Tuesday, 10. November 2009, 15:38:47
reichsbahn, mauerfall, deutsch, honecker
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Den Mauerfall 1989 habe ich irgendwie nicht mehr so klar in Erinnerung. Wahrscheinlich war ich damals gerade arbeiten. Vom Untergang des World Trade Centers habe ich schliesslich auch auf der Arbeit gehört. Vor zwanzig Jahren gab es allerdings noch kein Internet und demzufolge auch kein CNN.com, sodass ich frühestens am Abend davon erfahren haben kann. Wir waren damals noch so rückständig, dass wir nicht einmal Mobiltelefone hatten.
Am Deutlichsten erinnere ich mich daran, dass ich irgendwann im falschen Zug sass, und der Schaffner mir nichts berechnete, weil er mich für ein Mitglied unserer Kolonialbevölkerung hielt, das den Westen sehen wollte. Wenn ich eines bei der Wiedervereinigung bedauere, so ist es nicht der Solidaritäts-Zuschlag, sondern dass ich das Land in den Tagen von de Maiziere nicht noch erkundet und seine Buchhandlungen geplündert habe, bevor es aufgelöst, wieder vereinigt, gleichgeschaltet wurde,
Manchmal sind die Grenzen im Kopf viel solider als selbst eine ordentliche Betonwand mit reichlich German Wire und dezent verteilten Selbstschussanlagen.
Das Urheberrecht für das Bild liegt bei Genial23. Einmal auf das Photo klicken führt direkt zu seinen Bildern bei Flickr
Monday, 9. November 2009, 15:45:25
deutsch, persönlichkeitsstörung, herbst, chinesisch
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Der nächste Schritt beim Skillstraining war eine Übung, die für mich nicht ganz so einfach war:
Aus ästhetischen Gründen entschied ich mich als Ort für diese Übung für den Jardin de Chine , der allerdings um diese Jahreszeit eher nicht der Vorgabe eines "belebten Platzes" entspricht, mir aber gerade deswegen für einen ersten Versuch als geeignet erschien. Der kleine Bach lief über die Steine die Stufen hinab zum Fluss, Luftblasen trieben auf dem Wasser, in rot und gelb fielen Blätter aufs Gras. Nach drei Minuten konnte ich nicht mehr stillsitzen.
Nahe daran den Versuch aufzugeben, entschied ich mich für eine gewohntere Annäherung. Ich arbeitete mich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Stationen des Parks und konzentrierte mich darauf, einzelne Aspekte durch den Sucher meiner Handy-Kamera zu erfassen. Ich erfasste die Pagode in der Aussenansicht mit der kleinen Brücke, die so angelegt sein soll, dass ihre Spiegelung im Wasser bei Mondlicht einen vollen Kreis ergeben soll, die komplexe Holzkonstruktion ihres Dachstuhls, das YinYang-Mosaik auf ihrem Boden, die Brücke, die von ihr im Zick-Zack Richtung Fluss zu einem kleinen, runden Steinplatz führte, den Brunnen, aus dem der Bach gespeist wird, das rote Schriftzeichen am Strommast, von dem ich annehme, dass es auf Chinesisch einfach "Achtung! Strom!" heisst, die beiden kleinen Mädchen, die auf einem Hügel ein kleines Picknick abhielten.
Diese Vorgehensweise kanalisierte meine Ruhelosigkeit und half mir, mich für die vorgegebenen zehn Minuten auf meine bildliche Wahrnehmung zu konzentrieren. Die Bilder, die ich in dieser Zeit sah, stehen mir auch jetzt klarer vor Augen als der Laden des Heizungsbauers, in dem ich danach war ("Das Filterglas kostet 87 Ecu. Ich lass es Ihnen aber für 25, wenn Sie nichts dagegen haben."), oder die Postagentur im Einheits-Design. Ich könnte keinen der Menschen beschreiben, den ich dort gesehen habe. Ich erinnere mich selbst bei der Bürokraft des Heizungsbauers nur an ihr gut geformtes Bein und daran, dass sie Linkshänderin war.
Friday, 6. November 2009, 12:09:45
machttrieb, texto, deutsch, commerzbank
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Staunend starren die Politiker auf den
Zaibatsu, dessen Vertreter sie ausmanövriert haben, ihre Subventionen verwendet haben, um ihre deutsche Tochter-Gesellschaft durchzubringen, während die Konzern-Mutter in den USA ihre Insolvenz abarbeitete. Sie sollten es eigentlich gewohnt sein, über den Tisch gezogen zu werden, hat sie doch die Commerzbank schon in ähnlicher Weise benutzt, wenn auch weniger langfristig geplant, dafür aber die Gunst der Stunde effektiv nutzend.
Der Politiker an sich ist einem Manager immer unterlegen, weil dessen Motivation stärker ist. Es mag sein, dass der Wunsch nach Macht bei beiden gleich stark ist, der Manager aber verliert sie schneller, da er durch keine Wahlperiode gesichert ist. Zugleich verdient er mehr und hat deshalb eine grössere Verlustangst, die ihn schneller und aggressiver macht.
Das ist zumindest meine Theorie, aber vielleicht sind Manager einfach ungenierter, weil unsere Gesellschaft von ihnen keinen Altruismus erwartet. Oder es handelt sich einfach um eine anders geartete Ausprägung des quasi-biologischen Triebes nach Macht, der dem Menschen eigen zu sein scheint, Teil seiner Firmware ist, direkt neben dem Sexual-Trieb sitzt wie der Haustürschlüssel neben dem für den Roller, so peinlich dass wir darüber noch seltener reden als über Sex. Im günstigsten Fall äussert sich dieser Trieb als der Wunsch, nicht beherrscht zu werden, im schlechtesten hat man einen fetten Schnurrbart, eine Vorliebe für private Filmvorführungen und einen Künstlernamen wie
Stalin.
Die Manager von GM haben Präsident Obama keine e-mail geschickt, nicht einmal ein
texto, um ihn zu informieren. Warum auch? Sie glauben an die Freiheit des Unternehmertums, wenigstens aber an ihre eigene Freiheitals Unternehmer. Und nachdem sein Programm
Cash for Clunkers sie gegenüber ausländischer Hersteller massiv benachteiligt hat, sind sie vielleicht auch ein bisschen angefressen, wenn es um die demokratische Regierung geht. Und das alles nur, weil sie es immer noch nicht schaffen, spritsparende Autos zu bauen.
Thursday, 5. November 2009, 09:14:07
familie, deutsch, persönlichkeitsstörung, erbe
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Auf die WAS-Fähigkeiten folgen im Skillstraining die WIE-Fähigkeiten, deren erste die ist, eine Situation als einfach das Ergebnis früherer Ereignisse zu sehen. Dabei muss ich weder billigen, was gerade geschieht, noch es pauschal verurteilen. Ich darf nur nicht darauf beharren, dass die Realität nach meiner Überzeugung anders sein müsste. Die Realität IST einfach wie sie ist.
Oder andersherum gesagt: Diskutier nicht mit der Realität, sie hat immer den grösseren Baseball-Schläger.
Ich habe den Ansatz, gekränkt zu sein, weil das Leben nicht so ist wie man es haben will, immer für ausgesprochen...
weiblich gehalten. Eine Neurose zu entwickeln, nur weil der Sonnenaufgang nicht die gewünschte Farbe hat oder der Partner nicht hingebungsvoll genug ist... im einen Fall bleibt man(n) halt ein wenig länger im Bett, für den anderen hat uns die französische Revolution die segensreiche Erfindung der Scheidung beschert.
Vielleicht sagt diese Vorstellung etwas über mich aus, vielleicht auch nur einfach über meine Schwester und meine Frau.
Mein Rechtsanwalt hat der Rechtsanwältin meiner Schwester jetzt das nächste Kapitel eines Briefromanes geschickt, in der das Wort "Teilungsversteigerung" die Handlung weitgehend zusammenfasst. Schwesterchen wird die klassische Schildkröten-Taktik anwenden und hoffen, dass ich mich in Luft auflöse. Das tut sie eigentlich schon seit sie herausgefunden hat, dass sie einen Bruder hat. Ich fand es immer erstaunlich, wie klar entwickelt eine Persönlichkeit schon ist, wenn ihres Besitzers Interessen vordergründig noch Schnuller, Babybrei und Verdauung gelten.
Ich weigere mich allerdings, wegen einer solchen Kleinigkeit zusammen zu brechen, erlaube mir allerdings ein wenig Wut. Wie die meisten Menschen unterliege ich gelegentlich dem Vorurteil. eine Familie sei ihren einzelnen Mitgliedern gegenüber positiv eingestellt. Andererseits sollte ich mich ja von allen Vorurteilen frei machen. Ich bin meinen Verwandten oft genug mit Neid und Ablehnung begegnet. Die Situation heute ist die Folge einer über 40 Jahre langen Kette von Ereignissen und Handlungen, zu der mehr als einer beigetragen hat.
Tuesday, 3. November 2009, 15:39:09
grippe, schweinereien, deutsch, impfung
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Ich wühle mich immer noch durch die e-mails, die in den letzten beiden Tagen aufgelaufen sind. Ein Rundschreiben der Firmenzentrale stellt mir einen neuen Direktor vor, der den Vertrieb in Ankh-Morpork leiten wird, ein anderes erinnert daran, dass vor einem Amok-Lauf eine Liste der voraussichtlichen Opfer als Forecast einzureichen ist, eine e-mail beginnt mit der in ihrer Ehrlichkeit ergreifenden Aussage: "I messed up the programming of my gate opener", die nächste enthält eine Anamnese-Liste für den Betriebsarzt.
Die meisten Fragen in dieser Word-Datei (immer noch kein odt!) sind einfach. Ich gestehe des Besitz von legalisiertem Heuschnupfen, einer gepflegten Kurzsichtigkeit und einer heimlichen Grosszehenarthrose ein, zögere aber bei der Frage nach Gemütserkrankungen. Nicht dass ich keine hätte, aber wieviele darf man da ankreuzen? Wie hoch ist der High-Score? Stehen mir als einfachem Angestellten drei zu oder müsste ich für ihren Besitz wenigstens Supervisor sein?
Dabei müsste ich eigentlich doch gar nicht gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Schliesslich habe ich schon seit einiger Zeit nichts allzu schweinisches getan. Und wenn würde ich natürlich das gleiche tun, was ich beim Rollerfahren tue. Ich würde also einen Helm anziehen.
Thursday, 29. October 2009, 15:47:04
deutsch, persönlichkeitsstörung, schussfeld, was-fähigkeiten
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Beim Skillstraining habe ich jetzt die Beschreibung der WAS-Fähigkeiten erreicht, in denen es um die Wahrnehmung geht, die Fähigkeit, diese Wahrnehmungen zu beschreiben, und an etwas teilzunehmen. Die ersten beiden konnte ich bloggend in den letzten beiden Jahren schrittweise für mich entdecken. Mit dem Teilnehmen tue ich mich aber schwer, bevorzuge ich doch, seit ich dem Kinderwagen entstiegen bin, eher eine beobachtende Position mit einer gewissen Entfernung zu den Menschen.
Man nennt so etwas auch ein "freies Schussfeld."
Wednesday, 28. October 2009, 15:13:12
deutsch, persönlichkeitsstörung, das universum und ich, sexsucht
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Heute behandeln mich die beiden Damen, Karen und ihre Busenfreundin, wieder normal. Wahrscheinlich habe ich also etwas auf mich bezogen, was nicht auf mich gezielt war, oder es wichtiger genommen, als es eigentlich war. Das Universum hat an den meisten Tagen besseres zu tun, als sich auf mich allein zu konzentrieren.
Ich finde das ziemlich ungezogen vom Universum.
Tuesday, 27. October 2009, 15:37:30
skillstraining, deutsch, nackter po, depression
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Ich habe die Inhaltsangabe der Powenzbande für Wikipedia abgeschlossen und mit dem
Skillstraining begonnen, das mir Ganesha gegeben hat. Er scheint sich davon einiges zu versprechen, wo es darum geht, meine depressiven Phasen in den Griff zu bekommen, ich erkenne manches darin, was ich schon tue, leider aber auch einiges, was ich noch nicht tue.
Vorläufig bin ich erst einmal beim Kapitel "Achtsamkeit", in dem es darum geht, Abstand zu seinen Gedanken und Gefühlen zu gewinnen. "Ich bin nicht mein Gefühl, ich habe ein Gefühl", darin allein liegt schon der Unterschied zwischen einem Kind und einem Erwachsenen, einem Menschen, der die Kontrolle über sein Leben nicht hat, und einem, der sie hat. Ich bin gierig - ich will haben!
Um mich von dieser Einstellung abzubringen, muss man mir schon wie Karen es regelmässig tut, das halbe Gesäss entblösst entgegenstrecken. Ob es nun daran liegt, dass ich dem nicht genug Begeisterung entgegen bringe, oder daran, dass ich die eine oder andere Einzelheit, die ich auf ihrer MySpace-Seite gelesen habe, freimütig anderen Kollegen erzählte, die es allerdings auch selber hätten lesen können, sie zieht es jedenfalls im Augenblick vor, mich zu ignorieren. Sitzt sie mit ihrer Busenfreundin aus der Buchhaltung zu Tisch, vermeiden sie augefällig jeden Blickkontakt und fassen sich kurz, wenn sie mit mir reden.
Mit dieser Haltung kann ich umgehen, da kenne ich mich aus. Ins Schleudern brachte mich eine andere Kollegin aus der Buchhaltung, die in der Mittagspause mit mir spazieren gehen wollte. Ich fände es beruhigend, daran jetzt einen niedrigen Beweggrund zu entdecken, finstere Pläne eben wie ich sie jeder Frau heiteren Gemütes unterstelle. Aber ich weiss, dass sie nicht so kompliziert denkt.
Monday, 26. October 2009, 12:03:22
deutsch, persönlichkeitsstörung, wasserfilter, heimwerken
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Ein Foto hält nicht den Augenblick fest, aber unseren Wunsch, ihn festzuhalten. An die Freiheit, die wir in diesem Augenblick empfanden, die Hoffnung auf einen Delany, einen Heinlein oder Highsmith in einem der Obstkartons auf dem Flohmarkt vor dem Einkaufszentrum, die Verkaufsgespräche, mit denen die Herbstkollektion von vor fünf Jahren den Besitzer wechselt, Teenager mit Gesichtspiercings und die älteren Leute, die von Stand zu Stand wandern, den Mr. Moto, den ich auf dem Boden eines zum Verkaufsstand umgewandelten Einkaufswagen fand.
Der Rest des Wochenendes schrie nicht gerade danach, im Bild festgehalten zu werden. Nicht der Wasserfilter, der tropft, seit ich den Papier-Einsatz gewechselt habe, nicht die Überschwemmung klebrigen Quittengelees, die mir ein Topf hinterliess, der einen Moment der Abwesenheit gemeinerweise ausnutzte, um überzukochen.
Wednesday, 21. October 2009, 12:59:05
meine persönliche finanzkrise, tsunami, radio utopie, verschwörungstheorien
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Nach den durch die Anschläge der Mond-Bewohner verursachten Tsunamis hat die Nasa am 9. Oktober endlich zurückgeschlagen und einen Krater in der Nähe des lunaren Südpols
bombardiert. Berichte über die Schäden liegen noch nicht vor, weder von der Nasa noch von
Radio Utopie, denen diese Geschichte überraschenderweise bisher sogar noch völlig entgangen ist.
Steckt der Feind auch hinter dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 und dem Geheimnis meines ununterbrochen sinkenden Kontostandes? Dazu schweigen sich die CIA , der Secret Service, der FSB und die örtliche Volksbank noch aus.
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