Prepaid Internet für Ausgewanderte
Tuesday, May 3, 2011 6:58:46 PM
Ich bin in eine wild-exotische Gegend mit Meer, alpinem Gebirge und rauhem Klima gezogen. Manchmal kriege ich Sehnsucht nach Frühling, sanften Anstiegen und Buchenwäldern. Dann mache ich Urlaub in einem langweiligen deutschen Mittelgebirge.
Urlaub hin oder her- ohne Internet geht gar nix.
Technisch ist das kein Problem. Mein Fonic Surf-Stick funktioniert nach Treiberinstallation unter Windows und nativ (ohne Treiberinstallation) unter Ubuntu. Mein Android-Handy habe ich geroutet und mit der Gratis-App Barnacle zum WLAN-Router gemacht. Neuere Androidversionen bieten diese Funktion auch ohne Zusatzsoftware. Man kann jeden WLAN-fähigen Rechner mit dem Handy wie mit einem ganz normalen WLAN-Router verbinden.
Jetzt braucht man nur noch mobiles Internet. Für maximal 3-4 Wochen im Jahr ist nur die Prepaid-Variante aktuell. Deckung in deutschen Mittelgebirgen möchte man auch gerne haben. Ich mag's auch billig. Und vor allem möchte ich einen Anbieter, der sich an den Vertrag hält und Internet liefert, wenn man Internet bezahlt.
Bei der Bestellung des Sticks per Internet mußte man Fonic eine Einzugsberechtigung geben. Die habe ich gleich wieder widerrufen. Ich mag es nicht, wenn mein Handy Zugriff auf mein Konto hat. Guthabenkarten kriegt man in diesen Läden.
Fonic bietet eine Tagesflatrate für 2,50€ an. Pro Kalendermonat bezahlt man maximal 25€. Ab einer Datennutzung von 500 MB/Tag bzw. 5 GB/Kalendermonat wird die Bandbreite auf GPRS-Geschwindigkeit beschränkt. Fonic benutzt das O2-Netz.
Bislang funktionierte Stick und Mobil-Netz erwartungsgemäß. Die Datenverbindung in deutschen Mittelgebirgen ist oft etwas dünn und instabil. Die Telekom ist da wohl besser, aber deutlich teurer. Der Browser Opera, der auf Wunsch Internet-Seiten über einen Proxy komprimiert (Opera Turbo), hilft, mit dünnen Datenleitungen zu leben.
PLUS
Am 15.4.11 kaufte er für 39€ einen Surfstick mit 5 Tagen Internetzugang und einer O2-Prepaid-Karte. Am 23.4.11 lud er sein Guthaben mit 30€ auf und erwarb eine Internet-Monatsflat für 25€ Per SMS wurde ihm die Flatrate bis zum 23.5. bestätigt. Bis zum Freitag, dem 27.4.11 funktionierte der Internet-Zugang . Ab diesem Zeitpunkt kam nur noch die Meldung, daß das gesamte Guthaben von insgesamt 30€ aufgebraucht sei. Mit leerer Karte kann man den O2- Kundenservice weder anrufen noch ansimsen. Aus Nicht-O2-Netzen ist der O2-Kundenservice nicht erreichbar. Mein Freund hatte bei so gutem Service verständlicherweise keine Lust, die Karten nochmal aufzuladen, bevor O2 den Fehler gefixt hat. Man könnte von einem Patt reden- wenn O2 daran nicht 30€ verdient hätte. Also ist es ein Schachmatt.
O2-Handy-Läden sind in deutschen Mittelgebirgen ähnlich selten wie UMTS-Bandbreiten. Der Surf-Stick-Händler in Hildesheim ging ans Telefon. Er fühlte sich sogar zuständig und versuchte, leider erfolglos, das Problem zu fixen. Die Begründung ist so verwickelt, daß sie sowieso keiner lesen will *.
Der Händler schlug meinem Freund vor, mit dem O2-Support zu telefonieren und um Kulanz zu bitten. Aber dazu hätte mein Freund O2 wieder 15€ spenden müssen. Man soll ja kein gutes Geld schlechtem hinterherwerfen, wird gesagt...
Die Geschichte nahm dann doch ein glückliches Ende: Für Händler gibt es natürlich Servicenummern, die auch aus anderen als O2-Netzen erreichbar sind. Wir stießen im Forchheimer Handyladen "The Phone House" auf eine Verkäuferin der seltenen Art: Nett, kompetent und engagiert. Sie schaffte es tatsächlich, O2 zu einer Reaktivierung der Monatsflat zu bewegen.
Ohne den Glücksfall mit dieser Verkäuferin wäre der O2-Stick mt SIM-Lock jetzt Elektronikmüll. O2 hätte für 10 Tage Surfen zum E-Mail-Abfragen und Zeitung lesen 69€ bekommen. Mein Freund fühlte sich- diplomatisch ausgedrückt- reingelegt. Sein Kommentar: "Glücklicherweise war's Prepaid, sonst wäre noch eine dicke Rechnung gekommen.""
* Falls doch: Wie der Hildesheimer Händler berichtete, galt die Bestätigung für eine Handy-Telefonie-Flatrate- die würde nämlich immer zuerst aktiviert werden. Erst dann könne man die Internet-Flatrate aktivieren. Mein Freund surfte also zum "normalen Datentarif"- und da sind schonmal 30 Euro in 5 Tagen weg, wenn man seine E-Mail abruft.
Naheliegend ist die Aktivierung der Handy (Telefonie)-Flatrate für einen Surfstick nicht. Mit einem Surfstick kann man nämlich keine Handy-Telefonate führen. Erwähnt wurde diese etwas seltsame Aktivierungsreihenfolge weder in der beiliegenden Gebrauchsanweisung noch in der Bestätigungs-SMS. Mein Freund ist Programmierer. Man darf ihm also den Umgang mit Handys und Computern zutrauen. Er kann sogar Gebrauchsanweisungen lesen.
Urlaub hin oder her- ohne Internet geht gar nix.
Technisch ist das kein Problem. Mein Fonic Surf-Stick funktioniert nach Treiberinstallation unter Windows und nativ (ohne Treiberinstallation) unter Ubuntu. Mein Android-Handy habe ich geroutet und mit der Gratis-App Barnacle zum WLAN-Router gemacht. Neuere Androidversionen bieten diese Funktion auch ohne Zusatzsoftware. Man kann jeden WLAN-fähigen Rechner mit dem Handy wie mit einem ganz normalen WLAN-Router verbinden.
Jetzt braucht man nur noch mobiles Internet. Für maximal 3-4 Wochen im Jahr ist nur die Prepaid-Variante aktuell. Deckung in deutschen Mittelgebirgen möchte man auch gerne haben. Ich mag's auch billig. Und vor allem möchte ich einen Anbieter, der sich an den Vertrag hält und Internet liefert, wenn man Internet bezahlt.
FONIC
Ich habe mir im Frühjahr 2009 einen Fonic Surf-Stick gekauft (Huawei E 160). Der tut, was er soll. Er zieht offenbar mehr Strom aus dem USB-Port als mein Netbook im Batteriebetrieb hergeben mag. Zuverlässig funktioniert er nur, wenn mein Netbook an der Steckdose und der Stick ohne USB-Hub direkt an einem USB-Port hängt. Unter Windows muß man Treiber installieren. Unter Ubuntu funktioniert der Stick ohne Treiberinstallation. Das ist sehr praktisch, wenn man Bankix einsetzt. Der Stick hat kein SIM-Lock und kann mit Nicht-Fonic-Karten benutzt werden. Inzwischen verkauft Fonic neuere Sticks mit etwas höherer Datenrate. Mit denen habe ich keine Erfahrung.Bei der Bestellung des Sticks per Internet mußte man Fonic eine Einzugsberechtigung geben. Die habe ich gleich wieder widerrufen. Ich mag es nicht, wenn mein Handy Zugriff auf mein Konto hat. Guthabenkarten kriegt man in diesen Läden.
Fonic bietet eine Tagesflatrate für 2,50€ an. Pro Kalendermonat bezahlt man maximal 25€. Ab einer Datennutzung von 500 MB/Tag bzw. 5 GB/Kalendermonat wird die Bandbreite auf GPRS-Geschwindigkeit beschränkt. Fonic benutzt das O2-Netz.
Bislang funktionierte Stick und Mobil-Netz erwartungsgemäß. Die Datenverbindung in deutschen Mittelgebirgen ist oft etwas dünn und instabil. Die Telekom ist da wohl besser, aber deutlich teurer. Der Browser Opera, der auf Wunsch Internet-Seiten über einen Proxy komprimiert (Opera Turbo), hilft, mit dünnen Datenleitungen zu leben.
PLUS
- Fonic hat nach meiner Auffassung von allen Anbietern die fairsten Vertragsbedingungen..
- Bislang habe ich das, was ich bezahlt habe, auch geliefert gekriegt. Das ist nicht selbstverständlich (siehe unten)
- Der Stick (von 2009) funktionierte ohne Treiberinstallation unter Ubuntu
- Der Stick hatte 2009 kein SIM-Lock.
- Bandbreitenbegrenzung auf 500MB/ Tag oder 5GB/ Monat. Das ist für mich kein Problem. Allerdings stelle ich mir unter einer Flatrate was anderes vor.
- Schlechte Datenrate abseits der Ballungszentren. Für die Handy-Navi, E-Mail und Zeitunglesen reicht's.
- Es gibt nur eine Tagesflatrate, keine Monatsflatrate. Die Kostenbegrenzung auf 25€ gilt nur für den Kalendermonat. Leider reise ich selten vom 1. bis zum 31 eines Monats...
- Der 2009 erworbene Stick funktioniert zuverlässig nur direkt an einem USB-Port und (bei meinem Netbook) im Netzbetrieb.
- Verkaufsstellen für Guthabenkarten sind dünner gesät als für die großen Anbieter wie O2 und Telekom
O2 oder: Wie setzt man seine Kunden schachmatt.
Ein Freund von mir machte gerade schlechte Erfahrungen mit einem O2-Surfstick.Am 15.4.11 kaufte er für 39€ einen Surfstick mit 5 Tagen Internetzugang und einer O2-Prepaid-Karte. Am 23.4.11 lud er sein Guthaben mit 30€ auf und erwarb eine Internet-Monatsflat für 25€ Per SMS wurde ihm die Flatrate bis zum 23.5. bestätigt. Bis zum Freitag, dem 27.4.11 funktionierte der Internet-Zugang . Ab diesem Zeitpunkt kam nur noch die Meldung, daß das gesamte Guthaben von insgesamt 30€ aufgebraucht sei. Mit leerer Karte kann man den O2- Kundenservice weder anrufen noch ansimsen. Aus Nicht-O2-Netzen ist der O2-Kundenservice nicht erreichbar. Mein Freund hatte bei so gutem Service verständlicherweise keine Lust, die Karten nochmal aufzuladen, bevor O2 den Fehler gefixt hat. Man könnte von einem Patt reden- wenn O2 daran nicht 30€ verdient hätte. Also ist es ein Schachmatt.
O2-Handy-Läden sind in deutschen Mittelgebirgen ähnlich selten wie UMTS-Bandbreiten. Der Surf-Stick-Händler in Hildesheim ging ans Telefon. Er fühlte sich sogar zuständig und versuchte, leider erfolglos, das Problem zu fixen. Die Begründung ist so verwickelt, daß sie sowieso keiner lesen will *.
Der Händler schlug meinem Freund vor, mit dem O2-Support zu telefonieren und um Kulanz zu bitten. Aber dazu hätte mein Freund O2 wieder 15€ spenden müssen. Man soll ja kein gutes Geld schlechtem hinterherwerfen, wird gesagt...
Die Geschichte nahm dann doch ein glückliches Ende: Für Händler gibt es natürlich Servicenummern, die auch aus anderen als O2-Netzen erreichbar sind. Wir stießen im Forchheimer Handyladen "The Phone House" auf eine Verkäuferin der seltenen Art: Nett, kompetent und engagiert. Sie schaffte es tatsächlich, O2 zu einer Reaktivierung der Monatsflat zu bewegen.
Ohne den Glücksfall mit dieser Verkäuferin wäre der O2-Stick mt SIM-Lock jetzt Elektronikmüll. O2 hätte für 10 Tage Surfen zum E-Mail-Abfragen und Zeitung lesen 69€ bekommen. Mein Freund fühlte sich- diplomatisch ausgedrückt- reingelegt. Sein Kommentar: "Glücklicherweise war's Prepaid, sonst wäre noch eine dicke Rechnung gekommen.""
* Falls doch: Wie der Hildesheimer Händler berichtete, galt die Bestätigung für eine Handy-Telefonie-Flatrate- die würde nämlich immer zuerst aktiviert werden. Erst dann könne man die Internet-Flatrate aktivieren. Mein Freund surfte also zum "normalen Datentarif"- und da sind schonmal 30 Euro in 5 Tagen weg, wenn man seine E-Mail abruft.
Naheliegend ist die Aktivierung der Handy (Telefonie)-Flatrate für einen Surfstick nicht. Mit einem Surfstick kann man nämlich keine Handy-Telefonate führen. Erwähnt wurde diese etwas seltsame Aktivierungsreihenfolge weder in der beiliegenden Gebrauchsanweisung noch in der Bestätigungs-SMS. Mein Freund ist Programmierer. Man darf ihm also den Umgang mit Handys und Computern zutrauen. Er kann sogar Gebrauchsanweisungen lesen.
