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Poems

Seelenspiegel

Der Himmel ist schwarz. Wie mein Herz?
Ich fühle mich leer, ausgelaugt, schuldig...
Mir ist kalt und trotz der 26°C friere ich.
Das ist gut so, denn ich habe es verdient. Ich habe nichts mehr. Nichts, außer den Narben an meinem Arm. Die Narben, die mich täglich an das Vergangene erinnern. Auch das ist gut so. Denn so vergesse ich nicht. Vergesse nicht, was ich tue. Ich kann mich erinnern, aber will ich das wirklich?
Kann ich nicht einfach sterben? Tot umfallen und nichts mehr fühlen?
Wo ist der Sinn meines Lebens? Verschwunden!
Alles ist tot. Die Welt ist tot. Ich bin tot...
Wie mein Herz?
Gefühle machen verletzlich. Doch ich habe mich selbst verletzt. Mit meiner stärksten Waffe habe ich mir selbst tiefe Wunden zugefügt. Nichts sichtbares. Tief in mir. Innerlich. Zum Heulen.
Vielleicht sterbe ich an den Wunden. Aber nichts physisches. Seelentot.. Für immer?
Aber ich will doch leben. Leben. Fühlen. Lachen. Mir dir!
Warum nur? Was ist eigentlich passiert? Wir waren plötzlich nicht mehr das, was wir einmal waren. Warum?
Ich habe keinen Ausweg mehr gesehen. Verzeih mir! Bitte...
Ein Blick aus dem Fenster sagt mir, daß der Himmel schwarz ist. Vom Regen der eben noch auf mein Gesicht fiel und meine Tränen verdeckt hat. So sieht keiner wie ich leide. Und selbst wenn... Würde es jemanden interessieren?
Man sagt mir oft, wie toll ich sei und wenn ich in den Spiegel schaue, seh ich ein normales Mädchen. Vielleicht ein wenig verrückt. Aber das Gesicht ist mir fremd. Ich kenne es nicht. Würde ich aber gerne.
Denn im Spiegel sehe ich eine andere Welt; die Welt in der ich gerne sein würde.
Doch plötzlich ändert sich das Spiegelbild.
Ein hageres Mädchen mit vielen Wunden.. Tiefe Verletzungen.. Die Haare sind zerzaust und die Kleidung zerschlissen. Dieses Mädchen kenne ich.. Denn jetzt schaue ich in den Spiegel der Seele. Mit traurigem Blick schaut sie mich an und eine einzige Träne fließt ihre Wanger herunter. Ich schaue zurück. Fühle mit. Weiß, was sie durchmacht. Mir geht es ja genauso.
Solange das Mädchen im Spiegel noch da ist, geht es mir gut. Aber jedesmal wenn ich die Scheibe berühre und unsere Finger sich scheinbar berühren, spüre ich doch nur kaltes Glas.
Ich gehe. Auch das Mädchen im Spiegel verschwindet...
Und draußen ist der Himmel immer noch schwarz - wie mein Herz.


Wutha-Farnroda, Mai 2006

Ich war mit meinem Ex-Freund im Januar 2006 wieder zusammen gekommen. Doch es lief nicht sonderlich besser. Ich habe also Schluß gemacht, obwohl ich ihn noch geliebt habe.
Dementsprechen scheiße gings mir.
Außerdem erklärt dieser Text, warum ich Spiegel so gerne habe.

verlassengeliebter Herbst

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