Die Pineas Diaries

The names have been changed to protect the innocent… As if there would be something like an innocent.

Archive: July 2012

Olymp, England

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Ich beobachte den Einzug der Athleten ins Stadion. Jung, kraftvoll, voll der Hormone, von zehntausenden im Stadion begrüsst, gefeiert, beobachtet, fotografiert und gefilmt, feiern sie sich zugleich selbst, sind sie neben Akteuren auch zugleich fotografierende und filmende Beobachter. Etwa die Hälfte von ihnen hält Digitalkameras und Smartphones hoch, um den Augenblick festzuhalten. Keiner von ihnen hat etwas in der Klasse eines Motorola L6, L7 oder L9.

Über alle Grenzen hinaus sind diese jungen Menschen sich da einig, die Internationale der Iphonistas, die Generation Tastenlos, ahnungslos, beneidenswert. Sie erkennen Joanne K. Rowling und Sir Timothy Berners-Lee und feiern, was sie uns gegeben haben. War es ein diskreter Affront den Amerikanern gegenüber, dass der Regisseur dieser Veranstaltung den National Health Service so herausstellte? Ja, in rückständigen Staaten wie Grossbritannien ist die Krankenversicherung wirklich für jeden kostenlos.

Die UsA können sich das nicht leisten. Ist es politisch unkorrekt, eine Beziehung dazwischen und den Armee-Uniformen zu ziehen, in denen ihr Team einlief? Andere Delegationen trugen Business Outfits, farbenfrohe Folklore oder hüllten sich wie die Sportler eines gewissen mitteleuropäischen Staates in das zarte Magenta des heimischen Mobilfunk-Konzernes, dessen Name mit T beginnt.

Für mich hat ein Euro-Austritt Griechenlands längst seinen Schrecken verloren

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Mit überraschender Gelassenheit steht Philipp Rösler dem gegenüber, was leicht der Anfang vom Staatsbankrott Griechenlands sein könnte, der Anfang vom Ende der Karriere von La Merkel, der seiner eigenen Karriere. Sollte er sich über seinen politischen Ehrgeiz erhoben haben oder haben die Bürger der Europäischen Gemeinschaft, Griechen und andere, dem Volk, das er vertritt, mit Geld, Gesundheit, Arbeitskraft, Hoffnungen und manchmal sogar mit ihrem Leben die Zeit erkauft, sich auf diese Krise vorzubereiten?

Das Volk, von dem ich spreche ist natürlich das, von dem laut dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland alle Macht ausgeht. Da aber wie wir aus der Beobachtung lernen, alle Macht von Banken und Konzernen ausgeht, müssen sie das Volk sein, in dessen Interessen im Besonderen die liberalen und konservativen Politiker des Staatenbundes dann natürlich agieren müssen, nicht wir, die wir uns nur durch unsere Zahl auszeichnen und das verdorrende Privileg, diese Politiker wählen zu dürfen.



Die erklärte Absicht, die Mitgliedschaft Rumäniens in der EU unter Umständen auszusetzen, hat also vielleicht nichts mit den Grundwerten von Demokratie und Menschenrechten zu tun, die diesemVolk eher fern sind, sondern damit, dass mit Traian Basescu rüde jemand aus einem engen Kreis entfernt wurde, der sich bei Konferenzen und Meetings zu Edel-Schnittchen und Schaumwein von Rewe traf. Wie bei jedem Team führt das natürlich auch bei La Merkel, Barroso und Kollegen zu einiger Unruhe und mehr oder weniger laut vorgetragenen Protesten.

Das alles bestärkt die Position der Nationalkonservativen, die die EU unter einem pragmatischen Gesichtspunkt sehen, kooperieren, solange sich daraus Vorteile für ihre eigenes Land ergibt, und sich sonst nur Druck beugen. Orbans “Osterverfassung” für Ungarn ist eine gute Zusammenfassung ihrer Positionen, ein Muster für andere, ein Lied auf die Nation, am Rand ein Plätzchen für die ethnischen Minderheiten, kein Keks für Homosexuelle, dafür die Erinnerung an vergangene Grösse, reichlich Gott, Kirche und Vaterland.

Zwischen den einen und den anderen bleibt nicht viel Platz für jene, die sich den Glauben an Europa als Ideal bewahrt haben. Sie müssen dieses Ideal nun an zwei Fronten verteidigen.

Get a bigger hammer

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Nach Rekapitulation aller “Death Valley”-Folgen, die ich gesehen habe, wage ich zum einen die Behauptung, dass Officer Carla Rinaldi noch cooler wäre, wenn ihr Handy als Klingelton den Titelsong von “Buffy The Vampire Slayer” spielen würde, zum anderen die Vermutung, dass der Grund für Zombiesmus eine bakterielle Infektion des Gehirnes sei. Das erklärt mir die reduzierte Intelligenz, das mangelnde Bewusstsein des eigenen Selbst und die gestörte Motorik.

In diesem Fall wären die so gerne im Film dargestellten Körpertreffer mit 9 oder 10 mm Vollkern-Projektilen reichlich nutzlos, während gegen den Schädel gerichtete stumpfe Gewalt oder auch der klassische Kopfschuss mit einem 455er Bleigeschoss mit Kreuzschnitt zielführend wären. Daneben empföhle sich die vorbeugende Gabe eines entsprechenden Antibiotikums. Allerdings scheine ich der einzige zu sein, der sich diese Frage stellt, ein Erbe des den Koran studierenden Kardinals Nicolaus Cusanus, die Amerikaner Epigonen der die Schädel der Muslime spaltenden fränkischen Kreuzritter.

Onkel Nick und ich haben vielfältige Möglichkeiten; wir sind nicht durch die Existenz unzähliger Soldaten oder zahlloser Rechtsanwälte auf militärische oder juristische Lösungen festgelegt. Wachsende Berufsgruppen, Berufe, die gar von mehr Menschen ausgeübt als eigentlich benötigt werden, erzeugen ihren eigenen Bedarf oder doch wenigstens ein starkes Bedürfnis nach ihren Diensten. So begannen die Kriege im Irak und in Afghanisten, darum wurde das Urheberrecht in den letzten Jahren ein so wichtiges Thema, darum bekomme ich Abmahnungen von Anwälten, die sonst Taxis fahren oder Flaschen sortieren müsste, Tätigkeiten, deren Ausübung moralisch über der steht, an der sie sich nun bis zum Niveau der Unteren Mittelklasse hinauf bereichern.

Wie werden die Vereinigten Staaten von A ihre Probleme in Zukunft lösen? Begegnen sie der Finanzkrise mit dem Einmarsch in den Niederlanden, weil dort die Spekulationsblase erfunden wurde, besetzen sie New York, um die Rating Agenturen dazu zu zwingen, ihre Bewertungen zu ändern? Werden nach dem nächsten Hurricane die Trümmer erst dann weg geräumt, wenn im Gerichtssaal die Verantwortung für die Katastrophe geklärt wurde? Oder entwickeln sie neue oder doch wenigstens zusätzliche Strategien?

Bis jetzt hat es seit David Eisenhauer übrigens kein General mehr geschafft, zum Präsidenten gewählt zu werden. Das lässt mich ein wenig hoffen. Allerdings war es eben dieser Eisenhauer der Waffen “ a theft from those who hunger and are not fed, those who are cold and are not clothed” nannte. Er war Republikaner. Heute würde ihn diese Partei wahrscheinlich ausschliessen.

On the Road

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Der ADAC spricht in der aktuellen Ausgabe seines Periodiums "Motorwelt" ein Problem an, das mir nicht unbekannt ist. Die Kombination aus mobiltelefon-induzierter geistiger Abwesenheit und dem Zustand unserer Landstrassen, gar noch in Verbindung mit ein paar Querlenkern zweiter oder dritter Wahl hat auch mir schon die Bekanntschaft mit dem Farn am Rand der Strasse, dem Schrotthändler und Paulas Zorn verschafft.

Link zum Artikel: ADAC

Zombiejagd im Ministerium

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Ich bin verwirrt. Paula hat sich einmal mehr wütend ins Obergeschoss zurückgezogen. Sie begründete das damit, dass ich ihr nicht genügend Beachtung schenke. Das tue ich aber doch seit Jahre nicht. Warum sollte ich nun dafür belohnt werden?

Sie verschwand allerdings nicht, ohne mir einige Anweisungen darüber zu geben, wie ich ihre Beziehungen zum Ministère de l’Education regeln sollte. Offensichtlich steht diese Organisation in ihrer Gunst noch unter mir und Freund. Das beschnitt nun meine Hoffnungen, die sie vorher mit einigen Drohungen, mich zu verlassen, ermuntert hatte.

Ich tröstete mich mit Ben Aaronovitchs “Die Flüsse von London”. Davon soll es jetzt eine java-Version fürs Handy geben.

Die Probleme mit Paulas Gesundheit und der Unfähigkeit des Universums, auf sie einzugehen, bedroht meine künftigen Möglichkeiten, Abstand von ihr zu haben. Der Aussicht darauf, das Haus zu verlieren und mir mit ihr und acht Katzen eine Drei-Raum-Wohnung zu teilen, würde ich es vorziehen, nur mit einem Webley-Revolver bewaffnet einer Horde Zombies entgegen zu treten.


Meine kleine Bohnen-Gurken-Tomaten-Paprika-Zucchini-Fabrik

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Drugs and Food and Net Tights

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Er blubberte Weisheiten aus den Tiefen seiner Erkenntnis, sie hatte Pupillen, die den gleichen Durchmesser hatte wie der Ladestecker eines Nokia-Handys. Vielleicht waren sie immer so. Vielleicht hätte nach einem Drogentest auch nur ihr Säugling noch den Führerschein für den Kinderwagen behalten dürfen.

Sie sassen neben uns auf der Terrasse des Restaurants am See, wo wir etwas assen, das wir uns eigentlich nicht leisten konnten und davon zuviel. Paula erzählte mir euphorisch von der stationären Rehabilitation, die sie für sich voraussieht. Ich habe ihre Euphorie bei so vielen Projekten und Visionen erlebt und am Anfang auch geteilt, dass ich nun darauf so zwangsläufig mit Zweifeln reagiere wie ich auf ein blühendes Getreidefeld mit einer laufenden Nase und geschwollenen Augen reagiere.

Spontan sah ich eine Katastrophe voraus, ein Gedanke, von der mich kurzfristig nur die Frage ablenken kann, ob Netzleggins unter einem Sommerkleid auf den Verstand oder die Absichten einer Frau schliessen liessen. Im zweiten Fall könnte das Pärchen, zu dem sich diese spezielle Frau hinten in der Ecke an den Tisch setzte, einen interessanten Abend vor sich haben.

Das I Ging, später zu diesem Thema befragt, konterte meinen Pessimismus mit der Ermutigung zum Enthusiasmus. Wie immer die Sache auch ausgeht, so sehen die chinesischen Weisen doch eine Möglichkeit, daraus Nutzen zu ziehen. Für Leute, die so lange tot sind, sind sie ziemlich optimistisch.

Ein Baum an einem See

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Meine Kolleginnen, Glauben an das vortäuschend, was ich Ihnen über Paula und unsere Ehe erzähle, versprechen mir die Wiedergeburt in einer höchst komfortablen und erleuchteten Form. Darmbakterie, Amöbe und Mastschwein schlossen sie grosszügigerweise gleich aus.

Mir wäre eine Reinkarnation als Baum an einem See recht. Die Sonne würde auf mich scheinen, der Regen auf mich fallen, die Wolken würde über mich dahin ziehen, und ich würde den Vögeln und Insekten ein Heim bieten. Und sonst würde ich den Paaren dabei zusehen, was Paare unter Bäumen tun, die an einem Badesee stehen.

Als ich mit der Nase in Floritas Ausschnitt steckte, fragte ich mich, ob es nicht eine oder doch sogar zwei kleine Sachen gäbe, die dafür sprächen, einen neuen Abschnitt meines Lebens zu beginnen. Ich habe gewisse Unarten, von denen ich besessen war, auf ein Mass reduziert, das mir nicht mehr krankhaft erscheint, und bin einige Jahre lang einigermassen streng einem Keuschheitsgelübde gefolgt. Paula bestärkt mich allerdings durch die Macht ihrer Persönlichkeit darin, an meinem Gelübde festzuhalten. Sie weiss noch nicht einmal davon.

Ohne den kunstvollen Überbau von pornografischen Bildern und Vorstellungen und zwanghaftem Verhalten muss ich mich quasi zum ersten Mal in meinem Leben mit meinen eigenen Bedürfnissen auseinandersetzen. Wie reagiere ich auf sie? Was spricht mich an, wer reizt mich? Wie stark sind meine Bedürfnisse wirklich?

Ich habe nicht nur Zweifel am rechten Glauben meiner Kolleginnen an meine Geschichten, sondern auch an den an der Reinkarnation. Immerhin hat eine von ihnen ihr Mousepad mit dem Pilgerbild der Heilig-Rock-Wallfahrt beklebt. Für die Christen aber ist das nächste Leben keines in dieser Welt.

Setzt die eine also für die Funktion ihres PCs auf Gottes Hilfe, hat die andere sich ihr eigenes Bild aufs Pad geklebt, rubbelt also mit der Maus den ganzen Tag an sich selbst herum. Ob Karen weiss, was sie da tut?