


Wednesday, 18. June 2008, 22:21:06
die wüstenkuh, on the road, wandern, Mitbewohner
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Also ich war mit dem Buddynetwork in Ljubljana und hab nicht darüber geschrieben und jetzt ist es viel zu spät, da noch im Gedächtnis zu kramen. Nette Stadt, nur daß die Busse wie an diversen in diesem Blog schon abgehandelten Orten auch dort halbstündlich fahren, ist bissi zach. Soviel dazu.
Dann war ich mit meiner Uli in Prag. Die Wüstenkuh war auch mit.
Prag ist so wie Prag immer ist, nur bissi verregneter als die letzten zwei Male vor schätzomativ zehn und weißomativ zwei Jahren. In der dortigen Fanzone kostet das Bier zwar auch ein Drittel mehr als sonst, aber noch immer weniger als zwei Euro. Die Fanzone ist übrigens dort nicht eingezäunt, und das Bier ist auch kein Carlsberg, sondern Staropramen. Ich kann über die Qualität von Carlsberg zwar mangels Erfahrung wenig berichten (aber bleibt drei Wochen dran), und ich glaube das habe ich mit vielen der Carlsbergmiesmacher gemein, aber rein antiimperialistisch scheint Staropramen das korrektere Bier zu sein.
Was ich in Prag noch nicht gekannt hab, ist der Zoo. Der ist riesig, sowohl geographisch als auch qualitativ. Angeblich haben sie über 10 Kilometer Gehwege, und das nicht so verknotet wie in Schönbrunn, wo man vielleicht auch in die Größenordnung kommt, aber mit viel mehr Redundanz. Es gibt sogar eine Sesselseilbahn auf einen Hügel rauf. Der fährt aber offenbar nicht an vernieselten Montagmittagen. Jedenfalls scheints den meisten Viechern für einen Zoo mächtig gut zu gehen, die Zebras und Giraffen haben fünf Hektar Auslauf, und auch der Gepard und diverse Känguruhs waren großzügig ausgestattet. Der arme Eisbär weniger, der hat in Gefangenschaft leider einen ziemlichen Schaden davongetragen.
Nett ist auch (wie zynisch und kalt, dieses "auch", gleich nach dem armen Eisbären), daß man sich um billiges Geld eine Handvoll äußerst synthetischer Futterpellets (ich hab sie nicht gekostet, komm ich grad drauf) kaufen und an Schafe und Ziegen verfüttern kann. Die draufgängerischsten der Ziegen nützen ihre Sprungkraft und hüpfen vor Freude gleich mal übern Zaun, um näher am Fütterer zu sein. Außerdem (wow, was für ein Mangel an Überleitung) sind die Otter total putziwutzig. Und die
Löffelhunde, nahe Verwandte unseres Grausmanns, auch.
Soviel dazu.


Thursday, 24. April 2008, 18:24:36
Austauschmenschen, on the road, gelbes trikot
Hallo Jenny! Schön, daß du auch wieder mitliest.
Wenn man über die Schengengrenze nach Deutschland fährt, wird man als allererstes nach seinem Ausweis gefragt. Wenn man dann einen so exotischen Pass wie meinen vorzeigt, werden die wichtigsten Daten auch mit einem kleinen Stift in einen winzigen Notizblock übertragen. Wenn das wie in meinem Fall am Sonntag in der Früh passiert, kommt die arme Sekretärin sicher erst am Montag dazu, meine Passnummer in ihre Datenbank einzutragen. (Sie lautet übrigens ZE550255, falls sich wer fragt.) Zu diesem Zeitpunkt bin ich zwar schon nicht mehr an der Grenze, aber wir Bartträger sollen ja auch nicht die ausgefuchsten Antiterrorstrategien der Staatsschützer durchschauen. Auch sonst ist in Deutschland vieles wie in Österreich, die Polizisten auf Bahnhöfen fordern streng randomisiert natürlich nur rein zufällig genau die Dunkelhäutigen zur absolut sinnvollen Ausweisleistung auf.
Aber es gibt in Deutschland auch nette Orte. Schloss Dagstuhl zum Beispiel, irgendwo im Saarland. Da wohnt das Internationale Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik, und da finden Seminare statt mit vielen internationalen Topforschern und einigen Anfängern wie mir. Ich hab glaub ich eher weniger Eindruck gemacht, aber ich hab was gelernt und mit interessanten Leuten geredet. Der Dan, mein Chef aus Amerika, war auch da, mit dem hat man immer Spaß.
Dagstuhl ist ein voll nettes Schloss, an den Türen gibt es keine Schlösser (ähm), dafür stehen überall Getränke rum, die man sich einfach so nehmen kann. Am Ende der Woche sollte man aber mitgeschrieben haben, wieviel es von jedem war, weil Vertrauen verpflichtet, und nichts im Leben ist gratis. Kaffee ist gratis, das kommt mir und anderen sehr entgegen. Ja, so war das. Am Freitag waren wir in Saarbrücken noch eine befreundete Firma besuchen, da hab ich zwei Häferl und vier Jonglierbälle abgestaubt. Jetzt muß ich nur noch jonglieren lernen.
Ja und dann nach Saarbrücken, da ich schon in Westdeutschland war, bin ich nach Aachen, um einige meiner Lieblingspiefkes zu besuchen, nämlich die Meike und die Friederike. Das war nett, die mal wiederzusehen, und die Meike hat mir von ihrem kürzlichen Besuch in Trondheim sogar einen Ziegel Braunkäse mitgebracht, den ich dann prompt vergessen hab ihr zu bezahlen. Das müssen wir mal abrechnen. Braunkäse enthält übrigens ca. 19 Gigajoule pro Kilogramm, und das ist eigentlich ziemlich genau so viel, wie es sich anhört. Da tut man sich mit der Bikinifigur etwas schwerer.
Bei so einem Wochenende in Aachen kommt man ganz schön rum, am Samstag war ich bei einem Konzert, wo die Meike in einem preisgekrönten Zupforchester die Gitarre zupfte. Das Konzert war in Jülich, wo einer der allerallerallerschnellsten Computer der Welt steht, aber den hat mir keiner gezeigt. Am Sonntag waren wir dann auf über 30 Kilometern Radtour, das war auch was. In Livermores umgerechnet wäre das dreimal die Strecke von zuhaus zum Labor, allerdings ist es dort nicht so hügelig gewesen wie in Aachen und Umgebung. Ich habs trotzdem geschafft, und es mich auch.
Mit dem Rad kommt man auch recht zügig zu einer Grenze zwischen zwei Ländern, quarum unam incolunt Belgae. Wir waren eine Minute drüben, aber es gab nichts zu sehen, also sind wir gleich wieder zurückgeradelt in die Stadt, deren Einwohner in ihrer eigenen Sprache "Öcher" appellantur. (Vier Jahre klassische Bildung haben trotz meiner heldenhaften Versuche, mich zu wehren, ein paar Spuren hinterlassen.)
Das klingt jetzt alles nicht so aufregend wie es war, aber ich bin etwas mitgenommen, weil ich mich am Mittwoch beim Social Event im Weinberg verkühlt hab. Und damit schließen wir auch schon. Lasst es kraachen, aber passt auf aix auf.



Tuesday, 2. October 2007, 22:24:32
gelbes trikot, on the road, was der gergö gar nicht mag, LLNL
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Falls noch wer die Geschäftsidee sucht, ich würde mir ein Angebot für den Transport von Zeug aller Art von A nach B wünschen. Und zwar langsam, billig und willig, auch etwas ausgefallener geformte Sachen anzunehmen. Letzteres trifft auf UPS zu, ersteres und sehr eingeschränkt auch zweiteres auf die amerikanische Post; ich murmel was von Synergieeffekten.
Jedenfalls wollte ich einen optimal gepackten hübschen 10-Kilo-Karton voller Wissen nach daheim schicken lassen. Bei UPS kommt das in der billigsten Variante auf 220 Dollar; es hat zwar theoretisch geheißen, daß das Labor für sowas aufkommt, aber ob das auch in dieser Preisklasse gilt, konnte mir niemand sagen. Eine hätte es mir sagen können, aber man sagte mir, daß sie in die Kategorie "hinterlass ihr eine Nachricht, aber erwart keine Antwort" fällt, und wahrlich, so wars auch. 220 meiner eigenen Dollar wollte ich dann lieber nicht ins Feuer legen.
Also auf zur Post. Da gibts 10 Kilo schon um 80 Dollar oder so, um Größenordnungen glücklicher wird man davon aber auch nicht. Allerdings gibts Boxen, in denen sie unabhängig vom Gewicht alles befördern, was man reinkriegt. Nur ist die Post nicht blöd (ihr erster Chef war Benjamin Franklin persönlich), und eine Organisation, die den ganzen Tag kaum was anderes macht als NP-vollständige Probleme zu lösen, weiß genau, wie man Schachteln mit passend unpassenden Dimensionen dimensioniert. Sprich es ist völlig unmöglich, das unförmige Ding auch nur annähernd so voll zu packen, wie es sein sollte, was der Post natürlich ihren Job um die halbe Masse erleichtert. Ich schlepp halt einen Teil meiner Bücher und Papers selber. (Ich hätte mein Zeug erfolgreich auf zwei Kisten aufteilen und noch immer weniger als 80 Dollar zahlen können, aber das ist mir erst später eingefallen.)
Auf dem Zollformular kann man übrigens kein Kreuzerl für "Hände weg, das ist mein eigenes Zeug, das ich mir selber schicke" machen. Der Postler hat "other" vorgeschlagen, ich bin schon gespannt (nicht in einem irgendwie positiv gearteten Sinn), was wird.
Kommen wir zum größeren Problem, und das ist der Hubertus. UPS wäre offenbar bereit, sich der Herausforderung anzunehmen, aber ich will ihnen die Chance eher nicht bieten. Fahrräder in der Post will die Post anscheinend nicht. Ich kanns ihnen nicht verübeln, er steckt in einem Karton von fünf roten Converse Länge (viereinhalb A4-Seiten, wenn es in standardisierten Maßen sein soll). Ich hoffe mal, daß er irgendwie in die Luxuskarosse passt, mit der sie mich hier abholen. Am Flughafen als Spezialgepäck abgeben und draufzahlen ist hoffentlich nicht so das Problem.
Gar nicht so einfach, so ein Fahrrad grob 9500 Kilometer zu bewegen. Obwohl, wir haben uns zusammen schon ungefähr 1800 Kilometer bewegt, von Wien aus wären das immerhin einmal Kopenhagen und zurück (Luftlinie). Da braucht man einiges an Energie, aber ich hab in diesem Sommer ziemlich genau 3174 Gramm Sauerrahm konsumiert. (Die praktischen wiederverschließbaren Behälter hab ich ausgewaschen und als praktische wiederverschließbare Behälter aufgehoben, daher die genaue Zahl.) Außerdem Joghurt und Käse und Pseudobutter und schätzomativ an die 20 Gallonen (75 Liter) weiße Milch der Kühe. Kombiniert mit Brot und Mittagessen und Gemüse und Salat und großen Mengen an Erd- und Äpfeln ist das anscheinend genug Energie für 1800 Kilometer.
Langer Artikel, aber bissi was geht noch.
Um dem Jetlag vorzubeugen, hab ich ganz gefinkelt angefangen, mich schon mal auf die richtige Zeit umzustellen, heute bin ich schon um Mitternacht (also um 9) aufgestanden, nachdem ich gestern am frühen Abend (also spät in der Nacht) schlafengegangen bin. Bei Dunkelheit aufstehen und bei Sonnenschein ins Bett, das klingt ungewöhnlich, aber ich habs ja alles schon erlebt in Nordwegen. Viel kann man in der Nacht (also in der Früh) zwar nicht anstellen, aber ich hab gelesen und was für die Diplomarbeit getan und angefangen zu packen und zu sortieren.
Außerdem war ich gestern in der Früh (also am späten Nachmittag) bei der Bank, um meinen Kontostand zu überweisen und mein Konto aufzulösen. Ersteres hab ich auch gemacht, wegen zweiterem hat man mir geraten zu warten, bis die Überweisung durchgegangen ist. Das ist sie, in ca. 24 Stunden (das Bankwesen hier ist primitiv, aber auf diesem Gebiet kanns was), also war ich heute zu Mittag (also am Abend) wieder dort und hab mein Konto geschlossen. Übrigens auch das von der Bank of America, die mich noch immer mit 0-Dollar-Kontoauszügen bombardiert haben.
Jetzt ist es ein äußerst sonniger Nachmittag (also Mitternacht) mit 27 Grad, ich werde noch ein paar Vorkehrungen treffen, und dann kommt auch schon morgen (also morgen). Spannend wird die Geschichte mit dem Hubertus, und außerdem das Umsteigen in Cincinnati (ja, ich weiß auswendig, wo die ganzen ns hingehören). Der Flughafen von Cincinnati ist nämlich klein und angeblich so genial designt, daß eine halbe Stunde zum Umsteigen reicht. Und das ist auch gut so, mehr hab ich nämlich nicht zur Verfügung. In der Stadt der Liebe (genauer am Flughafen des Generals der Liebe) wirds weniger stressig, aber das ist auch gut so, ich werd nämlich mit dem Zoll plaudern müssen.
Hmmm... Länge, Masse, Zeit, thermodynamische Temperatur, Stoffmenge und Lichtstärke hätten wir. Es ist, ähm, ein elektrisierendes Gefühl, bald wieder daheim zu sein. So, alle SI-Basiseinheiten abgehandelt.
Don't cry for me, Alameda; the truth is, I'm a-gonna leave you.
Saturday, 29. September 2007, 04:15:53
LLNL
Hättma das also auch geschafft. Ich bin heute gerade rechtzeitig mit allem fertiggeworden, was wir mir so vorgenommen hatten, und meine secret membership card zurückgegeben (natürlich ohne vorher ein Foto davon zu machen, zwinker, denn das ist streng verboten). So schnell sieht mich die andere Seite vom Zaun nicht wieder.


Thursday, 20. September 2007, 03:31:40
gelbes trikot, Wien, LLNL
Vor meiner Tür fallen die Blätter, ein kalter wilder Wind wird kommen. (Naja, der Wind ist schon da, aber das Zitat, das keiner kennt, muß schon intakt bleiben.) Und wie fast immer, wenn der Winter kommt, tauchen Lisa und Georg auf und verbreiten trotzdem gute Laune. Nachdem sie sich in so ziemlich jedem Nationalpark der westlichen USA zum Junior Ranger haben küren lassen, schauen sie sich jetzt eine Woche lang San Francisco und Umgebung an, und da ich zur Umgebung gehöre, hab ich mich auch anschauen lassen. Die Lisa meint mal wieder, ich wäre dem Verhungern nahe, aber da hat sie Unrecht. Aber sicherheitshalber ess ich ganz viel Eis. Außerdem werd ich nicht mehr sehr viel radeln, heute in der Früh hats nur 12.7 richtige Grad und starken Wind und grau(sig)e Wolken gehabt, also bin ich lieber mit dem Bus gefahren.
Sonst gibts keine aufregenden Neuigkeiten, ich freu mich aufs Ende. Heute habe ich die hoffentlich letzten größeren Probleme in meinem Code gefixt, in den letzten sieben Arbeitstagen wird alles noch ein bissi abgerundet und dokumentiert und verpackt und durchbesprochen. Und mit ein paar Formularen kämpfen und mir Unterschriften holen darf ich auch noch, und dann muß ich mir überlegen, was ich alles in meinen Koffer packe und was ich vielleicht auf Steuerzahlerkosten mit der Post schicken werde. Der Hubertus kommt höchstwahrscheinlich in eine Kiste (verpacken kostet beim Fahrradgeschäft 40 Dollar, den Rest kann ich hoffentlich dem Labor anhängen), und da sich doch eine Menge Papier angesammelt hat, schlepp ich die Bücher und Papers vielleicht auch nicht selber.
Selber schleppen werde ich allerdings mein LLNL-Häferl, seines Zeichens das allerletzte. Der Welt. Unser Employee Store macht nämlich im Zuge der Vertragsumstellung zu, und es scheint ungewiß, ob er in anderer Form wieder aufmachen wird. Daher wird ausverkauft, und das letzte Häferl hab eben zufällig ich abgekriegt. Ein T-Shirt, das laut Rechnung für Ladies ist, hab ich mir auch gekauft. So kanns gehen.



Wednesday, 12. September 2007, 04:12:18
Landeskunde, Sprachkurs, Wien, LLNL
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Heute in der Post: Ein einseitiger Brief plus Deckblatt, das hat unbedingt per Fedex sein müssen, die Hauspost im Labor ist einfach nicht cool genug. Im nächsten Brief dann Antragsformulare für COBRA; was COBRA ist, wird zwar nirgends wirklich erklärt, aber nach vagen Andeutungen zu schließen geht es um eine Verlängerung meiner Krankenversicherung bis zu 18 Monate über das Ende meiner Anstellung hinaus, wenn ich will. Und schließlich, ich bin ja noch so um die 20 Tage da, das ungefähr dritte Welcome-Paket von ebendieser Krankenversicherung. Die ersten drei Monate nach der Anmeldung haben sie nichts von sich hören lassen, aber in letzter Zeit drehen sie voll auf; vor ein paar Wochen hab ich ein dickes Buch mit Krankheiten bekommen, das ist glaub ich ganz interessanter Lesestoff für Hypochonder. Ich frag mich, wieviel Post sie mir noch zukommen lassen wollen, aber "Kaiser Permanente" klingt schon nach Dauerpropaganda.
Als nettes Detail, das ich bis jetzt nicht erwähnt hab, ist Kalifornien übrigens ziemlich zweisprachig, weswegen ich hier auch Soft Skills beigebracht bekomme; ich habe mich schon so daran gewöhnt, daß ich beim Heimkommen gar nicht mehr weiß, wo ich bin, bis mir der Fluchtplan an meiner Zimmertür versichert: keine Sorge,
usted esta aqui (was wesentlich poëtischer klingt als "you are here"). Das erwähne ich aber eigentlich nur, weil eben auch das heute angekommene Heftl von der Krankenversicherung in zwei Sprachen ist. Die darin enthaltenen Infos sind natürlich lokalisiert, und wegen
diesem Berg in der Nähe wohne ich also für Kaiser in der
Área de Diablo, was einfach höllisch cool klingt.
Ja sonst tut sich nicht viel. Am Wochenende waren wir wieder bissi wandern, diesmal im Big Basin Park. Ich hab ein paar Fotos gemacht, und vielleicht kommen die auch mal online, aber wer wissen will, wie es ausgesehen hat, kann einfach die Fotos vom Ausflug in die Muir Woods vor ein paar Monaten konsultieren. Es war ziemlich gleich, tausendjährige Redwoods, einige von offensichtlich regelmäßig auftretenden Waldbränden stark verkohlt (
rot-schwarz sozusagen, auch wenn das ein gleichzeitig voll obskurer und total billiger Schmäh ist).
Apropos Waldbrand, keine Angst, direkt bei uns gibts keinen Wald, und das trockene Gras ist zwar prinzipiell brennbar und stellt das auch immer wieder mal unter Beweis, aber so richtig über weite Strecken fortpflanzen tut sich das Feuer da nicht. Von den Bränden ringsum kriegen wir also nur die Asche ab, die auch spektakuläre Lichteffekte erzeugt. Was mich spontan daran erinnert, daß der Hubertus letzte Woche eine Hinterreifenpanne abbekommen hat, aber wir waren beim Onkel Fahrraddoktor und waren bald wieder flott.
Nachdem uns heute eine riesige braungelbe Spinne (ich habe sie Joey getauft) im Büro besucht und uns geholfen hat, die Sekretärinnen zu erschrecken (naja, zwei der drei anwesenden; die Tiffany hat sie cool gefunden), habe ich lang mit dem Markus telefoniert (zuerst mit dem Dan zu dritt, der hat dann wegmüssen). Ihm gehts gut, danke der Nachfrage; ihr habt ja ganz interessante Projekte laufen in diesem "Österreich", ich glaub ich werd da mal vorbeischauen. Aber solang ich hier bin, hat er mir aufgetragen, unbedingt noch Alcatraz zu besuchen. Mal schaun.
So, und schließlich noch mein Poster, es wollte jemand sehen, ich verstehe auch nicht warum.
Bitte sehr. Ich weiß, das PDF wird nicht überall korrekt angezeigt, das liegt an der Firma mit M, und ich meine damit nicht Motorola. (Und auch nicht Müllermilch.) Ich habe eine viel coolere Version, die überall korrekt angezeigt werden müßte, außerdem ist sie in der Originalgröße von 48 mal 32 Intsch, aber die Version hat noch keine Zensurnummer drauf, also papp ich sie da lieber nicht her. Wer sich das Poster nicht ansehen kann oder will oder unentschlossen ist, es geht nur um ein paar bunte abstrakte Syntaxbäume, die mittlerweile übrigens viel bunter und beeindruckender sind, weil jetzt tun wir wirklich Zeug, das nie ein Mensch zuvor getan hat. Und natürlich würde ich euch euch gerne die viel cooleren bunten abstrakten Syntaxbäume (die korrekt übersetzt eher "Abstrakte-Syntax-Bäume" oder "Bäume der abstrakten Syntax" heißen sollten, es ist nämlich die Syntax abstrakt, nicht der Baum) zeigen, aber die haben auch keine Zensurnummer, und eine Zensurnummer bekommen ist recht teuer. Und wir haben kein Steuergeld zu verschwenden, das geht alles für einseitige Fedexe drauf. Ein Kreis schließt sich.



Monday, 3. September 2007, 22:44:13
Landeskunde, idiotische aktion, Diplomarbeit, Wien
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Es ist der erste Montag im September, das ist der Labor Day, und der zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß ich wie an allen Feiertagen nicht ins Labor darf. Ich könnte jetzt anmerken, daß am Labor Day nicht ins Labor dürfen ungefähr so ist wie am Tag der Arbeit nicht arbeiten, aber das wär ja wohl ein alter Hut. Also merke ich das explizit nicht an. So! (Wie meta.)
Dafür kann man an verlängerten Wochenenden vortrefflich was für die Diplomarbeit tun, und gestern hab ich sogar schon was geschafft. Heute ist es auch bald soweit, nach zeitunglesen und abwaschen und dumme Sachen in den Blog posten und Kartoffeln kochen und so. Der Durchbruch gestern ist gekommen, als ich ein Paper, das ich schon mal viel zu schnell gelesen und nicht verstanden hatte, nochmal durchgearbeitet hab und draufgekommen bin, daß ja eigentlich alles voll easy ist. Ich glaub solche Momente sind hilfreich, auch wenn sie über 13 Monate nach Beginn der Arbeit kommen. Besser spät als noch später.
Nun gut. Das Video des Tages zeigt
Dick Cheney, wie er einigermaßen weise Worte spricht. Der
Artikel des Tages handelt hingegen davon, daß der durchschnittliche als "arm" eingestufte Haushalt in den USA ein Haus mit drei Schlafzimmern "besitzt", sehr viele auch DVD-Player und Kabel- oder Satellitenfernsehen. Außerdem haben die Armen mehr Platz als der durchschnittliche (nicht notwendigerweise arme) Wiener. Eignet sich hervorragend für unreflektiertes Lesen, der Artikel.
Aber genug Amerikana, die Person des Tages ist Thomas McCabe. Der ist zwar auch Amerikaner, aber man kann einen wackligen Österreichbezug konstruieren, und zwar so: In der Kurzbio am Ende seines einflußreichen Papers
A Complexity Measure (PDF; ich habe es mir schon auf Steuerzahlerkosten ausgedruckt, aber noch nicht auf Steuerzahlerkosten oder sonstwie durchgelesen) heißt es unter anderem: "He also, during a military leave, served as a Captain in the Army Security Agency engaged in large-scale compiler implementation and optimization." Ich hab zwar nicht viel Respekt for die US Army, aber das hat mich dann doch hellhörig gemacht.
Mein Plan ist daher, daß ich meine Beziehung zu einem mittelrangigen Milizoffizier des österreichischen Bundesheeres dazu nütze, das Verteidigungsministerium von der Notwendigkeit der Forschung an Compilern zu überzeugen. Die Sache wird dann wohl als Allgemeine Übersetzerbautruppenschule (AÜTSch) geführt werden. Die Maria-Theresien-Kaserne benennen wir nach
Grace Hopper um, und falls sich wer um die Finanzierung sorgt, kann einfach das Geld aus dem Assistenzeinsatz an der Grenze umgeleitet werden. Im Vorjahr und heuer bin ich insgesamt dreimal mit Reisebussen völlig ohne Grenzkontrolle aus den nicht schengenkonformen Staaten Tschechien bzw. Ungarn über die österreichische Grenze gekommen; von daher, und weil ich nicht glaube, daß die Schlepper so blöd sind, sich an die für sie vorgesehenen Abschnitte der grünen Grenze zu halten, ist es wohl effektiver, jedem tatenlosen Grenzbeamten des Innenministeriums einen Rekruten zur Seite zu stellen, der ihm in den Hintern tritt (ist wohl für die Rekruten auch witziger), und die restlichen Soldaten werden eingespart, das Geld kommt an die AÜTsch (geistiger Grenzschutz!).
Als Logo habe ich analog zur
Biene einfach mal die
Motte vorgesehen, aber man könnte statt des
Edelweiß auch nur einen abstrakten Syntaxbaum einplanen. Wenn alles gut läuft, könnten wir auch noch die in Österreich sträflich vernachlässigte Computerlinguistik etwas unterstützen, etwa im Rahmen des Wehrinstituts für Linguistik und Militärische Aufklärung und Abwehr durch automationsgestützte Auswertung abgefangener Auslandsanrufe (WILMAAaAaAA). Wär das nicht toll? Was ich nicht alles unternehme, um euch zu schützen!
Ich glaube, irgendwas wollte ich noch breittreten, aber vielleicht ist das auch schon genug Idiotie für einen Artikel.



Wednesday, 29. August 2007, 03:22:02
Diplomarbeit, Landeskunde, on the road, wandern
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Eine Woche Urlaub beginnt am besten mit einer Mail vom Dan, daß ich doch bitte vorbeikommen soll, wir möchten ein Paper zusammen schreiben. Ich hab die Mail erstmal ignoriert, es hat ihm dann nach einer Weile auch jemand gesagt, daß ich nicht da bin und er das vorher gewußt hat. Jetzt schreiben wir das Paper halt diese Woche, bzw. ich produziere eher Zahlen und passende Grafiken, vielleicht auch bissi Text, man wird sehen.
Statt Papers zu schreiben geht man im Urlaub lieber in den San Franciszoo und nimmt dafür die Crosstown-U-Bahn. Und das geht ganz einfach: Tickets sind was für höher entwickelte Länder, den hiesigen USAncen entsprechend regiert die Vierteldollarmünze. Man geht also in der U-Bahn-Station zum BART-Ticketautomaten (einen U-Bahn-Automaten gibt es nicht, wo kämen wir da hin? wahrscheinlich in den Zoo), um für zweimal hin und zurück sechs Dollarscheine in 24 Quarters zu tauschen, schlendert zur Absperrung zurück und wirft zwölf der Quarters gleich wieder ein. Und weil das alles nicht so einfach ist, hat die U-Bahn natürlich eine extra Bedienstete, deren Schalter einzig und allein dafür da ist, den Leuten das zu erklären. Die Bedienstete könnte zwar gleich Tickets verkaufen, was einfacher wäre, aber da es keine Tickets gibt, kann sie das nicht, ganz einfach. Naja, dafür haben wir liebe Viecher gesehen, die es ganz gut haben im Zoo. Oder hätten, wenn nicht ständig die laut ratternde und tutende Zoodampflokomotive vorbeiführe. In den Streichelbereich haben wir wegen Verdacht auf Maul- und Klauenseuche nicht dürfen. Das ist das zweitemal in ein paar Wochen, daß ich wegen Engländern für krank gehalten werde, vielleicht hat das System.
Ja und außer in San Francisco waren wir auch im Del Valle Park, das ist der mit dem großen See, wo wir auch schon mal wandern und grillen waren. Diesmal aber nur meine Uli und ich, und wir haben uns ein Tretboot gemietet und haben ein bissi in der Mitte vom See gebadet. Ich hab mich auch ein bissi erkältet, aber das wars wert!
Irgendwann war die Woche dann leider vorbei, und die Realität und mein Wecker haben mich wieder. Aber so ist das halt, ich kann nicht ewig gegen Bezahlung Urlaub haben.
Das sieht auch der Markus so ähnlich, der meint, ich soll doch bitte mal mit meiner Diplomarbeit fertigwerden, er möchte mir nämlich ab November oder Dezember einen Job als Forschungsassistent oder Projektassistent oder sowas anbieten. Und mit Diplom kann er mir erstens mehr zahlen (ein guter Mann, dieser Markus), und zweitens schaut die Ausschreibung für meinen den fair ausgeschriebenen Job etwas komisch aus, wenn "Suche hochqualifizierten Spezialisten ohne Hochschulabschluss" drinsteht. Also tu ich mal was für eine faire Ausschreibung meines des Jobs.
Damit sind wir auch schon wieder am Ende. So long, and thanks for all the Mannerschnitten!



Wednesday, 15. August 2007, 03:46:56
Diplomarbeit, LLNL, Mitbewohner, Austauschmenschen
Es ist mal wieder so weit, man braucht nur mehr ungefähr 5.64385619 Finger und etwas Geschicklichkeit, um die Tage bis zu meiner Heimkehr abzuzählen. (Es ist natürlich aus mehreren Gründen unseriös, so viele Dezimalstellen anzugeben, aber da ich nicht erwarte, daß viele von euch
nachrechnen werden, kann mir das egal sein.) So knapp vor dem Ende und mit so vielen leeren Seiten Diplomarbeit fängt man auch an, sich langsam mit seinen geschätzten älteren Brüdern zu identifizieren; na immerhin gibt es ja noch einen jüngeren, der vielleicht mal was reißt. Es ist ja nicht so, daß ich mein Wissen hier nicht böhmen und mehren würde, aber der Haken ist, daß man eben auch das Wissen der Welt mehren sollte, und das ist gleich um ein Eckhaus nerviger. Aber ich habe noch fünf Wochenenden, an denen ich theoretisch produktiv sein könnte, man darf mir eine ungerade Anzahl an Daumen drücken.
Immerhin habe ich letzte Woche zusammen mit vielen anderen Studenten das Wissen der Welt gemehrt, als wir unsere Poster in der Cafeteria auf Posterwände gepappt haben. Das war ganz interessant, sich von Biologinnen erklären zu lassen, wie sich Viren auf gleiche Weise auf natürlichem bzw. künstlich erzeugtem Perlmutt anhaften, obwohl diese völlig unterschiedliche Kristallstrukturen haben. Oag! (Es war überhaupt schon mal ganz interessant, mal wieder mit Nichtinformatikern in Kontakt zu kommen.) Ich habe auch die Ehre gehabt, mein Poster Dona, der Überdrüberchefin für Computation (nur George Miller ist höherrangig, der hat sich übrigens nicht blicken lassen), zu erklären. Sie hat mich dann auch gefragt, wie es mir generell gefällt und ob eh alles passt und so. Weil sie die Unterkunftssituation angesprochen hat, hab ich gemeint, daß es da eher ungünstig steht, aber das Labor würde ja wohl kein Studentenheim bauen lassen; sie hat darauf gesagt, daß es schon Überlegungen in die Richtung gegeben hat. Also ich würde das sehr begrüßen.
Außerdem hat mich heute in der Früh bei der Ausweiskontrolle der freundliche (und anscheinend neue, zumindest hab ich ihn bis gestern noch nie gesehen) Sicherheitsmensch gefragt, ob ich denn die Judit kenne. Ich kenne die Judit nicht, aber er hat mir erzählt, daß sie auch aus Ungarn ist (das Herkunftsland prangt in roten Lettern auf unseren Ausländerausweisen mit fettem rotem Rahmen) und auch gerade reingeradelt war. Und weil es plausibel ist anzunehmen, daß die Judit, wer immer sie sein mag, und ich, wer immer ich sein mag, irgendwann mal das selbe Land bewohnt haben, kann ich sogar den schon lange nicht mehr verwendeten Mitbewohner-Tag auspacken. Spannende Geschichte.


Tuesday, 7. August 2007, 05:18:40
Landeskunde, LLNL, wandern
Heute war der 6. August, und wer in der Schule aufgepaßt hat, der weiß auch, warum an diesem Tag die jährliche Demo vorm West Gate stattfindet. Als überzeugter Benutzer des Southeast Gate habe ich die Demonstranten selber nicht gesehen, nur die lange Schlange an ausweichenden Autos, aber mit so einem Fahrrad kann man sich ja schon mal vordrängen. Laut interner News von der Vorwoche haben sie ca. 200--400 Menschen und etwa 40 Verhaftungen erwartet, aber letztere Zahl hängt ganz davon ab, "how many choose to be arrested". Zusammen mit dem Foto eines Menschen in Handschellen hat der Artikel etwas gehässig gewirkt, aber mal ehrlich, wer erwartet schon von Bediensteten der US-Regierung, daß sie sich für das Recht auf freie Meinungsäußerung einsetzen?
Ich habe eigentlich vorgehabt, den diversen versammelten Polizeieinheiten bissi auf die Finger zu schauen, war dann aber zu beschäftigt mit meiner Arbeit. (Wie bourgeouis, oder vielleicht auch ironisch oder was ganz anderes.) Die Sache ist aber anscheinend unblutig ausgegangen, nur Kreidespuren auf der Straße haben sie hinterlassen, es sei ihnen gegönnt. Generell seien ihnen auch ihre Argumente gegönnt (hallo, liebes FBI!). Da könnte man jetzt natürlich eine tolle Diskussion darüber anhängen, warum ich mich hier eigentlich beruflich betätige, aber da die Gesamtsituation weder schwarz noch weiß und noch nichtmal grau ist, unterlass ich das mal lieber.
Ob See otter Land, Seeotter sind wissenschaftlich erwiesen die flauschigsten Tiere. Der Welt. Allerdings sind sich verschieden-, und teils auch gleich-, sprachige Wikipedien nicht ganz einig, ob sie jetzt 100.000 (Deutsch, Schwedisch, Finnisch), 140.000--170.000 (Französisch), oder auch 26.000/165.000/394.000 (Englisch) Haare pro Quadratzentimeter besitzen. Wie dem auch sey, wir haben sie am Wochenende trotzdem unten in Monterey, Heimat des legendären Pop Festivals, besucht, aber sie wollten sich uns nicht zeigen. Naja, war trotzdem schön.
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