In der
Tagesschau erscheint heute ein Artikel über die Gefahren der Auffindbarkeit persönlicher Informationen. Dazu zählt nach Meinung des Autors alles, was über derzeitige
oder vergangene Situation des Menschen Auskunft gibt. Auch sehr interessant ist jegliche Meinungsäußerung in Diskussionsforen, Communities, Gästebüchern oder Kommentaren in Weblogs. Wer eine eigene Internetseite betreut oder ein Blog schreibt, verrät vielleicht noch mehr über sich.
Es wird unter anderem über die Möglichkeit gemutmaßt, wie leicht es Einbrecher durch veröffentlichte Reisepläne und Urlaubspläne hätten, einen Einbruch zu planen.
Martin sieht das anders. Das Thema ist auch noch einmal Thema eines
anderen Artikels. Er begründet dort, daß durch das Veröffentlichen von Reiseplänen gar nicht gesagt ist, daß sich niemand in der Wohnung befindet. Außerdem führt er an, daß Diebe das Web gar nicht für die Planung von Einbrüchen brauchen, weil sie sich einfach morgens vor das Haus zu stellen brauchen und zu beobachten, wer das Haus verläßt und vielleicht noch mehr. Das Ganze war bei ihm sogar schon einmal im Sommer 2003 Thema (siehe zweiter Beitrag von ihm unten).
Manche benutzten diese Strategie der umfasenden Information sogar damals in der DDR. Das hatte mehrere Effekte im Zusammenhang mit der Stasi und Informanten:
- Überinformation, die Masse der Informationen konnte nicht mehr verarbeitet werden. Das zeigte sich wohl besonders in der Zeit des Umbruchs bis zur Wende, weil in den Massen Informationen oft gar nicht mehr die wichtigen Entwicklungen von den anderen unterschieden werden konnten.
- Weitergabe der "Meinung des Volkes" an die Stasi, man versprach sich wohl dadurch zumindest teilweise vereinzelte Reaktionen zur Beseitigung von echten Mißständen.
- gezielte Desinformation
Was aber sicher ein berechtigter Aspekt ist, ist das eigene Bild in der Gesellschaft. Da ist der Personalchef, der vorm Einstellungsgespräch Google oder eine andere Suchmaschine befragt. Aber auch "Kids" tummeln sich heute schon gern auf Kiddie-Platformen wie z.B.
EDnetz. Dort findet man vor allem in den persönlichen Profil-Seiten wie auch in den in diesen enthaltenen Gästebüchern die wildesten Beschimpfungen von anderen ungeliebten Jugendlichen oder einfach Ablästern über Lehrer. Es wurde sogar an Schulen nach Entdeckung beleidigender Äußerungen der Besuch von EDnetz mit den PCs in den Computerräumen untersagt. Wenn sich diese Jugendlichen demnächst um eine Lehrstelle bewerben, werden sie hoffentlich kein schlimmes Erwachen erleben oder deren Eltern aus allen Wolken fallen. Die Seite des eigenen Sprösslings zu finden sollte mit Google nicht ein besonders großes Problem darstellen.
{name oder wohnort} site:{domain der plattform}
Also liebe Erwachsene, schafft euch das nötige Wissen an und dann nehmt eure Kinder an die Hand bei ihren ersten Schritten im Web und überlaßt sie nicht sich selbst, das tut ihr im "real live", also im richtigen Leben doch auch.
Nachtrag:Heute auch
von mir in Twitter:
Muss für alle #Lehrer #Schueler #Jugendliche #Kinder in #Schule und sonstwo!
http://bit.ly/3lN48 #thinkbe4upost
Zeigt euren Kindern diese Videos! Jetzt!