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Widrigkeiten des Alltags

Mendeley portabel machen

Die IT-Policy an meinem Arbeitsplatz wurde geändert. Benutzer haben keine Admin-Rechte mehr und können keine Software mehr installieren, allerdings portable Software benutzen.

Leider ist die Bibliographiesoftware Mendeley nicht portabel. Sie läßt sich mit der Software Evalaze portabel machen. Die hier beschriebene Methode funktioniert, wenn man alle Artikel im selben Verzeichnis  (gerne mit Unterverzeichnissen) hat.

Zutaten

1. Eine Vollversion der  Software "Evalaze" (kostet 70€) . Eine Vollversion  findet sich auf der DVD, die der c't 24/2011 beiliegt.
2. Ein neuinstalliertes Windows XP mit .NET und Internet-Zugang. Ich habe eine virtuelle Maschine,  den Windows XP Mode von Windows 7 benutzt.
3. Eine Mendeley- Installationsdatei. Ich habe Version 1.3 benutzt

Zubereitung

1. Windows XP Mode von Windows 7 und .NET

Gilt nur für Windows 7 Professional, Ultimate und Enterprise. Der XP-Mode fehtl bei Windows 7 Home. Die nötigen Dateien und eine Installationsanleitung bietet Microsoft hier an. Im neu eingerichteten virtuellen System sollten alle aktuellen Sicherheitsupdates und .NET installiert werden. 

2. Installation von Evalaze

Evalaze per Doppelklick starten. Die Software muß per Internet aktiviert werden. Dann  "Ohne Assistenten starten", einen Namen (z. B. Mendeley)  und Pfad fürs Projekt eingeben.

3. Festen Laufwerksbuchstaben für das Verzeichnis mit den Artikeln

Kommandozeilenbefehl
    subst B: F:\Meins\Artikel
ausführen. Hierbei steht F:\Meins\Artikel für das Verzeichnis, in dem die Papers liegen.

Wofür? Mit Evalaze erzeugt man eine Mendeley-Version, die alle Schreibzugriffe auf Systemdateien- und Verzeichnisse in einen eigenen Ordner wählbarer Lokalisation, eine Sandbox, umleitet. Aber wohin mit den Artikeln? Der Ordner mit Papers hat einen festen Platz in meiner Ordnerstruktur. Ihn umzuziehen hätte zu viele Nebenwirkungen. Als muß ich dafür sorgen, daß mein portables Mendeley den Ordner, egal auf welchem Datenträger er liegt, immer im gleichen Verzeichnis findet.
Das habe ich erreicht, indem ich den Ordner mit den Artikeln per subst-Kommandozeilenbefehl den Laufwerksbuchstaben B: zugewiesen habe:
subst B: F:\Meins\Artikel.
B: ist ein Alias fürF:\Meins\Artikel.  Löscht man eine Datei unter B:, so verschwindet sie natürlich auch unter F:\Meins\Artikel. Die Laufwerksbuchstaben werden beim Runterfahren zurückgesetzt. Der Subst-Befehl muß als bei jedem Systemstart neu ausgeführt werden. Ich starte mein portables Mendeley per BAT-Skript. Dieses Skript führt erst den subst-Befehl aus, dann startet es Mendeley.
Der subst-Befehl funktioniert auch mit den meist FAT-formatierten USB-Sticks. Setzt man nur NTFS als Dateisystem ein, kann man einfach einen Hardlink setzten, der bleibt auch beim nächsten Neustart erhalten.

4. Prescan

Scanbereich auswählen. Laufwerk B, Laufwerk C (mit Ausnahme irrelevanter Ordner , wie Recycler)  und die gesamte Registry auswählen. Auf den Button "Prescan" drücken. Warten, bis Evalaze feritig ist.
Evalaze macht jetzt eine Bestandsaufnahme des Systems, um  die Änderungen nach der Installlation identifizieren zu können.

5.  Mendeley installieren und konfigurieren

Mendeley wird real auf dem System installiert, es verschwindet nicht, wenn man Evalaze schließt.
Auf den Button "Setup" drücken. Im "Setup-Starten"-Dialog die Mendeley Installationsdatei wählen und ausführen. Unter "Choose Start Menu Folder" einen Haken bei "Do not  create shortcuts" setzen. Das Setup durchlaufen lassen.
Mendeley nach abgeschlossenem Setup starten und in den vorhandenen Account einloggen. Warten, bis alle Dateien und Referenzen runtergeladen sind. Dann  Tools->Options -> File Organizer aufrufen.  Haken vor "Organize My Files" setzten und als Pfad B:\ eingeben. Ich selber benutze auch den Umbenenner "Rename Document Files". Dann auf Apply drücken. Mendeley kopiert jetzt alle Dateien aus seinem eigenen Download-Verzeichnis nach B:\.
Wenn Mendeley fertig ist, kann es geschlossen werden.

6. Postscan

Auf den Button "Postscan" klicken. Evalaze scannt das System, um Änderungen durch die Installation zu finden

7. Konfigurieren des Pakets

Button "Build-Einstellungen" wählen. Unter Anwendungen nur  "MendelyDesktop.exe" auswählen. Unter "Pfad der Sandbox" "Anwendung portierbar machen" auswählen.
Ribbon "Dateisystem" öffnen. Laufwerk B von "WRITECOPY" auf "MERGED" setzen.
Zurück zum Ribbon "Virtuelle Anwendung" und auf  "Anwendung erstellen" klicken.. Zunächst wird man nach dem Speicherpfad gefragt, dann legt Evalaze los.

8. Das fertige Produkt

Das Resultat der Mühen ist eine Datei mit dem Namen Mendeley.exe (wenn der Projektname Mendeley war). Durch Doppelklick wird Mendeley gestartet (nachdem man sein Artikelverzeichnis mit subst auf B: gelegt hat). Beim ersten Start werden die Mendeley-Dateien  in ein Verzeichnis im gleichen Pfad wie Mendeley.exe entpackt. Das dauert, selbst auf einem schnellen Rechner. Danach startet Mendeley etwas schneller.
Die Evalaze-Version von Mendeley ist hakeliger als das Originalprodukt. Die Software reagiert langsamer. PDF-Dateien lassen sich auch extern öffen, der Menüpunkt "Open Folder" geht  nicht. Die für mich wichtigen Funktionen (Importieren, Umbenennen, Taggen, Suchen und mit dem Netzaccount synchronisieren) gehen.

Windows 7 und unscharfe Schrift

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