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Ein Teilnehmer: Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg

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Ein Bekannter aus dem musikalischen Umfeld war Teilnehmer. Ich bat ihn um einen Bericht aus seiner Sicht. Hier unkommentiert sein Bericht aus seiner Sichtweise. Mir wurde in Diskussionen zum Kongreß Homohass und Einseitigkeit vorgeworfen. Von mir nur so viel. In Deutschland haben alle das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aber auch auf Glaubensfreiheit und Versammlungsfreiheit. Grundgesetz. Lesen!

"Am Sonntag den 24. Mai 2009 endete mit einem Gottesdienst der 6. internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge. Trotzt vieler Proteste und einer großen Gegendemonstration mit ca. 1000 Teilnehmern konnte der Kongress in vollem Umfang, auch die umstrittensten Seminare, stattfinden. Der Kongress schlug viele heftige Wellen. Durch die Schwulen und Lesbenbewegung wurde eine heftige Debatte zunächst über 2 Referenten, später insgesamt über bis zu 5 Referenten bzw. den ganzen Kongress geführt. Dabei wurde die ganze Debatte bis in den Stadtrat von Marburg getragen, wo das Thema sehr politisiert, und von einigen Parteien für ein politisches Machtspiel missbraucht wurde. Eines der größten Feuer, dass die Gegner aufbrachte, waren viele Fehl- bzw. Falschinformationen, die im Vorfeld gestreut wurden.
So wurde vielerorts behauptet auf dem Kongress gehe es um Homosexualität und wie negativ dieser Lebensstil sei. Das ist absoluter Blödsinn. Wie von Herrn Dr. Grabe in seiner Begrüßung angemerkt wurde das Thema Homosexualität nur sehr weit am Rande gestriffen. Und kam ein Redner dann darauf zu sprechen, dann nur in Zusammenhang mit den Gegnern des Kongresses. Ergo, wären nicht die vielen Proteste im Vorfeld gewesen, wäre dem Thema vielleicht noch nicht einmal gedacht worden auf dem Kongress.
Aber worum ging es dann? Es ging um die vielen Seiten der eigenen Identität. Wer bin ich? Was macht mich aus? Was prägt mich und was bestimmt mein Leben?
So wurden z.B. die Auswirkungen unserer Gesellschaft auf die Jugend aufgezeigt oder der Bezug des Früh kindlichen Bindungssystems zu unserem ICH.

Ein anderes Fehlverständnis war "Homosexualität sei eine Krankheit". Oberbürgermeister Vaupel betonte mehrfach in seinem Grußwort das, was die APS im Einklang mit den Schwulen und Lesbenverbänden mehrere Tage vor dem Kongress öffentlich verkündeten "Homosexualität ist *keine* Krankheit". Daher finde ich so manchen Vorwurf der dem Kongress gemacht wurde einfach nur irreführend.

Der Donnerstag war geprägt von der großangekündigten Gegendemonstration. Der Zug begann am Hauptbahnhof und endete vor dem Hörsaalgebäude in der Biegenstraße. Ziel war es das Hörsaalgebäude zu blockieren um die Seminare zu verhindern. Mit weiser Voraussicht hatte der Veranstalter (APS) alle Seminare in die der Stadthalle angrenzenden Martin-Luther Schule bzw. auf andere externe Räume verlegt. Aus Sicherheitsgründen und (so meine Vermutung) auch um es den Polizeibeamten (die einen hervorragenden Job geliefert haben) leichter zu machen wurde dies den Teilnehmern erst am DO kurz vor dem Mittagessen (also als der Protestzug vor dem Hörsaalgebäude ankam) bekannt gegeben. Um eine mögliche Gefährdung der Teilnehmer gering zu halten wurden jeden Tag neu die Informationen zu den an diesem Tag stattfindenden Seminaren nach den Hauptveranstaltungen bekannt gegeben. So konnten beide Seiten einen Erfolg feiern. Die Kongressgegner konnten verhindern, dass auch nur ein Seminar in den Räumlichkeiten der Uni stattfand. Im Gegenzug konnte der gesamte Kongress und alle vorgesehenen Seminare, wenn auch Andernorts, stattfinden.
Als gegen 14:00 die Änderung der Räumlichkeiten unter den Demonstranten publik wurde, dauerte es noch länger als eine halbe Stunde bis sich eine kleine Gruppierung auf den Weg vor die Martin-Luther Schule machte um dort den Versuch zu starten einige Seminare zu verhindern. Die Polizei reagierte prompt und so fanden sich die Demonstranten erst nach Beginn der Seminare vor der Schule ein. Eine kleine Störung soll es wohl in der Mensa gegeben haben, aber auch hier reagierte die Polizei schnell und so verging der Donnerstag ohne größere und vor allem ohne gewalttätige Auseinandersetzungen. Selbst im Donnertagsgottesdienst und dem Gottesdienst des APS in der Elisabethkirche gab es keine Störungen durch Kongressgegner.

Am Freitag war schon nicht mehr viel vom Gegenwind zu spüren. Vor der Mensa standen einige Wenige mit Plakaten und im 3. Geschoss versammelte sich ein kleiner Sprechchor der kurz 2 eigene Versionen des "Vater unser" aufsagte. Am Samstag und Sonntag sah man nun gar nichts mehr außer die Schmierereien, die schon vor dem Kongress da waren. Hier ein großes Lob auch an alle Gegner und Demonstranten die ihren Protest friedlich kund taten und auf Gewalt verzichteten.

Alles in Allem zeigt der Kongress doch eines. Wenn vorschnell subjektiv-emotionale Meinungen als Kampfansagen in den öffentlichen Medien landen, kann es sehr schnell zu vielen Missverständnissen kommen und es können viele Verletzungen entstehen. Wie einer der Hauptredner sagte "Wir müssen auf die Verletzungen hinter dem Hass sehen". Ein Zweites, wer sich einer Meinung anschließt sollte auch über ihren Inhalt informiert sein. Leider zeigte sich bei vielen Gegnern (auch in persönlichen Gesprächen) und leider Gottes auch in vielen Medien das Gegenteil. Dass der Kongress nun aber doch so friedlich und einigermaßen Störungsfrei ablaufen konnte zeigt eines. Ein fairer, wissenschaftlicher und offener Dialog lässt sich Gott sei Dank in unserer Gesellschaft noch nicht durch schlechte Selbstinformation, großangelegte öffentliche Falschinformation und offensichtliche Ablehnung durch andere Meinungen verhindern.

in diesem Sinne Gottes Segen ihnen."

Apell an den Marburger Bürgermeister

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Hallo Herr Kahle,

Sie sehen mich überrascht. Negative Erfahrungen mit Politikern
allgemein ließen mich bisher an einer Antwort von Ihnen zweifeln.
Könnte natürlich auch sein, daß wohlmeinende Angestellte für Sie
derartige Post beantworten. Egal.

Sie schreiben:

> Da aus Ihrem Schreiben nicht klar wird, um was es Ihnen geht,

Ich hatte gehofft, es deutlich zu machen. Noch einmal kurz,
was ich nach bestem Wissen schon vermeintlich in meiner Mail
geschrieben hatte. Ich weiß, daß Sie sicher viel Arbeit haben,
aber vielleicht können Sie doch kurz auf die Punkte eingehen.

Was ich sagen will:

Mein Kind (24 Jahre alt) lernt in Marburg. Er ist in
die technische Organisation der Konferenz integriert.
(Wohl die akustischen Anlagen u.ä.)
Er war am Wochenende hier in seiner "alten Heimat"
und hat bei einem Gottesdienst von den Problemen berichtet.
Dort bei den Organisatoren ist angekommen, daß Sie als
Bürgermeister sich wohl eventuell stark von den Lesben- und
Schwulenverbänden unter Druck gesetzt sehen. Und Daß Sie dem
eventuell nachgeben wollen und den Kongress durch ein eventuelles
Verbot der Veranstaltung in der Stadthalle quasi ganz
verbieten. Davor hat er Angst. Er freut sich schon seit
langem, mit anderen Christen zusammen zu kommen, zu beten usw.
Er sieht hier auch sein gesellschaftliches Engagement
durch unnötige Hetze von Seiten der Homosexuellen
und im weitesten Sinne Linken gefährdet. Auch sieht er sich
als Christ verfolgt und mit Entfall dieser Konferenz, wenn sie evtl.
durch Sie verhindert wird, seine Freiheit im Glauben von
amtierenden Politikern beschnitten.

Wie ich inzwischen erfahren habe, haben gestern oder
vorgestern die Ausschreitungen solche Ausmaße angenommen,
daß entweder von den Organisatoren gegen die Konferenz oder
von aufgehetzten Anhängern die ersten wüsten Parolen
an Häuserwände geschmiert wurden. Ich hoffe nicht, daß
Sie das gut heißen. In diesem Fall wäre ein
Apell zur Aussöhnung an beide Seiten dringendst notwendig.

Ich hoffe nicht, daß meinem Sohn in der von Ihnen derzeit
regierten Stadt etwas von diesen aufgehetzten Massen passiert.

Was sind meine Fragen?

a)
Auf dieser Seite wird ausgesagt:
http://tr.im/l30C

daß entgegen Ihren Angaben in dieser Mail Sie doch von
Verhetzung gesprochen haben. Diese Aussage stammt lt.
diesem Bericht von:
> "Astrid Kolter von der Fraktion DIE LINKE bestätigte die Angaben"
Nach Ihren Aussagen muß dann diese Frau lügen. Stimmt das?

b)
Können Sie eventuelle ungute Äußerungen von
Seiten der CDU soweit beiseite lassen, daß Sie als
Bürgermeister (auch nicht über Hintertüren und durch
Handlanger) den Kongress trotzdem stattfinden lassen
und ihn nicht wegen 2 Rednern von vielen verbieten?

c)
Wollen Sie bitte meiner Bitte an Sie folgen und einen
(sehr gerne öffentlichen) Aufruf zur Aussöhnung an beide
Seiten richten? Seien Sie sicher, ich würde ihn im Internet
verbreiten.

d)
Darf ich Ihre Antwort (diese Mail an mich) und die nächste
Antwort von Ihnen auf diese Mail von mir an Sie im Internet
veröffentlichen?

Danke und freundlicher Gruß, Thomas Hofmann
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