Von Maßen und Massen
Tuesday, 2. October 2007, 22:24:32
Jedenfalls wollte ich einen optimal gepackten hübschen 10-Kilo-Karton voller Wissen nach daheim schicken lassen. Bei UPS kommt das in der billigsten Variante auf 220 Dollar; es hat zwar theoretisch geheißen, daß das Labor für sowas aufkommt, aber ob das auch in dieser Preisklasse gilt, konnte mir niemand sagen. Eine hätte es mir sagen können, aber man sagte mir, daß sie in die Kategorie "hinterlass ihr eine Nachricht, aber erwart keine Antwort" fällt, und wahrlich, so wars auch. 220 meiner eigenen Dollar wollte ich dann lieber nicht ins Feuer legen.
Also auf zur Post. Da gibts 10 Kilo schon um 80 Dollar oder so, um Größenordnungen glücklicher wird man davon aber auch nicht. Allerdings gibts Boxen, in denen sie unabhängig vom Gewicht alles befördern, was man reinkriegt. Nur ist die Post nicht blöd (ihr erster Chef war Benjamin Franklin persönlich), und eine Organisation, die den ganzen Tag kaum was anderes macht als NP-vollständige Probleme zu lösen, weiß genau, wie man Schachteln mit passend unpassenden Dimensionen dimensioniert. Sprich es ist völlig unmöglich, das unförmige Ding auch nur annähernd so voll zu packen, wie es sein sollte, was der Post natürlich ihren Job um die halbe Masse erleichtert. Ich schlepp halt einen Teil meiner Bücher und Papers selber. (Ich hätte mein Zeug erfolgreich auf zwei Kisten aufteilen und noch immer weniger als 80 Dollar zahlen können, aber das ist mir erst später eingefallen.)
Auf dem Zollformular kann man übrigens kein Kreuzerl für "Hände weg, das ist mein eigenes Zeug, das ich mir selber schicke" machen. Der Postler hat "other" vorgeschlagen, ich bin schon gespannt (nicht in einem irgendwie positiv gearteten Sinn), was wird.
Kommen wir zum größeren Problem, und das ist der Hubertus. UPS wäre offenbar bereit, sich der Herausforderung anzunehmen, aber ich will ihnen die Chance eher nicht bieten. Fahrräder in der Post will die Post anscheinend nicht. Ich kanns ihnen nicht verübeln, er steckt in einem Karton von fünf roten Converse Länge (viereinhalb A4-Seiten, wenn es in standardisierten Maßen sein soll). Ich hoffe mal, daß er irgendwie in die Luxuskarosse passt, mit der sie mich hier abholen. Am Flughafen als Spezialgepäck abgeben und draufzahlen ist hoffentlich nicht so das Problem.
Gar nicht so einfach, so ein Fahrrad grob 9500 Kilometer zu bewegen. Obwohl, wir haben uns zusammen schon ungefähr 1800 Kilometer bewegt, von Wien aus wären das immerhin einmal Kopenhagen und zurück (Luftlinie). Da braucht man einiges an Energie, aber ich hab in diesem Sommer ziemlich genau 3174 Gramm Sauerrahm konsumiert. (Die praktischen wiederverschließbaren Behälter hab ich ausgewaschen und als praktische wiederverschließbare Behälter aufgehoben, daher die genaue Zahl.) Außerdem Joghurt und Käse und Pseudobutter und schätzomativ an die 20 Gallonen (75 Liter) weiße Milch der Kühe. Kombiniert mit Brot und Mittagessen und Gemüse und Salat und großen Mengen an Erd- und Äpfeln ist das anscheinend genug Energie für 1800 Kilometer.
Langer Artikel, aber bissi was geht noch.
Um dem Jetlag vorzubeugen, hab ich ganz gefinkelt angefangen, mich schon mal auf die richtige Zeit umzustellen, heute bin ich schon um Mitternacht (also um 9) aufgestanden, nachdem ich gestern am frühen Abend (also spät in der Nacht) schlafengegangen bin. Bei Dunkelheit aufstehen und bei Sonnenschein ins Bett, das klingt ungewöhnlich, aber ich habs ja alles schon erlebt in Nordwegen. Viel kann man in der Nacht (also in der Früh) zwar nicht anstellen, aber ich hab gelesen und was für die Diplomarbeit getan und angefangen zu packen und zu sortieren.
Außerdem war ich gestern in der Früh (also am späten Nachmittag) bei der Bank, um meinen Kontostand zu überweisen und mein Konto aufzulösen. Ersteres hab ich auch gemacht, wegen zweiterem hat man mir geraten zu warten, bis die Überweisung durchgegangen ist. Das ist sie, in ca. 24 Stunden (das Bankwesen hier ist primitiv, aber auf diesem Gebiet kanns was), also war ich heute zu Mittag (also am Abend) wieder dort und hab mein Konto geschlossen. Übrigens auch das von der Bank of America, die mich noch immer mit 0-Dollar-Kontoauszügen bombardiert haben.
Jetzt ist es ein äußerst sonniger Nachmittag (also Mitternacht) mit 27 Grad, ich werde noch ein paar Vorkehrungen treffen, und dann kommt auch schon morgen (also morgen). Spannend wird die Geschichte mit dem Hubertus, und außerdem das Umsteigen in Cincinnati (ja, ich weiß auswendig, wo die ganzen ns hingehören). Der Flughafen von Cincinnati ist nämlich klein und angeblich so genial designt, daß eine halbe Stunde zum Umsteigen reicht. Und das ist auch gut so, mehr hab ich nämlich nicht zur Verfügung. In der Stadt der Liebe (genauer am Flughafen des Generals der Liebe) wirds weniger stressig, aber das ist auch gut so, ich werd nämlich mit dem Zoll plaudern müssen.
Hmmm... Länge, Masse, Zeit, thermodynamische Temperatur, Stoffmenge und Lichtstärke hätten wir. Es ist, ähm, ein elektrisierendes Gefühl, bald wieder daheim zu sein. So, alle SI-Basiseinheiten abgehandelt.
Don't cry for me, Alameda; the truth is, I'm a-gonna leave you.

Anonymous # 3. October 2007, 12:01
pinke reise!
gyuri # 21. December 2007, 17:52
gergo # 3. January 2008, 19:15
gyuri # 21. January 2008, 13:56