Spuren im Web und Privatsphäre
Tuesday, 21. February 2006, 12:04:08
Es geht in der "Privatsphäre im Netz"-Debatte gar nicht im Kern um die Daten, die wir über uns selbst veröffentlichen, (..) Das heißt: Es geht schon darum, aber das ist nicht der wichtige Punkt. Viel interessanter, wichtiger, kritischer sind die Daten, die andere über uns veröffentlichen.
Eben, "Es geht schon darum" aber "Viel interessanter, wichtiger, kritischer". Wir sollten über dem Einen das Andere nicht vergessen. Diese andere Seite "andere über uns" hat vielleicht mehr Gewicht, aber wir sollten die eine Seite "wir äußern uns" darüber nicht außer Acht lassen. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Vortrag über Business Communities ein, den ich mal über das gleichnamige Buch von Patrick Gruban (einfach mal googeln oder in openBC schauen) hielt.
(..) Communities sind Katalysatoren, sie bringen positive UND negative Aspekte schneller ans Licht
Auch das Web ist und wird immer mehr eine einzige riesige Community. (Wieviele Klicks sind es durchschnittlich von einer Seite zu einer anderen? Da gab es mal eine Untersuchung.) Welche Blüten treiben kann, was andere über einen sagen, sieht man im Zusammenhang mit Suchmaschinen auch beim Fall "miserable failure" oder "der häßlichste Mann im Internet" (siehe dazu in diesem Blog den Beitrag).
siehe auch dieses Blog: webben, ohne auf die Folgen zu achten









sneiw # 21. February 2006, 13:03
schön das sie diese Artikel veröffentlichen.
Darüber sollte sich jeder im klaren sein wenn , er als Person im Netz öffentlich wird.
Mit freudlichen Grüßen
sneiw
Thomas0 # 21. February 2006, 18:04
ich weiß nicht genau worauf Sie(/Du) sich beziehen, entweder auf "andere über mich" oder auf "ich äußere mich selbst". Ich glaube aber, es ist schon ein Kraut gewachsen, es heißt Aufklärung und Wissensvermittlung. Jugendliche können auch die Erfahrung noch nicht in dem Umfang haben. Auch Online-Umgang muß man lernen. Hier sind Eltern, Lehrer und große Freunde gefragt, die Jugendlichen nicht sich selbst zu überlassen am PC und im Web sondern sich selbst das nötige Wissen anzueignen und ihren Kindern leitend zur Seite zu stehen. Wenn es die Jugendlichen von den Erwachsenen nicht lernen, von wem dann? Es gibt keinen anderen Weg.
Aber auch mit später Erkenntnis und Reuhe läßt sich bei bereits getätigten Äußerungen sicher noch etwas richten. Oft kann man eigene Beiträge nachbearbeiten. Auch eine öffentlich vorgetragene Entschuldigung bei öffentlich getätigten Beleidigungen oder sonstigen sprachlichen (e-schriftlichen) Entgleisungen können im Nachhinein ein doch recht positiv verändertes Licht auf denjenigen werfen.
Soviel zu "ich äußere mich selbst". Zum Thema "andere über mich" läßt sich noch sagen, daß man sich oft Rat von Freunden und erfahreneren Bekannten holen kann, wie man mit dieser Situation umgeht. Manchmal ist es am wirkungsvollsten, wenn man sich gar nicht dazu äußert. Negative Äußerungen über einen selbst können auch auf den Quell ein negatives Licht werfen, besonders wenn es keine sachlichen Darlegungen und keine nachvollziehbaren Hintergründe gibt. Wenn es letztere doch gibt, kann man sich der Situation nur stellen und offen damit umgehen.
danke für den Kommentar und viele Grüße, Thomas