Am 2.6. war der 25. Todestag von Andres Segovia. Aus diesem Anlass hat der WDR ein Zeitzeichen gesendet, das ihr
hier anhören könnt (hoffentlich nicht nur für ein paar Tage).
Nur wenige Tage von Segovias 25. Todestag, am 29.5.2012, starb Doc Watson, der in für die Stahlsaitengitarre (zumindest im Bluegrass und Country eine ähnliche katalytische Funktion hatte wie Segovia für die Konzertgitarre:
Es ist zu einem großen Teil sein Verdienst, dass die Gitarre in der Folk-, Bluegrass- und Countrymusik das führende Instrument wurde. (Wikipedia)
Als ich Aufnahmen von beiden Musikern hörte, fiel mir noch etwas anderes auf: obwohl beide anerkannte Virtuosen auf der Gitarre waren, steht in ihrem Spiel nicht die Virtuosität im Vordergrund. In einem
Nachruf auf Doc Watson heißt es:
He didn't approach music with a studied earnestness, and his object wasn't preservation. He played songs not to demonstrate them, but in order to touch people.
Und das taten beide so, dass - für meinen Geschmack - die Musik völlig natürlich klang, ohne die sicherlich immense Arbeit auszustellen, die dahinter lag. Natürlich waren Doc Watson und Andres Segovia Virtuosen, die das auch sehr genau wussten, aber wenn man sie spielen hört, kommt es darauf irgendwie nicht an.
Meine Duopartnerin schickte mir neulich Links zu zwei verschiedenen Aufnahmen desselben Stückes, "Danza Paraguaya Nr.1" von Barrios:
Ihr Kommentar:
O.k., wirkt etwas akademisch und der Mittelscheitel ist fies, aber man bekommt einen Eindruck vom Stück. Viel schöner, weil südamerikanisch-wärmer finde ich diese Fassung:
Recht hat sie, aber warum? Weil die beiden Herren auf dem Sofa das Stück einfach spielen und es - und sich - nicht präsentieren.