…, nichts gutes haben manche für mich übrig. Manche kann ich sogar verstehen, ich habe auch gesündigt.
Darum fahre ich nun mit Biografischem aus, „Am Fenster“, fort. Ein Kapitel das deutlich macht wie Eltern, Familie und Gesellschaft ihre Kinder, Jugendlichen und Freunde allein läßt und an ihrem Elend verzweifeln läßt. Ich habe in meiner Biografie und meinem kurzen Leben vieles erlitten was manch anderen in den Suizid oder in blanker Gewalt hätte enden lassen. Zu meinem grossen Bedauern lerne ich in Gesprächen und Begegnungen an meinem derzeitigen Arbeitsplatz immer mehr ignorierte Opfer des geduldeten Mißbrauchs kennen. Alle erzählen sie individuelle Geschichten mit einer vergleichbaren Lebensgeschichte.
Keine Rechtfertigung, aber da ich durch Schuldige und durch eigene Fehler belastete Menschen, öffentlich in Form inquisitorischer Denunziation angeprangert werde, spreche ich noch einmal selbst aus was schon lange vor diesem Akt der Willkür und Selbstjustiz, von mir öffentlich gemacht wurde.
Aus „Am Fenster“, Kapitel 74, „Ich bin dissozial“
Einleitend möchte ich Wickipedia zitieren, es geht um die Definition des Prangers.
Der Pranger, Schandpfahl oder Kaak war ein Strafwerkzeug in Form einer Säule, eines Holzpfostens oder einer Plattform, an denen ein Bestrafter gefesselt und öffentlich vorgeführt wurde. Zunächst Folter-Werkzeug und Stätte der Prügelstrafe (Stäupen), erlangten Pranger ab dem 13. Jahrhundert weite Verbreitung zur Vollstreckung von Ehrenstrafen. Der Pranger diente den Städten auch als äußeres Zeichen der Gerichtsbarkeit.
Die Strafe bestand vor allem in der öffentlichen Schande, welche der Verurteilte zu erdulden hatte und die vielfach ein „normales“ Weiterleben in der Gemeinschaft unmöglich machte oder sehr erschwerte. Auch war der Bestrafte den Schmähungen der Passanten ausgesetzt, die für ihn nicht ungefährlich waren. Auch das Bewerfen der betroffenen Person mit Gegenständen und das Prügeln (niederdeutsch "kaakstreeken", Streek = Streich und entsprechend dänisch "kagstryge") waren üblich. In vielen Städten (z. B. Lübeck) war es jedoch untersagt, mit festen Gegenständen nach der Person im Pranger zu werfen.
Einer der letzten Fälle dürfte im Jahr 1853 in Berlin zu verzeichnen sein: Auf dem Höhepunkt der Reaktion in Preußen wurde auf dem Hausvogteiplatz noch eine Frau wegen Meineids an den Pranger gestellt: „… als es uns auffiel, dass sich vor der Hausvogtei eine neugierige Menschenschar unruhig vor etwas herumdrängte. Wir beschleunigten unsere Schritte und erblickten nun eine schon ziemlich bejahrte, korpulente Frau, mit den Händen rücklings an einen Pfahl gebunden, über dem zu lesen war: ‚Wegen Meineid‘. Man schrieb damals 1853. Es war also ein auf der Höhe der Reaktion gemachter Versuch, die mittelalterliche Strafe des Prangers wieder einzuführen. Als wir um zwölf Uhr auf dem Rückwege an derselben Stelle standen, war das uns Jungen natürlich sehr interessierende Schauspiel bereits von der Bildfläche verschwunden. Die Regierung hatte wohl eingesehen, dass sie nach 1848 so etwas den Berlinern nicht mehr bieten durfte.
Eines ist so gewiß wie von mir erlebt und erlitten,
ich war dissozial.
Über Ziele, Rudi meine Biografie,Vergangenes, Haft und TäterFragt sich nur warum, in welchem Umfang und will ich das ?
Wie ich mich damit fühle hat bis heute niemand interessiert. Warum auch, gilt Marie doch als anstrengend, emotional und darum unglaubwürdig. Medienvertreter nennen das dann auch schon einmal unprofessionell. Marie ist kein Medienprofi. Marie ist auch kein Mensch der im Selbstmitleid versinkt. Es geht ihr um Gerechtigkeit. Was Marie erlebt hat haben auch andere zu Schultern, sie hat es einfach nur komprimiert quasi „all inclusive“ im Gepäck. Ich will auch nicht der Gesellschaft als pauschalem Ziel meiner Biografie Verantwortung in irgendeiner Form aufbürden. Das wäre zu einfach. Es hat auch bei mir lange Zeit gedauert es zu begreifen. Es gibt Regeln die niemand von ihrer Beachtung befreien, auch mich nicht. Darum war es an der Zeit sich dessen bewußt zu werden, der regelfreie und rekursive Zyklus, der vermeintlich rechtsfreie Raum den Rudi für sich geprägt, lebte, hat in meinem Leben nichts zu suchen. Ergo ist es an der Zeit dem rücksichtlosen Verfolgen meiner ehemaligen und derzeitigen Ziele dahin gehend ab zu schwören. Keine Regelverstöße mehr. Ich habe für Marie die Fährte gelegt, die Spuren geschaffen welche es Beweisen lassen, es darf niemand mehr unter Ignoranz, Duldung, und Desinteresse an den Krankheiten dieser Gesellschaft leiden wie es bei Rudi und lange Zeit auch bei Marie üblich war. Keiner meiner Hilfeschreie rechtfertigt die Verletzung anderer Menschen und welcher institutionalisierten Gruppen auch immer. Schluß mit Lustig, dieses Erbe meiner Biografie ist es nicht wert erhalten zu werden. Es war mir in letzten Jahren bei der Erreichung meiner Ziele hilfreich, aber dieses Stadium persönlichen Wahnsinn's, fast blindwütiger Wahrheitsfindung liegt hinter mir.
Es wird ein Spagat der mir momentan nur schwer zu leisten scheint. Auf der einen Seite erwarten viele von mir Unbeherrschtheit, Emotionalität, Berechnung und asoziales Verhalten. Das alles war und wollte Rudi nie sein. Marie auch nicht, nur macht sie die Erfahrung das, wenn Marie sich abwägend, überlegend und angemessen verhält, ihr mit Mißtrauen begegnet wird. Das ich diesen Weg jedoch konsequent gehen muss, endlich auch im Rahmen üblicher Grenzen an zu kommen, bleibt mir nur wieder diese selbst zerstörende Konsequenz erneut zu praktizieren. Diesmal ausschließlich für mich, Disziplin und noch einmal Disziplin um endlich sozial verträgliche Freiräume besetzen zu können. Ebenso wie ich lernen musste das Prognosen und Perspektiven für die Zukunft nicht zählen musste ich akzeptieren und anerkennen das Vergangenheit nicht zählt. Dazu gehört auch das es niemand und im Regelfall schon gar nicht die Betroffenen interessiert was und für wen geleistet wurde.
Das gilt auch für dies Buch, Menschen die zu recht als etabliert, als in diesem System angekommen gelten, sagen es ist gut. In der Regel sind es Mitglieder des so genannten Bildungsbürgertums. Anne sagt, das es zu Ende geschrieben werden muss, Sanne möchte es komplett lesen und Betroffene die ich auf ihrem Weg begleitet habe, fanden sich darin wieder und haben daraus Hilfe gezogen. Marie würde am liebsten eine Job als Telefonistin, etwas in dieser Art ausüben. Keine Helfersyndrom mehr, keine Betreuung mehr, keine Hintertür mehr um mir selbst aus dem Weg zu gehen. Aber ich werde es zum Ende bringen, dieses Buch und ich möchte es für mich zum Ende bringen. Keine halben Sachen mehr. Es muss auch fertig werden um die vielen persönlichen Opfer und Verletzungen welche ich dafür in Kauf genommen und geschaffen habe, zu rechtfertigen.
Es gibt etwas das ich für mich lösen muss, meinen Absolutismus. Er steht mir weder an, noch macht er für mich oder irgend ein Problem auch immer, das Leben menschlicher. Noch ein Erbe Rudi's das ich ablehnen werde. Auch wenn ich jetzt noch nicht weiß wie sich dies entwickeln wird, welche Auswirkungen es haben wird, es wird ein Stück Veränderung das Spuren schaffen wird. Vielleicht wird es mir helfen persönliche Baustellen ohne Hass fertig zu stellen. „Let it be“, meine Mutter, Heidi, Sandra, Rudi's und meine Opfer.
Warum frage ich mich, was ich verbockt habe ? Bei dem Erzeuger hat Marie sich 48 Jahre gefragt ob sie den Vater verraten darf, er musste sie doch auch geliebt haben, hat er ja auch, und wie. Was hatte sie denn bei dem falsch gemacht ? Nichts, und für diese Antwort hat Marie 48 Jahre gebraucht. Was ein Wahnsinn, all die Angst, die Furcht schlecht zu sein, das Trauma des und der pathologischen Lügnerin nicht los zu werden und das schlechte Gewissen ihn zu diesen Handlungen gezwungen zu haben. Dazu kommt der Versuch sich aus dem Täterkreis aus zu nehmen. Bei Erzeuger Franz hieß der Versuch Kollege Willi K.. Dieser Willi K. hatte einen Pflegesohn mit dem Ruf renitent zu sein. Heute weiß Marie warum er es war. Willi K. war nämlich auch so einer.
Wie ich darauf komme ?
1971 durfte die Larve Rudi zum aller ersten Mal in den Ferien arbeiten, was lag näher als in des Erzeugers Elektroabteilung. Diese gehörte zu einem der führenden Hersteller von so genannten Furnierklebemaschinen und der war damals Weltmarktführer in diesem Bereich. Rudi wurde besagtem Willi K. zugeteilt. Aufgaben waren sauber machen, Hilfsarbeiten, was auch sonst. Ganz wichtig war es Willi K. immer das Rudi mit ihm in Keller ging. Dort war das Elektrolager und das war groß, verwinkelt, hatte relativ tiefe Decken, deckenhohe Regale und eine etwas trübe Beleuchtung. Was Rudi nicht sofort auffallen konnte war die Tour mit Willi K's Rückenschmerzen und dem Bandscheibenvorfall, wegen dem konnte Willi K. nach eigener Aussage nicht mehr auf eine Leiter steigen. Aber Rudi musste immer häufiger mit in den Keller und natürlich immer nur auf die Leiter. Begriffen hat Rudi es als Willi K., Rudi stand wieder einmal auf der Leiter, ihm von hinten zwischen die Beine und an das Genital griff. Nur die Reaktion war eine andere als in früheren Jahren bei dem Erzeuger, voller Ekel und Abscheu trat Rudi nach hinten aus. Die Reaktion des Erzeugers war die geballte Faust auf Rudi's rechtem Auge. Nach Feierabend natürlich, klar das Willi K. sich beschwert hat. Er muss doch davon aus gegangen sein, Rudi sei ein williges furchtsames Opfer. Nicht nur die Opfer sind stigmatisiert, auch die Täter erkennen sich untereinander. Von diesem Tag an fielen Rudi und Marie immer mehr Gemeinsamkeiten im Verhalten zwischen den Beiden Ehrenmännern auf.
Bedauerlicherweise hat Marie zwei Eigenschaften. Die Fähigkeit Menschen nicht nur sexuell sondern auch mental zu beherrschen und abhängig zu machen. Zweifelsfrei einer der Gründe warum sie selbst extrem verletzlich und angreifbar ist. Marie sind Sensibilät, Wahrnehmungsvermögen und Bösartigkeit in hoher Qualität und als Endlosschleife programmiert. Wie und durch wen ? Durch die Traumatisierungen aus den Verletzungen und den Erniedrigungen ihres Lebens. Neuro Linguistische Deformationen vom schlimmsten. Logischerweise hat die Angst vor weiterem Schaden so etwas wie einen Anti-Viren Schutz in mir geschaffen. Dessen Grundlage ist was ? Natürlich Misstrauen und dieses prüft nicht nur potentielle Bedrohungen sondern alles und jeden und verlangt nach ständiger Kontrolle mit der Macht zu eliminieren oder in mir genehme Quarantäne zu verbannen.
Dann gilt es noch eine Frage zu beantworten. Um ehrlich zu sein, Marie läuft sowohl vor der Frage, als auch vor der Antwort davon.
Wenn sich Opfer als stigmatisierte erkennen und dies auch für Täter gilt, wenn in hohem Maße aus Opfern Täter jeglicher Ausprägung werden, auf welch ensetzlichem Weg und mit welcher düsteren Erwartung ist Marie unterwegs ? Eins ist mir heute sehr deutlich, ich bewege mich zwischen dem Gegenteil meiner Peiniger und das in all derer Prinzipien und Grundsätzen, als auch deren Methodik. Das subtiler und konsequenter als das ich diese erfahren haben. Der Mensch ist eben ein selbst lernendes System. Stockholm und das gleichnamige Syndrom lässt grüßen. Der Hang zur Hörigkeit, zur Unterordnung, paradoxerweise mit der scheinbar zum Überleben notwendigen absoluten Kontrolle gepaart, ist die Hölle auf Erden. Leider gibt es nur wenige, in ihrer Wirkung absolute Wege, heraus aus dieser gelebten Endzeit. Marie muss nicht auf Armageddon warten, sie lebt es und ihre Sehnsucht ist die Entscheidung.
Erich Fried, Antwort,.......
Zu den Steinen
hat einer gesagt:
seid menschlich
Die Steine haben gesagt:
Wir sind noch nicht
hart genugMit den Steinen hat Marie oft gesprochen, sie sind gute Zuhörer. Darum sind Friedhöfe wohl auch ein beliebtes Ziel ihrer Meditation. Vor allem weil Grabsteine eine finale individuelle Persönlichkeit besitzen, diese sind im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gehauen. Die Sonne scheint, es ist zwar kühl aber Marie hat beschlossen ihren Fensterplatz gegen einen Spaziergang auf dem nahem Friedhof zu tauschen. Etwas frische Luft wird ihr gut tun und nach dem Sex sowie so. Marie und Hans hatten sich mit einem anderen Paar getroffen. Diese leben als Paar auch eine Affäre wie Hans und Marie, stressfrei eben. Diese Form „freier“ Sexualität hat den Vorteil nicht bindend und ohne Beziehungszwänge zu sein. Just for Fun und wer nicht will lässt es eben. Wenig konnte Marie ebenso wie Rudi bisher selbst gestalten, zuwenig. Der Sex gehört dazu, es ist wie ein Bodensatz existentieller Notwendigkeiten. Essen, atmen, hin und wieder richtig schlafen, alles Dinge die gegeben sind aber nicht dem eigenen Gestaltungsrahmen entsprechen. Der Rest sind oder waren Zwänge, so wie Rudi's Haftstrafen. Er wurde, unberücksichtigt seiner und damit auch meiner Vergangenheit, kriminell. Das Erbe welches er mir damit hinterlassen hat ist noch immer, Rücksichtlosigkeit, Hilferufe und Einsamkeit. Was bleibt ist darüber zu schreiben, Zuhörer gibt es nicht. Auch keine professionellen, die haben Lehrmeinungen und verbieten sich das Zuhören, sie sind härter als die Steine. Marie würde gern mit ihrer Schwester reden, hat sie doch nach ihrer Kenntnis Psychologie studiert. Nur, Ruth ist leider auch kein Stein.
1996 musste er das erste Mal in Haft, U-Haft, der Unterhalt, es dauerte eine Woche. 1998 hat er Glück gehabt, der Haftrichter ließ ihn wieder laufen. 1999 erfuhr Rudi von Sandra's, seiner Tochter, behördlich dokumentiertem zweitem Erzeuger, jetzt war ihm alles egal und Marie wurde für 3 lange Jahre hilflos, ohne jeden Einfluss auf ihn. Im Jahr 2000 ging es wegen Unterhalt für 5 Monate in den offenen Strafvollzug nach Bielefeld-Brackwede. Auch das hat ihn scheinbar unberührt gelassen, war doch eh alles egal. Was er versuchte mühsam auf zu bauen, stieß die Vergangenheit wieder um und die Sache mit dem Unterhalt, mit Sandra, konnte er nicht ändern. Rudi begann an sich und seinem Leben zu verzweifeln, schlimmer noch er resignierte. Rudi war bereits zu diesem Zeitpunkt eine gebrochene männliche Larve. 2001 war dann vorläufig schluß mit Lustig, er lebte immer noch mit Conny zusammen, versuchte sich wieder einmal beruflich zu etablieren, die nächste Haft, Betrug. Er hatte keine andere Möglichkeit mehr gesehen, Conny, ihren Sohn Norman und sich über Wasser zu halten. Zumal es waren kalkulierte Strafen, er wollte raus aus den Zwängen illegaler Geschäfte und Dienstleistungen. Es ging mal wieder in den offenen Vollzug, nur diesmal gelang es ihm zu fliehen. Nicht um sich dem Vollzug zu entziehen, er wollte seine Gesundheit schützen ob der unmenschlichen medizinischen Zustände dort. Der andere Grund war Marie, sie hatte begonnen wieder Einfluss zu nehmen, wollte aus ihm heraus und nicht an Rudi zu Grunde gehen. Drei Monate später wurde er gefasst, diesmal ging es in den geschlossenen Vollzug, wieder Bielefeld-Brackwede. Ein Hochsicherheitsgefängnis, gebaut aus der Angst der 70'er Jahre, Baader-Meinhof, RAF etc., Mithäftlinge waren Körperverletzer, Junkies, Dealer und so weiter. Das ganze Spektrum krimineller Energie und Not, Rudi trug Marie mitten hinein.
Ich war es, Marie, die ihn zur Sozialarbeiterin trieb. Die Dame hatte ein Büro auf dem Zellentrakt und war immer überbeschäftigt, zumindest erweckte sie den Anschein.
Rudi erhielt nach Beantragung also einen Termin bei der Dame und Marie sprach zu ihr.
Ich habe ihr eindringlichst gesagt das Rudi kein Mann sei, zumindest ein transidenter Mensch und Hilfe benötige.
Ihre Antwort war kurz, knapp und abschließend. „Dann passen Sie mal auf das ihre Mithäftlinge nichts merken. Das wäre nicht gut für sie“. Sie machte sich eine Notiz in ihrer Akte und Rudi saß mit Marie die Haft ab.
Nach der Entlassung lernte Rudi Meike kennen, Meike war die Mutter von Daniel, dem mißbrauchten ADS Kind. Die Beiden trafen eine Absprache, Meike ging arbeiten und Rudi betreute Daniel. 2006 schlug dann wieder die Justiz zu. Reststrafe wegen Unterhalt, vier Monate JVA Neumünster.
Marie wäre fast durchgedreht, sie hat in Rudi einen Amoklauf nach dem anderen begonnen, schlimmer die Alpträume wurden auch Tagträume. Es waren die Erinnerungen an Franz unseren Erzeuger.
Rudi erfuhr durch einen Zufall das die Uni Kiel, gefördert durch ein Millionen Budget des Landes Schleswig-Holstein dort ein Pilotprojekt durchführte. Ziel und Aufgabe war es, Verurteilten Mißbrauchern und Mißhandlern wieder in die Gesellschaft und das schnellstmöglich, zurück zu helfen. Mit diesen Leuten saß Rudi auf einer Haftabteilung, auf einem Flur.
Ich begann immer militanter zu werden und in Rudi zu wirken. Ein Antrag jagte den anderen, ich wollte zu diesen Leuten in psychologische Betreuung.
Nach mehreren erfolglosen Anträgen hatten wir die Herrschaften wohl ausreichend genervt. Wobei ich mir heute sicher bin, die Intervention des protestantischen Anstaltsdiakon war Ausschlag gebend, Rudi wurde einem der Herren Psychologen vorgeführt.
Wieder war es Marie die sprach und um Hilfe bat.
Die Antwort war wieder abschlägig mit einem Unterschied, der Herr druckte eine Liste aller niedergelassenen Psychologen in Schleswig-Holstein aus. Die solle Rudi nach Haftentlassung anrufen und einen Termin vereinbaren.
Was er sagte war: „Wir sind hier für die Täter da, Opfer betreuen ist nicht unsere Aufgabe. Kümmern sie sich nach der Entlassung selbst darum“.[/ALIGN]
Erich Fried hat recht, so hart ist kein Stein.
Wer frei ist von jeder Schuld, der werfe den ersten Stein.„Am Fenster“, Kapitel I