreht. Besonders alltagstauglich ist das leider nicht



Wer gute Tipps hat, ist herzlich eingeladen, sie als Kommentar zu posten!

Screenshots komfortabel mit IrfanView

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Der Kumpel oder der Kollege ruft an und will wissen, wie er [Serienbriefe erstellt/ 100 Fotos auf einmal verkleinert/ die Nachnamen eines neu verheirateten Kunden in der Datenbank ändert/…]. Schmeichelhaft, daß man gerade mich fragt. Telefonische oder persönliche Erklärungen kosten aber dummerweise viel Zeit, Nerven und sind auch nicht immer richtig effektiv. Wer kann sich die 100 verschachtelten und wenig intuitiven Klicks und Menübefehle auch schon auf Anhieb merken?
Eine kurze, mit Screenshots bebilderte Anleitung macht allen das Leben leichter. Wenn denn das Erstellen von Screenshots nicht so mühsam wäre:
  1. „Druck“-Taste drücken– kopiert den Screenshot in die Zwischenablage
  2. Bildbearbeitung öffnen
  3. Screenshot aus der Zwischenablage einfügen
  4. Screenshot beschneiden
  5. Beschnittenen Screenshot kopieren
  6. Screenshot ins Textdokument mit der Anleitung einfügen.

Mit IrfanView und Autohotkey gehts einfacher: Mit einem Druck auf die DRUCK-Taste macht man einen Screenshot und öffnet ihn zur weiteren Bearbeitung in Irfan-View.

Der für den privaten Gebrauch kostenlose Bildbetrachter IrfanView läßt sich auch über die Kommandozeile bedienen. Mit dem Kommando

„%ProgramFiles%\IrfanView\i_view32.exe“ /capture=0

macht Irfan-View einen Screenshot des gesamten Desktops. Es zeigt den Screenshot auch sofort an. Dieses Kommando kann man in eine .BAT-Datei schreiben und z. B. mit Doppelklick ausführen. Das macht aber nicht viel Sinn, damit kriegt man allenfalls Screenshots des Kommandozeilenfensters.

Mit dem kostenlosen Programm Autohotkey kann man das Kommando auf die DRUCK-Taste legen. Hierzu muß Autohotkey installiert sein. Man speichert folgendes Kommando

Printscreen:: run, „%ProgramFiles%\IrfanView\i_view32.exe" /capture=0

in einer Textdatei, der man z. B. den Namen Screenshot.ahk gibt. Man startet das Skript mit einem Doppelklick: Die DRUCK-Taste liefert bis zum nächsten Neustart Komfort-Screenshots. Kopiert man Datei Screenshot.ahk in den Autostart-Ordner, so steht der Komfort-Screenshot per DRUCK-Taste jederzeit zur Verfügung.

Screenshot in Irfan-View bearbeiten
Und weil ich gerade dabei bin…. Irfan View hat einige basale, aber für „on the fly“-Tutorials ausreichende Bildbearbeitungsfunktionen:
Bild beschneiden:
Mit der Maus Rahmen um den gewünschten Ausschnitt ziehen und STRG-Y-drücken
Pfeile und Kreise:
Mit F12 öffnet man eine rudimentäre Bildbearbeitungspalette. Sie stellt Pfeile, Ovale und Vierecke zur Verfügung, mit denen die wichtigen Elemente in Screenshots hervorheben kann
Beschriftung:
Mit der Maus einen (Text)kasten aufziehen. Mit STRG-T öffnet man den Dialog „Text einfügen“. Hier kann man den gewünschten Text, Schrift– und Hintergrundfarbe eingeben. Beschriften ist mühsam mit Irfan-View.
Rückgängig:
Achtung-Irfan View hat in der aktuellen Version genau einen „Rückgängig“-Schritt.



Bankix

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Sie wollen ja nur unser Bestes– unser Geld nämlich–, all die im Netz kursierenden Trojaner, Viren, Rootkits und Anverwandten. Linux, von einem nicht beschreibbaren Medium gebootet, bietet einen gewissen Schutz. Was auch immer man sich einfängt, beim nächsten Start ist es wieder weg.

Bankix ist eine fürs Homebanking optimierte Linuxversion. Ich habe gerade die Version aus der c’t 19/2009 vom 31.08.2009 auf einem USB-Stick (einem Imation Swivel, einer der wenigen noch erhältlichen Sticks mit Schreibschutzschalter) installiert.
Man muß sich die c’t dazu nicht kaufen. Der Heise-Verlag stellt eine gekürzte Installationsanleitung und die ISO-Datei von Bankix zum Download zur Verfügung.

Bankix auf Stick installieren
Die Installation auf dem Stick mit Hilfe von Unetbootin nach c’t-Anleitung war komplikationslos.

Java installieren
Leider kann ich mich bei meiner Bank nur über ein Java-Plugin einloggen. Bescheuert– aber ich muß damit leben. Also mußte ich Java im Browser zum Laufen kriegen.
Es kostete mich viele zeitraubende Versuche, Java im Browser Iceweasel so zu installieren, daß das Login-Applet meiner Bank korrekt geladen wurde. Am Schluß habe ichs hingekriegt:
  1. In Iceweasel eine Seite mit Java-Applet aufrufen. Da kein Java installiert ist, meldet Iceweasel, daß ihm ein Plugin fehlt. Bei einem Doppelklick auf diese Meldung werden mehrere Plugins angeboten.
  2. Plugin „Java 1.6“ wählen und installieren. Der Download und die Installation dauern lange. In der Zeit Rechner nicht anfassen (außer, um auf OK zu klicken, damit es weitergeht). Andernfalls friert die graph. Benutzeroberfläche komplett ein.
  3. Iceweasel neu starten.
  4. In „Bearbeiten -> Einstellungen -> Allgemein -> Addons verwalten“ das neu installierte Java-Plugin suchen und aktivieren.
  5. Die Applets werden nun zwar geladen, aber nicht angezeigt. Es wird weiterhin nur die Java-Animation angezeigt. Man kriegt das fertig geladene Applet erst zu sehen, wenn man irgendetwas mit dem Fenster anstellt: Reinklicken, minimieren und wieder vergrößern, verschieben u.s.w
  6. Wenn das Applet fertig geladen ist, geht die Prozessorlast runter. Wenn man die beobachtet, weiß man, wann es Zeit ist, ins Fenster zu klicken.

Probleme und Fehler bei der Java-Installation
  1. Installation des ebenfalls angebotenen Java-Plugins „IceTea“. Wird IceTea installiert, so werden die üblichen Java-Test-Applets aus dem Netz zwar angezeigt. Das Login-Applet meiner Bank funktionierte nicht. Ich kriegte die Fehlermeldung „Start: Applet nicht initialisiert“ in der Statusleiste zu sehen.
  2. Das Java-Plugin funktionert nach der Installation nicht. Man muß den Browser neu starten und es unter „Bearbeiten -> Einstellungen -> Allgemein -> Addons verwalten“ aktivieren.
  3. Die Applets werden selbst nach korrekter Installation nicht von selber angezeigt. Statt dessen kriegt man weiter die „Java lädt“-Animation zu sehen Man muß warten, bis das Applet geladen ist und dann einmal ins Fenster klicken. Nach 1-2 Sekunden wird endlich das Login-Fenster angezeigt.

Weitere Konfiguration
Der Netzwerkzugang war kein Problem. Mein WLAN-Stick D-Link DWL-G122 wird „out of the box“, ohne Treiberärger erkannt. Alles weitere funktionierte so, wie im CT-Artikel beschrieben.

Betrieb
Ist die Java-Hürde erst mal genommen, funktioniert Bankix fantastisch gut – viel besser als Knoppix 6.01- und ist nur zu empfehlen.


Virenscanner auf dem USB-Stick

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Was verbindet Organismen, menschliche Gemeinschaften und Computer? Richtig– die unumgängliche Verteidigung. Organismen benutzen dazu ihr Immunsystem, Staaten Polizei und Militär, der Computer Virenscanner und Firewall. Leider gibt es die Verteidigung nicht umsonst. Sie kostet den Organismus Energie, den Staat Geld und den Rechner Systemressourcen. Und ganz nebenwirkungsfrei ist sie auch nicht– die Verteidiger können sich gegen ihren Wirt richten. Im Organismus heißt das Autoimmunerkrankung, im Staat Polizeistaat oder Militärdiktatur und im Computer falsch positive Virenbefunde in Systemdateien.

Genug Analogie, jetzt rede ich nur noch über Computer. Genauer gesagt über meinen EeePC. Der hat zu wenig Ressourcen für einen installierten Virenscanner. Der Rechner wird langsamer, dafür wird die Batterie schneller leer. Also gehe ich ungeschützt ins Netz. Deshalb würde ich den Rechner ab und zu gerne auf Viren untersuchen.

Viren, Würmer und Rootkits können sich so gut verstecken, daß sie von einem Virenscanner, der auf dem infizierten System läuft, nicht mehr entdeckt werden. Um die Bösewichte zu finden, muß man die Festplatte von einem nichtinfizierten System aus untersuchen.

Das sind zwei gute Gründe, sich einen Virenscanner zu wünschen, den man „von außen“ , von einem zweiten, nichtinfizierbaren System aus, starten kann.

Betriebssystem auf CD, USB oder Speicherkarte
Prinzipiell kann man ein Betriebssystem nicht nur von Festplatte, sondern auch von einer CD, einem USB-Stick oder einer Speicherkarte starten.

Allerdings muß das BIOS muß das Booten von diesen Datenträgern unterstützen. Bei älteren Rechnern funktioniert das schlicht nicht. Mein Medion-PC von 2003 läßt sich zwar von CD, nicht aber von Speicherkarte oder USB-Stick booten.

Manchmal muß man die Bootreihenfolge im BIOS ändern: Meinem EeePC muß man immer mal wieder sagen, daß er bitte von der eingelegten Speicherkarte und nicht von der Festplatte booten soll. Neuere Rechner (aber leider nicht der EeePC) bieten beim Druck auf bestimmte Tasten (F8, F11, F12) ein Startmenü an, das die startfähigen Geräte zur Wahl stellt.

Von CD booten
Eine CD-R ist todsicher schreibgeschützt. Sie kann nicht nachträglich infiziert werden.

Man hat unter Linux die Auswahl zwischen verschiedenen Live-Distributionen. Diese Live-Distributionen findet man als ISO-Images im Internet. Die brennt man auf CD. Von den so erstellten Live-CDs kann man umstandslos den Rechner booten. Eine der bekannteren Live-Distributionen ist Knoppix. Gelegentlich legen Computerzeitschriften auch fertige Live-CDs bei.

Windows macht etwas mehr Arbeit: Man muß die CD-Version Windows PE selber bauen. Dazu benötigt man eine Windows-Installations-CD, einen PE Builder, Zeit und Geduld.

Von USB oder Speicherkarte booten
Normale USB-Sticks sind beschreibbar. Ein sicheres System läßt sich auf USB-Sticks mit Schreibschutzschalter einrichten. Leider sind diese Sticks inzwischen sehr schwer zu kriegen. Die c't gibt eine Übersicht noch lieferbarer Sticks.

Der Schreibschutzschalter auf SD-Karten ist wertlos– er ist nur eine freundliche Bitte an die Software, nichts auf die Karte zu schreiben. Es würde mich wundern, wenn Viren und andere Bösewichte darauf hören.

Die Live-Distributionen von Linux und Windows PE lassen sich auch auf USB-Sticks installieren. Knoppix 6.01 liefert dafür gleich ein Programm mit. Windows PE mit Windows XP als Ausgangspunkt macht wieder etwas mehr Arbeit. Der Artikel „Setup-Stick. Windows XP auf Netbooks installieren in der C't 22/2008 liefert eine ausführliche Anleitung.

Und nun das Ganze mit Virenscanner…
Virenscanner auf bootfähiger CD
Jetzt kann man ein Linux oder Windows PE von CD starten. Es fehlt noch der Virenscanner. Den kriegt man da auch nicht so einfach drauf. Es ist einfacher, sich gleich ein Linux oder Knoppix mit Virenscanner inklusive zu beschaffen.

Clamwin
Clamwin ist ein portabler Virenscanner, der ähnlich wie beispielsweise Firefox Portable ohne Installation startet. Er ist sogar gratis. Leider übersieht er zu viele Viren.

Rettungs-CDs der kommerziellen Virenscanner
Kaspersky, Avira, Bitdefender, Dr. Web und F-Secure bieten Rettungs-CDs als ISO-Images zum Download an. Diese enthalten ein Live-Linux mit dem Virenscanner. Avira liefert die Signatur-Updates gleich im ISO-Image mit aus. Bei F-Secure muß man die Signaturupdates getrennt auf einen USB-Stick runterladen. TechMixer liefert eine englischsprachige Übersicht über Rettungs-CDs.

Ausprobiert habe ich weder die Rettungs-CDs noch Clamwin.

Knoppicillin
Knoppicillin ist ein Projekt der Computerzeitschrift c't. Es handelt sich um eine auf Virenjagd optimierte Knoppix-Version. Knoppicillin ist ausschließlich als CD-Beilage der c't erhältlich. Knoppicillin startet umstandslos von dieser CD.

Die aktuelle Version 7 lag der CT 26/2008 bei. Sie enthält drei verschiedene kommerzielle Virenscanner, Avira Anti-Vir, BitDefender Antivirus und Kaspersky Anti-Virus, die bis Ende 2009 mit Signatur-Updates versorgt werden.

Falls man unter Knoppix keine Internet-Verbindung kriegt, kann man sich die Signatur-Updates auch auf einem sauberen (!) Windows runterladen. Knoppix liefert ein Tool dazu mit.

Ich benutze Knoppicillin regelmäßig und bin sehr zufrieden damit. Knoppicillin arbeitet langsam und gründlich– ein kompletter Festplattenscan mit allen Virenscannern sollte man am besten über Nacht laufen lassen. Und da ist es noch lange nicht sicher, daß der Rechner am nächsten Morgen auch fertig ist…

c't-Notfall-Windows
Ebenfalls ein c't-Projekt ist das c't-Notfall Windows auf der Basis von Windows PE 2. Das muß man sich allerdings selber bauen– das kostet Zeit und Nerven.

Die Bauanleitung und die nötigen Dateien für die aktuelle Version 2009 findet sich ebenfalls auf der CT 26/2008. Sie enthält AntiVirus 2009 von Gdata, das bis Dezember 2009 mit Signatur-Updates versorgt wird. Mit im Paket sind diverse Systemwerkzeuge, mit denen man (vielleicht) ein kaputtes System wieder flott kriegt– oder zumindest eigene Dateien vor einer fälligen Neuinstallation retten kann.

Virenscanner auf bootfähigem USB-Stick/ Speicherkarte
Leider hat mein EeePC kein optisches Laufwerk. Und aus mir unverständlichen Gründen starten die Knoppix-CDs nicht von meinem externen DVD-Brenner. Also brauche ich einen bootfähigen USB-Stick mit einem Virenscanner.

Man könnte vermutlich Clamwin Portable unter Windows PE betreiben. Ich habe es nicht ausprobiert, weil die Clamwin kein sehr zuverlässiger Virenscanner ist. Mein Wunsch an eine gute Fee wäre eine portable Version der guten kommerziellen Virenscanner. Ich habe aber meine Zweifel, daß es die jemals geben wird (außer in der Schatztruhe am Ende des Regenbogens).

Knoppicillin auf dem USB-Stick
Knoppicillin 7 läßt sich unter Windows verhältnismäßig einfach auf einem USB-Stick installieren. Die Anleitung hier gilt nur für Knoppicillin 7 von Dezember 2008. In der nächsten Knoppicillin-Version ist wahrscheinlich wieder alles anders.

Zutaten:
  1. Ein ISO-Image der Knoppicillin-CD aus der c't 26/2008. ISO-Images lassen sich z. B. mit der Software Isobuster oder gratis mit H2cdimage erzeugen.
  2. Die Software Unetbootin für Windows.
  3. Einen USB-Stick mit 1GByte Platz. Ein Schreibschutzschalter schadet nicht. Vorsicht– alle Dateien auf dem Stick werden bei der Knoppicillin-Installation gelöscht!
  4. Ein sauberes, nichtinfiziertes Windows

Zubereitung
  1. Unetbootin starten und die Eingabemaske ausfüllen
    Distribution: Debian
    Version: Stable_NetInstall
    Image: ISO. Hier den Pfad zum Knoppicillin-Image angeben
    USB-Laufwerk: Laufwerksbuchstaben des Sticks oder der Speicherkarte angeben.
  2. Auf OK klicken und warten bis „Fertig“ gemeldet wird. Unetbootin beenden. Stick abziehen, wieder reinstecken und im Explorer öffnen
  3. Datei syslinux.cfg im Wurzelverzeichnis löschen oder umbenennen. Sie wird nicht mehr benötigt und stört nur.
  4. Den gesamten Inhalt des Verzeichnisses \boot\isolinux ins Wurzelverzeichnis (auf die oberste Verzeichnisebene) kopieren.
  5. Die Datei isolinux.cfg im Wurzelverzeichnis in syslinux.cfg umbenennen.
  6. Unetbootin hat auch alle anderen Dateien von der CD mitkopiert. Die stören nicht weiter, aber man kann sie löschen, wenn man will. Überflüssig sind:
    bilder\
    html\
    scrshots\
    software\
    tools\
    autorun.inf
    cdcover.pdf
    liesmich.txt
    start.exe
    start.htm
    sw0808.ico

Jetzt kann man den Rechner mit dem Stick/ der Speicherkarte als Bootmedium neu starten. Wenn alles geklappt hat, startet der Rechner mit einem vollwertigen Knoppicillin.

Andere Linux-basierte Virenscanner auf dem USB-Stick
Unetbootin 3.57 bietet an, die Kaspersky Rescue Disk und die Dr Web Antivirus Live CD auf den Stick zu verfrachten. Das habe ich nicht ausprobiert.

c't-Notfall-Windows
Der PE Builder läßt dem Benutzer die Wahl: Möglich ist die Installation auf einem USB-Medium oder das Erstellen eines ISO-Images zum Brennen auf CD. Details findet man im c't-Artikel.


Eigene Tastaturlayouts für Windows erstellen

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Die meisten Leute stellen den Tastaturlayout auf die Eingabesprache um, wenn sie "fremdsprachig" schreiben. Dummerweise kriegt man dabei nicht nur ersehnten exotischen Buchstaben wie ø, å, æ u.s.w. Die Satz- und Sonderzeichen nutzen die Gelegenheit zum Umzug in eine bessere Lage- aber ohne ein Adresse zu hinterlassen. Wo war noch mal das "\" auf der englischen Tastatur? Es wäre zu schön, wenn man einen Tastaturtreiber hätte, der nur die erwünschten fremdsprachigen Sonderzeichen liefert und sonst nichts ändert.

Mit Autohotkey kann man einfach Tasten umbelegen. Verkettete Umbelegungen (ß auf die +-Taste, + auf die '-Taste u.s.w) sind aber etwas tricky.

Also habe ich mit dem Microsoft-Tool MSKLC ein neues Tastatur-Layout für Deutsch auf einer norwegischen Tastatur erstellt. "Y" und "Z" mußten vertauscht werden, ich benötigte das "ß" und die deutschen Umlaute statt der norwegischen. Alles andere sollte bleiben, wie es war. Das war komplizierter, als ich zunächst dachte:

Installationsprobleme von MSKLC
MSKLC setzt .NET voraus. Es ist äußerst anspruchsvoll bezüglich Version und Qualität (?). Deshalb funktionierte die Software erstmal nicht.
Version 1.4
Ließ sich unter XP SP3 ohne Fehlermeldung installieren. Ein Layout wurde beim Programmstart nicht angezeigt und ließ sich auch nicht laden. Lt. Microsoft wird XP nur bis SP2 unterstützt- ob das die Ursache war?
Version 1.3.4
Ließ sich nicht installieren. Ihm fehlt .NET (obwohl es in diversen Versionen installiert ist und .NET-Programm sich sonst auch nicht beklagen).
Lösungsversuche
Neuinstallation von .NET. Wurde mit der Meldung „Setup-Fehler“ abgebrochen. Kostete sehr viel Zeit: Das Runterladen von .NET 3.5 dauert (ca 250MB!) Die Installationsroutine von NET brauchte mindestens 15 Minuten, bis sie zum Schluss kam, daß sie NET nicht installieren konn.
Eine Reparaturinstallation (gestartet via Systemsteuerung-Software-Deinstallieren) von .NET 3.5 dauerte ebenfalls ewig, half aber auch nicht.
Lösung
Neuinstalliertes „nacktes“ Windows XP SP1 aus Image zurückgespielt
.NET 3 installiert.
MSKLC 1.4 installiert (1.3 brach wieder mit der Meldung, daß ihm .NET fehlt, ab!)
MSKLC ließ sich starten

Erstellen einen neuen Keyboard-Layouts mit MSKLC 1.4.
Beim Start von MSKLC 1.4 kommt einen Warnmeldung (einige Funktionen funktionieren nur in Vista). Die kann man wegklicken. Die Software machte auch unter XP das, was ich von ihr wollte.

Mit „File– load existing keyboard“ habe ich das deutsche Tastaturlayout geladen.
Das Editieren der Tastenbelegung ist selbsterklärend.
Es gibt ein paar Besonderheiten:
  • „Dead key“. Drückt beim Tippen eines Textes man die „accent“-(`´) -Taste neben der „Zurück“-Taste, dann passiert erst mal gar nix. Man kriegt ein Accent-Zeichen erst dann zu sehen, wenn man eine zweite Taste, z. B. die Leertaste oder das „A“ drückt. Dieses Verhalten wird als „Dead Key“ bezeichnet und kann für jede Taste im MSKLC ein und ausgeschaltet werden
  • „STRG+“ Ich habe keine Möglichkeit gefunden, STRG-Kombinationen zu definieren. Deshalb habe ich auch keine deutsches Tastaturlayout auf der Basis eines norwegischen Layouts erstellen können. Bei der norw. Tastatur sind Y und Z wie bei der englischen vertauscht. Die lassen sich zwar umtauschen, so daß sie in der „deutschen“ Position liegen. Das Y und Z der Shortcut-Tasten CTRL-Y und CTRL-Z liegt dann aber immer noch in „norwegischer“ Position.

Den Namen des Layouts und der Layout-Dateien gibt man unter Project-Properties ein. Diese Information sind sehr wichtig für die spätere Installation. Das sollte man bei der Eingabe sorgfältig sein!
  • Name: MSLKC legt einen Ordner mit diesem Namen an, der alle für die Installation des neuen Layouts nötigen Dateien enthält
  • Description: Name des Tastaturlayouts. Unter dieser Bezeichnung steht das Layout im Windows-XP-Dialog „Textdienste und Eingabesprachen“ unter „Tastatur“.
    Diesen Dialog findet man unter „Einstellungen“ im Kontextmenü des Sprachicons („Eingabegebietsschemaleiste“ neben dem System Tray („Infobereich“) auf der Taskleiste. Alternativ durch Systemsteuerung (klassische Ansicht)– „Regions– und Sprachoptionen“– Karteikartenreiter „Sprachen“ – Button „Details“.
  • Ich habe den Namen „Deutsch_auf_norw_Tastatur“ gewählt.
  • Es ist nicht möglich, den Namen eines installierten Tastaturlayouts neu zu vergeben. Man kann also sein neues Layout nicht einfach „Deutsch“ nennen.
  • Language: Hier gibt man die Sprache des neuerstellten Layouts ein. Das neuerstellte Layout ist zum Tippen in Deutsch gedacht– also habe ich „Deutsch“ eingegeben. Unter dieser Bezeichnung steht das Layout im Windows-XP-Dialog „Textdienste und Eingabesprachen“ unter „Sprache“. In der „Eingabegebietsschemaleiste“ wird das Kürzel der hier eingegebenen Sprache angezeigt (in diesem Fall DE).

Mit dem Menübefehl Project– Test keyboard layout läßt sich das neuerstellte Layout testen. Ist man zufrieden, so kann man mit Project– Build DLL and Setup package ein Installationspaket für das neue Tastaturlayout zusammenstellen.

Installation und Deinstallation des neuen Keyboard-Layouts
Neues Keyboard-Layout installieren und „einschalten“
Die Installation ist einfach: Setup.exe des Installationspakets starten.
Zum „Einschalten“ des neuen Layouts den Dialog „Textdienste und Eingabesprachen“ aufrufen. Im Fenster „Installierte Dienste“– Deutsch (Deutschland) -Tastatur sollte jetzt das zusätzlich das neuinstalliert Tastaturlayout „Deutsch_auf_norw_Tastatur“ stehen. Ich habe das ursprünglichen Tastaturlayout „Deutsch“ entfernt, so daß nur noch ein Tastaturlayout pro Sprache übrig blieb.
Keyboard-Layout deinstallieren
Man kann das neue Keyboard-Layout über den Windows-XP-Dialog „Systemsteuerung-Software“ wieder deinstallieren.
Probleme bei Installation und Deinstallation
Nach mehreren Installationen– und Deinstallationen brachte Windows die diversen neuen Tastaturlayouts durcheinander. Am Schluß habe ich mein System aus einem Image wiedergestellt– danach ging mein neues Layout endlich wie es sollte.

Download
Und hier das fertige Produkt: Ein Keyboard-Layout für Deutsch auf einer norwegischen Tastatur. Das Layout kann weiter modifiziert werden, der Quelltext liegt im Zip-Archiv.
Ich habe meine neue Tastatur unter Windows XP SP1 erstellt und unter XP SP3 eingesetzt. Lt.Microsoft funktioniert MSKLC auf: Windows Server 2003; Windows Server 2003 Service Pack 1; Windows Vista; Windows XP; Windows XP Service Pack 1; Windows XP Service Pack 2

WLAN-Adapter unter Knoppix

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Homebanking ist unsicher- unter Windows lauern Sicherheitslücken, Trojaner, Keylogger und Hacker, die alle an mein Geld wollen. Also homebanke ich nur unter Knoppix, gestartet von einer CD. Da sind alle Eindringlinge beim nächsten Neustart wieder weg.

Wenn man den nur nur in Netz käme. WLAN unter Knoppix ist schwierig. Leider sind nämlich alle mühevoll zum Laufen gebrachten Treiber beim nächsten Neustart auch verschwunden.

Da kommt ein WLAN-Stick, der ohne Treiberinstallation unter Knoppix funktioniert, wie gerufen: Der D-Link DWL-G122 funktioniert unter Knoppix 6.01 und Bankix (Ubuntu 9.04) "out of the box". Er wird beim Systemstart anstandslos erkannt. Man muß nur noch das Paßwort fürs WLAN angeben, dann darf man ins Netz. Ein Produkt nach meinem Geschmack.

Entfernen von verleimtem PVC-Bodenbelag

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Renovieren ist nie langweilig. Überraschungen warten unter jeder Oberfläche. Schlimmer gehts immer.

So auch, als wir den alten, verpekten Teppichboden im Souterrain wegnahmen, um Laminat zu verlegen. Der Teppichboden lag nämlich auf einem bunten Mosaik diverser PVC-Beläge aus den frühen 80iger, die flächig direkt auf dem Estrich verleimt waren. Vermutlich meinte da jemand, er müsse den Boden tapezieren.

Das Haus hat einen Setzungsschaden und wir wollten sehen, ob auch die Fundamentplatte einen Riß hat. Der PVC-Belag war auf Pappe aufgebracht. Die könnte ja verschimmeln unter der Dampfsperre- und dann stinken*. Also beschlossen wir, den PVC-Belag zu entfernen.

Und das Abenteuer begann...

Erste Versuche
Das PVC ließ sich ganz einfach abreißen. Nur leider blieb die Trägerpappe lückenlos und bombenfest auf dem Estrich hängen. Abgerissene Pappstücke brannten ganz gut. Auf die Weise haben wir rausgekriegt, daß es Pappe war. Die Pappe fing aber kein Feuer, als wir testhalber versuchten, sie vorsichtig mit einer "Heat Gun" (NIMROD MICROTHERM T60, eine Art Mini-Flammenwerfer im Feuerzeugformat) abzubrennen. Ein Eimer Wasser und einem Feuerlöscher standen übrigens daneben.

Das Entfernen von Hand ging. Nach einer halben Stunde waren 10x10cm papierfrei. Der Raum hat 20m². Irgendwo im Internet stand, daß man damals asphaltbasierte Klebstoffe benutzt hätte, die sich mit keinem Lösemittel auflösen ließen. Chemie haben wir deshalb garnicht erst probiert.


Schwergewichtler und Wasser
Statt dessen gingen wir zum Baumaschinenverleiher unseres Vertrauens. Der empfahl einen "Stripper". Ein Stripper ist eine Art Spachtel mit Motor dran. Stripper gibt es in verschiedenen Ausführungen, von klein und handlich bis ziemlich schwer. Wir mieteten das XXL-Teil (Janser Master Mobil hydraulic) fürs Wochenende. Es wiegt 93kg. Wir haben es- ganz ohne Bandscheibenvorfälle- zu zweit 22 Stufen runter- und wieder rauf(!) transportiert. Allerdings haben die Stufenkanten der Beton-Außentreppe doch etwas gelitten


Das Gerät hatte durchaus Vorteile: Es staubt praktisch nicht und ist verhältnismäßig leise. Nach 22.00 in der Mietwohnung sollte man es trotzdem nicht betreiben. Der Stripper entfernte das PVC ganz problemlos und hinterließ eine schöne, glatte... Pappoberfläche.

Neuer Tag- neues Glück. Wir haben wir die Pappe gründlich in Wasser eingeweicht und uns wieder ans Werk gemacht:
  • Eimer heißes Wasser und großzügig drüberfeudeln.
  • Das ganze innerhalb von 2-3h mehrfach wiederholen. Erst strippen, wenn die Pappe gründlich durchweicht ist.
  • Keine Seife oder andere Chemie rein- wenn wir nicht alles abgekriegt hätten, hätten wir nicht nur Pappe, sondern Pappe mit Seifenresten unter der Dampfsperre gehabt.
  • Quer zur "Stripprichtung" einschneiden oder Aufrubbeln, so daß die Stripper fassen kann
  • Danach Strippen, gelöste Pappe entfernen und nochmal feudeln.
  • Ab und zu die Striprichtung wechseln und quer zur ursprünglichen Richtung weitermachen

Danach ging es viel besser. Der Stripper löste in mehreren Durchgängen die Pappe ganz gut ab. Streckenweise kriegten wir tatsächlich den Estrich zu sehen. Dann war Sonntag abend und Schluß mit dem Strippen. Das ganze (mit Rumprobieren und Aufräumen) kostete ungefähr 12 Arbeitsstunden, verteilt auf 2 Personen.

Diamenten und Staub
Ganz weg war der Belag also noch nicht. Doch unser Baumaschinenverleiher wußte Rat. Er empfahl uns einen Diamantschleifer (Hilti DG 150 Diamantschleifgerät). Der war dann am nächsten Wochenende dran.

Das Ding war äußerst effektiv. Es dauerte 2-3 Stunden, danach war nur noch Staub übrig vom Papier, Leim (und dem obersten Millimeter des Estrichs?). Das Gerät hat eine Anschluß für einen Staubsauger. Wir haben eine einen uralten Haushaltsstaubsauger angeschlossen, Der saugte zwar noch, klang aber nicht mehr richtig gesund. Nach fünf Minuten war der Motor kaputt. Der Beutel war voll mit hartem, dichten Staub. Vielleicht war der Mann mit der Sense sowieso schon hinter dem Staubsauger her- vielleicht war es der Staub, der ihm den Rest gab- wir wissen es nicht. Nächstes Mal mieten wir einen Industriestaubsauger mit.
Der Staub hat sich dann schön gleichmäßig über den Raum gelegt. Welch Glückes Geschick, daß wir mit Einmal-Overall, Schutzbrille, Staubmaske und Gehörschutz arbeiteten und die Tür mit Plastikfolie verhängt hatten.

Es war übrigens gut, daß die Pappreste zwischen den beiden Wochenenden gut trocknen konnten. Der Schleifstaub zusammen mit Wasser hätte vermutlich irgendwas zwischen Beton und Pappmache ergeben*.

Das Ergebnis
Ein schöner glatter leim- und papploser Estrich.


Disclaimer:
Keiner von uns ist Handwerker und unsere größtes Renovierungsprojekt bislang war das Streichen einer Holzdecke. Wir haben den Belag ohne Schäden an Mann und Material abgekriegt. Renovierungsprofis könnens zweifellos besser und sind herzlich eingeladen, Tipps zu hinterlassen.

Anmerkungen
* Vermutung, nicht durch wissenschaftliche Studien oder die Befragung eines Handwerkers belegt.









Total Commander und Digicams ohne USB-Unterstützung

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Das Leben könnte so einfach sein- wenn....

... sich die Hersteller von Digitalkameras, MP3-Player, Handys u.s.w.an den USB-Massenspeicher-Standard halten würden. Der Rechner würde das Gerät einfach als externen Datenträger erkennen. Man müßte sein Windows nicht mit Treibern und damit untrennbar verbundener Software zumüllen. Die Geräte ließen sich problemlos auch unter Linux betreiben. Man könnte sich die XP-Lizenz sparen- in billiges Linux-Netbook würde reichen.

Doch wir leben nun mal der wirklichen Welt. Da ärgern wir uns dreimal täglich über technische Schwachsinn. Oder wir investieren unsere Freizeit in Workarounds.

Was macht die Industrie, wenn die fehlende Unterstützung von Standards zum Problem wird? Richtig: Große Firmen schlagen einen neuen Standard vor, an den sich dann ebenfalls nicht alle halten... Für die Übertragung von Bildern heißt dieser Standard "Picture Transfer Protocol", PTP. PTP wird von Windows ab ME untestützt. PTP ist ISO-Standard seit September 2008, es gab aber schon 2004 die "Weiterentwicklung" "Media Transfer Protocol" MTP, die erst ab Windows Vista unterstützt wird.


Und was macht der geplagte Benutzer? Er ärgert sich oder er bastelt:

Windows erkennt PTP-fähige Kameras ohne Treiberinstallation. Schließt man die Kamera an den Rechner an, bietet Windows an, den "Scanner- und Kameraassistenten" zu starten.
Man kann hier auf Abbrechen klicken. Die Kamera wird trotzdem als Laufwerk eingebunden und taucht unter "Scanner und Kameras" im Explorer auf.

Das gefällt schon mal viel besser als die herstellereigenen Software. Dateien kopieren kann eigentlich jeder- in irgendwelche "Image Browser" muß man erst mal einarbeiten.

Wie überrede ich nun den Total Commander dazu, die Kamera wie jedes andere Verzeichnis einzubinden? Dazu benötigt man das Dateisystem-Plugin "Wiacam" für den Total Commander.

Mit dem Kommando
cd \\\wiacam
in der Befehlszeile, dem Starter-Menü, auf einem Button der Buttonbar oder der Verzeichnisliste kann man auf die Kamera wie auf jedes andere Verzeichnis zugreifen:

Mission accomplished!








Ikea Ivar: Wie kommt man ohne Verletzungen an die Haltebolzen ran

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Das Regal Ivar von Ikea ist genial. Simpel, robust, umzugsfreundlich und platzsparend zu lagern. Ivar ist seit 30 Jahren auf dem Markt- und man kriegt immer noch Teile nach. Man sollte annehmen, daß Ivar ausgereift, einfach nicht mehr verbesserungsfähig ist.

Weit gefehlt: Seit es Ivar gibt, sucht Ikea nach einem Weg, die Haltebolzen mit den Regalbrettern auszuliefern. Die mir bekannten Techniken fallen in zwei Kategorien: A. Die Bolzen halten nicht bis zum Kunden B. Der Kunde kommt nicht an die Bolzen ran

Zur Zeit wird Variante B geliefert. Die Bolzen werden in Schrumpfschlauch verpackt mit Heißkleber in der Halteschiene befestigt:

Zum konventionellen Entfernen benötigt man
1. Ein Teppichmesser um den Schrumpfschlauch der Länge nach aufzuschneiden
2. Einen Schraubenzieher um die Bolzen aus dem Schrumpfschlauch rauszuprökeln
3. Pfaster für die Schnitte, die man sich an der scharfen Kante der Halteschiene zuzieht.

Heute habe ich rausgekriegt, daß es auch anders geht. Man benötigt:
1. Eine Fön. Den richtet man auf die Halteschiene aus Metall. Die wird schön warm. Der Heißkleber wird weich.
2. Einen Schraubenzieher- mit dem hebelt man dann die Bolzenwurst raus
3. Ein Teppichmesser zum Aufschneiden der Bolzenwurst.