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Die Pineas Diaries

Ich bin alt, ich bin fett, ich bin depressiv... aber sonst gehts mir gut

Posts tagged with "depression"

Ich warte

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Ich warte. Ich warte darauf, dass ich mich endlich wieder vor dem Mittagessen wach fühle. Ich warte darauf, dass Captain aus der Tierklinik nach Hause kommt. Ich warte darauf, dass drei Lieferungen, eine mit Reserve-Akkus für Siemens-Handys, zwei mit Kassetten mit Volksmusik, an der Packstation ankommen. Welches Jahrtausend haben wir noch mal?

Ich warte darauf, wieder ins Bett gehen zu können und zu schlafen, neben mir Freund , zwischen meinen Füssen vielleicht diese graue Katze, die Paula jetzt Bootsmann nennt. Sie schleicht sich immer öfter ins Haus, in mein Bett. Ich werde es ihr vergelten, indem ich sie bei erster Gelegenheit kastrieren lasse und sie unter die Menschen bringe.

Pastellfarbene Gedankenblasen

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Es gibt eine ganze Reihe von Massnahmen, um mit Paula umzugehen. Die effizienteste ist meiner Ansicht nach immer noch, sich weg zu denken, eine pastellfarbene Gedankenblase steigen zu lassen, einzusteigen, die Tür hinter sich zu schliessen, mit ihr Kurs aus dieser Welt heraus zu nehmen. Anschreien funktioniert nicht, mit dem gesunden Menschenverstand oder gar der Logik argumentieren auch nicht.

So etwas empfindet sie als offene Provokation, ebenso wie jenes kaum zu kontrollierende Bedürfnis nach Schlaf, das mir am Wochenende die Zeit verkürzt, bis ich wieder unter Menschen bin, die zu gut erzogen oder zu professionell sind, um mir meine Minderwertigkeit in der Ausführlichkeit zu erklären, die ich von Paula gewohnt bin. Vielleicht haben sie ja auch nur einfach etwas anderes zu tun, oder es mangelt ihnen an der Kreativität diesem einfachen Thema soviele Aspekte abzugewinnen wie sie.

In diesem Zusammenhang zähle ich dieser Tage viel. 6 Stunden, bis sie sich nach meiner Erfahrung in ihr Schlafzimmer verzieht, um nur noch gelegentlich nach dem Auffüllen von Katzenfutter oder ähnlichem zu verlangen, 30 Stunden, bis ich am Sonntag abend ins Bett gehe und sicher bin...

Freund schätzt das im Übrigen sehr; er hat sich gerade den Winterschlaf zur Aufgabe erklärt und begrüsst meine Gesellschaft in diesem Zusammenhang. Kritik von Paula an seinen sozialen Defiziten, einem permanent gesteigerten Appetit und seiner Zuneigung zu mir nimmt er mit einer Gelassenheit, neben der ein buddhistischer Mönch wirkt, als hätte er zum Frühstück seine acht Espressi gehabt.

Was Paula für mich ist, ist die Dicke für ihn. Ich kann nie sagen, wer von beiden angefangen hat, aber er ist normalerweise der, der am Ende den Kürzeren zieht. Dafür scheint einer von Misters Freunden, jungen Streunern, die mit ihm herein kommen, um mit ihm zu spielen und sich gerade noch aufzuwärmen und satt zu essen, ihn sympathisch zu finden. Er selbst hat sich mit diesem Gedanken noch nicht angefreundet.



Ich bin gierig - ich will haben!

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Ich habe die Inhaltsangabe der Powenzbande für Wikipedia abgeschlossen und mit dem Skillstraining begonnen, das mir Ganesha gegeben hat. Er scheint sich davon einiges zu versprechen, wo es darum geht, meine depressiven Phasen in den Griff zu bekommen, ich erkenne manches darin, was ich schon tue, leider aber auch einiges, was ich noch nicht tue.

Vorläufig bin ich erst einmal beim Kapitel "Achtsamkeit", in dem es darum geht, Abstand zu seinen Gedanken und Gefühlen zu gewinnen. "Ich bin nicht mein Gefühl, ich habe ein Gefühl", darin allein liegt schon der Unterschied zwischen einem Kind und einem Erwachsenen, einem Menschen, der die Kontrolle über sein Leben nicht hat, und einem, der sie hat. Ich bin gierig - ich will haben!

Um mich von dieser Einstellung abzubringen, muss man mir schon wie Karen es regelmässig tut, das halbe Gesäss entblösst entgegenstrecken. Ob es nun daran liegt, dass ich dem nicht genug Begeisterung entgegen bringe, oder daran, dass ich die eine oder andere Einzelheit, die ich auf ihrer MySpace-Seite gelesen habe, freimütig anderen Kollegen erzählte, die es allerdings auch selber hätten lesen können, sie zieht es jedenfalls im Augenblick vor, mich zu ignorieren. Sitzt sie mit ihrer Busenfreundin aus der Buchhaltung zu Tisch, vermeiden sie augefällig jeden Blickkontakt und fassen sich kurz, wenn sie mit mir reden.

Mit dieser Haltung kann ich umgehen, da kenne ich mich aus. Ins Schleudern brachte mich eine andere Kollegin aus der Buchhaltung, die in der Mittagspause mit mir spazieren gehen wollte. Ich fände es beruhigend, daran jetzt einen niedrigen Beweggrund zu entdecken, finstere Pläne eben wie ich sie jeder Frau heiteren Gemütes unterstelle. Aber ich weiss, dass sie nicht so kompliziert denkt.