Medienzeiger

zuhause während der digitalen revolution

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Sibylle Berg: Das Unerfreuliche zuerst

Die Landung in der Wirklichkeit war hart. Vor mir ging ein Pärchen, er ein hübscher, weichgesichtiger Schlaks von Mitte 20, sie im selben Alter, klein, energisch und eindeutig der Boss, wie eine ältere Schwester. Der Junge hatte vom Kinogucken noch Traum in den Augen und fragte das Mädchen, wie ihr der Film gefallen habe. Sie zerrte an den Klettverschlüssen ihrer Jacke, schwang sich einen Rucksack auf’s Kreuz und sagte: „Pfffh. Das muss man ja wohl nicht so ernst nehmen.“

Renn, Junge, renn, dachte ich, renn sofort, du hast den Quell des Unglücks berührt, einen Ort künftiger Qualen, du hast auf dem Dampfer des Bösen angeheuert, flieh, solange du noch kannst. Doch er lief nicht, sondern schlürfte mit. Ein Arzt würde sagen: Er hatte Beziehung.

What would Steve do?

"If you’re really bright — have you ever thought about what it is to be intelligent?

You meet your friend, and he’s pretty dumb, and maybe you think you’re smarter, and you wonder what the difference is?

I’ve thought about this a little bit myself, and it seems to me a lot of it’s memory, but a lot of it’s the ability to zoom out.

Like, you’re in a city and you can look at the whole thing from the 80th floor down at the city, and while other people are trying to figure out how to get from point A to point B reading these stupid little maps, you can just see it all out in front of you. You can see the whole thing, and you can make connections that just seem obvious because you can see the whole thing. And that’s why bright people feel guilty a lot. Because they come up with stuff that they just say “hey look at this” and other people give them these awards and they feel … funny.

But the key thing is that if you’re gonna make connections that are innovative, if you’re going to connect two experiences together, you’ve gotta not have the same bag of experiences that everyone else does, or else you’ll make the same connections, and you won’t be innovative, and no one will give you an award.

So what you’ve got to do is:

GET DIFFERENT EXPERIENCES.

One of the things about being bright is everyone puts you on this path … you know to go to high school, go to college …
but you might want to think about going to Paris and being a poet for a few years.
Or you might want to go to a third-world country; I’d highly advise that … it’s very much so worth doing.
Fall in love with two people at once.

Walt Disney took LSD. Once. And that’s where the idea for Fantasia came from. It’s true. You can go hear stories about all these people and the key thing that comes through is that they had a variety of experiences that they could draw upon in order to solve a problem or attack a dilemma in a unique way.

And so one of the things that you’ll get a lot of pressure to is to go in one direction, and believe in god, and all that other stuff. And that’s great, but don’t walk by a zen buddhist because of that. Sit down and talk and buy him lunch.

One of the things that I had in my mind growing up, and I don’t know how it got there, was that the world was something that happened just outside your peepers, and you didn’t really try to change it, you just sort of tried to find your place in it and have the best life you could, and it would all just go on out there and there were some pretty bright people running it.

One of the thing that motivates a lot of people that I’ve seen that actually get out and do something in ANY different field is that we all eat food that other people cook and wear clothing that other people make and use languages that other people evolved and use someone else’s mathematics, and we’re sort of taking from this giant pool, constantly, and the most ecstatic thing in the whole world is to actually put something back in that pool.

It’s the most ecstatic thing that I’ve encountered. So I would highly recommend it."



Steve Jobs

(the contextual in joke is that he’s addresses a roomful of attendees at a conference about Achievement)

Words that don’t exist in the english language:

L’esprit d’escalier: (French) The feeling you get after leaving a conversation, when you think of all the things you should have said. Translated it means “the spirit of the staircase.”

Waldeinsamkeit: (German) The feeling of being alone in the woods.

Meraki: (Greek) Doing something with soul, creativity, or love.

Forelsket: (Norwegian) The euphoria you experience when you are first falling in love.

Gigil: (Filipino) The urge to pinch or squeeze something that is unbearably cute.

Pochemuchka
: (Russian) A person who asks a lot of questions.

Pena ajena: (Mexican Spanish) The embarrassment you feel watching someone else’s humiliation.

Cualacino: (Italian) The mark left on a table by a cold glass.

Ilunga: (Tshiluba, Congo) A person who is ready to forgive any abuse for the first time, to tolerate it a second time, but never a third time.

    Die rauchende Frau | Eine Liebeserklärung

    Frauen, die rauchen, sind klasse. Wenn man sie anruft, sagen sie Sachen wie »Nein, ich kann jetzt nicht, ich muß gerade meine Haare entbeinen«, und dann hört man sie einen tiefen Zug aus der Lulle nehmen. Man sieht sie vor sich, wie sie da in ihrer Küche sitzen, inmitten einer gigantischen Unordnung, und den ganzen Tag tun sie sinnlose Dinge, zu denen Männer oder nichtrauchende Frauen niemals fähig wären.
    Rauchende Frauen versetzen Männer in intellektuelle Raserei und stacheln sie, einfach so, nur durch ein bißchen Paffen, zu Höchstem an. Das Höchste aber ist dies: Ein ansonsten recht zurechnungsfähiger Mann verfällt angesichts einer schmökenden Frau schlagartig dem Wunsch, ihr zu gefallen, und sagt: »Ich brauche keine harte D-Mark. Hart bin ich selber.« Zur gerechten Strafe wird er in Folge von der rauchenden Frau zirka alle fünf Minuten angerufen und mit dem Satz »Junge, mach die D-Mark weich! Ja! Ja! Ja!« weiter angefeuert.
    Nichtrauchende Frauen sind völlig scheiße. Sie haben Sprühdosen dabei und sprühen »Männerkrieg ist Frauenmord« an irgendwelche Wände. Das finden sie gut, und es fällt ihnen dabei auch gar nichts auf. Nichtrauchende Frauen sind sowas wie Eva Braun und müssen daher das Schicksal Eva Brauns teilen: an der Seite eines bekloppten Vegetariers verdorren. Claudia Nolte zum Beispiel würde nie rauchen, denn: Die deutsche Frau raucht nicht! Sondern riecht ein bißchen nach Turnhalle und Medizinball. Und sieht auch genau so aus.
    Rauchende Frauen dagegen hätten den Faschismus verhindert. Hätten 1933 mehr deutsche Frauen geraucht, ein Würstchen wie Hitler hätte niemals etwas werden können. Doch statt zu rauchen, himmelte die deutsche Nichtraucherin den Führer an. Warum? Weil der auch nicht rauchte. So simpel sind Nichtraucherinnen oft gestrickt. Von der Roten Armee, die Hitler zu Fall brachte, sind dagegen folgende Verse überliefert: »Hört den Russen zärtlich hauchen: Komm Frau! Komm Frau! Du sollst rauchen!«
    Stoisch, ja heldenmütig läßt die rauchende Frau mannigfaltige Anfeindungen an sich abperlen. Aus der täglich größer und niederträchtiger werdenden Gemeinschaft der AOK-Aktiven, die joggend um die Häuser torkelt, ist sie, als »überraucht« eingestuft, längst ausgemustert worden. Das ficht sie nicht. Cool qualmend steht sie auch im Winter auf Balkonen von sogenannten guten Freunden, die ihren »Es ist nichts Persönliches, aber ich vertrage den Rauch einfach nicht«-Faschismus dringend ausleben müssen und anschließend weder gut sind noch Freunde, sondern unmenschlich hart gestraft: Unter sich und ihresgleichen müssen sie bleiben.
    Wundervoll ist es, einer rauchenden Frau bei ihrer Haupttätigkeit zuzusehen – dem Rauchen. Lässig sitzt sie am Tisch, schlägt lange Beine übereinander und lackiert ihre Fingernägel. Und raucht dabei, die wippende Kippe zwischen den Lippen. Beziehungsweise die wuppende Fluppe zwuschen den Luppen. Da muß man dann nicht in ein zivilisiertes Land fliehen, sondern bleibt in der Barbarei, die allein gemildert wird durch das Frauenrauchen, durch die rauchende Frau.


    aus:
    Wiglaf Droste
    Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses

    Nautilus Paperback
    Broschur, 128 Seiten
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    Monolog des morganatischen Maurers (Max Goldt)

    Hier ist meine Familie:
    Tante, eine Lyrikerin.
    Schwester. Sie ist Mystikerin.
    Und dort Mutter. Sie ist Sopranistin.
    Und schließlich Vater: Er ist Dramatiker.

    Ich bin Maurer. Ich arbeite auf einer Baustelle. Ich muß sagen, ich liebe meine Arbeit. Stein um Stein zusammenzufügen, zu betrachten, wie durch meiner Hände formendes Wirken allmählich eine Heimstatt heranwächst; eine Heimstatt für ein junges Glück vielleicht, welches sich im Statdtpark beim Füttern der Schwäne traf, nur scheinbar zufällig; denn alles ist Fügung, es gibt keinen Zufall. Vielleicht aber auch für Großmama und Großpapa, die sich nach entbehrungsreichem Leben eine letzte, sonnige Bleibe zu finden anschicken. Oftmals harre ich, mit meiner Maurerkelle in der Hand, minutenlang aus, ins Weite schauend; und der Kreislauf des Lebens wickelt sich vor mir ab: Geburt, Heirat, Tod – Geburt, Heirat, Tod – all dies wird sich immer wieder von neuem in dem durch dies mein Schaffen und Tun entstehenden Hause ereignen.

    Nur eines bereitet mir, bisweilen zumindest, doch Sorgen. Leider finde ich nicht leicht Anschluß an meine Kollegen. Nicht, das man mich schneidet, nein, das nicht, doch beschränkt man die Konversation mit mir auf das Unterbreiten von zur Verrichtung der Arbeit notwendigsten Informationen. Gern, ja sehr gern gar, würde ich mit den anderen Arbeitern in der Pause im Baustellenwagen plaudernd einen trockenen Martini einnehmen. Aber wenn ich komme, sitzen schon alle da und trinken Bier, und keiner bietet mir einen Sitzplatz an, so daß ich allein, neben ihnen stehend und schweigend meinen Martini trinken muß.

    Neulich fügte man mir eine kleine, ja sicher nur scherzhaft gemeinte Boshaftigkeit zu: Einer der Arbeiter versteckte meine Kühltasche, in der ich das Eis für meinen Martini aufzubewahren pflege; und so mußte ich auf meinen Pausendrink verzichten.
    Die anderen tranken ihr Bier, als ob nichts geschehen wäre.

    Unlängst wurde mir doch alles ein wenig schwer, und ich suchte Trost bei einem älteren Kollegen; fing ihn auf dem Heimweg ab, nahm ihn bei den Händen und sprach über mich und meine Familie. Ich habe, glaube ich, auch ein wenig geweint. Doch er starrte mich nur unverwandt an und lief fort.

    Dennoch möchte ich mich nicht beklagen. Ich habe ja meine Familie:
    Tante, eine Lyrikerin.
    Schwester. Sie ist Mystikerin.
    Und dort Mutter. Sie ist Sopranistin.
    Und schließlich Vater. Er ist Dramatiker. Er schreibt gerade ein Drama.

    Ich bin Maurer. Ich arbeite auf einer Baustelle.

    Die Top 100 die ich als böser Weltherrscher beachten werde

    (…)
    Top 15: Ich werde keinen digitalen Countdown verwenden. Wenn er doch unvermeidbar ist, wird er so eingestellt, daß er bei 117 auslöst.
    (…)
    Top 74: Wenn ich eine Multimedia-Präsentation meiner Pläne erstelle, die sogar ein Fünfjähriger versteht, werde ich die Diskette nicht mit „Projekt Weltherrschaft“ beschriften und auf meinem Schreibtisch liegen lassen.
    (…)

    Read more...

    We live as we dream – alone

    Everybody is in too many pieces
    No-man's land surrounds our desires
    To crack the shell we mix with others
    Some lie in the arms of lovers

    The city is the place to be
    With no money you go crazy
    I need an occupation!
    You have to pay for satisfaction

    We live as we dream, alone
    To crack the shell we mix with the others
    Some flirt with fascism
    Some lie in the arms of lovers

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone

    Everybody is in too many pieces
    No-man's-land surrounds me!
    With no money we'll all go crazy
    (we apologize)

    Man and woman need to work
    It helps us define ourselves
    We were not born in isolation
    But sometimes it seems that way

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone

    We live as we dream, alone
    The space between our work and its product
    Some fall into fatalism
    As if it started this way

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone

    We live as we dream, alone
    (We live as we dream, alone)
    We live as we dream, alone
    (We were not born in isolation)
    We live as we dream, alone
    (But sometimes it seems that way)

    (The space between our work and its product)

    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    (As if it always must be this way)
    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    We live as we dream, alone
    (With no money we'll all go crazy)



    by Gang of Four