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Ach übrigens...

... Neuigkeiten am Rande

Posts tagged with "Murphy"

Self-Owned

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Gestern Nacht kam ich spät vom Familientreffen nach Hause, jede Menge neue Bilder, Videos und anderes Digitales Werk im Gepäck. Ich schaufelte erstmal alles aufs Sofa, um nach und nach alle externen Platten, USB-Sticks und meine SD-Karte an den Laptop anzuschließen. Nach einer Weile hatte ich meinen Kram sortiert und soweit eingesteckt, nur die SD-Karte fehlte. Nachdem ich meine Taschen, die Ablage hinterm Sofa und das Sofa selbst durchsucht hatte, schlich sich langsam eine gewisse Sorge ein, die Karte könnte ins Sofa gerutscht oder dahinter gefallen sein. Zwei weitere erstmal oberflächliche Suchdurchgänge blieben erfolglos.

Heute Morgen nahm ich dann mit frischem Elan das ganze Schlafsofa auseinander, rückte es ab, sah hinein, drunter und dahinter. Die Suche dauerte über eine Stunde, mit Taschenlampe und Spiegel sah ich hinter jedes Teil, was im Stauraum gelagert war, nahm jeden Kissenbezug und jedes Bettlagen aus dem Bettkasten auseinander. Nachdem alles mindestens zweimal angefasst worden war und jede Ritze ausgeleuchtet und gesaugt, gab ich erstmal auf.

Als ich eben im Badezimmer meine Gesichtscreme suchte fiel mir die Karte in die Hände: In der Schublade des Spiegelschranks. Obwohl ich nicht im Traum dran gedacht hatte, war es eigentlich völlig logisch: Ich hatte auf dem Sofa nachts auch meinen Schmuck abgelegt und auf ein Häufchen zusammengescharrt. Pflicht- und Ordnungsbewusst hatte ich das Häufchen Schmuck - zusammen mit der Karte - sofort aufgeräumt. Homer: Doh!

Ja, ja! Bla, bla, bla! Nee, is' völlig klar: Die Welt ist furchtbar!

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Ich wollt mir schon seit einiger Zeit ein paar Dinge besorgen und dazu mal gezielt einkaufen gehen. Doch da das alles nur so halb wichtig war habe ich mich bisher immer erfolgreich gedrückt. Da ich schon die Woche über etwas kränkel und Quarkwickel machen wollte, war's heut aber echt an der Zeit wenigstens Quark zu besorgen. Auf dem Rückweg vom Computerladen bin ich also in einen Lebensmitteldiscounter gestolpert und habe mich da zu allem Möglichen hinreißen lassen. Obwohl mir klar war, dass der Rückweg von 2 km Länge schon auf flachen Schuhen ermüdend, auf Pumps dagegen die Hölle wird, selbst wenn mein Rucksack leer ist, habe ich ihn bis zum Anschlag gefüllt. Noch ein Sixpack Wasser dazu und dann endlich ab nach Hause. Unterwegs bringen mich meine Füße schon fast um, nachdem der rechte Arm lahm geworden ist, ruiniere ich mir den linken aber auch der hält nicht lange durch. Die letzten 500m trage ich das Wasser vor dem Bauch vor mir her und meine Schultern und mein Rücken beginnen mich anzubrüllen, dass mein Rucksack wirklich so scheiße ist, wie mein Freund immer behauptet. Als ich zu Hause ankomme kippe ich sofort aus Schuhen und Mantel und falle in den Sessel. Ich lege mir die Sachen zurecht die ich für meinen Quarkwickel brauch. Ist auch eigentlich alles da. Bis auf den Quark. :faint:



Vergnügungspark Verkehrsverbund

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Heute fahre ich spontan mal in meine alte Heimat, denke ich mir, kann ja nicht so schwer sein, denke ich mir.
Mein Zug fährt 13:19 Uhr, also plane ich, einen Bus zu nehmen, der 12 min nach der vollen Stunde am Bahnhof ankommt. Dazu muss ich um 13:00 Uhr an der Bushhaltestelle sein und da ich 7 min laufe, gehe ich viertel vor los. Soweit so gut der Plan und eigentlich wasserdicht. Eigentlich.

Als ich vier Minuten vor 13 Uhr auf der anderen Straßenseite stehe, springt die Ampel auf rot und gegenüber kommt ein Bus und fährt ab. Ich denke mir, das wird ja wohl nicht meiner gewesen sein und bin beruhigt. Noch. Denn als ich auf dem Plan nachsehe, stelle ich fest, dass der letzte Bus zehn vor eins gefahren sein sollte. Hatte der Bus sechs Minuten Verspätung? Das wäre ein bisschen viel. Oder ist er vier Minuten zu früh abgefahren? Das wäre noch viel unverschämter.

Ein weiterer Bus soll fünf Minuten nach eins fahren und das wäre zwar knapp, würde aber immernoch reichen um den Zug zu bekommen, wenn ich schnellen Schrittes gehe. Also warte ich. Es kommt kein Bus um eins, keiner um fünf nach und ich werde zusehens nervöser. Immer wieder rechne ich im Kopf nach, wie es doch noch klappen könnte. Der Bus könnte die Verspätung noch rausfahren.

Mit drei Minuten Verspätung kommt tatsächlich der zweite Bus. Und ich rechne, dass ich dann immernoch eine ganze Minute habe um von der Haltestelle zum Bahnsteig zu sprinten. Eine Minute kann lang sein! Ich werd es doch noch schaffen denke ich mir und fange leise an mich zu freuen, die Uhr im Bus immer im Blick.

Plötzlich hält die Fahrerin an einer Ersatzhaltestelle. Wieso das, frage ich mich und werde argwöhnisch. Und an der nächsten Ampfel biegt sie rechts ab, Richtung Bahnhof, statt geradeaus zu fahren wie die Linie eigentlich sollte. Ich freue mir ein Loch in den Bauch, es ist erst 13 Minuten nach 13 Uhr und wir schaffen es sicher in zwei oder drei Minuten bis zum Bahnhof. Mein Zug ist gerettet! Ein Strahlen breitet sich über mein Gesicht aus und erstirbt im gleichen Moment wie meine Mundwinkel meine Ohren berühren wollen: Wir fahren nochmal links!

Die nächste Haltestelle die angesagt wird entspricht der ursprünglichen Route. Ich beginne böses zu ahnen und der Verdacht bestätigt sich: Wir umfahren eine Sperrung. Aber nicht, dass der Bus einfach die Haltestelle Neumarkt nicht bedienen würde, nein. Denn die ist ja der Knotenpunkt, an dem JEDER BESCHISSENE BUS hält. Die kann man also nicht auslassen!

Dazu muss gewendet werden und dann geht es fröhlich zurück, wieder zum Bahnhof, diesmal in echt. Doch vorher steigen ca. drei Milliarden Passagiere aus und natürlich lassen die sich ZEIIIIIIIT. Wer wird denn hetzen?

An jeder Ampel und mit jedem Passagier schiele ich auf die Uhr und die tickt erbarmungslos weiter. 13:17 bereits. Aber wenn sie jetzt durchziehen würde... Tut sie aber nicht. Moderne Busfahrer fahren defensiv, nervenschonend und sicher. Nur MEINE Nerven schont es nicht, sicher ist nur, dass ich den Zug jetzt nicht mehr bekomme.

Oder doch? Ich schaue auf meine eigene Uhr. Möglicherweise geht die Uhr im Bus vor? Tatsächlich, eine Differenz von zwei Minuten! Doch der leise Hoffnungsschimmer verblasst sofort: Neue Ampel, neues Pech.

Wir kommen aber jetzt wirklich am Bahnhof an, aber auch wirklich zu spät. Ich bin nicht der Typ aufzugeben, also sprinte ich, auf hohen Hacken, den Koffer hinter mir her schleifend, hechte die Treppe hoch zu Gleis, aber es ist leer.

Mit einem Wutschrei beginne ich ein Telefonat und lade den Frust ab. Wozu hat man liebe Menschen um sich herum? Der Vorteil ist, dass mich der Penner der die Dame neben mir grad anbettelt nicht mal ansatzweise wagt um Geld zu fragen.

Da ich jetzt 58 Minuten auf den nächsten Zug warten muss, beschliesse ich, auf einen Kaffee zu der Fastfoodkette nebenan zu gehen. Und das erweist sich als grandiose Idee, denn hier steht man schon 30 Min an, wartet dann 20 Minuten aufs Essen, ich muss also nur noch von "hier essen" auf "mitnehmen" umbestellen und es direkt mit in den Zug nehmen - perfekt.

Stress macht krank, habe ich immer wieder gelesen, deswegen versuche ich jetzt alles positiv zu sehen. Nicht dass es der ortsansässige Verkehrsverbund nötig hätte, Planänderungen anzugeben oder pünktlich zu sein. Nicht dass sie dafür schweinisch teuer sind. Aber hey, die Reisen stecken voller Überraschungen! Und das Auf und Ab, was man erlebt, kommt wahrscheinlich auch gut an die größte Achterbahn Europas ran. Und - kostet nicht jeder Spaß ne Menge Geld?

Kaltschnäuzige Entsorgung

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Vor kurzem erreichte mich ein freundlicher Brief der Stadt Köln. Nach nunmehr fünf(!!) Monaten ist offenbar die Frage geklärt, was mit meinem vermeintlich zukünftigen Auto tatsächlich und wann geschehen ist. Da das Auto in Köln abgemeldet und in Osnabrück wieder angemeldet werden musste, wurden die Nummernschilder entfernt und das Fahrzeug in Osnabrück angemeldet während es im guten Glauben vom Verkäufer auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt wurde. Da Murphy nun wirklich mein allerbester Freund zu sein scheint wurde in das Auto auch direkt mit Gewaltanwendung eingebrochen. Die Ordnungshüter der Stadt Köln sahen eine eingeschlagene Fensterscheibe anscheinend als Gefahr für die Öffentlichkeit, schleppten den Wagen ab und verwandelten ihn innerhalb von weniger als 24 Stunden zu einer Coladose wie mir der Ansprechpartner bei der Behörde mitteilte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt das Glück seit ebenfalls 24 Stunden als Halter des Fahrzeugs eingetragen zu sein. Die Behörden interessiert augenscheinlich weder wer den Wagen dort abgestellt hat, noch, dass es schlicht unmöglich gewesen wäre, ein Fahrzeug auf anderem Wege umzumelden als die Nummernschilder zu entfernen. In jedem Falle fordern sie 200 Euro für die Verschrottung meines Eigentums und zwischen 1.000 und 50.000 Euro Bußgeld für meine unterstellte böswillige Absicht das Fahrzeug auf diesem Wege zu entsorgen. Auf meine Frage wie denn bitteschön eine solche Summe zustande käme, lautete die Antwort "es soll ja auch richtig weh tun". Nachdem ich als Studentin noch nicht einmal weiß, wie ich die nächsten 6 Monate mit meinem Einkommen von monatlich 500 Euro überleben soll, freue ich mich natürlich ganz besonders einen Kredit aufnehmen zu müssen um der Stadt Köln ein Bußgeld und Kosten zu erstatten, die diese aufwendeten um mein Eigentum ohne Kontaktaufnahme zu mir ungefragt und fristlos zu zerstören.

Diese Begebenheit fiel mir ein, als ich beobachtete wie meine Schwester den Familienhund aus dem Schlafzimmer meiner Mutter holte, während diese schon schlummerte und erinnerte mich an deren weinerliches "die klaut mir den immer!" einige Tage zuvor. An meine liebe Mutter: Sei froh! Schließlich hätte statt Deiner Tochter auch die Stadt Köln eingreifen, den Hund auf Grund seines extremen Haarverlustes und Mundgeruchs als Gefahr für die Öffentlichkeit betrachten, und umgehend verwerten können. Zwar hätte die Gemeinde davon einen hübschen schwarzweiß gefleckten Vorleger um den Vorstand des Kegelclubs auszuschmücken, aber am Ende hätten sie Dir Entsorgungsabsicht unterstellt und zwischen 1.000 und 50.000 Euro Bußgeld verlangt!

Dachbodenfund: Murphys Fluch

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Folgenden geistigen Erguss fand ich grade auf meinem virtuellen Dachboden und beschloss, ihn zu veröffnetlichen. Einige meiner Leser dürften den noch von damals kennen...

Ich denke heute räume ich mal den Keller auf. Nicht geschminkt, schäbige Klamotten an, Brille statt Kontaktlinsen und die Haare unter ein Tuch gesteckt. Ich dachte ich muss ja nur über den Flur in den Keller huschen (was bei einer Kellerwohnung nicht weit ist) und kann mich dann drinnen verstecken. Durch das Kellerfenster das zum Eingang des Hauses liegt und den Flur würde ich hören wenn sich jemand nähert und einfach warten bis er weg ist, wenn ich wieder in die Wohnung will.

Aber ich brauche noch die Termine für die Hausordnung um meine Einteilung zu erfahren und der Zettel hängt an der Glasscheibe des Hauseingangs über den Briefkästen. Also, denke ich, nimmt sich die Frau von heute eine Digitalkamera mit, knipst das Ding schnell ab und rast dann in den Keller. Gesagt ge... ...scheitert!

Ich stehe im Halbdunkel des frühen Abends vor den Briefkästen und fotografiere mit herausgestrecktem Bauch zurückgelehnt den Plan, da kommt ein Auto. Ich reagiere nicht schnell genug und schon steht ein bärtiger Mann vor der Tür. Ich lächle freundlich und öffne die Tür. "Nanu" sagt der Herr "niemand da?" Ja nun gut, ich bin ganz offensichtlich SCHON da, aber mich wollte er wohl nicht besuchen. "Zu wem wollen sie denn?" Bringe ich etwas zaghaft hervor. "Zu meiner Tochter" antwortet er. Gut, jetzt bin ich schlauer. Laien könnten zwar meinen, dass dieser Satz genauso informativ sei wie Nutella auf Käse, aber ICH weiß jetzt Bescheid: Ich kann den einzigen Mann der im Haus alleine wohnt ausschließen. Mein Vater ist er auch nicht. Bleiben ja nur noch 5 Parteien übrig. "Claudia" setzt der Bärtige jetzt hinzu, da er anscheinend mein Rätselraten bemerkt hat und ich weiß nicht, was ich nun antworten soll außer "haben Sie denn schon mal geklingelt?" Hatte er nicht stellt sich heraus. Selbst mir ist nicht die Idee gekommen, dass jemand, der einen anderen besuchen will sich vors Haus stellt und ohne zu klingeln beschließt zu glauben dass niemand da ist.

Soweit so gut seine Tochter macht tatsächlich nicht auf und ich kann in den Keller gehen.

Nach einer Weile die ich dort räume und sortiere kommen wieder Schritte am Fenster vorbei. Gut, denke ich, dass ich in Sicherheit bin. Aber es sollte sich herausstellen, dass ich alles andere als das war. Ich hatte nicht bedacht, dass immer zwei Keller nebeneinander liegen, die nur durch ein paar Holzlatten getrennt sind, durch die man prima gucken kann. Die Schritte nähern sich meiner Tür und es kommt was kommen muss: Die Nachbarin von nebenan, die ich zwar gut leiden kann, die mich aber unter keiiiinen Umständen so sehen darf holt was aus ihrem Keller und ich habe keine Gelegenheit mehr in einen toten Winkel zu schlüpfen die Luft anzuhalten und so zu tun als hätte ich nur versehentlich das Licht brennen lassen.

"Hi" sagt sie mit einem Erstaunen in der Stimme als sähe sie den Yeti in purpurnem Fell. Ich lächle gequält und quetsche mir eine Begrüßung aus den fest geschlossenen Zahnreihen. Nach einem Smalltalk in dem ich verhindern musste dass sie glaubt ich zöge bald aus, weil ich aufräume, wähne ich mich endlich in Einsamkeit und Ruhe.

Ich sammle meinen Papiermüll zusammen und bereite mich vor einen riesigen Stapel zur Papiertonne zu schaffen. Vorher horche ich genauestens ob Schritte oder Autos kommen. Die Luft ist rein, ich flitze los. Das Schicksal ist mir nicht hold. Ich laufe direkt der vorhin genannten Nachbarin Claudia in die Arme die immer griesgrämig guckt. Ich lächle verzweifelt und begrüße sie. Ich zähle im Geiste wie vielen Leuten ich nun begegnet bin, die mich niemals hätten in einem solchen Aufzug sehen dürfen. Glücklicherweise bin ich aber nicht dem Gärtnerpaar begegnet die immer meckern dass die Mülltonnen rausgestellt werden müssen. Ich habe es diesmal wieder nicht gemacht weil ich nicht zu Hause war. Ich mag mir nicht ausmalen was mich erwartet wenn ich mit denen zusammenstoße.

Ich räume noch etwas im Keller rum und beschließe nun aufzuhören, morgen ist auch noch ein Tag und ich habe heute schon genug getan denke ich. Gerade als ich die Türklinke berühre höre ich wieder Schritte in den Keller kommen. Haha, nicht mit mir, denke ich mir, ich warte! Die Schritte entfernen sich, laufen durch den Flur und aus dem Haus. Ich packe meine Sachen und öffne die Tür. Der Keller gegenüber ist offen und das Licht noch an. Ich wäge meine Chancen ab. Komme ich bis zu meiner Tür und bekomme sie aufgeschlossen bis der Jemand wiederkommt? Ich beschließe auf Nummer Sicher zu gehen und verziehe mich wieder; den Atem anhaltend in meinen Keller. Die Schritte kommen, holen irgendwas ab, schließen die Tür ab und löschen das Licht. Das ist meine Chance denke ich und flitze los. Aber das Schicksal hasst mich. Ein weiterer Jemand kommt die Treppe runter und mir schallt es entgegen "Haaaaiiiiinz hast Du die Türe noch auf?" Es ist die Gärtnersfrau.

Ich lächle nicht. Ich begrüße auch nicht. Mir entwischt in einem so scharfen Tonfall dass ich mir Sorgen mache ihr einen neuen Haarschnitt verpasst zu haben ein "Ich bins nicht".

Ein Satz, den man vielleicht öfter einmal äußert, der aber, streng semantisch gesehen sich selbst widerlegt...

Aber ich hab doch noch Murphy...

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Gerade habe ich eine Mail von einem Alex bekommen. Ich kenne gar keinen Alex, aber die Mail klingt wie eine ganze normale von einem Menschen geschriebene Nachricht in der er mir sagt, dass er mich gern hat und an mich denkt. Ein Link ist drin und ich klicke darauf. Eine fürchterlich bunte Webseite öffnet sich, die wahrscheinlich Mitte bis Ende der Neunziger auf Beepworld mit einem Composer entstanden ist. Der Hintergrund zeigt wiederholte Kacheln von überdimensionierten hässlichen Schmetterlingen und der Mittelteil ist ein pinker Kasten mit einer Fülle von niedlichen Bildern von Kuschelteddys und Babykatzen.
"Ich schicke dir diesen Link hier, weil du mir sehr sehr wichtig bist und ich dir damit zeigen will, wie viel du mir bedeutest. *küssunddrück*" lautet der erste Satz und in diesem Stil geht es auch weiter. Zum Abschluss das obligatorische "Schicke diesen Link weiter". Wenn ich es nicht tue, soll mir etwas sehr schlimmes passieren und ich werde meinen Traumpartner nicht finden oder mein Partner wird mich bald schon betrügen oder verlassen. Ich werde immer einsam und trostlos sein. Im unteren Rand der Webseite läuft ein Timer.
Ich habe noch 12 Minuten Zeit es zu schaffen steht dort. Und direkt darunter prangt ein beängstigendes "Willst Du wissen, wie lang Du noch lebst? Teste es!" Es erinnert mich schrecklich an Zimmer 1408 doch ich löse meine Augen von dem Timer und schließe die Seite. Was für ein Quatsch grummle ich vor mich hin. Doch dann fällt mir ein, wieviele Menschen mir immer und immer wieder bestätigen was für ein Unglücksrabe ich bin, eine Unfallsuchmaschine, was ich auch anpacke ist mit irgendeinem Problem verwoben. Umzug, Sport, selbst einfaches einkaufen oder treppensteigen werden bei mir zur Kathastrophe.
Ich überschlage im Geiste fieberhaft meine Blogeinträge und plötzlich ist es mir klar! Die Mails! Wieviele dieser verdammten Schicksalsmails habe ich schon nicht weitergeleitet? Wieviele Male bin ich zu 7 Jahren Pech durch Unglauben bestimmt? Nur zwölf Minuten hatte ich, ich befehle meinem Browser den geschlossenen Tab wiederherzustellen und scrolle hektisch nach unten. Die Uhr hat von vorn angefangen zu zählen. Ich habe also die Wahl, immer und immer wieder die Seite zu reloaden oder aber mir ca. siebentausendvierhundertdreiundachzig Emailadressen auszudenken um alle meine Bestrafungen aufzuheben.
Ich glaube, ich muss schon wieder reloaden, einen Moment bitte.

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Ich habe versagt. Ich habe zu lange geschrieben und ein Popup informiert mich "Deine Zeit ist abgelaufen!" der einzige Button trägt die Aufschrift "OK".

Ich bin verdammt. rip

Nachtrag zu "Tauziehen mit meinem alten Kumpel"

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Der geneigte Leser möge sich an das kleine Kunstwerk von gestern erinnern. Nachtrag: Bis auf einen Text sind alle Texte im Querformat. Lediglich ein einziger Text hat Hochformat und muss somit entweder 90° in die eine oder andere Richtung gedreht werden. Die Chanchen das "richtig" zu machen liegen somit 50/50. War ja klar, dass nach gestern noch was nachkommen musste. Meiner Chefin gefällt es nicht. Ich habe falsch herum gedreht. :bomb:

Tauziehen mit meinem alten Kumpel

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Wie im Fieber stürze ich in meine Wohnung um alles aufzuschreiben, was mir in der letzten halben Stunde durch den Kopf ging. Heute Mittag dachte ich noch daran, wie schade ich finde schon einige Tage nichts mehr geschrieben zu haben, doch die Muse wollte mich einfach nicht küssen. Wie es sich gehört passierten dann allerhand Dinge, die ich festhalten wollte, aber in dem Moment nicht aufschreiben konnte. Momentan habe ich den Eindruck, dass mein Gehirn gegen meine Schädelplatte drückt wie meine Blase nach 20 Bier. Als ich heute morgen aufstand fühlte ich mich wie von einer Dampfwalze überrollt. Doch mein guter alter Freund sollte dafür sorgen, dass der ganze Tag eine sich stetig steigernde Tragikomödie wurde. Kurz bevor ich das Ziel meiner Heimreise erreicht hatte, fühlte ich eine Veränderung im Verhalten meines Autos. Ja, ich weiß, Männer hätten wohl "gewusst" dass da was "kaputt" ist, Frauen "fühlen" dann, dass sich "was verändert" hat. :wink:

Ich nahm die nächste Abfahrt von der Autobahn und schaute nach, was passiert sein könnte. Diagnose: Nervenzusammenbruch hinten rechts. Oder in etwas stärker männlich konnotierter Sprache: Der Reif'n hatt'n Loch. Nach einem kurzen Hilferuf per Handy beschloss ich den Reifen selbst zu wechseln, da ich eh schon zu spät zur Arbeit kam. Wie es der "Zufall" wollte, regnete es in Strömen. Ich tauschte die Pumps gegen Turnschuhe, zog meine Schmuddeljacke an und begann mich ans Werk zu machen. Als ich gerade ansetzte die Radmuttern lösen zu wollen kam ein Mann daher und fragte mit aufgeplustertem Ego ob er mir helfen sollte. Das wäre ja eher ne "Männersache". Doppelmoral ist was feines. So kann ich einem solchen Typen verbal die Fresse polieren, wenn ich mal keinen Notfall habe, aber den Reifen darf er gerne wechseln. Wir alle suchen uns schliesslich aus, was wir tun. p:

So konnte ich nach 9 Minuten weiterfahren. 52 Minuten gespart gegenüber einem Anruf bei den gelben "Wir sind in spätestens (besser: exakt einer Minute mehr als) einer Stunde an ihrem Standort, auch wenn wir dafür 55 Minuten hinter der nächsten Ecke trödeln müssen"-Engeln. So durchweicht und unschön anzusehen stolperte ich in die Fachschaft und fragte meinen Kommilitonen: "Kennst Du das Gefühl, wenn irgendeine höhere Macht gegen Dich zu sein scheint?" "Auswendig" war die Antwort. Nach einer knackigen Kurzfassung meiner letzten 10 Desaster bekam ich wenigstens mitleidige Blicke, die auf eine seltsame Art trösteten. :clown:

Ich hechtete ins Büro und erklärte meiner Chefin ungefragt wo ich gewesen war. Diese schien amüsiert und widerholte zur besseren Übersicht noch einmal sadistisch meine letzten Pannen mit dem Auto. Ich schnappte mein Arbeitsmaterial und verzog mich wieder in die Fachschaft um dort meiner völlig sinnbefreiten Arbeit nachzugehen. Dabei wurde mir äußerst klar, was sich hinter der Kurzform "Hiwi" verbirgt. Die volle Bedeutung lautet: "HIlfe, mir ist ist gerade klar geworden, dass ich werde anfangen müssen selbst zu arbeiten, wenn ich nicht ganz schnell eine Idee habe, WIe ich die restlichen 15% meiner Arbeit auf eine Person verlagere, die erst 83% meiner Aufträge erledigt." :irked:

Bevor man arbeiten kann, muss zu allererst für das leibliche Wohl gesorgt werden, also ging ich mit Kommilitonen gemeinsam essen. Es gab Nicht-Gemüsestäbchen (wer meine Berichte über die Mensa gelesen hat weiß...) in Form von gebackenem Blumenkohl und Kartoffelsalat, den ein Mächen aus unserer Arbeitsgruppe abgöttisch liebt. Natürlich hatte die bereits gegessen. Das war aber wahrscheinlich nicht der Grund dafür, dass sie mir sagte ich sähe heute so "lecker" aus. Nach meinem skeptischen Blick an mir herunter fügte sie hinzu "leger". So kann man ein Landstreicheroutfit natürlich auch nennen. :left:

Da unsere nachwachsende zukünftige Bildungselite ihre geistigen Kräfte völlig zur Konzentration auf das Wesentliche braucht, ist es den neuen Studenten nicht zuzumuten selbst zu erkennen, welche Absätze eines Textes zusammen einen Sinn ergeben und welche nicht. Daher lautet die Beschreibung meiner Arbeitsschritte: 1. Kopie des Textes von einem vorliegenden Reader machen. 2. Kopierränder, Bemerkungen, Readerseitenzahlen und Absätze, die nicht gelesen werden sollen wegschneiden. 3. Mit den übrigen Teilen schöne Seiten puzzlen und kopieren. 4. Neue Seitenzahl draufkleben 5. Nochmal mit Seitenzahl kopieren. 6. Den kompletten einseitigen Reader nochmal benutzen um einen zweiseitigen zu erstellen. Inmitten einem unglaublichen Stapel Papier versuchte ich seelenruhig zu arbeiten. Wer würde sich schon verleiten lassen hektisch zu werden, nur weil noch 50 andere Quellen zu beschaffen und 2 Literaturlisten zu schreiben wären? :cry:

Ich druckte große Zahlen aus und schnitt alle einzeln aus. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Gegenwart von Freund Murphy nur geahnt, doch nun sollte er sich grinsend über meinen Schreibtisch erheben. Bei dem Versuch sie so zu legen, dass ich sie schnell finden würde, fegte ein einziger Atemzug 150 Seitenzahlen wie tanzende Schneeflocken durcheinander. Ich konzentrierte mich und suchte eine nach der anderen heraus. Hatte ich die passende gefunden, musste ich sie nur noch überreden, an der Kopie statt an meinen Fingern kleben zu bleiben. Um nicht ewig zu suchen legte ich drei Seiten beiseite, deren Zahlen sich hartnäckig versteckten und schrieb sicherheitshalber die gesuchten Zahlen darauf. Bei Seite 101 schlug er nochmal zu: Ich hatte mir die Mitte an der unteren Kante ausgesucht um meine Zahlen zu kleben und genau dort klaffte nun ein Loch, wo eine alte Seitenzahl ausgeschnitten worden war. Ich klebte einen Streifen Papier hinter das Loch und grinste in mich hinein. Der Punkt ging an mich, doch mein alter Freund hatte noch ein As im Ärmel. :right:

Als ich alle Zahlen geklebt hatte fehlte immernoch eine 28. Ich amputierte die 128, die ich nicht brauchte und löste das scheinbare Problem. Die Durchsicht brachte ans Licht, dass ich nun ZWEI Seiten 28 hatte. Während ich kurz vorm Zusammenbruch war, lachte sich Murphy ins Fäustchen. Doch nicht mit mir! Dachte ich und beschloss dieses Problem einfach zu ignorieren. Schliesslich steckte die Seitenzahl mittendrin und jede Handarbeit benötigt einen Fehler, lernte ich von meiner Großmutter. Enttäuscht zog Murphy ab und suchte sich ein anderes Opfer. Aus dem gegenüberliegenden Büro donnerte schon bald die Stimme unserer lautstarken Sekretärin: "Verdammt, ich hab meine Stempelkarte verlegt". Während Britta (Name geändert - Anm. d. Red.) noch in ihrem Büro gefangen war, weil ihre Gefängnis-Frei-Karte nicht aufzufinden war, begab ich mich daran die letzten Kopien anzufertigen und das Inhaltsverzeichnis zu schreiben.

Meine Schlacht war gewonnen, jedoch nicht der Krieg! Ich hörte "ihn" schallend lachen, als ich feststellte, dass ich einen der Texte falsch eingeordnet hatte, obwohl ich das dreimal kontrolliert hatte. Ich schnappte mir Schere und Tesafilm und Schnitt 30 Nummern wieder aus um 30 andere damit zu überkleben. Doch selbst das brachte mir keinen Sieg ein. Beim erneuten kopieren versagte der Einzug des Kopierers und ich musste jedes Blatt einzeln auflegen. So viel Durchhaltevermögen machte sich dann aber doch bezahlt und ich legte ein gebundenes, glänzendes, kleines Meisterwerk auf den Schreibtisch meiner Chefin, bevor ich als letzte das Gebäude verließ.

Hase und Igel

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Ich hatte eine Arbeitsgruppensitzung und wir wollten Mittag machen. Einer von uns musste zu einem Dozenten, die andere zur Bank und ich zum Bafögamt. Wir beschlossen uns nach unseren Erledigungen vor der Mensa zu treffen. Mein Weg war der längste und so beeilte ich mich sehr. Als ich vor der verschlossenen Tür stand grinste mich mein alter Freund in Form eines gelben Zettels an: "Wir sind umgezogen. Posteinwurf 50m neben Eingang zur Mensa." :irked:

Dreimal geduscht hält besser

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Andere grüßt täglich das Murmeltier, mich grüßt täglich mein Freund Murphy.
Gestern Abend hatte ich geduscht nachdem ich schwimmen war. Zu Hause duschte ich dann später nochmal um nicht völlig verchlort ins Bett zu gehen. Darum konnte ich es mir heute Morgen leisten bis 7.30 Uhr zu schlafen, da die Dusche ja wirklich nicht mehr nötig war. Ich wachte um 6:40 Uhr auf. Nach einem kurzen Abstecher auf die Toilette beschloss ich noch einen Schluck Cola zu nehmen und mich noch knapp eine Stunde wieder hinzulegen. Haben Sie schon einmal eine volle 1,5 Liter Flasche kohlensäurehaltiges Getränk geschüttelt? Als ich die Flasche absetzte schlug mein alter Freund zu. Die Flasche glitt mir aus der Hand, prallte auf dem Boden auf und verwandelte sich in eine Fontäne.

Ich sah mich um und betrachtete den Schaden. Besonders interessant ist dieser für Leute, die meine Wohnung kennen, denn die wissen was wo steht und von welcher Entfernung ich hier rede.
Cola auf meinem Bett!
Cola auf meinem Teppich!
Cola auf meinem Tisch!
Cola auf meinem Sessel!
Cola auf meiner Couch!
Cola auf meinen Kommoden!
Cola an meiner Zimmerdecke!
Ohne mich groß aufzuregen schnappte ich mir ein Badehandtuch und begann aufzuwischen.

20 Minuten später duschte ich. Mal wieder. 7.15 Uhr war ich zum einen zu wach um noch einmal einzuschlafen und zum anderen war eh kaum noch Zeit. Schön, 35 Minuten mehr vom Tag zu haben :insane:

Ich setzte mich auf die Bettkannte, griff zur Cola und leerte die letzten 100ml in ein Glas. Während ich trank dachte ich mir, was für ein außerordentliches Glück ich hatte, dass weder mein Laptop, noch mein PC oder meine Kuscheltiere nass wurden. Murphy, Du kriegst mich nicht! :D