Monday, 31. July 2006, 17:16:24
Am Sonntag war es soweit. Zum sechsten Mal innerhalb von vier Jahren (
in Worten: 6 Mal in 4 Jahren) hat meine
Limes Uhr einen Defekt. Sie ist einfach stehen geblieben. Mir reichts langsam, der Reparatur einer Uhr hinterher zu laufen, die ihr Geld nicht wert ist und nicht tut, was sie soll, nämlich die Zeit anzeigen. Aber für Herrn I. von
Limes-Uhren ist es ja auch viel wichtiger,
Rallyes zu sponsern, als auf Anfragen seiner Kunden zu antworten, die Probleme mit seinen Produkten haben. Da übt sich der Herr I. in vornehmer Zurückhaltung und
schweigt. Es ist mir schon klar, daß es nicht angenehm ist, negative Kritik zu bekommen. Wie in diesem Fall rührt diese nämlich meist her von eigener ungenügender Arbeit. Deshalb stellt man wie zum Beweis der eigenen Qualität auch nur positive
Kommentare von Limes Kunden online. Apropos Qualität:
Heute führt in dritter Generation * * das Unternehmen. Die Manufaktur fertigt anspruchsvolle Uhrgehäuse für international renommierte Kunden unter strengen Qualitätsrichtlinien:
Made in Germany.
Qualitätsrichtlinien? Und das hier:
Bei der Bearbeitung der Oberflächen, beim Zusammenbau und bei den sorgfältigen Kontrollen setzt * allerdings auf manuelle Facharbeit.
Welche Kontrollen? Wie kann es bei solchen Kontrollen passieren, daß - man stelle sich vor! - kurz nach dem Kauf zwei Zeiger aneinander hängen bleiben, wodurch die Uhr stehenbleibt? Und als Krönung teilt man dann dem Kunden, der Probleme mit seinen Produkten mit, daß man nicht mit ihm reden will. So zumindest der Herr I. von
Limes Uhren in einer Mail vom 28.10.2005:
Nachdem Sie uns in einer Ihrer letzten Mails gebeten hatten, Ihnen nicht
mehr zu antworten:
(Zitat)
befolgen wir Ihren Wunsch.
Und das weil ich geschrieben hatte:
Hallo Herr I.,
mit dieser Mail werde ich unseren unfruchtbaren Mailverkehr zum Thema meinerseits beenden. Sie brauchen mir nicht noch einmal zu antworten.
"Brauchen", nicht "dürfen nicht". Warum hatte ich das geschrieben? Weil er mir mit unkonstruktiven Floskeln geantwortet hatte. Ich hatte gefragt, woran das liegen kann. Er sieht den Grund dafür in "Schlageinwirkung":
Es kann bei einem mechanischen Werk aufgrund von Schlageinwirkung schon mal zu Problemen kommen. In Ihrem Fall hätte ich vorgeschlagen, dass Sie die Uhr zu uns ins Werk schicken, sofern Sie noch nicht repariert wurde.
Wahrscheinlich auf eigene Kosten und Risiko? Das ist noch nicht Alles. Nachdem ich angefragt hatte, ob er meinen negativen Bericht auch auf seiner Seite zu Kommentaren von Limes Kunden (
siehe oben) einstellen würde oder ob ich mich anderweitig an andere Stellen mit der Bitte um Rat wenden kann oder es lieber in mein Blog stellen soll, schreibt er dies:
Es ist nicht notwendig, mit Veröffentlichung zu drohen. Wir kümmern uns auch sonst um die Belange und Sorgen unserer Kunden, was nicht allzu häufig vorkommt.
Und das obwohl ich ausdrücklich um eine Lösung gebeten hatte und darauf hingewiesen hatte, daß das keine Drohung sein soll sondern ich nur eine Lösung haben möchte und eine Uhr die funktioniert. "Kümmern uns"! Mit nicht antworten? "Nicht allzu häufig vorkommt". Nein klar, nur
sechs mal in vier Jahren. Das ist wirklich nicht viel, bei diesem Preis! Meine Uhr ist übrigens die
Endurance-GMT,+silber. Was sie soll, tut sie nicht, die Zeit anzeigen. Mein Schluß ist nur, ich hab nun ein teures Stück Metall, daß zu nichts nutze ist. Ach ja, wer in Dorfen unterwegs ist, dem kann ich das
tote gute Stück gern zeigen.