Captain Ahab und die Walfang-Gegner
Monday, February 28, 2011 9:52:41 AM
Für einige Zeit war es mir gut gegangen. Ich war zufrieden, hatte mässig, aber nicht übermässig gegessen, die Wohnung war sauber gewesen, ich hatte eine neue Kurzgeschichte begonnen, ich zog sogar in Erwägung, über den Tag hinaus zu planen. mir ein anderes Leben vorstellen zu dürfen.
Dann diagnostizierte der Pneumologe bei Paula als Folge von zwei schlecht ausgeheilten Lungenentzündungen Asthma und eine Atem-Kapazität von gerade noch 39%. Sie beflügelte das umgehend zu einem ihrer Höhenflüge, worauf sie begann, Teile ihrer antiken Stereo-Anlage auszusortieren. Sie begründete das mit der eigenwilligen Vermutung, das Zeitalter der Musik-Cassetten sei vorbei, und zwang mich dann in den Elektrofachmarkt des Grauens, um neue Boxen zu kaufen, die unvermeidlich ihren Ansprüchen nicht genügen würden und daher umzutauschen waren. Gott gab uns Katie Melua; diese Mega-Dolby-Surround-Anlagen hingegen kommen von einem Ort, den Dante so ausführlich beschrieben hat.
Gutgelaunt verbrachte sie dann den Rest des Wochenendes damit, mich einmal mehr über meine Defizite und ihre Einstellung zu mir zu informieren unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, dass sie mich vor zwanzig Jahren nicht gebeten hatte, zu ihr zu ziehen, sondern dass ich entschieden hatte, bei ihr sein zu wollen. Für sie gibt ihr das Recht, darüber zu entscheiden, ob und wie lange es noch weitergehen soll, eine Entscheidung, der sie sich dann zu meiner Enttäuschung postwendend verweigerte, um dann auch gleich in aller Ausführlichkeit darzustellen, welche Änderungen sie ("wir") für die nächsten Monate an der Wohnungseinrichtung plant. Sie scheint von mir wenigstens so abhängig zu sein wie ich von ihr.
Ihre Bereitwilligkeit zu leiden erinnert mich an meinen Vater, der sich von meiner Mutter so sehr abhängig machte, dass es nach ihrem Tod nicht mehr viel brauchte, um ihm den Lebenswillen zu rauben. Würde jemand Watzlawiks "Anleitung zum Unglücklichsein" fürs Regionalprogramm verfilmen wollen, wäre das Ergebnis ihr Leben.
Das I Ging liefert dazu das Bild 27, das ermahnt, auf die Motiven eines Menschen zu achten, auf die Nahrung, die ein Mensch zu sich nimmt. Die Prognose ist Bild 41, die Minderung, die keine Schande bringt, wenn man ehrlich ist, Standhaftigkeit zeigt und etwas unternimmt. Manchmal muss man den Göttern sein Opfer statt mit einer reichverzierten Bronze-Schale eben mit zwei popeligen Plastik-Schälchen darbringen.













Martin K™Aqualion # Monday, February 28, 2011 12:40:22 PM
Pineas2 # Monday, February 28, 2011 2:31:49 PM
Martin K™Aqualion # Monday, February 28, 2011 2:45:08 PM
Pineas2 # Monday, February 28, 2011 3:17:14 PM
Martin K™Aqualion # Monday, February 28, 2011 4:01:17 PM
Pineas2 # Tuesday, March 1, 2011 7:13:53 AM