Skip navigation.

exploreopera

| Help

Sign up | Help

Rhabarber Rhabarber

Geistreiches und auch anderes Zeug

Rhabarber für alle!

Es ist kaum verwunderlich, dass ein Blog mit Namen "Rhabarber Rhabarber" in Rhabarber-bezogenen Suchanfragen bei Google und Konsorten berücksichtigt wird. Tatsächlich stammt das Gros der Besucher dieser Seiten offenbar aus jener Bevölkerungsgruppe, die sich näher mit Rhabarber auseinandersetzen wollen - nur um hier enttäuscht zu werden! Das muss so nicht sein. Ich habe daher beschlossen, diesen Eintrag jenen Rhabarber-Bedürftigen zu widmen, auf dass ihre Suche hier ihr Ende finden möge. Frei nach Wagner: Hier, wo ich alles über Rhabarber fand - Rhabarberfried sei diese Seit' benannt.

Wer also auf der Suche nach Rhabarber über diese Seite stolpert und nicht fündig wird, der hinterlasse doch bitte nach abgeschlossener und ggf. erfolgreicher Jagd in den Kommentaren zu diesem Eintrag hier wonach gesucht wurde und was die Antwort war, oder wo diese zu finden ist, so sie denn gefunden wurde. Mögen sich alle Rhabarberbegeisterten dieser Welt hier ein Portal zu ihrem Lieblings-Gewächs erschaffen! Ein wahrlich hehres Ziel!

Kommen wir also en detail zu den Suchanfragen, die zu dieser Seite führen, und gegebenenfalls zu Lösungen, die dazu gefunden wurden:


  • "rhabarber wikipedia" - hier kann ich helfen! Klickst du hier, ey!

  • "rhabarber gedicht" - Ich versuch mich mal an einem Lösungsvorschlag *räusper*:

    Rhabarber, Rhabarber, Dein Begehr
    Google brachte Dich hierher:
    "Rhabarber Gericht",
    "Rhabarber Gedicht",
    Es war dies, worauf Du erpicht
    Doch ganz ergreifend und schlicht
    Diese Seite half Dir nicht!


  • "experiment: rhabarber im test" - Hierzu fällt mir wirklich nichts ein. Soll ich mich dabei filmen wie ich mit Laborkittel Rhabarber über einem Bunsenbrenner schmore und dabei über seine gedämmte, jedoch stetig fortschreitende Oxidation fachsimpele? Oder einen Rhabarber-Crash-Test im Sinne dieser wunderbaren Renault-Werbung?

  • "Rhabarber Rhabarber" - der Name dieser Seite. Warum habe ich sie so genannt? Soweit mir bekannt ist das leise, endlose vor-sich-hin-brabbeln von "Rhabarber, Rhabarber, ..." eine von Theater-Schauspielern im Hintergrund angewandte Methode eine Konversation ähnelnde Mundbewegung zu simulieren.

  • "rhabarber passieren" - hier gibt es gleich mehrere mögliche Lösungen.

    (1) Jemand lässt beim Kochen aus Versehen den Rhabarber fallen, das zuzubereitende Gericht ist ruiniert und jemand sagt trocken "Jetzt ist es passiert."

    (2) Man legt Rhabarber auf den Boden und geht daran vorbei.

    (3) Rhabarber durch ein feines Sieb oder Tuch drücken. Hm. Passiert man Kram normalerweise nicht um Kerne und sowas loszuwerden? Ich glaub nicht, dass das mit Rhabarber klappt. Alternativ hilft vielleicht ein Passierstab.

  • "rhabarber pics" - schon mal was von der Google-Bildersuche gehört?

  • "rhabarber gegen schwitzen" - äh... nein. Kann mir da wer helfen?

  • "wie geht das mit dem rababer rababer rababer?" - Hier stimmt ja schon mal der Ansatz nicht. Ich empfehle ein Kochbuch und Nachhilfe-Unterricht in Ottograffy. Hoffentlich hab ich in diesem Eintrag keinen Rechtschreibfehler eingebaut!:right: :left: :right:


Zu guter Letzt hier ein Video zu einem vortrefflichen Rhabarber-Zungenbrecher:



Also wenn dieser Eintrag nicht zu noch mehr Rhabarber-Suchtreffern führt ...

Reine Poesie

, ,

Ein wunderbares Liebesgedicht. Kurz, herzlich, absolut empfehlenswert. Und Mademoiselle Heike Makatsch reagiert auch ganz wunderbar.



Ick liebe dir, ick liebe dich!
Wie's richtig is, ick weeß es nich
Un's is mich ooch Pomade

Ick lieb' nich uf den dritten Fall,
Ick lieb' nicht uf den vierten Fall,
Ick lieb' uf alle Fälle.

Gedicht kopiert von "Murmel" von dieser Seite hier

Schmutzige Sitzgelegenheiten zum errechnen zufälliger Zeiträume

Erwähnenswerte Dinge der letzten Tage:

  • Ich übernachte also im günstigesten nicht-Loch Hotel am Platz, verlasse es am frühen Morgen (mit Stift, Block und Programm der zu besuchenden Konferenz bewaffnet), und stelle fest dass ein kalter Wind weht. Also fudele ich ein wenig an meiner Jacke rum. Während dieser Zeit öffnet sich die Tür des Hotels ein weiteres mal, und vor mir steht niemand anderes als Jon von Tetzchner, der CEO von Opera Software (die auch diese Seite hier zur Verfügung stellen). Wahrscheinlich bin ich einer der ganz ganz ganz wenigen Menschen dieses Planeten, die ihn erkennen ohne ihn bisher kennengelernt zu haben. Ich fühl mich wie ein Michael Jackson Groupie! Zufälle gibt's... aber um den weisen Mann aus dem Westerwald zu zitieren: "Irgendwo muss der Mensch ja existieren."

  • In einem Magazin stand irgendwas von "2008 bis 2034" und mein Grosshirn dachte sich: "Wieviel Jahre Unterschied das wohl sind?". Mein Kleinhirn sagte: "Na dann mal los." Grosshirn: "24." Kleinhirn: "Äh... fast." Grosshirn: "Oh. 28?" Kleinhirn: "Netter Versuch." Grosshirn: "Hör mal her, Kleinhirn... wenn Du es eh besser weisst, warum sagst Du es mir nicht einfach?" Kleinhirn: "Ätschibätsch! 26!" Grosshirn: "... da hätt ich ja mal auch selbst drauf kommen können."

  • Ein mexikanischer Bestell-Dienst hier hat ein Sonderangebot: "For orders of $20 and more, get 2 litter soda free!"

  • Kleinchen kann inzwischen sitzen! Hooray!

Kontemplativ

,

Manche Dinge kann man sich nicht ausdenken. Es geht nicht. Man kommt nicht drauf. Unmöglich. Da muss dann die Realität das undenkbare denkbar machen:

"Zweijährige Sitzung - Frau mit Toilette verwachsen"

Man mag mir den Kalauer verzeihen - die gute Frau hat offenbar in den letzten Jahren schwer was durchgemacht. Man glaubt es kaum. Sehr schön finde ich ja den letzten Satz im verlinkten Artikel.

Update

Schon einen Tag später weiss die Welt mehr über diesen unglaublichen Vorfall, wieder mal alles nachzulesen bei Spiegel Online, der Informationsquelle Ihres Vertrauens!

Ist schon April?

zeitversetztes Hören

, , , ...

Wer kennt diese Situation nicht: nach dem langen Arbeitstag sitzt man beim Abendessen, starrt ins Leere und geht überhaupt jenen Gedanken nach, die man tagsüber wegen Zeitmangels nicht denken konnte. Währenddessen erzählt eine andere Person am Tisch (vorzugsweise weiblich) irgendetwas - und man hat nicht nur keinen blassen Schimmer worum es geht, sondern auch keinerlei Interesse daran das zu ändern. Man nickt, starrt und sagt ab und zu "Ja, Schatz". Das ist kein Cheavinismus! Das machen alle Männer, wie meine intensiven Nachforschungen (Befragung von 2 Freunden) ergeben haben, und es ist völlig unabhängig von unserer Verehrung für das weibliche Gegenüber. Ehrlich!

Wirklich erstaunlich dabei ist aber die männliche Fähigkeit des zeitversetzten Hörens: das Gegenüber merkt ja, dass man nicht wirklich bei der Sache ist, und wird trickreich versuchen diesen Sachverhalt zu den eigenen Gunsten zu nutzen. "Gestern hat mich unsere Nachbarin zum Kaffee eingeladen. Die ist ganz nett, nicht wahr?" - "hmm ja, Schatz..." - "Und Anna und Klaus fahren im Sommer nach Spanien. Da würde ich auch gern mal wieder hin." - "hmm ja, Schatz..." - "Schenkst Du mir einen BMW Z-3?" - "hmmm... ... ... hmm? Nein!"

Im Falle dass dies dem geneigten Leser entgangen ist: wir wurden soeben Zeugen einer bemerkenswerten Abfolge ausserordentlich komplexer Vorgänge im männlichen Denkorgan. Zunächst wurde die von der Hörmuschel ans Trommelfell weitergegebene Information routinemässig von Hammer, Amboss und Steigbügel (sowie der Schnecke, die da auch irgendwo ein Wörtchen mitzureden hat) zu Impulsen auf den Nervenbahnen verarbeitet, die sie an die Stammhirnrinde oder so weiterleiteten, wo die übermittelten Signale instantan rückstandsfrei gelöscht wurden und nichts weiter auslösten als den Befehl an den oralen Trakt, bestätigende Grunzlaute von sich zu geben.

Und jetzt kommt's: Ein zwischengeschalteter Notbremse-Prozess, der durchgehend den vom Hörorgan (und zwar den ausschliesslich von dort stammenden) Informationsfluss nach heuristischen Methoden überwacht schlug im letzten Moment Alarm und blockierte jegliche Zungenbewegung, wodurch die Reflexäusserung "Ja, Schatz" und die damit einhergehende Erleichterung des männlichen Geldbeutels gerade noch rechtzeitig verhindert wurde. (wir gehen stillschweigend davon aus, dass es schmerzfreier ist seiner Frau einen Z3 zu schenken als zuzugeben, nicht zugehört zu haben und sich damit eine Diskussion über Aufmerksamkeit im Allgemeinen und rüpelhaftes Verhalten im Besonderen einzufangen). Gleichzeitig wurde das zeitversetzte Hören aktiviert, das es dem Manne ermöglicht, die letzten 5 gesprochenen Worte (obwohl bereits einige Sekunden verhallt) nochmals zu hören, zu interpretieren, und eine Reaktion abzuleiten die u.U. lebensrettend sein kann.

Während ich letztens - ganz ohne Anlass (tüdeldü) - über diese erstaunliche Fähigkeit sinnierte fiel mir auf, dass dies den absolut unumstösslichen Beweis für Evolution darstellt (völlig unabhängig davon ob Gott nun die Welt erschaffen hat oder nicht, immerhin könnte Gott ja auch die Evolution erschaffen haben. Bitte hierüber jetzt mal keine Diskussion anfangen). Im Folgenden kann ich leider aufgrund der inhaltlichen Brillianz sowie meiner lückenlosen Argumentation keinerlei Bescheidenheit einfliessen lassen.

Evolutionsleugner, wir rekapitulieren, folgen bezüglich der Entstehung der Erde zumeist der Erklärung 1. Buch Mose, Bibel. Falls nötig kann man hier eine Auffrischung dieses Grundwissens erhalten (in englischer Sprache):



Wir setzen also kurz als gegeben voraus, dass der Mann als erstes geschaffen wurde, insbesondere also auch vor der Frau (und ... nun, sonst war eigentlich schon alles andere da). Und er langweilte sich ganz fürchterlich und bat deshalb Gott, ihm einen Zeitvertreib zu machen. Was zum kennenlernen wäre nett (ich einfacher Geist habe einst auf einer Busfahrt erklärt bekommen, was das eigentlich bedeutet, wenn in der Bibel steht "Und Jonas kannte Iris"... das Buch ist von vorn bis hinten zensiert!).

Wir halten fest dass zu Beginn der Zeit also die Frau als Geschöpf auf Erden überhaupt nicht in der Planung war. ERGO besass Adam auch nicht die Fähigkeit des zeitversetzten Hörens (s.o.). Et voilá, der Beweis für die Evolution ist erbracht! Man muss die Bibel ja zwischen den Zeilen lesen - hätten die damals reingeschrieben, wie das mit der Vertreibung von Eden wegen des Apfels und der Schlange wirklich war, da könnte der christliche Mann heutzutage seine Frau nicht mit dem üblichen "EURETWEGEN" Arguments in die Schranken weisen! Denn in Wahrheit (davon bin ich fest überzeugt) lief die Geschichte im Paradies folgendermassen ab:

Eva: "Hallo Adam! War nett, dich vorhin wieder kennenzulernen!"
Adam (Zufrieden den Blick in die Ferne schweifen lassend und noch etwas bedöselt): "Hmmm"
Eva: "Hab grad mit ner Schlange gesprochen."
Adam: "Hm ja, Schatz."
Eva: "Die hat mir den Apfel gegeben. Meint der sei gut. Also lecker sieht der schon aus."
Adam (zupft das Feigenblatt zurecht): "hmmm ja, Schatz."
Eva: "Gott hat aber gemeint dass wir diese Äpfel nicht essen sollten. Aber die Schlange sagt er meine das nicht so, und es sei eigentlich ok. Meinst Du es ist in Ordnung wenn ich meinen esse?"
Adam: "hmmm ja, Schatz."

Und damit nahm das Unglück seinen Lauf. Und damit sowas nie, nie wieder passieren kann, dafür hat der Mann jetzt im Laufe der Jahre das zeitversetzte Hören entwickelt.

Ausgelassene Feiern

, , ,

Ich erwähnte im Beitrag "Ausgelassene Gelegenheiten" (daher auch der Titel dieses Beitrags, ich spitzfindiger Sprachmanscher), dass meine wunderbare Ehefrau und ich mal wieder gediegen ausgegangen sind, zu zweit allein. Das konnte nur passieren weil Kleinchens liebe Frau Grossmutter sagte "Ja, geht ihr, lasst mir das Kind den ganzen Abend allein, ich freu mich!". Mein schöpferischer Kleingeist erdachte daraufhin das Wort "Omasochist".

Wir sind dann tanzen gegangen. Nein, nicht zappeln in ner Zappelhalle, sondern tanzen, so richtig sie mit Rock und Bluse und ich mit Anzughose und Hemd und Krawatte und Schuhen mit Ledersohle. Immerhin haben wir nicht weniger als 6 Jahre hintereinander immer denselben Fortgeschrittenenkurs an der Uni besucht. Dabei haben wir, wer hätte es gedacht, immer dasselbe gelernt - weswegen wir jetzt bei etwa 4 Tänzen je den Grundschritt sowie zwei Figuren kennen. Egal, das Tanzen hat Spass gemacht, aber darum geht's hier gar nicht, sondern um das Drumherum dabei.

Auf der einen Webseite wurde nämlich nur völlig formlos ein Tanzball angekündigt und wir hatten wirklich keinerlei Schimmer, in welchem Rahmen das überhaupt statt fand. Wir fürchteten schon, leger wie wir waren, dort dann komplett underdressed zu erscheinen. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die Amerikaner gemacht. Es folgt eine Aufzählung der stilistischen Hammer, die wir dort bewundern durften. Wer noch nicht wusste dass ich ein schrecklicher Mensch bin, der wird es beim Lesen der folgenden Zeilen bemerken.

Wenig verwunderlich ist es hierzulande ja, Herren in Hemd, Schlips und dunkler Anzughose mit weissen Socken und Turnschuhen rumlaufen zu sehen, in auf der Strasse fällt einem sowas schon gar nicht mehr als besonders auf. Auf dem Parkett hingegen schon, erst recht wenn's bei den Drehungen dank Gummisohle quietscht.

  • Gut gefallen hat mir die sicherlich etwa 70 Jahre alte Dame im weissen Wollkleid mit kurzen Ärmeln aber mit ausladendem Wollkragen, dazu FAST passend braune Stiefeletten, die etwa fünf Nummern zu gross waren.

  • Wo wir schon mal bei weiss sind: nicht getanzt hat der eine schwarze Herr unbestimmbaren Alters, der in seinem weissen Anzug und roter gemusterter Weste drunter mit weissem Hut mit weiter Krempe, Sonnenbrille und mehr Goldschmuck als meine Schwiegergrossmutter ihn je besessen hat um den Hals und an den Fingern in der Ecke herumklunkerte herumlungerte.

  • Tatsächlich ohne jede Stilverfehlung sondern einfach nur ins Auge fallend war der eine ältere Herr, grob 1.43 gross, dessen linker Beckenknochen etwa auf Höhe der rechten Schulter endete, was ich nur mit "oberschräg" betiteln kann. Aber gut getanzt hat der.

  • Röcke sollten keine 17 verschiedene Farben in Streifen aufweisen. Dies insbesondere dann nicht wenn die Trägerin (grob Mitte 40) Wasserstoffperoxid-blondiert ist und einen grünen Pulli trägt, und zwar sehr ausdauernd aber dafür um so mehr spassbefreit mit einem grob 300 Jahre alten Mann tanzt, der keine Schritte grösser als eine Handbreit machen kann (dafür aber immer in die richtige Richtung).

  • Weiterhin sollten Röcke keine Taschen haben, insbesondere dann nicht, wenn die Trägerin mehr in Tiefe und Breite geht als in die Höhe. Wenn der Rock schon Taschen haben muss sollte die kugelrunde Besitzerin ihre Hände nicht darin versenken und krampfhaft versuchen, locker zu wirken.

  • Männer mit langen Haaren im Pferdeschwanz sind ok. Wenn diese dazu eine Brille tragen ist das auch völlig ok. Wenn diese brebrillten langhaarigen Männer mit Pferdeschwanz einen Bart tragen ist das ok. Wenn der bebrillte barttragende langhaarige Mann mit Pferdeschwanz grösser ist als ich (also 1.96m aufwärts) werde ich stutzig, aber das mag daran liegen dass ich es gewohnt bin grösser zu sein als alle andern. Wenn der riesige bebrillte barttragende langhaarige Mann mit Pferdeschwanz dabei so dürr ist wie ich trage ich auch das noch mit Fassung. Wenn der riesige dürre bebrillte barttragende langhaarige Mann mit Pferdeschwanz eine blaue Jeans trägt werde ich mich nicht beschweren. Wenn der riesige dürre bebrillte barttragende langhaarige Mann mit Pferdeschwanz in Bluejeans ein blaues Jeanshemd trägt ist aber der Ofen aus! Clichee-1998-Systemadministratoren findet man allenfalls nur noch in Comic-Büchern (dachte ich)!

  • Lila Jacketts sind seit etwa 20 Jahren out.

  • Toupets sollten wenigstens UNGEFÄHR der Farbe des Rest-Haars entsprechen. Wenn der toupettragende Herr dann herumläuft und junge Damen zum Tanz auffordert sollte er davor sein lila Jackett ausziehen. Ansonsten passiert das was wir beobachten durften: er kommt ins Schwitzen, und dann läuft ihm der schwarze Toupet-Kleber die Schläfen hinunter bis in den Hemd-Kragen hinein. Hmmmm.

  • Der absolute Hammer in Dosen: eine Frau um die 30, hübsch anzusehen, gut getanzt - wären da nicht die grasgrünen Alles-bei-Obi Güllegrube-Gummistiefel mit gelber Sohle. Es übertönte die Musik als meine Kinnlade in das Parkett einschlug.

Es waren tatsächlich auch junge Menschen bei diesem Ball anwesend (ausser uns, wobei wir ja auch nicht mehr so ganz frisch sind jetzt wo ich mal drüber nachdenke), aber die waren - bis auf den Proto-Systemadministrator und die Dame von der Alm - auffällig unauffällig. Es gab auch eine ganz interessante Show-Einlage, wo ziemlich gute Tänzer vorgeführt haben, wie man ordentlich tanzt. Salsa ist ja schon nett anzugucken, insbesondere wenn die Dame einen Hauch von nichts trägt (hoffentlich liest meine Frau das jetzt nicht!).

Hat sich's gelohnt? Ja, war schon ein schöner Abend. Man geht zu sowas ja auch wegen sehen und gesehen werdens hin. Wir waren immerhin ordentlich angezogen. D.h., wir haben uns höchstens mit unseren Tanz-Fähigkeiten bis auf die Knochen blamiert :rolleyes:

Ausgelassene Gelegenheiten

Kaum ein Tag ist vergangen seitdem ich das Thema Bier angeschnitten habe, schon schreibt auch der weise Mann aus dem Westerwald über seine Methoden, den Bedarf zu decken. Und das noch dazu völlig unkorreliert, immerhin liest er dieses Blögchen nicht. Das sollte mal die Wichtigkeit des Themas unterstreichen.

Als Kurzzusammenfassung sei gesagt, dass sich der weise Mann aus dem Westerwald nun sein eigenes Süppchen kocht - Verzeihung - sein eigenes Bier braut. Da fällt einem der alte Spruch ein "Ich studier Hektoliteratur im 12. Sylvester!" Und als hätte man es nicht ahnen können, wenn man die Hefe in einem Fass ihrem Tagewerk nachgehen lässt, stellte er dann doch unter der Woche entsetzt fest, dass man ja leere Flaschen zum Abfüllen brauche. Und natürlich muss man auch die zunächst herstellen. Schon erstaunlich, dass man erst sich selbst mit Bier abfüllen muss, um dann nachher Bier in die so geleerten Flaschen abfüllen zu können. Sagt nochmal wer was von sich schliessenden Kreisen und so.

Als nicht mehr ganz frisch gebackener Erzeuger einer kleinen Terroristin (sie zahnt grade...) kann ich aber natürlich schlecht kurz mal Retter in der Not für einen Freund spielen, jedenfalls nicht wenn es um (wenn auch gepflegte) Biervernichtung geht. "Mit den Kumpels einen Saufen? HACKT'S?". Ich hoffe das Unterfangen war auch ohne meine aktive Unterstützung erfolgreich.

Stattdessen haben wir uns also in weise Voraussicht einen ganz hervorragenden Babysitter (Oma) einfliegen lassen und jetzt nach etwas über einer Woche Training einen ganzen Abend lang die Kleine aufs Auge gedrückt. Und dann sind wir nach etwas mehr als 6 Monaten zum ersten Mal wieder zu zweit allein gediegen ausgegangen. Aber das ist eine Geschichte für sich...

Reinheitsgebot

, ,

Wer trinkt denn nicht mal gern ein Bier. Die einen mögen dieses, die andern das andere. Ich selbst probiere gerne Sorten, die ich noch nicht getrunken habe, und bin entgegen meiner deutschen Wurzeln auch nicht-deutschen Bieren gegenüber offen.

Die meisten meiner Landsleute ja wissen jedoch nicht, dass in Deutschland ein original deutsches Bier gebraut wird, das aber in Deutschland nicht verkauft wird. Es ist weiterhin laut Wikipedia (und da es auf Wikipedia steht MUSS es wahr sein) das zweitmeist verkaufte deutsche Bier in den Vereinigten Staaten, und in Deutschland kennt es dennoch kaum ein ringelbeschweiftes rosa Nutzvieh. Die Rede ist von der Marke St. Pauli Girl.

Nach Erörterung im Selbsttest kann ich versichern, dass der Erfolg der Marke nicht auf dem Geschmack des Flascheninhalts beruht. Dem Geschmacksnerv des interessierten Laien wird das Gesöff als "geschmacksneutrale Plörre" in höchst kurzfristiger Erinnerung bleiben. Durchaus interessant ist jedoch das Etikett. Zunächst möchte man ja meinen, dass man es bei einem 'St. Pauli Girl' mit einer jungen Frau aus Hamburgs bekanntem Rotlichtviertel zu tun hat. Dieses Image ist nach Ansicht der Marketing-Experten der Marke jedoch offenbar nicht geeignet, um die Marke an den amerikanischen Bierkonsumenten zu bringen.

Tatsächlich ist das Bier in Bremen gebraut (sic!), und die Abbildung auf dem Etikett zeigt eine junge Frau in Biergit-Pose, jedoch wurde Biergits urtümlicher Charme durch die billige Wucht einer offenbar doch dem St. Pauli Bezirk entstammenden mit Maß-Krügen jonglierenden Wasserstoffperoxid-blonden (russischen) Schönheit im Mini-Dirndl-Verschnitt ersetzt. Soll mal wer behaupten, das Wort "Reinheitsgebot" sei nicht doppeldeutig.

Ein interessantes Deutschland-Bild haben die hier.

Warum wird es morgens hell? Weil das Weltall blau ist!

, , ,

Wenn ich so morgens um halb 7 mein frisch gefüttertes Kind (siehe übrigens das recht aktuelle Bild hier) im Arm halte und sanft in der Hoffnung auf das Auftauchen eines vertikal benachteiligten Landwirtes wiege, rede ich ja immer ganz viel mit ihr. Das ist so eine Art Selbstgespräch, immerhin bleibt wahrscheinlich nicht wahnsinnig viel auf der Gegenseite hängen, und die Gegensprache lädt doch sehr zur Interpretation ein. Na jedenfalls erzähle ich dann allerlei Dinge. Letztens zum Beispiel, da erzählte ich ihr "Du hast heute morgen sehr gut gegessen. Und jetzt wird's draussen hell. Denn wenn Du früh morgens gut gegessen hast, dann wird es draussen hell!". Was ich ihr verschwiegen habe ist, dass es auch hell wird wenn sie morgens NICHT gut getrunken hat, aber streng genommen habe ich ja auch keinen kausalen Zusammenhang hergestellt und daher habe ich ihr keine falsche Information gegeben.

Aber als ich das so sagte, da fiel mir folgendes auf: Weil man als Kind ja nicht so wahnsinnig viel verstehen kann erzählen einem die Erwachsenen ständig irgendwelchen Mist, nur damit man Ruhe gibt. Oder man grübelt als Kind über einen Sachverhalt nach, und bastelt sich eine zufriedenstellende Erklärung zurecht und denkt: "Ja klar, so muss das sein!".

Ich habe als Kind jahrelang geglaubt, das Weltall sei blau, punktschlussaus. Das ist doch auch ganz logisch: es ist ja hinlänglich bekannt, dass Luft durchsichtig ist. Weiterhin wurde mir erklärt, dass zwischen hier unten und dem Weltall nur Luft ist, und das Weltall ist halt da, wo keine Luft mehr ist. Nachts ist es zu dunkel, da kann man die Hand vor Augen nicht sehen, und deshalb das Weltall schon mal gar nicht, ist ja viel weiter weg als die eigene Hand. Tagsüber aber ist es hell, und weil Luft durchsichtig ist kann man tagsüber also sehen, was über der Luft ist, nämlich das Weltall. Und weil es tagsüber oben blau ist, muss ergo das Weltall blau sein. Noch glasklarer geht's doch wirklich nicht. Andere Erklärungen sind natürlich falsch und geradezu krankhaft.

Hattet ihr auch mal solche schönen Weltanschauungen? Bestenfalls haben die sich erst kürzlich aufgeklärt, als die linke Hirnhälfte die rechte, die gerade oberlehrerhaft anscheinend hinlänglich bekanntes Allgemeinwissen kundgeben wollte, mit einem kräftigen "Wart mal kurz..." im letzten Moment stoppte? Füllt mir meine Kommentarbox!

Jahreswechsel (dumdidum)

, , ,

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ich den Eintrag "Hört Hört" doppelt im Blog hatte. Dann habe ich also einen davon löschen wollen aber stattdessen den Jahreswechsel-Eintrag gelöscht (und sogar noch bestätigt, ich Idiot). Dank Operas Mausgesten und der Tatsache, dass ich im History Navigation Mode "Fast (3)" angewählt habe (lädt die Seite bei 'zurück' nicht neu sondern zeigt die History direkt aus dem Cache an) hatte ich den Text innerhalb von 5 Sekunden wieder gerettet. Puh! Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich mit diesem Programm umzugehen weiss... - also im Folgenden jetzt das, was hier früher schon mal stand. Hoch die Tassen! Und jetzt weg mit dem eigentlich zu löschenden Beitrag...

Aaaah 2008. Ist das nicht eine deutlich ästhetischere Zahl als 2007? Unbestreitbar ist es eine rundere Zahl, sie ist freundlich, sie ist vielversprechend. Die 8, das sind gleich zwei Kreise, die sich schliessen. Nicht wie bei der 7 so ein loses Ende hier und unten sieht's aus als hätte jemand nen Pfahl schräg in den Boden gerammt.

Und was haben wir nicht alles erlebt, so zwischen den Jahren. Zunächst mal habe ich kurz vor Weihnachten nach drei einsamen Wochen endlich wieder in der Familie meine mir angestammte Position als drittes Rad am Wagen eingenommen. Wenigstens meine Frau hat mich erkannt, Töchterlein hingegen sah nach "wer bist Du denn überhaupt" aus. Mag natürlich auch an meinem neuen Haarschnitt gelegen haben. Friseurläden werden hier in den USA ja grob unterteilt in die Kategorien Se-Habla-Ingles und No-Se-Ingles-Senor, wobei dazu geraten wird, um letztere einen grossen Bogen zu machen. Nun sass ich in einem Laden ersterer Kategorie und erklärte meinen Standard-Haarschnitt - routiniert, immerhin hab ich jahrelange Erfahrung damit: "Hinten und die Seiten mit der Maschine, oben kurz." Nicken, lächeln. Hinten und Seite wurden anforderungsgerecht bearbeitet und dann wurde gefragt: "Number 4 ok? ok?", was ich mit einem, meinem beispiellosen Intellekt entsprechenden "Hä?!?" beantwortete, woraufhin der Rasenmäher mit "Number 4" Aufsatz über meinen Scheitel gezogen wurde. Stellt sich raus, dass "Number 4" wirklich kurz ist. Damit fiel dann auch der geplante Termin für ein Bewerbungsphotoshooting ins Wasser. Ja, ich glaube das war der Grund warum mich meine Kleine nicht erkannt hat. Ganz sicher der Haarschnitt.

Aber geschlemmt haben wir. Nach anderthalb Jahren Genuss-Abstinenz in Österreich einen original Georg's Kaiserschmarrn mit echtem Katastroph zu essen war schon toll. Weihnachten war auch toll. Wir hatten nämlich im erweiterten Kreis der Familie uns allesamt darauf geeinigt, einander nichts zu schenken weil viel stressfreier in der Vorweihnachtszeit. Das ist wirklich super, solltet ihr auch mal ausprobieren. Für uns war es ganz besonders super, denn wir haben uns als einzige dran gehalten - und alle anderen haben uns dann doch was geschenkt und hatten dabei ganz offenbar ein richtig schlechtes Gewissen. Und was für Glücksmomente es dann gab! Zum Beispiel packte die (einzige) Schwester meines Schwagers ein Geschenk aus, das er ihr kurz zuvor überreicht hatte. Ich betrachtete währenddessen recht ratlos einen Pollunder mit V-Ausschnitt (meine Eltern probieren das alle 3 Jahre wieder und scheitern jedesmal an meinem Unwillen, sowas zu tragen. Nach Ansicht meines Liebchens fehlt mir zum Tragen von V-Ausschnitt-Pollundern 'die Oberweite' - ich fühle mich sexuell diskriminiert!). Meine Aufmerksamkeit wurde abrupt durch einen Freudenschrei meiner Frau ob des Geschenks ihres Bruders zurück auf die Gegenwart jenes Zeitpunkts fokussiert. Was sie dann voller ehrlicher Freude äusserte war der wahrscheinlich schönste Satz des Jahres 2007:

"Jaaaaa! Ein ... ein Dingsbums!!"

Herrlich, herrlich. Auf der Skipiste schwelgte man sich von Buckel zu Buckel, und hie und da vergrub ich meine Nase sogar noch semi-freiwillig in den aufgespürten verbliebenen Futzeln Tiefschnee, während sich zwei Omis um Kleinchen kümmerten. Sylvester war dann recht ruhig aber schön, und dann ging es auch wieder zurück nach Übersee.

Ich kann übrigens sehr dazu raten beim Ticketkauf 'special assistance' anzufordern. Kostet nichts extra, aber als wir in Nevjork landeten sagte die Stewardess "warten sie doch bitte bis die anderen Passagiere alle ausgestiegen sind" - dann wurden wir von einem freundlichen Flughafenmitarbeiter an der Flugzeugtür mit unserem Kinderwagen empfangen, und anstatt uns bei Immigration ans Ende der restlichen Flugzeugladung zu stellen hat er uns zielgerecht zu den Schaltern für US-Bürger geschleust, wo gar keine Schlange war, und wo wir dann aber dennoch mit unseren deutschen Pässen ohne Mucks durchgelassen wurden.