Briefe aus Gatersleben: No Dumping Ground!
Sunday, January 8, 2012 2:26:49 PM
Überregionale, nationale und internationale Politik bedrängt auch heute über den Tag medial-informativ die Menschen hier im Harzvorland: die „Sonstigen“ in Person der irrlichternden Erscheinung der Freien Demokraten Deutschlands, ein Bundespräsident, dem man mal das Schuhwerk zeigte, zum Werfen war es wohl bis ins Schloss Bellevue zu weit (Oder war es eher das Phänomen des Deutschen, der frei nach LENIN erst den Bahnhof stürmt, wenn er eine Bahnsteigkarte gelöst hat?), die Situation im Persischen Golf, Mitt Romney in den USA …
Ohne wertende Reihenfolge oder gar Anspruch auf Vollständigkeit.
Da muss man aufpassen, nicht den Blick für das Alltägliche, die kleine Peinlichkeit, das eigentlich Entlarvende zu verlieren.
Zu letzterem gehörte in der Vergangenheit immer wieder das gestrenge Hinweis-, Gebots- und Verbotsschild im deutschen Mietshaus.
Erinnern Sie sich? Dieses „Lärmen im Hausflur verboten!“ oder „Fußball spielen im Hofdurchgang untersagt!“, aber auch „Hier keine Fahrräder anlehnen!“ u. a. aus der Zeit der Hinterhöfe und vom Kohlgeruch durchzogenen Treppenhäuser?
Sie meinen, das war gestern? Sie irren!
Sein (Un)Sinn ist klar: Immer wieder stehen an dieser Stelle Fahrräder und Kinderwagen, die stören, wenn man täglich seine Möbel und vor allem das Klavier (Warum muss ich jetzt an Loriots „Ein Klavier, ein Klavier…“ denken?
) die Treppe herauf oder herunter tragen will. Und besonders hinderlich sind diese, wenn man vollgepackt mit Einkaufstüten sich an ihnen vorbeidrängen muss!Obwohl: Ein Fahrrad stand da noch nie, höchstens vorübergehend ein Kinderwagen.
Und ein altes Sofa, der defekte Kühlschrank, ein verblichener Teppich?
Nein, Sperrmüll lagerte dort bisher nicht einmal vorübergehend.
Aber wer weiß schon so genau, was unsere zeitweiligen ausländischen Mitbewohner so vorhaben. Da ist bekanntlich Vorbeugen besser als nach hinten fallen, man schreibe es ihnen daher auch in Englisch auf. No Dumping Ground!
Haben Sie sich nicht so wegen der paar orthografischen Fehler! Hauptsache, man hat es den (bisher meistens) Damen gesagt, dass sie ihre Drahtesel, Kinderkutschen und alten Stehlampen hier nicht dumpen dürfen. What’s up?
Das Problem des Sperrmülls hinter der Haustüre lauert aber nur hier am Treppenaufgang, im Nachbarhaus findet sich ein anderes Gebot „Tür abschließen!“
Samt Sicherheits- und versicherungstechnischem Hinweis.
Nur leider fehlt die Ansage „Shut Up Your Door!“
Oder so ähnlich.





