Von Cobras und bunten Bäumen (wie biblisch)
Wednesday, 12. September 2007, 04:12:18
Als nettes Detail, das ich bis jetzt nicht erwähnt hab, ist Kalifornien übrigens ziemlich zweisprachig, weswegen ich hier auch Soft Skills beigebracht bekomme; ich habe mich schon so daran gewöhnt, daß ich beim Heimkommen gar nicht mehr weiß, wo ich bin, bis mir der Fluchtplan an meiner Zimmertür versichert: keine Sorge, usted esta aqui (was wesentlich poëtischer klingt als "you are here"). Das erwähne ich aber eigentlich nur, weil eben auch das heute angekommene Heftl von der Krankenversicherung in zwei Sprachen ist. Die darin enthaltenen Infos sind natürlich lokalisiert, und wegen diesem Berg in der Nähe wohne ich also für Kaiser in der Área de Diablo, was einfach höllisch cool klingt.
Ja sonst tut sich nicht viel. Am Wochenende waren wir wieder bissi wandern, diesmal im Big Basin Park. Ich hab ein paar Fotos gemacht, und vielleicht kommen die auch mal online, aber wer wissen will, wie es ausgesehen hat, kann einfach die Fotos vom Ausflug in die Muir Woods vor ein paar Monaten konsultieren. Es war ziemlich gleich, tausendjährige Redwoods, einige von offensichtlich regelmäßig auftretenden Waldbränden stark verkohlt (rot-schwarz sozusagen, auch wenn das ein gleichzeitig voll obskurer und total billiger Schmäh ist).
Apropos Waldbrand, keine Angst, direkt bei uns gibts keinen Wald, und das trockene Gras ist zwar prinzipiell brennbar und stellt das auch immer wieder mal unter Beweis, aber so richtig über weite Strecken fortpflanzen tut sich das Feuer da nicht. Von den Bränden ringsum kriegen wir also nur die Asche ab, die auch spektakuläre Lichteffekte erzeugt. Was mich spontan daran erinnert, daß der Hubertus letzte Woche eine Hinterreifenpanne abbekommen hat, aber wir waren beim Onkel Fahrraddoktor und waren bald wieder flott.
Nachdem uns heute eine riesige braungelbe Spinne (ich habe sie Joey getauft) im Büro besucht und uns geholfen hat, die Sekretärinnen zu erschrecken (naja, zwei der drei anwesenden; die Tiffany hat sie cool gefunden), habe ich lang mit dem Markus telefoniert (zuerst mit dem Dan zu dritt, der hat dann wegmüssen). Ihm gehts gut, danke der Nachfrage; ihr habt ja ganz interessante Projekte laufen in diesem "Österreich", ich glaub ich werd da mal vorbeischauen. Aber solang ich hier bin, hat er mir aufgetragen, unbedingt noch Alcatraz zu besuchen. Mal schaun.
So, und schließlich noch mein Poster, es wollte jemand sehen, ich verstehe auch nicht warum. Bitte sehr. Ich weiß, das PDF wird nicht überall korrekt angezeigt, das liegt an der Firma mit M, und ich meine damit nicht Motorola. (Und auch nicht Müllermilch.) Ich habe eine viel coolere Version, die überall korrekt angezeigt werden müßte, außerdem ist sie in der Originalgröße von 48 mal 32 Intsch, aber die Version hat noch keine Zensurnummer drauf, also papp ich sie da lieber nicht her. Wer sich das Poster nicht ansehen kann oder will oder unentschlossen ist, es geht nur um ein paar bunte abstrakte Syntaxbäume, die mittlerweile übrigens viel bunter und beeindruckender sind, weil jetzt tun wir wirklich Zeug, das nie ein Mensch zuvor getan hat. Und natürlich würde ich euch euch gerne die viel cooleren bunten abstrakten Syntaxbäume (die korrekt übersetzt eher "Abstrakte-Syntax-Bäume" oder "Bäume der abstrakten Syntax" heißen sollten, es ist nämlich die Syntax abstrakt, nicht der Baum) zeigen, aber die haben auch keine Zensurnummer, und eine Zensurnummer bekommen ist recht teuer. Und wir haben kein Steuergeld zu verschwenden, das geht alles für einseitige Fedexe drauf. Ein Kreis schließt sich.

gyuri # 13. September 2007, 17:17