Tuesday, 24. November 2009, 11:53:41
Ein Eintauchen in Siegens Literaturszene. Besuch Durs Grünbeins im Apollo-Theater Siegen am 30.10.2007

Alle waren wir gekommen. Doktor Stammler, Professor Schnell und die Oberstudienrätin Keller. Seit 20 Jahren Deutschlehrerin der Sekundarstufe II. Sie hatte die Teile ihrer Klasse genötigt, mitzukommen, in denen sie einen letzen Funken an Interesse vermutete. Sie hatte sich geirrt!
Zwei Leute unter 50 waren also deutlich unter 50. Der Götterliebling kommt rein. Erklettert sich umständlich die Bühne. Ein großes Glas Wein und ein großes Glas Wasser stehen auf einem runden Tisch mit seinen kantigen Büchern. Er noch mehr Freund kleiner Adjektive.
Die in Reihen sitzende Gesellschaft wird zu einer Horde Erdmännchen. Die Erwartungshaltung brennt den Kulturschaffenden wie Chlor in den Augen. Er fühlt das – beginnt zu dribbeln. Erster Schluck Wein. Die Blicke ins Publikum seinerseits werden immer sparsamer. Seine Lider flackern. Er fixiert jetzt abwechselnd Buchdeckel und Schnürsenkel, beide seins.
Professor Schnell mit langsamem Vorwort, langatmig intellektuell, eigenes Fachwissen suggerierend. Zweiter Schluck Wein, dann Räuspern. Jetzt ist das Kinn der Leute auf einer Höhe mit den Ohren. Absolute Stille bevor er einsetzt und auch danach. Der Anfang ist immer das Langweiligste. Keiner wagt Bewegung. Danach endlich Worte wie aus Gewehren. Kobolde trommeln auf der Schädelbasis. Schön, jetzt! Danach immer weiteres Abgleiten. Entfernung vom Persönlichen des Weintrinkers. Er ist jetzt abgehauen ins Historische. Weg von ihm hin zum Allgemeinen. Auf einmal wirkt er blass. Induktiv aber blass. Vielleicht ist er krank. Folgen wird immer schwieriger. Meine Gedanken schweifen ab, wenig Schnittmenge. Wissendes Lachen seitens der Büchermenschen nach jeder Nichtpointe. Viele Erdmännchen spielen angestrengt Aufmerksamkeit. Der Mann mit dem Buch in der Hand ist der einzige, der hier trinken darf. Leider! Ich hab Schnaps in meiner Tasche, kann ihn aber nicht rausholen. Will mich nicht zum Affen machen. Vor all den Erdmännchen. Die würden mich essen. Mit den Augen ihrer verschrobenen Moral. Er jetzt wieder in seiner eigenen Persönlichkeit. Wird wieder interessant. Irgendwie vitaler sitzt er jetzt. Besondere Worte verbreitet durch so eine gewöhnliche Stimme.
Ständig dieses dezente Glucksen, nur um zu zeigen, dass sie noch da sind. Furchtbar! Wie Mädels, die einen im Ferienlager anhimmeln.
Er lässt jetzt auslaufen. Das hört man schon an Lautstärke und Betonung. Recht gehabt. Ich glaube ich setz mich jetzt zu den glucksenden Lehrern. Schnell, Nachwort: Richten Sie bitte Fragen. Natürlich will keiner der erste sein. Keiner den Klassenprimus raushängen lassen. Obwohl man die Frage schon während des Vortrags schon umständlich formuliert hat. Schnell hat das gewusst. Er beginnt also. Die Frage hat viele Fremdwörter, aber kaum Verben. Die absolute Ruhe hat sich jetzt verabschiedet. Immerhin ballert hier niemand mehr sein Œuvre. Tolles Wort. Das würden die Studienräte lieben. Ich glaub, da wickle ich eine Frage drum. Nur um zu zeigen, dass ich so Worte kenn.
Jetzt meldet sich die Frau eines Arztes. Oder Rechtanwaltes. Oder Steuerberaters. Die Frage ist um einiges länger als die Antwort. Sie bietet an Buch zu holen. Er hat das nicht dabei. Hat ja nicht alles in petto. Der Bühnenmensch wirkt gelangweilt. Zu viel Profanes für den Günstling der Götter.
Wednesday, 18. February 2009, 17:00:33
Vom Tanz zur Grammatik - Evolution der Sprache aus Rhythmus, Tanz und Musik
Ein Buch von Wolfgang Steinig
Betrachtet man die Entwicklung der Sprache beim Menschen in Hinblick auf andere uns genetisch nur gering unterschiedene Lebewesen, so stellt sich die Frage warum der Mensch die Fähigkeit zur Sprache entwickelt hat, die nächsten Verwandten des Menschen wie zum Beispiel Schimpansen oder andere Primaten hingegen nicht. Die Gründe hierfür sind, unter anderem in der Evolution zu suchen. Die Entstehung des aufrechten Ganges bedingte eine Streckung des gesamten Körpers. Die Ausdehnung des Hals- und Mundbereiches schuf einen größeren Sprechapparat mit welchem die Lautformung nun kontrollierter möglich war. Der so entstandene Raum wirkte wie ein Resonanzkasten einer Gitarre oder ein größerer Schallraum bei einer Trompete. An die Seite der Entwicklung des Sprechapparates, tritt ein weiterer wesentlicher Evolutionsvorteil, dass rapide Gehirnwachstum. Auch das Anwachsen des Gehirnes ist an die Entwicklung des aufrechten Ganges gekoppelt, man sieht es deutlich in der Entwicklung des Homo habilis zum Homo erectus.
Doch nicht allein der Mensch ist zur Kommunikation fähig. Im Gegensatz zur relativ komplexen menschlichen Sprache, gibt es im Tierreich Möglichkeiten der Verständigung untereinander, die teilweise das Überleben sichert und somit den Selektionsdruck auf andere Arten erhöht. Funktionen der Tierlaute sind unter anderem: der Appell, im Warnruf vor einer sich nähernden Gefahr oder einem Fressfeind. Die Artikulation von Wohllauten und Balzlauten als Selbstoffenbarung oder soziale Funktion (Ausdruck von Beziehungen untereinander). Allerdings gibt es auch eine Schimpansenart die die Fähigkeit zum Lügen zu einer gewissen Perfektion gebracht hat. Hat eines der Tiere bei einer Jagd Beute gemacht und möchte nicht mit den anderen aus der Gruppe teilen, so belügt er seine Artgenossen indem er den sich nähernden Affen einen Warnschrei entgegenschleudert. Die anderen Affen nehmen die Warnung ernst, rechnen mit einer Gefahr und suchen das Weite. Diese Protosprache kann jedoch nur einer rudimentären Kommunikation dienen.Die menschliche Sprache wird sich sehr wahrscheinlich aus diesen Protosprachen entwickelt haben. So ist es mittlerweile nachvollziehbar, dass sich eine bestimmte Sprachfamilie (z.B. die indoeuropäische) auf eine gemeinsame Protosprache reduzieren lässt.
Steinig wendet sich in seiner Theorie aber im Wesentlichen der Entstehung der Grammatik zu, die als Konzept, ähnlich dem Tanz und der Musik einem regelhaften Verfahren folgt. So äußert sich in der Grammatik als auch im Tanz eine Rhythmisierung des Gesprochenen beziehungsweise der Bewegung. Entgegen der Laute, die auch intuitiv geäußert werden können muss eine Grammatik erlernt werden. Die Grammatik wird somit institutionalisiert und internalisiert. Schon früh entwickelte der Mensch Bewegungsregeln, die vor allem im Tanz auf der Fähigkeit eines Rhytmusgefühls beruhten. Diese komplexen Bewegungsregeln sind nach Steinig Vorläufer für die Evolution der Grammatik.
Die Verschmelzung von einfacher Protosprache mit den internalisierten Komplexen des Tanzes und der Musik ist, nach Steinig, auf die Handicap-Theorie zurückzuführen. Das Handicap, sich in irgendeiner Form als behindert darzustellen, signalisiert -so paradox es klingen mag- Stärke. So betört ein männlicher Pfau nicht allein durch Schönheit, sondern (innerhalb seiner Art) auch durch die Aussage: „Ich kann es mir leisten ein riesiges Anhängsel hinter mir her zu ziehen.“ Die Signale müssen hierbei unbedingt zuverlässig sein weil sie ansonsten ihre Wirkung verlieren. Im Alltag signalisieren Handicaps Status und Attraktivität. Wie auch schon der Tanz und die Musik werden Handicaps institutionalisiert. Gerade im Bereich des Handicaps kommt es, beim Menschen, zu einer rituellen Inszenierung. Nach Steinig ist die Etablierung einer Struktur, oder die auf Tanz beruhende Regelkompetenz die Voraussetzung für einen Übergang von der grundlegenden Protosprache hin zur komplexen Grammatik der Sprachen.
Tuesday, 2. December 2008, 17:03:09
Chinas Interesse an Afrika
Die chinesischen Interessen am afrikanischen Kontinent sind mehrdeutiger Natur. Sie als Ganzes zu fassen und auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen scheint unmöglich. Die Beweggründe der chinesischen Regierung sind uneinheitlich und selbst für Experten schwer zu ergründen.
Klar ist jedoch: das Interesse Chinas an Afrika hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. China hat seine Wirtschaftsinvestitionen in Afrika innerhalb kürzester Zeit verfünffacht.
Gründe Chinas
Der Weg Chinas zur Weltmacht bedingt seinen Anspruch sich globale Geltung zu verschaffen. Nirgends wird dies deutlicher als in den weniger entwickelten Ländern Ost-Asiens und Afrikas. Die günstige wirtschaftliche Situation Chinas erlaubt es diesem Riesenstaat mit Investitionen in diesen Ländern Einfluss und Präsenz zu erringen.
Der Hunger nach Rohstoffen ist einer der Gründe vor allem für das konzentrierte Interesse Chinas in erdölreichen Regionen wie dem Golf von Guinea. Die Chinesische Wirtschaft ist mehr denn je auf Öl-Importe angewiesen. Der relativ berechenbare Faktor der Knappheit der Rohstoffe potenziert Chinas Bemühungen um ein vielfaches.
Der steigende Konsum von Agrarprodukten, vor allem Vieh, führt zu einem wachsenden Interesse an Afrikas Ressourcen. Die Möglichkeiten Chinas zu einer ausreichenden Viehzucht sind durch klimatische Bedingungen und wenig ausgereifte Methoden, äußerst begrenzt.
Gründe Afrikas
Die Partnerschaft wird vor allem davon bestimmt, wie die Afrikaner eben diese angehen. Das afrikanische Interesse, sollte vor allem darin bestehen sich an China zu orientieren und von ihnen zu lernen, schließlich hat China es auch nahezu aus eigener Kraft geschafft sich zu einer der führenden Industrienationen zu entwickeln.
Für die politischen Führer Afrikas ist China vor allem interessant da es Kredite vergibt ohne auf politischen Bedingungen zu bestehen. Ob dies der afrikanischen Sache und vor allem der Entwicklung zuträglich ist muss sich allerdings noch zeigen.(Ich meine hier vor allem die von Vetternwirtschaft und offener Korruption durchzogenen Regierungsapparate vieler afrikanischer Länder).
Bilanz
Sowohl staatliche als auch private Firmen sind in Afrika aktiv. Die Auslandsinvestitionen der Privatunternehmen werden allerdings vom Staat unterstützt. Die Vergabe günstiger Kredite seitens Chinas ist an die Bedingung geknüpft, dass 70 % der Aufträge an chinesische Firmen vergeben werden müssen, weiter ist es Verpflichtend 50 % der Ausrüstung aus China zu importieren.
Da verschiedene afrikanische Länder wie Angola oder Nigeria, es in der Vergangenheit versäumt haben, die Gewinne aus der Rohstoffhausse nachhaltig zu investieren; wie es beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate oder Saudi Arabien getan haben; ist es nun Bedingung seitens der Chinesen, dies zu tun.
Vor allem die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten aus Afrika, sorgt dennoch für eine nahezu ausgeglichene Handelsbilanz beider Seiten. Die Exporte nach Afrika betragen 15 Milliarden USD und die Importe aus Afrika 16,92 Milliarden USD. Zum Vergleich: Die Amerikaner sind weit davon entfernt, so weisen die USA im Handel mit China ein Defizit auf, das von 1994 bis 2004 von rund 29 Milliarden Dollar auf rund 162 Milliarden Dollar angestiegen ist.
Das dies noch lange nicht das Ende der chinesisch-afrikanischen Beziehungen bedeutet zeigt ein Ausblick auf die kommenden Jahre. Das Handelsvolumen zwischen China und Afrika betrug 2001 etwa 10 Milliarden USD und stieg bis 2005 auf 40 Milliarden USD. In den nächsten fünf Jahren ist eine Entwicklung auf ein Volumen von 100 Milliarden USD äußerst realistisch.
Wednesday, 20. February 2008, 15:43:27

To my american friend :
Only a few Kilometres divide Spain from the African coast. On clear days one can see Europe from African ground. But it is more than a geographical gap. It is the entrance to a different world. I went over to Northern Africa by fairy. At first me and my friends stayed in Ceuta, a Spanish exclave in Morocco. Exclave means any federal territiory that is surrounded by an foreign state. For example Alaska is one of the biggest exclaves in the world because it is not directly connected to the USA. Another example is Kaliningrad; the city belongs to Russia but is surrounded by Baltic States. There are two Spanish exclaves on the African continent: Ceuta and Melilla. Those are leftovers from colonial times and always reason for pressure between those two nations, Morocco and Spain. In Ceuta we tried to acclimatise, because its part Spanish and part Moroccan. We stayed in a very nice hostel with a Spanish name but under Moroccan managment. In the “Andaluz” a twin room cost about 35 Euro which appeared Spanish, too. The rooms were tidy and had a beautiful view over the city`s centre. We were fortunated in this night because it was a Spanish public holiday. The streets were full of people and big tents were placed downtown. The Spanish inhabitants were wearing their traditional clothes and everybody looked like a flamenco dancer. The women were clothed in showy dresses in flashy colours, often with white dots. Some of them reminded me on Merry Poppins but most of them were very beautiful. At this time Ceuta appeared as a typical Spanish town. A typical Spanish town on Moroccan soil.
After we woke up we went to the boarder. We got up very early because my experiences with boarder patrols taught me that it would take some time to make it through. The group consists of four people and four huge backpacks. We were all looking quite European with our blond hair and those big rucksacks on our back, and we felt awfully lost in this gigantic group of people that wanted to cross the boarder. We felt like the real frontier runners. I was right with my speculation about the time we would spend between two nations. It took us about three hours to get through the checkpoint. After we had all the stamps we needed in our passports, we were annoyed by a group of young Moroccans who wanted to sell us this and that. Most of it was for the birds. I had a cultural shock, because the change came so abrupt. It was a complete different world. Everything looked so different than at the other side of the fence. There were a lot more people willing to cross the boarder to Spain, but the Spanish customs didn’t seem to let them in.
We searched for a taxi because it seemed like the middle of nowhere. A young man told us that the next little town is about 30 kilometres away. I asked the taxi-driver to bring us to Tanger, the next bigger city from where we could make our way into the south. Tanger was just 100 kilometres but the ride last about three ours on rotten streets. It was very interesting to see the back-country and the way of life not through the eyes of a guided tour. It was very hot and the taxi-driver, very untypical, kept silent the whole way. I saw women in traditional clothes with veils and stuff. Children were playing in the sand. People that were riding on donkeys to get to the fountain. Most of the people lived a rural life and didn`t seem to be in big haste. After we paid the taxi-driver about four hundred Dirham, tourist price, we headed to see Tanger. Four hundred Dirham were about 40 Euro at this time. We got out of the old baby-blue Mercedes and shouldered our rucksacks. At first we recognized that Tanger was a dirty harbour city like Barcelona or other European cities. We walked through the city to find something interesting. We made our personal sight seeing tour through the city. Shortly after our advent we went to the station to see if we could get to another city were we could stay in a hostel. We discussed several places that we wanted to see and decided to go to the capital Rabat. To our luck the train had an air condition. It was terribly hot outside. We shared a cabin with a young Moroccan family, who was on their way to a wedding ceremony. The young father was an architect and cared very much about his sweet young child. The mother was really excited and wanted to show us her traditional dress. So she left the cabin and came back in an long light-green grown with a lot of pearls and adornments. She looked very beautiful but a little to overdressed for a train ride so she decided to change clothes again. The rest of the ride was big fun and we talked a lot about the Moroccan culture. To our surprise the people appeared very laid back. I saw a lot of young women without a veil or religious clothes. Especially in the cities the youth appeared to be very westernised.
As we arrived at Rabat we went to the hostel. To find a hostel it is necessary to inform via internet or to use a travel guide. We based our journey on the travel guide “lonely planet”, you can get it in any bigger bookshop. It costs, depending on the region about 20 Euro. However in any city there are several internet cafes where you can find information about the next destination. By reason it was already dark and we didnt know anything about the city a taxi brought us directly to the hostel.The hostel was a fine old house runned by a young man who helped us a lot to learn about the city. He took us to the old town of rabat to have a proper meal. We were joined by a Moroccan teacher who was on his vacation. To our surprise the prices lowered because Moroccans kept us company. Shortly after the diner we headed to see the Medina of Rabat. A Medina is the old town of oriental cities. It is nearly the same as an flea market because there are a lot of merchants selling everything from shades to eatables. It was very noisy and we had a lot of problems to keep the group together. Our host managed almost everything for us, every pitch and every little conversation. Without him it would have been a lot more trouble. I would always advocate finding a local who could show you around. Mostly the domestic people know the best places to go and also they will help you to get through the chaotic medinas.
After our detention in Morocco we made our way back to Spain and afterwards by plane to Germany. Our journey last about two weeks and we are looking forward to do it again.
Morocco is a beautiful country with a totally different culture. The best way to travel is by avoiding an all-inclusive trip and by using different forms of going such as busses, trains and local drivers. Must sees are the Medinas of Marrakech and Rabat and also the Rif mountains.
Morocco worths a long journey and it rewards you with a rucksack full of unforgettable impressions.
Wednesday, 9. January 2008, 22:11:29
Wie oft habt ihr diese Woche "Krimineller Ausländer" gehört ?
Friday, 30. November 2007, 02:34:59
erfüllung, reich sein, neid
Gestern spielte ich Golf. Im Club der reichen Spermien. Wie schön wäre doch ein Leben in selbstgewählter Sinnlosigkeit ? Wir uns alle, dem fragilen Geltungsdrang verweigernd, beisamen und doch einsam herumkrebsend. Wir hätten Spass, trügen Ralph Lauren und Burberry Schals. Sässen, hockten lachend. Ein Leben im Konjunktiv. Mein Leben im Konjunktiv. Die Rechnung zahlt der vorrausgegangene Genpool. Ich fühlte mich wohl. Luft aus kleinen Düsen, die meine Gedanken beflügeln, während ich im Jacuzzi hängend, niedere Kasten mit meinem Schwanz oral befriedige. Es kommt nur auf den Standpunkt an! Es kommt nur auf den Standpunkt an! Wir verschwendeten keine Gedanken an Morgen, wir wären einfach da, nicht gewonnen und nicht verloren. Haufenweise unnützes Wissen ansammelnd, wie unsere marmornen Toiletten. Ich würde Polo spielen mit Prinz William und Charles. Würde den Dicken machen wie ich es eh schon tu`, nur diesesmal mit Grund. Verleger zu meinen Texten zwingen, schliesslich sässe mein Vater in eurem Aufsichtsrat. Einfach mal ausrasten nur damit es einer macht. Den Hass der Menge auf mich ziehen, die ihren Neid konzentriert in bescheuerten Schriften, gegen den Verfall der Sitten. Ich würde behaupten das ich Jude wäre, nur um weitere Ressentiments zu schüren und euren Verschwörungstheorien weitere Nahrung und Grundlagen zu bieten. Ich würde alles ficken, dass einen Geschlechtstrieb hat und jede Droge nehmen die Gott erfunden hat. Meinen Eltern würde ich nichts erzählen. Ich beiss doch nicht die Hand die mich füttert. Meine Eltern würden eh nicht mit mir reden. Ausser an Weihnachten, wenn ich aus Salem zurückkomme.
Friday, 30. November 2007, 01:42:48
Ende der Schonzeit !
Alle Büffel sind nun wieder zum Abschuss freigegeben. Neue Texte versiffen deine Wahrnehmung. Meldet euch bei mir oder Berenker, um Glasperlen gegen Jagdgründe einzutauschen.
Tuesday, 4. September 2007, 16:13:04
einsamkeit, flughafen

Seit zwölf Jahren arbeite ich jetzt schon hier. Seit zwölf Jahren will ich nur hier raus. Seit zwölf Jahren staple ich jetzt schon Tabletts mit halb-aufgegessenem Essen aus Singapur, Los Angeles, Kongo-Burundi, Kathmandu und Kapstadt. Alles was ich von fremden Menschen gesehen habe sind Bißspuren an Brötchen aus Pappmache. Dabei sind alle um mich herum fremd. Ich verstehe den schnauzbärtigen Vorarbeiter nicht, weil er zu schnell deutsch spricht. Ich verstehe die Türken nicht, weil sie untereinander nur Türkisches reden. Die Asiaten die hier arbeiten sprechen garnicht, sie lächeln immer nur und meinen es nicht so. Ich verstehe mich nicht, weil ein Gedanke schon zertreten wird von der Erwartung des nächsten. Ich gehe jeden Abend in ein Haus und will doch eigentlich nur nach Hause. Jeder Teil meines Körpers strebt zurück in ein Land wo man mir nicht fremd ist, doch nur der monatliche Check kommt dort an. Einzelne Telefonate, Bestärkungen von Verwandten die mehr von mir haben, sind alles was ich habe. Nicht zu wissen wo man ist, wie wenn man in seinem Erbrochenem aufwacht nach einer langen Nacht, so geht es mir die ganze lange Nacht - und auch den Tag.
Sunday, 12. August 2007, 16:05:33
sex, sodomie, ehrenmord, schaf
In den Niederlanden hat sich folgendes zugetragen: Ein Mann ist nach dem Sex mit einem Schaf freigesprochen worden, weil das Schaf nicht aussagte.
Ein Mann aus Haaksbergen, der inflagranti von einem Bauern beim Sex mit einem Schaf erwischt wurde, wurde freigesprochen, da das Schaf nicht vor Gericht ausgesagt hat.
Nach niederländischem Recht ist Sodomie keine Straftat, solange das Tier auch Sex haben wollte.
Da das Schaf nicht vor Gericht aussagen konnte, ob es der sexuellen Handlung zugestimmt hat oder emotionalen Stress erlitten hat, wurde der Mann aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Das Schaf hat eindeutig Angst auszusagen. Wahrscheinlich wird es seitdem, von der bigotten Familie dieses ausgesprochenen Naturburschen bedroht und dazu gedrängt die Sache im Sande verlaufen zu lassen.
Einen Ehrenmord in dieser Sache halte ich in den kommenden Prozesstagen für wahrscheinlich und angebracht. Aber bitte lasst das Schaf in Ruhe !!!
Thursday, 2. August 2007, 14:20:57
Drogen, Cocka Hola Company, Buchtipp, sex
...
The Cocka Hola Company von Matias Faldbakken
Simpel ist gegen alle und lebt in seiner eigenen Welt, einer Welt, in der geschmacklose Menschen über Design reden, inhaltsleere Leute bedeutungsschwanger über Bücher parlieren und Political-Correctness und Gutmenschentum den Zeitgeist verwässern und den Spaß am Leben im Keim ersticken. Zudem weiß er was vielen von uns seit den letzten Semesterferien klar ist: die Lohnarbeit ist die Geißel der Menschheit. Also gründen er und PapaHans eine Pornoproduktionsfirma in Oslo, die ganz nebenbei die Finanzierung seiner menschenverachtenden Aktionen sichert. Grundschullehrerinen werden in den Wahnsinn getrieben, die Frau des Schulpsychologen, abgefüllt und großflächig mit dem Wort „FasciNATION“ tätowiert oder eine vollbesetzte Straßenbahn im verschneiten Oslo entführt, und mit Vollgas zur Endstation getreten weil Rentner ja immer nur trödeln und zu viel Zeit haben.
Die Produktionsfirma ist ein Sammelbecken für glückliche Pornodarsteller und Nihilisten.
Von hier aus führt Simpel seinen Kampf gegen die Welt aus Plastik und Langeweile, tatkräftig unterstützt von Ritmeester, dem Cheftheoretiker der in selbst gewählter Isolation wilde Pamphlete und krude Pornotheorien niederschreibt und eigentlich nur von Weißbrot, Zigaretten und seinen 172 Zeitungsabos lebt. Ausschließlich verrückte Menschen leben in diesem Buch. Ebenso Speedo, Sohn eines reichen Industriellen der einen „Zwangsalkoholikervertrag“ unterschrieben hat, der ihn bis an sein Lebensende zum trinken anhält jedoch auch seine lückenlose Versorgung gewährleistet. Faldbakken spielt grandios mit Klischees und Wahrheiten die sich zu einer ansehnlichen Menschenverachtungsfibel verdichten, wenn irgendjemand auch nur kurz schon mal gedacht hat in einer wie oben beschriebenen Welt zu leben wird er nicht umherkommen dieses Buch zu lesen. Aber auch für jeden anderen ein Muss, denn dies ist wirkliche Unterhaltung mit Tiefgang.
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