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... Neuigkeiten am Rande

Posts tagged with "Rhetorische Stilmittel"

Rhetorische Stilmittel: Akrostichon

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Während ich mich neulich für die Uni bildete war ich doch recht erstaunt, auf was man so alles stößt. Da gab es eine Quellenangabe die eindrucksvoll aufzeigt, wieso man als Autor erstens die Vornamen der zitierten Autoren ausschreiben und zweitens bei mehr als drei Autoren mit "et.al." abkürzen sollte: Das genannte Buch war von Tse, A. C., Tse, K. C., Yin, C. H., Ting, C. B., Yi, K. W., Yee, K. P. & Hong, W. C. (1995).
:confused:
Aber wir haben doch sicher alle schonmal gehört, wie wir unser Gedächtnis dazu bewegen, so etwas zu behalten, nicht? Richig: Indem man die zu behaltenden Dinge in einer sinnvollen Geschichte verwebt. Wenn man aus den Initialen einen Sinn lesen kann - beispielsweise einen Namen, eine Botschaft oder eine Eselsbrücke - nennt man dieses Stilmittel Akrostichon.
Wir verwursten also die Autoren dieser Quelle in ein Akrostichon.
Die Tse-Tse Fliege macht Yin, wenn es ihr gut geht, und Ting, wenn sie vor eine Laterne fliegt. Wenn sie ihren Exmann sieht, macht sie Yi, wenn der Nachbar von gegenüber mit dem Hintern wackelt Yee und wenn sie feststellt dass er schwul ist Hong. Oderso.

Rhetorische Stilmittel - Palindrom

Heute mal ein Sparblog. Palindrome sind Wörter oder Sätze die man sowohl vorwärts als auch rückwärts lesen kann. Tja, nun sind Sie gefragt. Wo versteckt sich bloß das Palindrom?

(Kleiner Tipp: Erweitern Sie ihren Blick und betrachten Sie die ganze Seite.)

Rhetorische Stilmittel: Praeteritio

Die Praeteritio ist die vorgebliche(!) Übergehung/Auslassung. Der Autor täuscht vor, etwas auszulassen, auf das er in Wirklichkeit fest besteht. Im folgenden Beispiel hat Anonymouse das messerscharf erkannt:
http://my.opera.com/NeveroddoreveN/blog/show.dml/1433337

Rethorische Stilmittel: Chiffre und Ellipse

Chiffre bedeutet Zeichen, deren Inhalt rätselhaft oder nicht zu erfassen ist. Diejenigen die vor 1980 geboren wurden, also ihre Jugendzeit noch nicht im Internet verbracht haben kennen das aus den Kontaktanzeigen in der BRavo. Die Ellipse ist eine Auslassung von Satzteilen. Übrigens verwand mit dem Zeugma, welches wir schon früher hier behandelt haben. Fortgeschrittene verbinden ja direkt zwei oder mehr Stilmittel miteinander. Meine Mutter ist so ein Spezialist und offenbar hat sie sich auch schon auf Auslassungen spezialiert.
Schon seit ein paar Tagen versuchte ich Möbel für meine neue Wohnung zu finden und quälte mich unentschlossen von Möbelhaus zu Möbelhaus. Doch die Auswahl fiel mir zunehmend schwerer. Gut, dass ich meine Mutter habe, denn die schlug mir vor "Schau doch mal bei Sdnert, die haben immer klasse Möbel." Zwar konnte ich mir vorstellen, dass ich es dort mit einer Art Möbelhaus und nicht mit einer Pizzeria zu tun haben musste, doch da ich den Namen noch nie gehört hatte fragte ich sicherheitshalber nochmal nach: "Wer oder was ist Sdnert?" Sie ergänzte sachlich völlig korrekt und gleich zwei Stilmittel verwendend: "In Witten. Sdnert. Die haben auch viele Deko und so."

Rethorische Stilmittel: Die Rhetorische Frage

Für meine liebe Schwester

Die Rhetorische Frage ist ein Stilmittel und entzieht sich als solches des üblichen auffordernden Gehaltes einer Frage. Zu Deutsch: Sie verlangt keine Antwort. Hier ein kleines Anwendungsbeispiel:

Ich versuche ein großes Dinner zu kochen und brauche noch eine Menge Zutaten. Völlig abgehetzt renne ich in den Supermarkt und beginne zu suchen, was ich benötige. Ich entscheide mich ein Fix-Produkt für die Soße zu nehmen und steuere die Regale mit Tütenprodukten an. Ich kann zwar feststellen, dass es hier nur Backzutaten gibt, aber nicht herausfinden wo ich sonst suchen sollte. Stattdessen jage ich bei den Konserven noch ein paar Pilze. Doch offensichtlich gehören die nicht in die Nähe von Sauerkraut, sauren Gurken und Ketchup, denn da bin ich schon komplett durch.

Ich entscheide mich bei frischem Gemüse nachzusehen und auf dem Weg direkt ein paar Kräuter einzusammeln und lande, frische Pilze als Alternative suchend, bei den Fixprodukten. Nun habe ich zwar eine Soße, aber mir fehlen immernoch die Pilze, also schleiche ich mich dieses Mal von der Brot-Seite her an das Konservenregal und siehe da: Die Pilze haben nicht mit dieser Taktik gerechnet und sind entdeckt. Weiter gehts durch die Fleischabteilung wo ich zwischen Rindersteak und Hühnerbrust die vegetarischen Sojaklößchen finde.

Ein hektischer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich schon fast eine Zeitmaschine brauchen werde um rechtzeitig fertig zu werden, doch glücklicherweise konnte ich Nudeln und frisches Gemüse ohne Umwege finden. Mein Einkauf scheint komplett, doch was ist das? Das Fix-Produkt verlangt noch einen Becher Sahne. Kurz vor dem Gang zu Kasse mache ich eine scharfe Kurve und biege in die Milchprodukteabteilung ein. Auf Käse folgt Joghurt, daneben der Quark, hier vermute ich die Sahne aber ich werde enttäuscht. Nach der dritten Umrundung des Regals blitzt mich ein Sahnetopf zwischen zwei Käsesorten an.

Nun kann es endlich zur Kasse gehen. Ich entscheide mich für Nummer 2. Ob Du wirklich richtig stehst, siehst Du wenn das Licht angeht. Drei Kunden stehen noch vor mir, lange kann das ja nicht dauern denke ich mir. Der erste Kunde packt seine Sachen zusammen und bezahlt. "Sie sind zurescht jekommen?" fragt die Kassiererin mit unmotiviertem Kölner Akzent. "Naja," antwortet der Kunde, "ich würd mir ne Schneidemaschine für das Brot hier wünschen". Verständnislos schaut die Kassiererin den Kunden stumm an bis dieser mit den Schultern zuckt und sagt "Sie haben gefragt, ich dachte halt nur, es wäre nett das Brot schneiden zu können."

Den nächsten Kunden kennt sie. "Wat war denn dat für ener" fragt sie vor sich hin und ihr Bekannter schüttelt bloß den Kopf. "Dreifünfundachtzig" sagt sie und "Sie sind - Du bist zurescht jekommen!" Der Bekannte nickt, bezahlt und schleicht sich. Der letzte Kunde vor mir hat einen Trenner zwischen seine Waren gelegt. Sie kassiert die erste Hälfte und sagt "Einsneunundneunzig sie sind zurescht jekommen?" Er gibt ihr das Geld, sie zieht die nächste Hälfte über den Scanner und äußert "Viersiebenundachtzig sie sind zurescht jekommen?" Etwas erstaunt schaut der Kunde sie an, sagt aber nichts und geht.

Endlich bin ich dran. Während sie die Waren über den Scanner zieht frage ich mich schon, was ich ihr antworten werde. Dann kommt der Moment, sie sieht durch mich durch und ihre Lippen bewegen sich zu einem "Achtzweiunddreißig sie sind zurescht jekommen?" Für einen kurzen Moment friert die Welt um mich ein. In einem Sekundenbruchteil sehe ich mich in Slowmotion durch die Backwarenabteilung irren, mich bei den Konserven verlaufen, endlose Runden um die Milchprodukte drehen und während ich noch in Gedanken bin, löst sich die Erstarrung der Zeit und ich stehe neben mir; sehe mich ihr nachsichtig lächelnd einen Geldschein reichen und mich dabei langsam und bedeutungsschwanger sagen "Ja. Vielen Dank."

Rethorische Stilmittel: Repetitio und ihre Freunde von Anadiplose bis Symploke

Heute widmen wir uns den Wiederholungen. Viele gibt es davon, viele viele in unserer Sprache. Unsere Sprache ist überall damit gespickt. Ein jeder kennt sie, ein jeder nutzt sie. Daher werden wir zunächst mehrere verschiedene Arten definieren und dann das Gelernte anwenden.

Die Mutter der Wiederholungen ist die Repetitio (Wiederholung eines Wortes/Satzteils).
Diese hat lauter kleine Kinderchen, genannt Sonderfälle:
Die lustige kleine Anadiplose: Wiederholung eines (satz-)versschließenden Wortes am Beginn des nächsten Satzes/Verses (Schema: ... x / x ...)
Die süße tapsige Anapher: Wiederholung am Satz-/Versanfang, häufig auch mit Parallelismus (Schema: x ... / x ...)
Die rauhbeinige Epanalepse: Wiederholung eines Wortes/einer Wortgruppe am Satzanfang (Schema: x / x ...)
und ihre reizende Zwillingsschwester Geminatio: Verdoppelung (Schema: ...x(,) x...)
Die knuddelige Epipher: Wiederholung am Satz/Versende, (Schema: ...x/ ...x)
und ihr Zwillingsbruder Kyklos: Wiederholung des Satz/Versanfangs am Ende (Schema: x ... x)
Das böse Stiefkind Polyptoton: Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen
Und letztlich die geschickte Symploke: Verbindung von Anapher und Epipher

Aufgabe 1: Ordne, finde und markiere die im Einleitungstext verwendeten Wiederholungen. (Tipp: Es sind mindestens vier, wer mehr findet bekommt einen Extrapunkt)
Aufgabe 2: Ordne untenstehenden Dialog einem Repetitio-Sonderfall zu.
Aufgabe 3: Finde ein Beispiel zu jedem Fall.

- - - - - - - - - - - - - - - A R B E I T S T E X T - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Die schönsten Wiederholungen schreibt das Leben, wie auch letzten Monat nach einer dieser verflixten Familienfeiern, auf der man zig angeblich Verwandte trifft, deren Gesichter und Namen einem nichts mehr sagen außer vielleicht noch - na lassen wir das. Nach einer solchen Fete nahm ich meine Mutter beiseite und bat um Nachhilfe, da stieß meine Schwester während des Gesprächs zu uns.

A: Also wer ist eigentlich die Nonne?
B: Tante Sophie
(C kommt dazu)
A: Wer ist Tante Sophie?
C: Die Nonne!

Rethorische Stilmittel: Antithese

Die Antithese ist, wenn auch manches Mal unfreiwillig eingesetzt, ein Stilmittel das uns häufig begegnet. Nun darf sich bei mir beschwert werden, wenn ich mich über etwas beschwere, dessen Ursprung in unserem Verdummungsapparat liegt, auch Fernseher genannt, über welches Gerät mittelschlaue Menschen etwas weniger schlaue Menschen ausrauben, lächerlich machen, benutzen und vorführen. Dennoch soll angeblich, habe ich gehört, jeder selber Schuld sein, der mitmacht und dementsprechend natürlich auch, wer zuguckt. Nun, zurück zu unserer Antithese. Sie ist ein gedanklicher Gegensatz. Und eine hübsche Form trat mir neulich beim fernsehen auf die Zehen: "Allerdings muss sie dazu nach ixüpsilon und das ist eine gute Autostunde zu Fuß von hier." :confused:

Rethorische Stilmittel: Sustentio

Sustentio bezeichnet die Überraschung. In einem Seminar über Pädagogische Beratung saßen einige Studentinnen zusammen und sprachen über Therapie. In Anbetracht der Tatsache, dass Überraschung gern durch Unwissen entsteht, überraschte es wenig, dass einige Studentinnen sehr überrascht waren, als der Dozent enthüllte, dass der bei allen doch so bekannte Satz
"Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung" ausgerechnet von dem bei allen doch so bekannten berühmten Psychopath- Verzeihung - Psychologen Sigmund Freud ausgesprochen wurde. Aber der Vollständigkeit halber übertragen wir den Effekt der Überraschung noch korrekt auf die Deutsche Sprache statt auf die Gesichter Studierenden: "Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung". :eyes:

Rhetorische Stilmittel: Litotes oder Untertreibung

Hervorhebung eines Begriffs durch Abschwächung oder doppelte Verneinung.
Mein Freund kann das hervorragend: Finde ich ein Musikstück phantastisch oder ein Essen köstlich, versteht er es meisterhaft dies mit "nicht übel" (Litotes, Sonderfall Negation) oder "nicht schlecht" zu kommentieren. Doch auch ich selbst scheine das sehr gut umsetzen zu können. So fuhr ich vor zwei Wochen auf der Rückreise einer meiner Ausflüge noch ein wenig durch die Gegend und freute mich über die schöne Aussicht. "Ein nettes kleines Dörfchen" dachte ich mir und "das ist auch ein hübsches Bächlein". Als ich später nachsah, welches Örtchen mir denn derart gefallen hatt stellte sich heraus, dass ich an der Mosel entlang durch Koblenz gefahren fahr.

Rhetorische Stilmittel: Zeugma

Das Zeugma ist eines meiner neuen Lieblingsstilmittel nachdem ich durch Zufall gelesen hatte, dass es nicht zusammengehörige Satzglieder verbindet. Populär dürften die Beispiele "Er hob den Blick und ein Bein gen Himmel" oder "Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen" sein. Doch auch meine Mutter versteht sich hervorragend auf Zeugmata. So schrieb sie mir nach einem langen Telefonat mit einem Freund, wo sie doch eigentlich lang ins Bett wollte, der Herr aber einfach nicht aufhören wollte zu reden die Nachricht: "Bin im Bett und Jonas los!"