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Warum nicht Graz?

sollt ich echt mal hin

Posts tagged with "Diplomarbeit"

Labortag

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Es ist der erste Montag im September, das ist der Labor Day, und der zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß ich wie an allen Feiertagen nicht ins Labor darf. Ich könnte jetzt anmerken, daß am Labor Day nicht ins Labor dürfen ungefähr so ist wie am Tag der Arbeit nicht arbeiten, aber das wär ja wohl ein alter Hut. Also merke ich das explizit nicht an. So! (Wie meta.)

Dafür kann man an verlängerten Wochenenden vortrefflich was für die Diplomarbeit tun, und gestern hab ich sogar schon was geschafft. Heute ist es auch bald soweit, nach zeitunglesen und abwaschen und dumme Sachen in den Blog posten und Kartoffeln kochen und so. Der Durchbruch gestern ist gekommen, als ich ein Paper, das ich schon mal viel zu schnell gelesen und nicht verstanden hatte, nochmal durchgearbeitet hab und draufgekommen bin, daß ja eigentlich alles voll easy ist. Ich glaub solche Momente sind hilfreich, auch wenn sie über 13 Monate nach Beginn der Arbeit kommen. Besser spät als noch später.

Nun gut. Das Video des Tages zeigt Dick Cheney, wie er einigermaßen weise Worte spricht. Der Artikel des Tages handelt hingegen davon, daß der durchschnittliche als "arm" eingestufte Haushalt in den USA ein Haus mit drei Schlafzimmern "besitzt", sehr viele auch DVD-Player und Kabel- oder Satellitenfernsehen. Außerdem haben die Armen mehr Platz als der durchschnittliche (nicht notwendigerweise arme) Wiener. Eignet sich hervorragend für unreflektiertes Lesen, der Artikel.

Aber genug Amerikana, die Person des Tages ist Thomas McCabe. Der ist zwar auch Amerikaner, aber man kann einen wackligen Österreichbezug konstruieren, und zwar so: In der Kurzbio am Ende seines einflußreichen Papers A Complexity Measure (PDF; ich habe es mir schon auf Steuerzahlerkosten ausgedruckt, aber noch nicht auf Steuerzahlerkosten oder sonstwie durchgelesen) heißt es unter anderem: "He also, during a military leave, served as a Captain in the Army Security Agency engaged in large-scale compiler implementation and optimization." Ich hab zwar nicht viel Respekt for die US Army, aber das hat mich dann doch hellhörig gemacht.

Mein Plan ist daher, daß ich meine Beziehung zu einem mittelrangigen Milizoffizier des österreichischen Bundesheeres dazu nütze, das Verteidigungsministerium von der Notwendigkeit der Forschung an Compilern zu überzeugen. Die Sache wird dann wohl als Allgemeine Übersetzerbautruppenschule (AÜTSch) geführt werden. Die Maria-Theresien-Kaserne benennen wir nach Grace Hopper um, und falls sich wer um die Finanzierung sorgt, kann einfach das Geld aus dem Assistenzeinsatz an der Grenze umgeleitet werden. Im Vorjahr und heuer bin ich insgesamt dreimal mit Reisebussen völlig ohne Grenzkontrolle aus den nicht schengenkonformen Staaten Tschechien bzw. Ungarn über die österreichische Grenze gekommen; von daher, und weil ich nicht glaube, daß die Schlepper so blöd sind, sich an die für sie vorgesehenen Abschnitte der grünen Grenze zu halten, ist es wohl effektiver, jedem tatenlosen Grenzbeamten des Innenministeriums einen Rekruten zur Seite zu stellen, der ihm in den Hintern tritt (ist wohl für die Rekruten auch witziger), und die restlichen Soldaten werden eingespart, das Geld kommt an die AÜTsch (geistiger Grenzschutz!).

Als Logo habe ich analog zur Biene einfach mal die Motte vorgesehen, aber man könnte statt des Edelweiß auch nur einen abstrakten Syntaxbaum einplanen. Wenn alles gut läuft, könnten wir auch noch die in Österreich sträflich vernachlässigte Computerlinguistik etwas unterstützen, etwa im Rahmen des Wehrinstituts für Linguistik und Militärische Aufklärung und Abwehr durch automationsgestützte Auswertung abgefangener Auslandsanrufe (WILMAAaAaAA). Wär das nicht toll? Was ich nicht alles unternehme, um euch zu schützen!

Ich glaube, irgendwas wollte ich noch breittreten, aber vielleicht ist das auch schon genug Idiotie für einen Artikel.

Urlaub!

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Eine Woche Urlaub beginnt am besten mit einer Mail vom Dan, daß ich doch bitte vorbeikommen soll, wir möchten ein Paper zusammen schreiben. Ich hab die Mail erstmal ignoriert, es hat ihm dann nach einer Weile auch jemand gesagt, daß ich nicht da bin und er das vorher gewußt hat. Jetzt schreiben wir das Paper halt diese Woche, bzw. ich produziere eher Zahlen und passende Grafiken, vielleicht auch bissi Text, man wird sehen.

Statt Papers zu schreiben geht man im Urlaub lieber in den San Franciszoo und nimmt dafür die Crosstown-U-Bahn. Und das geht ganz einfach: Tickets sind was für höher entwickelte Länder, den hiesigen USAncen entsprechend regiert die Vierteldollarmünze. Man geht also in der U-Bahn-Station zum BART-Ticketautomaten (einen U-Bahn-Automaten gibt es nicht, wo kämen wir da hin? wahrscheinlich in den Zoo), um für zweimal hin und zurück sechs Dollarscheine in 24 Quarters zu tauschen, schlendert zur Absperrung zurück und wirft zwölf der Quarters gleich wieder ein. Und weil das alles nicht so einfach ist, hat die U-Bahn natürlich eine extra Bedienstete, deren Schalter einzig und allein dafür da ist, den Leuten das zu erklären. Die Bedienstete könnte zwar gleich Tickets verkaufen, was einfacher wäre, aber da es keine Tickets gibt, kann sie das nicht, ganz einfach. Naja, dafür haben wir liebe Viecher gesehen, die es ganz gut haben im Zoo. Oder hätten, wenn nicht ständig die laut ratternde und tutende Zoodampflokomotive vorbeiführe. In den Streichelbereich haben wir wegen Verdacht auf Maul- und Klauenseuche nicht dürfen. Das ist das zweitemal in ein paar Wochen, daß ich wegen Engländern für krank gehalten werde, vielleicht hat das System.

Ja und außer in San Francisco waren wir auch im Del Valle Park, das ist der mit dem großen See, wo wir auch schon mal wandern und grillen waren. Diesmal aber nur meine Uli und ich, und wir haben uns ein Tretboot gemietet und haben ein bissi in der Mitte vom See gebadet. Ich hab mich auch ein bissi erkältet, aber das wars wert!

Irgendwann war die Woche dann leider vorbei, und die Realität und mein Wecker haben mich wieder. Aber so ist das halt, ich kann nicht ewig gegen Bezahlung Urlaub haben.

Das sieht auch der Markus so ähnlich, der meint, ich soll doch bitte mal mit meiner Diplomarbeit fertigwerden, er möchte mir nämlich ab November oder Dezember einen Job als Forschungsassistent oder Projektassistent oder sowas anbieten. Und mit Diplom kann er mir erstens mehr zahlen (ein guter Mann, dieser Markus), und zweitens schaut die Ausschreibung für meinen den fair ausgeschriebenen Job etwas komisch aus, wenn "Suche hochqualifizierten Spezialisten ohne Hochschulabschluss" drinsteht. Also tu ich mal was für eine faire Ausschreibung meines des Jobs.

Damit sind wir auch schon wieder am Ende. So long, and thanks for all the Mannerschnitten!

Spannende Geschichten

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Es ist mal wieder so weit, man braucht nur mehr ungefähr 5.64385619 Finger und etwas Geschicklichkeit, um die Tage bis zu meiner Heimkehr abzuzählen. (Es ist natürlich aus mehreren Gründen unseriös, so viele Dezimalstellen anzugeben, aber da ich nicht erwarte, daß viele von euch nachrechnen werden, kann mir das egal sein.) So knapp vor dem Ende und mit so vielen leeren Seiten Diplomarbeit fängt man auch an, sich langsam mit seinen geschätzten älteren Brüdern zu identifizieren; na immerhin gibt es ja noch einen jüngeren, der vielleicht mal was reißt. Es ist ja nicht so, daß ich mein Wissen hier nicht böhmen und mehren würde, aber der Haken ist, daß man eben auch das Wissen der Welt mehren sollte, und das ist gleich um ein Eckhaus nerviger. Aber ich habe noch fünf Wochenenden, an denen ich theoretisch produktiv sein könnte, man darf mir eine ungerade Anzahl an Daumen drücken.

Immerhin habe ich letzte Woche zusammen mit vielen anderen Studenten das Wissen der Welt gemehrt, als wir unsere Poster in der Cafeteria auf Posterwände gepappt haben. Das war ganz interessant, sich von Biologinnen erklären zu lassen, wie sich Viren auf gleiche Weise auf natürlichem bzw. künstlich erzeugtem Perlmutt anhaften, obwohl diese völlig unterschiedliche Kristallstrukturen haben. Oag! (Es war überhaupt schon mal ganz interessant, mal wieder mit Nichtinformatikern in Kontakt zu kommen.) Ich habe auch die Ehre gehabt, mein Poster Dona, der Überdrüberchefin für Computation (nur George Miller ist höherrangig, der hat sich übrigens nicht blicken lassen), zu erklären. Sie hat mich dann auch gefragt, wie es mir generell gefällt und ob eh alles passt und so. Weil sie die Unterkunftssituation angesprochen hat, hab ich gemeint, daß es da eher ungünstig steht, aber das Labor würde ja wohl kein Studentenheim bauen lassen; sie hat darauf gesagt, daß es schon Überlegungen in die Richtung gegeben hat. Also ich würde das sehr begrüßen.

Außerdem hat mich heute in der Früh bei der Ausweiskontrolle der freundliche (und anscheinend neue, zumindest hab ich ihn bis gestern noch nie gesehen) Sicherheitsmensch gefragt, ob ich denn die Judit kenne. Ich kenne die Judit nicht, aber er hat mir erzählt, daß sie auch aus Ungarn ist (das Herkunftsland prangt in roten Lettern auf unseren Ausländerausweisen mit fettem rotem Rahmen) und auch gerade reingeradelt war. Und weil es plausibel ist anzunehmen, daß die Judit, wer immer sie sein mag, und ich, wer immer ich sein mag, irgendwann mal das selbe Land bewohnt haben, kann ich sogar den schon lange nicht mehr verwendeten Mitbewohner-Tag auspacken. Spannende Geschichte.

Bohren in the U.S.A.

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Zahnarzt! Immer wieder ein Spaß. Nun, eigentlich gehe ich Zahnärzten und Polizisten normalerweise eher aus dem Weg, aber wenn die Gegend des rechten oberen Eckzahns von einer Woche auf die andere ihr Verhalten ändert, ist es Zeit für Dr. Greci. So, und als Freund plumper Stilmittel (ich lese gerade "The Jungle" von Upton Sinclair; ich hab zwar schon viele Bücher gelesen, die eine Einleitung von einem Literaturwissenschaftler beinhalten, aber das ist das erste, in dem der Literaturwissenschaftler sich nicht zu schade ist, das Buch, welches man gerade in Händen hält, zu verreißen) vertage ich den Rest der Geschichte auf das Ende dieses Artikels, Spannungsbogen oder so.

Ich hab eine hübsche goldene Bankomatkarte, juhu! Damit hat WaMu mein Vertrauen gewonnen, ich habe mich mit meinem Gehaltsscheck für den Mai revanchiert. Und in ein paar Tagen ist ja schon Juli, da kriegen sie bald noch einen Scheck nachgeschoben. Seit heute wird im Zentrum übrigens der 4. Juli gefeiert, ist ja eine große Sache.

Nach dem Zahnarzt (na, noch gespannt?) gings dann ins Fahrradgeschäft. Da hing friedlich ein Hubertus-Klon von der Decke, was die Auswahl ziemlich erleichtert hat. Der freundliche Verkäufer hat mich gefragt, ob ich das Rad schon mal ausprobiert hatte, die Frage habe ich guten Gewissens bejahen können. Ich hab natürlich trotzdem noch eine Runde gedreht, den Sattel habe ich wieder tiefer stellen lassen müssen, ansonsten ist ziemlich alles beim Alten. Und ein dickes fettes neues Schloss hab ich auch gekauft, ich hätte fast Lust, Hubertus 2 damit auch über Nacht draußen zu lassen, um die bösen Buben zu frotzeln. Oder natürlich von ihnen gefrotzelt zu werden; mein Nettogehalt beträgt ungefähr acht Huberti pro Monat, also wäre es leistbar, wenn auch völlig idiotisch. Völlig idiotische Aktionen liegen zwar in meiner Natur, aber auf diese werde ich glaub ich trotzdem verzichten.

Nach all diesen Erledigungen war es noch früh am Nachmittag, also bin ich zurück ins Labor und hab brav weitergearbeitet, obwohl ich eigentlich vorhatte, nicht mehr zu kommen. Aber ich hab eh nichts anderes zu tun. Die Fahrt war interessant, nachmittags schaut die East Avenue im anderen Licht völlig anders aus als in der Früh.

Weiters darf ich vermelden, daß ich elf Monate und ein paar Tage nach meinem ersten diesbezüglichen Vortrag letzte Nacht um 1 herum aus lauter Schlaflosigkeit angefangen habe, meine Diplomarbeit zu schreiben. Also erstmal eine Rohfassung, in der kein Wort auf dem anderen bleiben wird. Aber ich möchte das wirre Knäuel in meinem Kopf mal in eine halbwegs lineare papierne Form bringen, um festzustellen, was ich überhaupt weiß und in welcher Reihenfolge ich das der Welt mitteilen möchte.

Und weil ich so tapfer und fleißig war, darf jetzt jeder meine Wunschliste auf amazon.de aufsuchen und mir zur Belohnung ein teures Buch schenken, das ich vielleicht sogar lesen werde. Und weil ich weiß, daß ihr nicht nur zu Weihnachten, zu meinem Geburtstag und an meinem Namenstag (17. November? vergess ich immer, ist meistens eine nette Überraschung) an mich denkt, sondern generell immer, ist der Link auch generell immer in diesem Blog da in der rechten Leiste unten zu finden. Neat!

Das führt mich nicht zu Käsekrainerhotdogs, aber die Bilder von der letztwöchigen Apfelstrudelparty schon. Der Rich, der die Fotos gemacht hat, steht nämlich darauf, Essen zu fotografieren, und da er letzten August in Wien war, hat er auch den König der Fast Fööde bildlich festgehalten. Heimweh! Und wenn wir schon bei Bildern sind, ich hab endlich auch eine für immer bestehende Biographie-Seite im Labor. Schadet glaub ich nicht so für die Zukunft. Wenn auch kompetente Leute mich für inkompetent halten könnten, weil da was von "logical programming" steht, und das heißt nix. Aber das Problem ist, daß ich zwar "logic programming" schreiben kann (das heißt was), der offizielle Laborzensor das aber auch weiterhin für einen offensichtlichen Fehler halten und ändern würde. Hachja.

Jetzt also zur Tatsache, daß ich bisher ganz gut ohne Löcher bzw. Plomben in meine Zähnen gelebt habe. Ich hab hier zwar eine Kranken-, aber keine Zahnversicherung, die sind in den USA extra und extra teuer, wie Zahnärzte generell extra teuer sind. Keine guten Voraussetzungen also für meine armen Zähne, die letzte Woche definitiv angefangen haben, kaltes Zeug entschieden abzulehnen. Da ich diesen Zustand nicht drei Monate mit mir rumtragen wollte, sind meine goldene Mastercard und ich also zum Zahnarzt marschiert.

Der ist ein total lustiger netter Typ, und seine Assistentin fährt im September nach Wien, da kann man mir auch schon mal mit dem üblichen "aha, ich sehe, wo es wehtut"-fest-draufdrück-Move kommen. Ja, er hat richtig gesehen. Aber die Sache ist gut ausgegangen: Ich hab kein Loch, sondern mir einfach nur mittels falscher Bürstentechnik den Zahnschmelz abgeschrubbt (wäre dies ein englischer Text, würde ich hier irgendwo ein "vigorously" einstreuen). Bürsten in links-rechts-Richtung ist verboten, das werde ich mir für die Zukunft merken, wenn auch ich nicht der Meinung bin, daß ich das tue, und wenn doch, dann hab ich glaub ich an der Innenseite meiner oberen Eckzähne auch nicht wirklich die Wahl unter vielen unterschiedlichen Freiheitsgraden. Ich werde mich aber ab jetzt beobachten.

So, und weil das nur eine kurze Untersuchung war und man für meinen Zahnschmelz nicht wirklich was tun kann als warten, bis er nachwächst (da gibts sicher ein passenderes Verb) und er die drei kleinen Tuben Zahnpasta für empfindliche Zähne, die er mir in die Hand gedrückt hat, wohl tonnenweise werbegeschenkt kriegt, war die Sache gratis. Was mich sehr erstaunt hat. Und noch immer sehr erstaunt. Aber wenn sie meine goldene Mastercard nicht wollen, kann ich damit auch leben. Ich hab übrigens voll schöne Zähne, aber das sagt mir jeder Zahnarzt. Geschmacksverwirrung? Schleimerei? Äußerst niedrige an Durchschnittspatienten angelehnte Standards? Man weiß es nicht.

Spannungsbogen Ende, exeunt alle, Romanes eunt domus.

Von schrecklichen Echsen

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Es ist Zeit, mal wieder was zu schreiben. Ich hätte ja schon früher, aber ich wollte warten, um meinen neuen Dinosaurier-Tag einzuweihen; ja, knappe acht Wochen nach dem denkwürdigen Statement "Und überhaupt, langsam wird ein Diplomarbeits-Tag fällig." habe ich heute tatsächlich angefangen, das Programm für meine Diplomarbeit zu schreiben. (Es ist nach Mitternacht, aber mit "heute" meine ich Donnerstag, nur um das viel zu präzise auszurollen. Andererseits geht die Uhr von Opera offenbar auf UTC und zeigt deswegen noch Donnerstag an.) Wie man weiß, beschäftige ich mich mit Programmoptimierung, und bevor man ein Programm optimieren kann, muß es, richtig, zuerst analysiert werden. Also habe ich heute eben begonnen, meine Analyse zu verzapfen, und zwar ungefähr acht Stunden lang mit wechselnder Konzentration.

Danach hab ich mich zum Thomas und unserer Chinesin gesellt, die haben in der Küche chinesische Teigtaschen gemacht, ich hab mitgeholfen, den Teig auszurollen. Dann sind sie auch gekocht und gegessen worden; irgendwie haben die Chinesin und ihre später dazugestoßene Freundin die Teigtaschen für nicht perfekt befunden, dem Thomas und mir haben sie geschmeckt, aber er war ziemlich satt, weil er vorher einen Salat gegessen hat, also ist es an mir hängengeblieben, die meisten zu essen. Naja, gutes Gratisessen, da sag ich nicht nein, wenn auch mit schlechtem Gewissen.

Außerdem haben wir Spitznamen bekommen, da wir uns wechselseitig die Namen der anderen nicht merken können; der Thomas heißt aus unbekannten Gründen "Onion"; ich bin "Scholar", weil ich offenbar den Eindruck erwecke, ich würde ständig lernen (ha!); die Chinesin (sorry, ich weiß echt nicht, wie sie heißt, obwohl es mir schon ein paarmal gesagt worden ist) nennen wir wegen ihrer manchmal etwas mütterlich-dominanten Attitüde "Mommy"; der Chudamani hat in Abwesenheit den Namen "Uncle" ausgefaßt. Damit steht der Verständigung kaum noch was im Wege!

Gestern war Schwammerlessen mit Andreas und Maria bei der Maria. Beim Andreas haben wir vorher schon (nach der Regenwanderung) mal gegessen, also ist es an mir, das nächstemal einzuladen; mir schweben ein Erdäpfelgulasch und Palatschinken vor, aber ich muß noch ein wenig mit den norwegischen Zutaten experimentieren. Jedenfalls gab es selbstgesammelte Schwammerlsauce an Semmelknödeln vom Kneippbrød, war sehr gut. Und anscheinend hat es die Maria auch geschafft, sich von giftigen Pilzen fernzuhalten, ich erfreue mich jedenfalls noch bester Gesundheit.

Ansonsten bleibt noch die Diskussionsrunde festzuhalten, bei der ich am Montag war. Im Samfundet gab es eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Darwin - Falsk profet?" (nein, das übersetz ich nicht) zum Thema Evolution und Intelligent Design. Die Evolution hat ein Biologieprofessor von der NTNU vertreten, die ID-Seite ein amerikanischer "Biologiephilosoph" namens Paul Nelson, der diesbezüglich anscheinend recht berühmt ist. Der große Saal des Samfundet war voll mit 300-400 Menschen, die Sache war sehr interessant. Die Leute aus dem Publikum, die die Fragen gestellt haben, haben sich teils etwas lächerlich gemacht, aber der Herr Nelson auch manchmal, indem er Fragen ständig ausgewichen ist. Naja, ich hatte nicht erwartet, daß er mich von Intelligent Design überzeugt, und so kam es auch; viel mehr als "wir verstehen einiges nicht, und die beste Erklärung ist ID" hat er nicht gebracht.

An dem Programm, das ich für meine Diplomarbeit verwenden muß (PAG), verstehe ich auch einiges nicht, aber das führe ich auf höchst unintelligentes Design und beschissene Implementierung zurück...
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