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Bewusstsein & bewusst sein

Das Weblog des Online-Magazins psychophysik.com

Posts tagged with "glückstraining"

Bodo Deletz: Zuneigung oder Anerkennung?

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Sicherlich haben Sie schon einmal gesehen, dass jemand seinen Hund gelobt hat, weil dieser etwas richtig gemacht hat? Natürlich hat dieser Hund sein Herrchen intellektuell nicht verstehen können, aber er hat seine Zuneigung in diesem Moment emotional verstanden und sich darüber gefreut. Vermutlich haben Sie auch schon einmal mitbekommen, dass jemand seinen Hund getadelt hat für etwas, das er zukünftig lassen sollte. Auch diesen Tadel wird der Hund nicht intellektuell verstanden haben, aber er fühlte die Ablehnung seines Herrchens und fühlte sich dementsprechend.

Auf diese Art und Weise erzieht man Hunde – mit Zuneigung und Ablehnung. Bekommt der Hund Zuneigung, freut er sich. Lehnen Sie ihn ab, fühlt er sich sehr elend. Haben Sie diese beiden Maßnahmen schon einmal bei einer Katze versucht? Wie verhält sich eine Katze, wenn sie abgelehnt wird? Richtig, sie schnurrt Ihnen weiter um die Beine und tut so, als ob weiter nichts wäre. Genauso wenig interessiert sie sich für Ihr Lob. Die gemeine Hauskatze zeigt auf Ablehnung und Zuneigung keine nennenswerte Resonanz. Der Grund: Sie ist kein Rudeltier – ganz im Gegensatz zum Menschen.

Uns Menschen ist es in die Gene gelegt, dass wir uns gut fühlen, wenn wir Zuneigung bekommen. Im Gegenzug fühlen wir uns wie alle Rudeltiere schlecht, wenn wir abgelehnt werden. Diese beiden Reaktionen auf Zuneigung und Ablehnung müssen wir nicht erst lernen. Wir werden bereits damit geboren. Und wir benutzen diese beiden Erziehungsmaßnahmen wie alle Rudeltiere ganz automatisch im Umgang mit unseren Kindern. Wir lehnen unsere Kinder ab, wenn sie etwas falsch machen. Hingegen belohnen wir sie mit Zuneigung, wenn sie etwas in unserem Sinne Richtiges tun. Dabei ist es völlig unerheblich, ob unser Kind schon 42 Jahre alt ist und in Wirklichkeit Ehemann oder Schatzi heißt. Auch machen wir keinen Unterschied, ob unser Schatzi in Wirklichkeit unser Computer oder unser Auto ist, das nicht richtig funktioniert. Wir lehnen einfach alles und jeden ab, der nicht so funktioniert, wie wir das wollen. Ob es das Wetter ist, die Politik, der Duschkopf, der wieder mal nur kaltes Wasser liefert, oder unsere Figur. Wir lehnen sogar unsere schlechten Gefühle ab, damit sie weggehen. Und nicht zuletzt lehnen wir sogar uns selbst ab – als könnten wir wirklich sagen: „Mit mir will ich nichts mehr zu tun haben. Verschwinde!“

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