Nach NRW: Auf Persönlichkeiten kommt es an
Monday, May 14, 2012 10:18:34 AM
Niemand, der öffentliche Medien verfolgt, kann sich dabei den unzähligen Analysen, Mutmaßungen und Prognoseversuchen für die Bundestagswahl im nächsten Jahr entziehen.
Aber bei aller Vielfalt kristallisierte sich doch eine Quintessenz heraus: Immer noch bestimmen Persönlichkeiten (nicht einfach Personen) und dort vor allem deren Charisma über Stimm- und danach Machtverteilung unter den mehr oder weniger etablierten parteipolitischen Kräften.
Konkrete Personen werden beauftragt, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Die entweder vor oder hinter ihnen stehenden Parteien sind sekundär.
Hannelore Kraft – die Frau, die Landesmutter im wahrsten Sinne des Wortes, auch „Mutter Beimer von NRW“ genannt, vertrauenerweckend, kommunikativ, offen und ehrlich erscheinend. Sie hat gewonnen. Völlig nachvollziehbar!
Christian Lindner – ein rhetorisches Supertalent, politisch präzise, Sachverhalte auf den Punkt bringend, neben Wolfgang Kubicki letzter verbliebener Hoffnungsanker einer völlig maroden FDP und Adressat der Wünsche und Sehnsüchte der Besserverdienenden, subsumiert unter dem Begriff „liberal-konservativ“. Der andere Gewinner.
Norbert Röttgen, genannt der „George Clooney von NRW": Wozu viele Worte? The biggest loser everywhere!
Und Sylvia Löhrmann? Wohl auf den Wellen schaukelndes Beiboot des Kraft-Dampfers, zum Schlepper reicht es nicht, die Beständigkeit von B90/Die Grünen scheint weniger ihr Verdienst als vielmehr der der Landespartei zu sein. Aber eine Persönlichkeit!
Die jedoch fehlen einer sich selbst zerlegenden LINKEen und den Extremen ala Pro NRW.
Mehr noch: Irgendwie meinte man, im Westen Deutschlands immer mehr die Totenglocke der roten Hochglanzpartei DIE LINKE gehört zu haben. Da wird auf Dauer auch die politische Hausmacht in den neuen Bundesländern nicht weiterhelfen, sie schrumpft!
Und schaut man im eigenen Bundesland auf die politischen Akteure, dann erinnert man sich vielleicht dunkel daran, dass vor reichlich einem Jahr eine Große Koalition, eigentlich Ausdruck politischer Not und Hilflosigkeit, in der Regierung bestätigt wurde, an deren Spitze die Nullnummer Haseloff trat, ein Fall auf den absoluten Tiefpunkt nach dem knorrigen, stets sympathischen Wolfgang Böhmer.
In der ostdeutschen Provinz fragt man sich nun nach derartiger Personendominanz, wer wohl vor Ort in der Regional- und Kommunalpolitik jene Persönlichkeiten sind, an denen man sich z. B. 2014 bei den Kommunalwahlen orientieren könnte.
Schnell setzt da Ernüchterung ein.
Eigentlich fällt dem Autor da nur Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann ein. Daneben und dahinter gähnende Finsternis.
Hierzulande setzen bisher die Etablierten auf einen Bundesbonus nach 2013, die politischen Korsaren sind nicht zu fürchten.
Wenn sie dabei mal nicht irren!
A la Breitmaulfrosch zum Storch auf dessen Frage, ob es hier Frösche gebe: „Düüü gübts hür nücht!“.
Man kann sich aber gewiss sein: Auch lokal könnten wahrnehmbare, ehrliche und engagierte Personen politisch etwas reißen.
Aber wo sind sie?





