Ein Sommer der Gefühle
Saturday, 13. September 2008, 11:41:28
Nun eine Entschuldigung habe ich nicht wirklich.
Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wenn man über Dinge schreibt sie auch akzeptiert hat und wenn ich so drüber nachdenke, war ich wohl noch nicht so weit über meine Rückkehr also meine "Zeit danch" zu schreiben, einfach weil ich innerlich noch gar nicht wieder in Deutschland angekommen war.
Ich werde die letzten 2 Monate also einmal im Schnelldurchlauf revue passieren lassen:
Nachdem ich wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen war begann die Zeit des WIEDERSEHENS und jeder schaute bei mir vorbei um zu sehen wie sehr ich mich VERÄNDERT hatte. Das allgemeine Fazit war dann meistens wie erwachsen ich geworden sei und viele Leute haben mich lustiger Weise zuerst gar nicht wieder erkannt, weil meine Haare viel länger und dunkler waren ( zur Erinnerung ich war in die Staaten mit einem Kinnlangen Pagenkopf weggegangen den ich mich kurz vorher von blond auf braun hatte umfärben lasse, die meisten Leute hatten mich also immer noch als blond in Erinnerung).
SCHULE war ein Kapitel für sich. Da ich die 11. Klasse in den USA ja schon abgeschlossen hatte musste ich mein deutsches Gymnasium noch bis zu Beginn der Sommerferien als "Gastschüler" besuchen. Was auf gut Deutsch bedeutet: Keine Hausaufgaben und keine Test
Die Schule bestand also nur im Anwesendsein und mir wurde schon nach 20 Minuten langweilig... naja.
Europe Trip: Am letzen Schultag kam mich dann mein Freund Blaine aus USA besuchen und wir sind zusammen 4 Wochen durch Europa getourt
Ich hatte meinen US Freunden ein "Rundschreiben" zu unserem Europe Trip geschrieben, das ich einfach mal hier reinkopieren werde, weil mir ehrlich gesagt der Elan fehlt nochmal alles in Deutsch aufzuschreiben.
It was a wonderful summer and Blaine and I definitely had the time of our lives
It was fun for me to show Blaine around because he'd never been to good old Germany and the rest of Europe before.
Our trip included Germany (Munich, Nuremberg, Berlin, the famous "Disney-like looking castle, Audi factory....etc.) Italy (where we were experiencing the extrem heat in Rome) and last but not least Paris (the center of all frenchness on earth *lol*).
Blaine also met all my friends (including my best friend Geeske and it was cute to see how well they got along with each other as if they'd know each other for years) and saw my school.
Not to mention all the strange European food he had to try *lol* (like white sausages, small brats, nasty looking sausages (according to Blaine the worst looking food he'd ever had in his life but it tasted alright-to good, and I have to agree with him, or Schnitzel, bread, chocolate....). After 4 weeks we had not only managed to get him addicted to German gummy bears but Blaine was also very sure that Germans might eat too much bread(which is probably the reason why I missed that one so badly over in the states).
There was so much different to him, which he commented with the nice words "everything is SO GERMAN here". It started with different toilet flushes, came over weird house architecture to the whole European tiny and very narrow streets.
Europeans were according to Blaine surprisingly friendly to him (even the Italian guy at the Vatican ticket shop who told Blaine that he was 17 (!) not 18 although Blaine had told him so earlier and so got him in to the museum for less money).
Communicating was sometimes easier than we thought although Blaine was not really able to speak German, both of us were not able to speak Italian and I killed my French more than I had wanted to. The good thing was that most of the people spoke English and we found our way around more easily than we'd expected.
At the end of our trip the two of us had taken about 1250 pictures and made so many memories that will definitely help us to get through the next few months. It was pretty hard for me to let Blaine go back home but guess what there's still so much more waiting for him to be explored in Europe.
Und dann nach Blaine's Rückkehr nach Amerika war es für mich die eigentliche Zeit der RÜCKKEHR NACH DEUTSCHLAND und damit Verbunden auch ein gewisser ABSTURZ.
Nun ja mittlerweile hat sich das zum Glück wieder alles einigermaßen gelegt, aber zu dem Liebeskummer (in dem Fall positivem Liebeskummer, weil ich ihn ja nur fürchterlich vermisst habe und immer noch tue) halt auch noch der sogenannte "reversed culture shock" dazu.
Ich hab mich also mehrere Tage lang in meinem Zimmer verkrochen und hatte auf nix große Lust.
Dann hab ich mich aber wieder aufgerappelt und beschlossen, dass mir das ganze Traurigsein auch nix bringt und angefangen nochmal Stoff für die 12. Klasse zu wiederholen und mich öfter mit meinen Freunden getroffen. Meine Familie war da natürlich auch eine große Stütze weil sie erkannt haben was vorgegangen ist und mich getröstet haben.
Jetzt beginnt am Dienstag auch hier wieder die Schule und für mich ein ganz neuer Schulabschnitt weil ich ja nicht nur in der Oberstufe bin sondern auch in die KOLLEGSTUFE eintrete. Das bedeutet dann Leistungskurse, Grundkurse, Klausuren, das Abi rückt in gewisser Weise auch näher und es wird schon alles anders sein, wenn es jetzt keine Klassen mehr gibt und jeder seinen eigenen Stundenplan hat (da konnte ich mich in den USA ja schon gewöhnen aber ungewohnt wird es auf jeden Fall sein).
Nervös bin ich auf alle Fälle schon und natürlich auch etwas "scared" weil ich jetzt ein Jahr weg war und jetzt natürlich auch im Blick auf meine Abschluss schon gerne gute Leistungen bringen möchte. Freuen tue ich mich auf meine Leistungskurse Englisch und Kunst auf alle mal.
Oh und dann gibt es auch noch ein paar tolle Neuigkeiten!
Meine Austauschorganisation hat mich und noch einen anderen Austauschschüler aus circa 160 Leuten ausgewählt einen Bericht zu schreiben, der nicht nur auf ihrer Webseite veröffentlicht wird sonder auch in dem noch nicht auf Markt existierendem Austauchschülerratgeber "Abenteuer Ausland" ABGEDRUCKT werden wird. YEHAAAAAAA!
In BEND geht übrigens alles seinen gewohnten Gang.
Ich stehe immer noch im Engen Kontakt mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden, die sich als wahre Freund bewiesen haben, indem sie mich nicht vergessen haben. Jeden Tag erhalte ich Emails von vielen Freunden, die an mich gedacht haben.
Wobei auch dort einige Veränderungen eingetreten sind. Viele meiner Freunde sind mittlerweile von Daheim ausgezogen und gehen jetzt verstreut über's ganze Land aufs College.
Meine Gastfamilie hat sich auf Grund der positiven Erfahrung, die sie mit mir gemacht haben, entschieden ein zweites Mal eine Austauschschülerin für ein Jahr aufzunehmen und haben sich für ein Mädchen aus Norwegen entschieden, mit der sie sehr zufrieden sind und anscheinend super klarkommen.
Im Moment plane ich meine Rückkehr nach Bend und bereite mich hier auf den bevorstehenden Schulanfang vor.
In diesem Sinne werde ich mich später gleich mal Physik widmen.
Alles Liebe
~Eileen



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Anonymous # 15. September 2008, 07:56
......ja, so ist das nun mal im Leben....mal ist man ganz oben und mal
ganz unten. Ich weiß, das tröstet dich jetzt wenig, aber versuche das
Vergangene als Geschenk zusehen, dann wirst du daraus auch wieder neue
Kraft bekommen und neugierig in die Zukunft gehen. Außerdem....wenn
man nie traurig war, dann weiß doch gar nicht wie schön es ist glücklich
zu sein, dann wäre das Leben doch furchtbar langweilig :-)!!
Noch ein kleiner Trost.....
Nach Amerika ist VOR Amerika!!!!!
Eileen # 16. September 2008, 05:04
Hab dich lieb
Corinna # 19. September 2008, 04:15
Mach mir wahrhaftig jetzt schon sorgen vor meiner Rückkehr, auch wenn es dafür definitiv noch zu früh ist
Es ist jedenfalls schön zu hören, dass du mit Blaine eine so schöne gemeinsame Zeit hattest (wenn ihr bei Audi gewesen seid, ward ihr unmittelbar an meinem Zuhause xD)
Ich freu mich übrigens immer wieder Einträge aus deinem Blog zu lesen
liebe Grüße aus amerika
Corinna