Neues vom Steuergrab Quaero - Ausschreibung zur Suchmaschine "Quaero" voraussichtlich in zwei Jahren
Friday, 8. December 2006, 04:10:24
(Quelle DBTG) Das deutsch-französische Innovationsprojekt einer europäischen Internet-Suchmaschine "Quaero" berücksichtigt viele Interessen aus Industrie und Wissenschaft, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Die Grünen. Das Projekt sei im April des vergangenen Jahres von einer hochrangigen deutsch-französischen Industriearbeitsgruppe ausgewählt worden. Da bei strategischen Großprojekten mit grundlegender Bedeutung Ausschreibungen nicht üblich seien, sei das Projektmanagement dem Konsortialführer Empolis/Bertelsmann übertragen worden. Dieser habe eine aufwendige Abstimmung in der Industrie vorgenommen, um das Projekt inhaltlich auszurichten, den deutschen Anteil zu profilieren und die relevanten Träger des Know-hows auf deutscher Seite zu beteiligen. Auf französischer Seite sei die Firma Thomson ähnlich vorgegangen. Nach Mitteilung der Regierung ist geplant, den deutschen Quaero-Teil in einer zweiten Förderphase in voraussichtlich zwei Jahren mit einer Ausschreibung über das jetzt etablierte Konsortium hinaus zu öffnen, sodass erste Ergebnisse für weiterführende Entwicklungen in der mittelständischen Wirtschaft genutzt werden können. Nach Angaben der Grünen soll Quaero eine multimediale Suchmaschine werden, die Texte, Bilder, Audiodateien und digitalisierte Bücher aus Bibliotheken auffindet. Quaero soll danach nicht nur nach Wörtern oder Stichworten suchen, sondern auch Seiten zu bestimmten Themen auffinden, indem Begriffe verknüpft und durch zusätzliche Kennzeichnungen der Nutzer ergänzt werden. Nach Regierungsangaben ist das Interesse an einer Mitwirkung im deutschen Quaero-Projekt so groß gewesen, dass nicht nur die Zahl der Beteiligten die Erwartungen übertraf, sondern auch die Höhe der beantragten Mittel rund 100 Prozent über den Haushaltsansätzen lag. Die Kriterien bei der Auswahl der an Quaero beteiligten Unternehmen seien wissenschaftliche Qualität, Verwertungs- und Nachhaltigkeitspotenzial sowie Kompetenz und Qualität des Arbeitsplanes gewesen. Von elf eingereichten Vorschlägen für Teilvorhaben in Deutschland seien auf die Empfehlung von Gutachtern hin sieben für die Forschungs- und Entwicklungsförderung vorgeschlagen worden. Die Jury habe sich aus acht unabhängigen Experten, davon sieben aus der Wissenschaft, zusammengesetzt. Wie es weiter heißt, ist die Empolis GmbH in Deutschland eines der maßgeblichen Unternehmen im Bereich der Suchtechnologie. Das Unternehmen habe auch Erfahrungen im Umgang mit Informationsaufbereitungsprozessen, die bei Quaero ebenfalls von Bedeutung seien. Zum Konsortium gehöre darüber hinaus mit Lycos ein führender Portalbetreiber Europas. Soweit möglich, seien auch kleine und mittlere Unternehmen einbezogen worden, etwa die m2any GmbH, die sich auf Grundlagen und erste Projekte im Bereich der Audiosuche spezialisiert habe, und die moresophy GmbH, deren Schwerpunkt auf dem dynamischen, semantischen Modelling liege. In der zweiten Phase gebe es weitere Chancen für eine Beteiligung, so die Regierung. Der Zeitplan des Quaero-Projekts sei für die nächsten drei bis fünf Jahre aufgestellt. Für bestimmte Teilvorhaben sei bereits Anfang 2008 mit Forschungsergebnissen zu rechnen, die dann gegebenenfalls von der Industrie in die Praxis umgesetzt werden könnten, heißt es in der Antwort.
Da fragt man sich natürlich als Laie, wieso da nicht gleich Ausschreibungen gemacht werden? Ach so, jemand hat das Subventionsabgraben mitbekommen und jetzt versucht man gut Wetter zu machen. Nicht zu glauben wie hier Millionen einfach so verteilt werden und es ist ein Schlag ins Gesicht der vielen kleinen Suchmaschinen, die mit viel Geduld ein eigenes Projekt grossziehen.
Siehe auch die älteren Posts:
Grüne wollen Auskunft über Quaero
Steuergrab Quaero


