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Drei Lebensgeschichten

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Ich (Doreen) möchte mit euch mit diesem Eintrag drei verschiedene Lebensgeschichten teilen, die mich sehr beschäftigen:

Vor einigen Monaten hat die Regierung mit Bulldozern einen kompletten Slum nieder gemacht. Die Begründung: Es lag keine Baugenehmigung vor und der Slum war in der Nähe eines Flughafens, was angeblich zu gefährlich für die Anwohner gewesen sei. Völlig gleichgültig, dass der Slum schon seit Jahren an diesem Ort ist und völlig egal, dass nun tausende Menschen kein Obdach mehr haben.
Roselyn, eine kenianische Mitarbeiterin bei DIGUNA, die sich in verschiedenen Projekten in ganz unterschiedlichen Slums in Nairobi engagiert, hatte auch in diesem Mitumba Slum gearbeitet. Mittlerweile konnte sie wenigstens ein paar Familien helfen und in unserer Nachbarschaft Zimmer mieten, in denen sie nun erst einmal Obdach fanden. Ziel ist es aber, dass sie durch eine Arbeit für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können, was nicht einfach ist. Umso erfreulicher ist, dass eine Gruppe von Mamas die Idee hatten, aus alten Plastiktüten Taschen, Körbe, Badezimmermatten, Teppiche etc. zu häkeln, um diese dann zu verkaufen. Diese Idee ist nicht neu in Kenia, es gibt schon einige solcher Projekte. Aber es ist einfach klasse, wenn Frauen überlegen was sie können und dann versuchen damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und mit dieser Geschäftsidee der ehemaligen Slumbewohnerinnen wird gleichzeitig Müll recycelt.
Roselyn und ich haben uns schon vorher über einige Möglichkeiten unterhalten. Sie wollte, dass ich meine Ideen den Mamas persönliche erzähle und ihnen somit auch Mut mache. So haben wir uns am vergangen Dienstag auf den Weg gemacht und sind dabei so tief im Schlamm mit unserem Auto stecken geblieben, dass zehn Leute uns befreien mussten. Bei den Mamas angekommen, konnte ich ihnen einige Tipps geben, habe ihnen mögliche Designs aufmalen können und wir haben einen Plan für die nächsten Wochen aufgestellt. Eventuell wartet auch schon der erste größere Kunde, nämlich DIGUNA`s Gästebetrieb, der die Apartments mit Badematten ausstatten möchte.

Anschließend haben wir gleich noch eine Familie in der Nähe besucht. Das Schicksal von Mama Eveline mit ihren 8 Kindern trifft mich besonders. Ihr Mann ist weggelaufen und somit steht sie komplett allein da. Zur Zeit haben wir eine sehr heftige Regenzeit, dass zum Teil Straßen in reisende Flüsse verwandelt werden. Das Dach der zwei kleinen Zimmerchen der Wellblechhütte ist so kaputt dass die Kinder vor lauter Regen, welcher überall hineinläuft, nachts nicht schlafen können. Das Dach neu zu decken geht nicht, da die Pfeiler des Hauses so sehr von Termiten zerfressen sind, dass es zusammen brechen würde, wenn jemand drauf stiege. Vor drei Tagen habe ich als Übergangslösung zumindest mal eine Folie besorgt, die ein Freund gleich befestigt hat.
Das Land, auf dem Mama Eveline lebt, wurde ihr damals zugeordnet und gehört EIGENTLICH ihr, was ja hervorragend wäre. ABER sie hat das einzige Papier, was dies bezeugt, dem Bürgermeister (oder so etwas ähnliches) auf sein Drängen hin ausgehändigt. Dieser meinte, ihr Land sei zu groß und er bräuchte die Hälfte davon, um es zu verkaufen. So kann es also sein, dass dieser Bürgermeister, der als sehr korrupt gilt, gleich ihr komplettes Land einfach so verkauft hat. Das hat nämlich genau dieser Mensch gleich mehrfach bereits getan. Das heißt, Familien kaufen Land, bauen darauf und plötzlich kommt ein Bulldozer, zerstört das Haus und der andere "rechtmäßige Besitzer", der die richtigen Papiere besitzt, möchte sein Land übernehmen. JA, es ist eine riesige Sauerei und Ungerechtigkeit und natürlich ist es auch hier in Kenia nicht rechtens. ABER diese arme Frau hat ja niemals die Möglichkeit vor Gericht zu ziehen, sie hat ja noch nicht einmal genug Geld, um genügend Lebensmittel für ihre Kinder zu kaufen. Außerdem hat dieses wichtige Papier ja dieser schlimme Mensch und somit hat sie keinen Beweis. Ich hatte gestern wegen dieser Sache den Chief, dem zuständigen Gebietsvertreter, bei mir zu Besuch. Er hat hier einen sehr guten Ruf, und hilft den Menschen hier wo er kann. So konnte er uns erklären, welche Schritte wir jetzt gehen müssen, um zu prüfen, auf welchen Namen das Grundstück läuft. Wir hoffen, dass dieser korrupte Bürgermeister keine weitere Schandtat auf Kosten dieser armen Frau getrieben hat. Denn nur wenn wir die rechtmäßige Urkunde des Besitzes haben, können wir der Mama helfen ein ordentliches Haus zu bauen.

Die dritte unfassbare Geschichte passierte während der Unruhen nach den Wahlen vor vier Jahren. Kevin, ein damals 14jähriger Junge aus unserer Nachbarschaft, war zur falschen Zeit am falschen Ort. Er war kerngesund und ein guter Schüler und besuchte seine Oma auf dem Land. Es gab plötzliche Tumulte vor dem Haus der Oma und sie gingen raus, um nachzusehen. Versehentlich traf ihn eine Kugel eines Polizisten in den Bauch und stoppte in der Wirbelsäule des Jungen. Seit dem ist Kevin Querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Der Staat ist gerade mal für die ersten 3 Monate Krankenhausaufenthalt aufgekommen. Die folgenden 3 Monate Klinkaufenthalt musste die arme Familie selber bezahlen. Im wahrsten Sinne des Wortes vegetierte Kevin ein Jahr lang vor sich hin. Er hatte schlimme Depressionen. Urin und Stuhl konnte er nicht halten, und da sich die Eltern die teuren Windeln nicht leisten konnte, lag er ständig drin. Die Eltern konnten glücklicherweise eine gute Internatsschule für körperlich behinderte Kinder finden und seit dem blüht Kevin auf. Angesichts der teilweise schlimmeren Behinderungen seiner Mitschüler, findet er sogar, er sei gar nicht so schlimm dran. Da der Staat aber auch hier für keinerlei Kosten aufkommt (Schulgebühren), muss die Familie nach jedem Term (3 Monate) bangen, ob sie es geschafft haben, so viel Geld zu erarbeiten. Im letzten Term wurde Kevin beinahe nach Hause geschickt, weil die Eltern nur einen Teil der Schulgebühren bezahlen konnte. Auch das ist hier in Kenia so, dass Kinder, deren Eltern die Schulgebühren nicht zahlen konnten, nach Hause geschickt werden, bis das Geld mitgebracht wird. In Kevins Fall war ein guter Freund, der uns im Februar aus Deutschland besuchte, für Kevins Mutter ein Wunder. Am Sonntag bekam sie den Anruf von ihrem Sohn, dass er nach Hause geschickt wird und am Montag stand unser Freund mit einem Umschlag in der Hand vor Kevins Mutter - ohne davon zu wissen. Nach dieser großen Last, war es ein echtes Wunder für sie. Sie konnte vor lauter Glück gar nicht schlafen. Heute haben wir Kevin spontan mit einem Kuchen besucht und sind dankbar für seinen Optimismus. Er ist Zweitbester in seinem Jahrgang und möchte gerne einmal Straßenbauingenieur werden.

Es ist mir sehr wichtig, das mit euch zu teilen. Es sind nur drei von vielen tausenden Lebensgeschichten hier in diesem Land. Ein Land voller sozialer Ungerechtigkeit, wo man sogar im schlimmsten medizinischen Notfall im Krankenhaus erst bezahlen muss, ehe man behandelt wird. Bitte betet für das Häkelprojekt, Mama Eveline mit ihren 8 Kindern und für Kevin und seine Familie. Aber auch, dass durch die bevorstehenden Wahlen endlich eine Regierung zustande kommt, die auf die Menschen ihres Landes achtet!!!

Wer das Gefühl hat auch finanziell etwas beizutragen ist herzlich aufgefordert. Wir könnten damit Kevin seine letzten zwei Jahre Schule sichern. Mama Eveline könnten wir helfen ein sicheres Haus zu bauen. (Eine kurze Email an uns bezüglich der gewünschten Verwendung wäre in diesem Fall hilfreich) Vielen Dank für jede Spende!
Fotos der drei Lebensgeschichten gibt es in unserer Fotogalerie.

Bewegte Zeit

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Die letzte Zeit hatte es wieder mal in sich - sowohl in unserer Familie als auch bei DIGUNA. Salome ist diesen Monat FÜNF geworden! Unglaublich, wie groß unsere Kleine geworden ist! Zum Geburtstag waren Schwimmen und Reiten angesagt, und einen Tag später gab’s die Kindergeburtstagsparty. Dann gab es noch ein spannendes Sportfest im Kindergarten und vor allem eine große Ballettaufführung, in der Salome einen Flamingo gespielt hat. Die Fotos in der Galerie sprechen für sich... (hier klicken)

Bei DIGUNA war die Zeit nicht weniger bewegt. In dieser Woche hatte ich allein an einem Tag in drei verschiedenen Botschaften zu tun: Der Deutschen Botschaft, der Schweizer und der Kongo Botschaft. Und in jeder Landesvertretung darf ich mich auf eine eigene Kultur einstellen. Heute konnte ich nach einigen Rückschlägen endlich einen Container durch den Zoll bringen, auf den wir bei DIGUNA seit Ewigkeiten gewartet haben. Auch wenn die Zollklärung einige Komplikationen mit sich brachte, bin ich froh, dass diese Arbeit nun geschafft ist, denn die Kinderheime und einige Projekte im Sudan und im Kongo warten dringend auf die Materialien aus dem Container.
Als ich mir die Zahlen der DIGUNA Hungerhilfe noch mal angeschaut habe, habe ich nicht schlecht gestaunt: Alleine im vergangenen Jahr haben wir über 700 Tonnen Nahrungsmittel in den Krisengebieten verteilt, darunter Spezialnahrung für stark unterernährte Menschen und Milchpulver für Säuglinge und Kinder. Es tut gut, Teil dieser wichtigen Arbeit zu sein!

Es geht uns wirklich gut hier in Nairobi und wir können uns mit der Arbeit von DIGUNA sehr identifizieren. Trotzdem haben wir das Gefühl, dass eine Veränderung dran ist. So haben wir uns entschlossen, im Sommer nach 3,5 Jahren DIGUNA Kenia zu verlassen und zurück nach Deutschland zu kommen. Es ist ein großer Schritt der einiges mit sich bringt, aber wir denken, dass es Zeit für ein neues Kapitel ist. Wir sind gespannt, wohin es uns dann verschlägt...

Besuch

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Nach langer Zeit hatten wir endlich wieder einmal einen Besucher aus der Heimat. Unser Freund Andre hat uns nun schon zum zweiten Mal besucht und wir hatten eine richtig schöne Zeit zusammen. Sven konnte sich eine Woche frei nehmen und so konnten wir unserem Besucher ein paar schöne Seiten Kenias zeigen. Ein paar Fotos - nicht nur von unseren Ausflügen - sind nun in der Fotogalerie (hier klicken).

Besucher bringen die Heimat immer ein Stück näher. Vielen Dank an alle, die uns in den vergangenen drei Jahren hier in Kenia besucht haben: Martin und Wilfried, Magdalena und Detlef, Miriam, Daniela und Arnim und nun Andre.

Jetzt ist wieder alles beim Alten: Arbeit, Kindergarten, Konzerte… Sven wartet auf einen Container für DIGUNA, der schon vor Weihnachten hätte ankommen sollen. Durch die Verzögerung müssen einige Projekte jetzt improvisieren – aber daran ist man ja mittlerweile gewöhnt.

Guter Start

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Bei neuen Dingen ist ein guter Start bekanntlich wichtig. So dachten wir uns, wir starten mit einem schönen Kurzurlaub in das neue Jahr. Zusammen mit einer befreundeten deutschen Familie, die im DIGUNA Kinderheim Ngechek arbeitet, haben wir uns ein günstiges Ferienhaus an der Küste geteilt und hatten so eine Woche Strand, Meer und Swimmingpool. Das tägliche Planschen hat sich gelohnt: Salome kann jetzt schwimmen und Josias hat riesige Freunde beim Tauchen. Ein paar Fotos gibt’s jetzt im Fotoalbum (hier klicken).

Die DIGUNA Station wurde traditionell von Mitte Dezember bis Mitte Januar „geschlossen“. Die kenianischen Mitarbeiter besuchen ihre Familien, die Deutschen nehmen meist Urlaub oder erledigen noch dies und das. Ich war bis auf die eine Woche im Büro oder in Nairobi unterwegs und konnte so einiges aufarbeiten. Morgen beginnt das „DIGUNA Kick Off 2012-Seminar“, mit dem wir gemeinsam ins neue Jahr starten - mit großer Erwartung, was es wohl bringen wird...

Weihnachten 2011

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Wir haben in Nairobi ein sehr schönes Weihnachtsfest gefeiert. Erstmalig gab es in unserer Gemeinde einen Gottesdienst am Heiligen Abend, wie wir es von Deutschland gewohnt sind. Danach gab’s die Bescherung – und wieder leuchteten die Kinderaugen! Es war ein Genuss zu sehen, wie sich Salome und Josias von dem Weihnachtszauber anstecken ließen. Ein paar Fotos davon gibt’s in der Fotogalerie.

Nun werden wir ganz spontan an die Küste fahren und dort zusammen mit einer befreundeten Familie Sylvester feiern. Wir haben ein günstiges Ferienhaus gefunden, das wir uns mit unseren Freunden teilen. Wir sind froh über diese erste richtige Auszeit seit unserer Rückkehr.

So wünschen wir Euch einen guten Übergang ins neue Jahr und Gottes Segen für 2012!

Update

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Unsere Internetseite hat leider ein paar Probleme gemacht, darum mussten wir das System etwas ändern. Wir sind aber weiterhin erreichbar über die Adresse www.zieglers-in-afrika.de !

Immer noch ist die DIGUNA Hungerhilfe in vollem Gange, denn die Not ist nach wie vor vorhanden. Da wir uns jedoch nicht auf das Verteilen von Nahrungsmitteln beschränken wollten, haben wir neben den dringend benötigten Lebensmitteln auch Saatgut und Anleitungen zum effektiven Anbau verteilt. Viele Familien haben so unser Saatgut ausgesät in der Hoffnung, dass die Regenzeit nun auch wirklich kommt und nicht wieder ausfällt. Und siehe da – sie kam! In vielen trockenen Gegenden hat es ordentlich geregnet und manche, sonst wüstenähnliche Gegenden sind seit langer Zeit zum ersten mal wieder grün. Nun dauert es natürlich, bis geerntet werden kann, aber zumindest ist Hoffnung in Sicht!

Unsere Kinder entwickeln sich weiter sehr gut und haben besonders im Kindergarten viel Spaß. Salome kann mit ihren 4,5 Jahren bereits viele Wörter mit bis zu fünf Buchstaben lesen und rechnet schon Addieraufgaben von 1-10. Josias hat seine Englischkenntnisse nach unserer Rückkehr auch wiederentdeckt. Allerdings spricht er das „R“ nun auch im Deutschen englisch aus und es klingt bei Sätzen wie „Ein richtig großer Riese…“ wirklich süß! Vor Kurzem haben sie ein musical-artiges Krippenspiel im Kindergarten aufgeführt und unsere beiden „Engel“ waren voll bei der Sache.

Doreen hat wieder eine erfolgreiche Konzertreihe hinter sich und die Pläne für das nächste Jahr stehen auch schon: Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ soll dargeboten werden und wir sind schon sehr gespannt, wie es wird. Auch mit diesen Konzerten werden Schulgebühren für benachteiligte Kinder eingespielt und wir sind froh, dass sie so ihren Teil dazu beitragen kann.

Nun steht Weihnachten vor der Tür und unsere Kinder und wir sind schon voll vom Adventsfieber angesteckt. Besonders erfreuen uns die strahlenden Kinderaugen bei all den Weihnachtsaktivitäten wie Adventskalender öffnen oder Kerzen und Räuchermänner anzünden, wobei das Letztere eher mit „Iiiih, das stinkt!“ kommentiert wird. Letzte Woche veranstaltete unsere Gemeinde die jährliche Veranstaltung „Carols by Candlelight“ (Weihnachtslieder bei Kerzenschein) im Garten des Karen Blixen Museums. Hunderte von Gästen kamen mit Decke und Picknick-Korb, bei Sonnenuntergang wurden Kerzen angezündet und gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Während die Adventszeit richtig schön kühl mit Sturm und Regen begonnen hat, haben wir mittlerweile wieder 28 Grad und blauen Himmel. Aber daran haben wir uns in unserer vierten kenianischen Weihnachtszeit ja gewöhnt…

Wer aktuelle Fotos vom Adventskalender, Candlelight-Picknick, einer Mondfinsternis und dem Kindergarten sehen möchte, sollte in unserer Fotogalerie vorbeischeuen!

Probleme mit unserer Website

Da es im Moment Probleme mit unserer Website gibt, berichten wir vorübergehend in diesem Blog, bis die Probleme behoben sind. Leider sind die älteren Beiträge hier nicht ersichtlich. Aber immerhin seid Ihr wieder auf dem aktuellen Stand der Dinge. :-)