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digitales Zentralorgan des Matthias F.

Leben, Puschti, Kamele, ab und an seichte Alltagsromantik...

Posts tagged with "Philosophie"

Kieler Traditionen

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Ferdinand Tönnies, jeder Soziologe an der CAU kennt ihn, muss ihn kennen, er ist Prüfungsrelevant, hoch gelobt sei er :smile:

Wie auch immer, eines seiner größten Werke ist oder soll zumindest "Gemeinschaft und Gesellschaft" sein.

Geht um Gemeinschaft als subjektives Verhältnisgefüge und im Gegensatz dazu um Gesellschaft als konstruiertes Verhältnisgefüge. Na ja... man kann ganze Seminare dazu besuchen, ich hab nur eine Klausur geschrieben in der das neben 40 anderen Punkten dran kam...

Mit diesem Begriffspaar kann man jedenfalls eine Menge machen... das war 1887 der Fall...

egal...

jedenfalls: Wirtschaft und Gesellschaft ist das Begriffspaar von 2009, allerdings diesmal im nahezu synonymen Sinne...

siehe auch: http://kielbrennt.blogspot.com/2009/12/presseerklarung-zu-realitat-trifft.html

Politikverdrossenheit 2.0

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Scheinbar gab es wieder Gespräche mit dem werten Herrn Staatssekretär, der bereits bei der Vollversammlung durch Ignoranz zu glänzen wusste, sowie anderen Vertretern aus Politik und Wirtschaft. (Ich bitte darum das Wort "Ignoranz" als subjektives Empfinden meinerseits zu verstehen, nicht als wissenschaftlich fundiertes Analyseergebnis)

Ich hatte leider erst Donnerstag Plakate gesehen, auf denen auf die Mittwochsveranstaltung hingewiesen wurde.

Blogbeitrag der demonstrierenden Studierendenschaft zu der Veranstaltung "Realität trifft Politik"

So wie man der dort verlinkte Presserklärung entnehmen kann, war es diesmal wohl auch nicht anders, besonders amüsant fand ich den Hinweis der Ausdehnung des Wirtschaftsbegriffs auf den der Gesellschaft.

Was solls... ich hatte in den letzten Wochen vermehrt mit meinem Studium zu tun, auch Gespräche mit Dozenten zum weiteren Studienablauf bzw. meinem Studium allgemein geführt. Das man ein Philosophiestudium in einen Bachelor zwängen möchte gab nur ein müdes Lächeln von Seiten einer der Professoren, ich hab mir meinen Teil gedacht, versuche aber das Beste draus zu machen... will eh kein Berufsphilosoph werden...

Zitat des Tages 12. 11. 2009

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"Wir haben jedoch gesehen, dass die Zugehörigkeit eines menschlichen Lebens zur Spezies Homo Sapiens allein keine Bedeutung dafür hat, ob es verwerflich ist, es zu töten; entscheidend sind vielmehr Eigenschaften wie Rationalität, Autonomie und Bewusstsein seiner selbst"
(Peter Singer: Praktische Ethik, Stuttgart 1984, S.179, nachgeschlagen wegen einer Diskussion heute)

Wichtige Anmerkung: Das Zitat spiegelt nicht die Meinung des Blogautors wieder!

Zitat des Tages 10. 11. 2009

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"Das Fehlen dieser Qualitäten erzeugt den seltsamen Eindruck, den man heute so oft hat: daß das Dasein, bei aller Unabsehlichkeit des Wissens, aller Ungeheuerlichkeit der Macht und Exaktheit der Technik im Grunde von Unerwachsenen regiert werde"
(Romano Guardini, aus: Die Lebensalter, ihre ethische und pädagogische Bedeutung, 1953, muss ich grad für ein Referat lesen)

Zitat des Tages 8. 10. 2009

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"Jeder macht auch das, was nicht jeder macht... das Paradoxum unserer Zeit"
(Anonym, Instant Messanger Unterhaltung heute)

Zitat des Tages 7. 10. 2009

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"Meiner Ansicht nach ist das Geheimnis des Lebens, die Dinge sehr, sehr leicht zu nehmen"
(Oscar Wilde, hab ich früher schonmal ganz gut gefunden)

Ruhe vor dem Sturm 256...

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Nächste Woche geht die Uni richtig wieder los...

gestern noch einen Kurs gewechselt, am Dienstag in die Philokurse eingeschrieben, am Mittwoch bei einer Vorbesprechung gewesen... so langsam wird die Mühle wieder warm...

Knapp 25 statt nur 20 Jahre Freiheit

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http://www.dran.de/jetztleben/artikel/ansicht/15898120-jahre-wende-die-verspotteten.html

Überdenke momentan vermehrt meinen Glauben und Ansichten... Ich merke gerade mal wieder, wie dankbar ich sein darf, dass ich da mehr Freiheiten habe, als Andere...

Ich darf Philosophie (und Soziologie) studieren und mir meine eigene Meinung bilden.

ganz böse...

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Ich schau mal wieder meine Statistiken an stoße auf folgende Suchanfrage:



Was planen die? Sind die so verzweifelt?


Fast noch interessanter:

Suchanfrage aus einem Firmennetzwerk einer Modekaufhauskette nach "büro putzpläne pandemie".

Werde aber nicht bekannt geben, um welche es sich hierbei handelte, da es geschäftsschädigend wäre.

Es lebe der Datenschutz...

Warum diskutieren?

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Ich will schon lange keine Menschen mehr "bekehren", ok, das klingt wie ein blöder Trick: "komm, ich bin ganz lieb..."

Nein, was ich meine ist: Ich komme allmählich ab und an an den Punkt, das ich mich frage, wozu eigentlich mit militanten Atheisten diskutieren? Ich diskutiere nicht mit ihnen um sie zu überzeugen, ich diskutiere mit ihnen um ihnen einen Gegenpol zu bieten. Mit aus dem Grund studiere ich vielleicht im bald dritten Semester Philosophie, zu was anderem hats mir Dickschädel nicht gereicht. Obs für Philo reicht mal schaun... Im Blick auf mein fortgeschrittenes Alter weiß ich immerhin was ich nicht so gut kann und bin auch für die Umwege dankbar. Hilfreich war es in jedem Fall. Auch egal, nebensächlich.

Der Atheist, so wie ich ihn kennengelernt habe bisher, zumindest der, der mir weismachen will, das Glaube sinnlos oder gar gefährlich und falsch ist, fühlt sich recht sicher in seiner Welt. So meine Beobachtung bisher zumindest: Er glaubt an die Naturwissenschaften und ihre theoretische Allumfassbarkeit und alles Übernatürliche lehnt er dahingehend ab, da es nicht in seine Methodik passt und in diesem Sinne nicht beweisbar ist:
Alles muss beweisbar sein. Das ist sein Steckenpferd und von dieser Behauptung oder Forderung rückt er auch nicht ab. Er ist Materialist: Er glaubt was er sieht und aufbauend darauf baut er seine Theorie und seinen atheistischen Glauben auf. Das er damit wesentliche Fragen ausblendet scheint ihn nicht zu kümmern, schmerzt in eventuell ab und an aber das ist ja nichts gegen den noch viel größeren Schmerz, den ein "irrationales" Glaubensgebilde verursachen würde. Trotzdem seien sie genannt: Was kann ich mir eigentlich sicher sein? Ich nehme im Grunde nur wahr. Was, wenn ich gar nicht existiere? Eigentlich kann ich nur Eindrücke wahrnehmen oder die Information, das ich sie wahrnehme. Das ich einen Körper habe oder das "da draußen" etwas existiert, dessen kann ich mir eigentlich gar nicht so sicher sein. Mr. Descartes hat diese Gedanken verzapft und noch heute streiten sich die Menschen darüber, was denn eigentlich los ist.

Auch Husserl fragt in der Phänomenologie, was wir denn eigentlich wahrnehmen. Eigentlich nur Phänomene. David Hume oder sonst wer (ich weiß grad nicht wer) fragt, ob wir eigentlich nur Eindrücke wahrnehmen, hinter denen gar keine Gesetzmäßigkeit steckt, wir diese nur hineininterpretieren.

In der Einführungsvorlesung im Fach Philosophie wurde uns von einem Prof das schöne Beispiel genannt: "Was wäre, wenn wir nur 5 Minuten existieren und uns die Erinnerung nur eingegeben wurde?". Wer "Die Insel" gesehen hat, weiß wovon ich rede. Aber das ist Hollywood und unser Prof fand das Beispiel auch nicht so toll: Wäre zu einfach, das kann man nicht als Argument gelten lassen. Ich finde es auch irgendwie witzlos aber nun denn...

Was ich sagen will: Die Atheisten glauben an so viel (z.B. Materie), das sie eigentlich schon fast an einen Gott glauben könnten.

Warum sie das nicht tun und das andere überhaupt? Nun denn, ich weiß es nicht. Ich denke, es ist praktisch. Wie die Sache mit der 5 Minuten Existenz (oder waren es drei? Ich habs mir leider nicht aufgeschrieben)

Was den Vorwurf des Holocaust und Hitler und seine Schergen als Gläubige betrifft, oder die Beispiele die man gemäß der "Kriminalgeschichte des Christentums" (Deschner) so rauskloppen kann: Man kann auch mit Mao und Stalin als Atheisten kommen, dann hagelt es aber wieder Kommentare a la "die sind mehr als nur Atheisten gewesen". Letzten Endes dreht es sich darum, das sich Menschen zu was hinreisen lassen.
Keine Frage, aus dem Grund tun Menschen Böses...

Nur der Atheismus führt scheinbar zur Vervollkomnung, etwa in Form des Humanismus, zumindest ist er der einzig rational sinnvolle Weg, theoretisch zumindest... Ok, er ist eine rational begründete Lebensform oder so aber das ist jetzt meine persönliche Kritik, der Atheist sieht das manchmal auch unreflektierter. Jedenfalls: Ob der wirklich funktioniert... ich halte ihn für ein Konstrukt und habe ein zu pessimistisches Menschenbild, siehe Mao & Co.
Muss aber nicht mal denen ihr Mist sein, auch sonst wird alles beliebig und die Gefahr, das man Wesentliches für Unwichtig erklärt.

Zum Beispiel dass bei einer Abtreibung (auch wenn es sicherlich 100 Gründe dagegen gibt ein Kind auszutragen, keine Frage, da stimme ich selbst als Christ zu) das gezeugte Wesen zu einem Parasiten degradiert und ein Menschenleben für nichtig erklärt wird, zumindest darüber diskutiert werden darf ob das jetzt leben darf. Man kann jetzt ziemlich viele herzzereisende Geschichten erzählen von den Müttern und ihrer Situation. Da ist mir die Mutter von der ich kürzlich in einer Tageszeitung gelesen habe, das sie es sich einfach nicht mehr zumuten konnte ein weiteres Kind auszutragen und sogar Zeit nahm um sich zu verabschieden, schon teilweise als ignorant zu nennen. Keine Frage: Die Entscheidung wird einem heutzutage ziemlich schwer gemacht. Aber spätestens seit in meinem weiteren Bekanntenkreis ein kleiner Junge rumläuft der hätte abgetrieben werden sollen denke ich darüber anders. Auch wenn ich mir bei einem Vorstellungsgespräch für ein Stipendium anhören durfte, das man "da als Frau sicherlich eine ganz andere Meinung zu hat". (Disclaimer: ich werde nicht bekannt geben bei welcher Stiftung das war und bei wie vielen Stipendienstiftungen ich mich beworben habe (für die, denen ich von einer Bewerbung mal erzählt habe als Info), noch in welchem Jahr das stattfand, darum geht es an dieser Stelle nicht)
Es braucht hier allerdings nicht einmal das Beispiel der Abtreibungen. Die Diskussion darüber ist mühseelig und emotional aufgeladen. Zudem: Als Frau hat man da in der Tat eine andere Beziehung zu und die Gesellschaft die die in manchen Fällen durchaus beinahe gegebene Notwendigkeit einer solchen Praxis geschaffen hat müsste eigentlich angeklagt sein. Habe ich in dem Bewerbungsgespräch dann auch gesagt.

Atheismus scheint mir zweckmäßig aber auch ignorant. Das ist wohl das Problem. Gegen Ignoranz anzukämpfen ist schwierig. Spekulationen und Pauschalisierungen werden zu Argumenten und Beweisen und wenn man mögliche Gefahren des Atheismus anspricht, bekommt man ironischerweise unterstellt man spekuliere nur.

Was die heiß diskutierte Autentizität der Bibel betrifft: Ich glaube an sie. Allerdings glaube ich auch deshalb an sie, da ich denke dass es darauf ankommt, dass der Glaube funktioniert. Die Bibel ist in sich schlüssig und bildet einen Kontext aus dem man Weisheiten schöpfen kann. Man kann auch viel hineininterpretieren, besonders gut, wenn man den Kontext außen vor lässt. Ob die Bibel jetzt historisch nur zu 80% sicher ist oder zu mehr: Sie funktioniert. Nicht nur im Sinne von: "Sie bildet ein funktionierendes Glaubenssystem", das tut der Koran auch irgendwie oder Feuerbachs und Nietzsches Glaubensanalysen oder weiß der Geier was sonst noch. Die Frage ist, ob Dein/Mein Glaube in der Realität funktioniert.

Auf dieser Grundlage und mit diesem Wissen argumentiere ich. Ich diskutiere nicht um zu bekehren, ich diskutiere um einen Gegenpol zu bieten, um aufzuzeigen, wo Fehler liegen, wo Atheisten ideologisch und blind werden, wo sie Kompromisse machen zugunsten der einfacheren Begründbarkeit ihrer Lehre.

Und letzten Endes, da ich darin eine Gefahr sehe.

Überzeugen kann letzten Endes nur Gott... Das ist keine Drohung sondern ein Anspruch.
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