Erst einmal entschuldigen wir uns für die lange Sendepause, allerdings haben wir dafür umso mehr zu berichten.
Nachdem wir unsere Freunde in Adelaide verabschiedet hatten, da diese noch ein wenig länger bleiben wollten, machten wir uns auf in Richtung der Halbinsel Fleurieu.
Während die Westküste mit ihrer rot-sandigen, dürren und vor allem scheinbar endlos flachen Landschaft einen ganz eigenen Reiz versprühte, erwartete uns im Südosten Australiens eine verhältnismäßig hügelreiche und bergische Landschaft.
In Coffs Habour, dem Südlichsten Ort der Insel, investierten wir mal wieder etwas in unsere Bildung und besuchten ein Wal und Hai Museum. Im Anschluss daran besichtigten wir zu Fuß „Granite Island“, auf der normalerweise eine Vielzahl von Pinguinen zu beobachten sein sollte ... wie gesagt NORMALERWEISE ;p
Somit mussten wir uns mit den anderen felsigen Vorzügen der Insel zufrieden geben, was dennoch sehr lohnenswert anzusehen war.
Doch auch diesmal ließ das tierische Glück nicht lange auf uns warten, denn auf der Weiterreise bot sich uns die seltene Gelegenheit einen Koala, nur eine Armlänge von uns entfernt, beobachten und fotografieren zu können- Wahre Gerechtigkeit
Mit großer Neugier und hohen Erwartungen befuhren wir nun endlich die weltbekannte „Great Ocean Road“. Die berühmteste und spektakulärste Küstenstraße der Welt, die sich über rund 300 Km in Richtung Melbourne erstreckt.
Die 12 Apostel, die sogenannte London Bridge und viele andere natürlich entstandene Felsformationen im Wasser waren wirklich atemberaubend.
Unsere zu Beginn hoch gestellten Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt, denn Wasserfälle im scheinbar tropischen Hinterland und die Fahrt auf der sehr engen aber kurvenreichen Bergstraße bot uns gigantische Ausblicke auf einmalige Bilderbuchstrände und Küstenabschnitte.
Dies war definitiv eines der schönsten landschaftlichen Highlights auf unserer australischen Entdeckungs-Reise.
Doch unsere anfängliche Trauer über das Ende dieser fantastischen Strecke wurde schnell durch einen Besuch bei den Australian Open 2010 in Melbourne überwunden.
Uns hat die Stadt sehr gut gefallen ,denn sie ist sehr gut strukturiert und hat architektonisch und künstlerisch einiges zu bieten
Leider erwies sich die Jobsuche auch hier als aussichtslos, sodass wir schon nach knapp einer Woche weiter in Richtung Norden der Ostküste (da dort bessere Farm-Job-Möglichkeiten zu erwarten waren) aufbrachen.
Sydney ließen wir zunächst aus, da wir hier später noch einen längeren Aufenthalt geplant hatten.
Somit war unser nächster großer Zwischenstopp, das berühmte Byron Bay an der Gold Cost. Ein sehr schöner aber auch wahnsinnig kleiner Ort, der fast ausschließlich von tummelnden Backpackern und Surfern bewohnt ist.
Nach drei Tagen Campingaufenthalt fuhren wir die Gold Coast weiter in Richtung Surfers Paradise.
Doch dem wird mehr nachgesagt als es hält.
Dieses Städtchen besteht fast nur aus Wolkenkratzern und Shopping-Meilen.
Einen langen Sandstrand, der sich sehr gut zum surfen eignet, gab es zwar auch, aber da das Wetter schon seit mehreren Tagen nicht mitspielte und uns die Stadt selbst nicht wirklich viel zu bieten hatte, setzten wir unsere Reise noch am selben Tag fort.
Ironischer Weise erreichten wir dann im Dauerregen die so viel versprechende „Sunshine“ Coast.
Leider konnten wir auf Grund des anhaltenden schlechten Wetters nur wenig davon wirklich anschauen, geschweige denn genießen.
Nach nun mittlerweile 2 Wochen Dauerregen ( keine Besserung in Sicht) und weiterer Erfolglosigkeit bei der Jobsuche, nahmen wir ein Woofing-Angebot war, was allerdings die Rückreise in Richtung Süden bedeutete, da die Farm 5 h östlich im Landesinneren von Sydney lag.
Woofing bedeutet im Übrigen arbeiten für freie Kost und Logie anstelle von Geld.
Unterwegs hatten wir lange genug Zeit, uns die buntesten Vorstellungen von unserem bevorstehenden Farmerleben machen zu können.
Wir freuten uns darauf, da wir schon lange einmal das Leben auf einer Farm kennen lernen wollten.
Was uns dort jedoch wirklich erwartete, lag jenseits aller Vorstellungen.
Kein Klo, keine Dusche, kein fließendes Trinkwasser… das Haus noch mitten im Bau und die Farm selbst war ungepflegt und besaß ganze 5 stolze Hühner, 2 Ziegen und ein Schwein.
Das sollte also unser neues Zuhause für die nächsten 2 Wochen werden? !
Eine wahre Challenge!!!
Allerdings freundeten wir uns schnell mit unseren Mitbewohnern aus Wales und Frankreich an.
Die Hausherrin selbst bemühte sich auch es uns an nichts fehlen zu lassen .
Es ist wirklich erstaunlich wie schnell man in der Lage ist, sich an so ein minimalistisches und naturgetreues Leben zu gewöhnen. Die ersten Toilettengänge in der freien Natur waren natürlich schon eine Überwindung, ebenso wie das abduschen mit dem Gartenschlauch^^, aber das soziale Klima machte diese Negativ-Punkte schnell wett. Mit der Zeit entwickelte sich beinahe eine Art Normalität und Alltag.
Wir standen früh bei Zeiten auf, gingen manchmal gemeinsam zum morgendlichen Joggen, dann standen uns verschiedene Aufgaben wie Babysitting (einjähriges Baby, 3 jährige Tochter) , Hausstreichen, entrümpeln und tägliches kochen bevor. Nach dem Abendbrot saßen wir dann meist noch gemeinsam zusammen und haben einen Film geschaut.
Unsere Gastmutti hat schon zahlreiche Marathon-Läufe mitgemacht und möchte dieses Jahr einen neuen Weltrekord aufstellen. Die erste Frau, die um ganz Australien läuft, was täglich 60 km rennen ganze 10 Monate lang bedeutet!! Wahnsinn!
Wir sind wirklich froh diese außergewöhnliche Erfahrung gemacht zu haben, es bringt einen schnell wieder auf den Boden und man lernt gewisse Werte ein wenig mehr zu schätzen !
Gut 1 Woche sind wir nun schon in Sydney und haben auch schon eine ganze Menge gesehen. Das Opera House, die Habour Bridge und den berühmten Bondi Beach (als bekannteste Beispiele). Am letzten Wochenende war wie jedes Jahr das „Mardi Gras“- ein schwulen und Lesben Festival was die Stadt wahrlich in einen Ausnahmezustand versetzt. Zu vergleichen ist ansatzweise mit der Loveparade… Jede Menge durchgeknallte aber liebe Menschen, eine Parade, die uns ganze 3 Stunden fesselte ..und somit ein außergewöhnliches Erlebnis!
Zum Glück haben wir recht schnell eine sehr billige WG in einem Randgebiet im Süden gefunden, in der wir mit wirklich netten Mitbewohnern zusammenleben.
Wir hoffen unser Autoverkauf gestaltet sich schnellst möglich als Erfolgreich, damit wir unsere Reise nach Thailand bald verwirklichen können!
So nun gönnt eurem qualmenden Kopf erst einmal ein kleines Lese- Päuschen, wir melden uns dann, sobald wir unser Auto verkauft haben und neue Pläne bezüglich der Weiterreise gemacht sind ^^
Also bleibt gesund, wir denken an euch ,
liebste Grüße aus der MegaCity