Ich, Selbst und Bewusstsein
Tuesday, 3. November 2009, 10:01:43
Zum Thema der Aufsässigkeit von Affen bemerkt F. Patterson, dass "Koko durch ihre standhafte Weigerung, sich einer öden Routine zu unterwerfen, oft zu ihren kreativsten Sprachverwendungen gebracht wurde."
Cathy, eine Ausbilderin, hatte Koko die Zeichen "Was ist das" gegeben und dabei auf ein Bild von Koko gezeigt.
Gorilla, gab Koko als Zeichen.
Wer Gorilla?, gab Cathy als Zeichen...
Vogel, antwortete Koko...
Du Vogel?, fragte Cathy...
Du., erwiderte Koko, die in diesem Alter das Wort Vogel oft als eine Beleidigung verwendete.
Nicht ich, Du Vogel, entgegnete Cathy.
Ich Gorilla, antwortete Koko.
Wer Vogel?, fragte Cathy.
Du Nuss, entgegnete Koko, indem sie auf eine weitere ihrer bevorzugten Beleidigungen zurückgriff. Koko verwandelt Vogel und Nuss von deskriptiven in pejorative Ausdrücke, indem sie die Stellung verändert, in der das Zeichen gegeben wird: nicht mehr dem Gesicht gegenüber, sondern seitlich davon. Nachdem Koko noch eine Weile Namen rief, gab sie den Kampf auf, verwendete das Zeichen Mir egal gut und machte sich mit dem Zeichen schlecht davon.
Aus: Perler/Wild (Hg.): Der Geist der Tiere. Philosophische Teste zu einer aktuellen Diskussion. Frankfurt a.M. 2005, S.310









windseeker # 3. November 2009, 17:50
NeveroddoreveN # 4. November 2009, 21:21