Rechte mit Demo in Dorfen
Thursday, 6. July 2006, 19:12:47
via Dorfener Anzeiger (04.07.2006)
Der in meinem Blog von Kommentatoren bereits mehrfach beschimpfte Dorfener Anzeiger hat diesmal für mein Empfinden sehr sachlich zum Thema berichtet. Anhänger um den als Neonazi-Führer bekannten Norman Bordin haben für den 19. August 2006 in Dorfen einen NPD-Aufmarsch angemeldet, der ursprünglich am 12. August geplant war. Es wird auf die damit im Zusammenhang stehenden Situation und Gefahren hingewiesen. Es wird von Hinweisen gesprochen, daß Bordin an diesem Tag in Dorfen ein Rockkonzert anläßlich seines 30. Geburtstags feiern will. Weiter heißt es:
Die Polizeidirektion Erding sieht nach Aussagen ihres Pressesprechers Rainer Wolf möglicherweise Probleme in der Absicherung:
Hoffen wir noch darauf, daß es nicht dahin geht. Bis jetzt ist Dorfen auch ohne rechtsextremes Tagesgeschehen ein angenehmer Wohnort.
Der in meinem Blog von Kommentatoren bereits mehrfach beschimpfte Dorfener Anzeiger hat diesmal für mein Empfinden sehr sachlich zum Thema berichtet. Anhänger um den als Neonazi-Führer bekannten Norman Bordin haben für den 19. August 2006 in Dorfen einen NPD-Aufmarsch angemeldet, der ursprünglich am 12. August geplant war. Es wird auf die damit im Zusammenhang stehenden Situation und Gefahren hingewiesen. Es wird von Hinweisen gesprochen, daß Bordin an diesem Tag in Dorfen ein Rockkonzert anläßlich seines 30. Geburtstags feiern will. Weiter heißt es:
Möglicherweise planen die Neonazis aber auch eine viel größere Aktion.
Da sich am 17. August der Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf
Heß jährt, wird nicht ausgeschlossen, dass der Aufmarsch in Dorfen für
einen Gedenkmarsch an den Kriegsverbrecher genutzt wird.
Die Polizeidirektion Erding sieht nach Aussagen ihres Pressesprechers Rainer Wolf möglicherweise Probleme in der Absicherung:
Für die Polizei würde dieses Szenario "eine völlig neue Herausforderung" bedeuten, (..) Möglicherweise würden dann Hunderte von Neonazis in Dorfen aufmarschieren. Es gibt bereits Befürchtungen, die Stadt könnte ein neuer "Wallfahrtsort" der Rechtsextremen werden.
Hoffen wir noch darauf, daß es nicht dahin geht. Bis jetzt ist Dorfen auch ohne rechtsextremes Tagesgeschehen ein angenehmer Wohnort.
Beim letzten Naziaufmarsch forderte der Stadtrat die DorfenerInnen dazu auf, sich den Nazis nicht entgegenzustellen, daheimzubleiben, wegzuschauen. Statt sich an wirksamem Protest zu beteiligen holte stadt die alten längst widerlegten Parolen des kalten Kriegs hervor und informierte an einem Ständchen nach bestem totalitarismustheoretischem Unwissen über "politischen Extremismus von Rechts wie von Links". Die Polizei ermöglichte durch ihr massives Auftreten unterdessen den Neo- und Altnazis, praktisch ungestört durch Dorfen zu marschieren. Eine Stadt sagt Nein. Nein zu antifaschistischen Gegenaktionen. Angenehmer kann man es den Nazis kaum machen.
Immer wieder wurde Stadt und Polizei auf die Gefährlichkeit ihres Vorgehens, auf die Unsinnigkeit, auf die Geschichtsvergessenheit, auf die Erfahrungen aus anderen Städten hingewiesen. Umsonst. Die Exekutive in Dorfen ist eben schlauer als woanders. Warum aus Fehlern anderer lernen, wenn man doch alles besser weiß?
Das Bündnis gegen Nazis Dorfen zitiert auf seiner Homepage zu dieser Thematik Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland:
Stadt und Polizei haben durch ihr Vorgehen in Dorfen eine Situation geschaffen, die den Nazis anscheinend sehr gut gefällt. Offensichtlich hat auch Herr Renner diesen Zusammenhang mittlerweile begriffen, darauf lässt zumindest ein Kommentar vom Wochenende schließen, worin er das Vorgehen von Stadt und Polizei bei der letzten Demo sinngemäß als kontraproduktiv einstuft. Schön, dass bei ihm anscheinend noch Lernpotential vorhanden ist. Hoffentlich auch bei anderen.
In den nächsten Wochen wird klar werden, wie ernst die Ankündigung der Nazis zu nehmen ist.
By nobordernonation, # 10. July 2006, 16:05:37