Labortag
Monday, 3. September 2007, 22:44:13
Dafür kann man an verlängerten Wochenenden vortrefflich was für die Diplomarbeit tun, und gestern hab ich sogar schon was geschafft. Heute ist es auch bald soweit, nach zeitunglesen und abwaschen und dumme Sachen in den Blog posten und Kartoffeln kochen und so. Der Durchbruch gestern ist gekommen, als ich ein Paper, das ich schon mal viel zu schnell gelesen und nicht verstanden hatte, nochmal durchgearbeitet hab und draufgekommen bin, daß ja eigentlich alles voll easy ist. Ich glaub solche Momente sind hilfreich, auch wenn sie über 13 Monate nach Beginn der Arbeit kommen. Besser spät als noch später.
Nun gut. Das Video des Tages zeigt Dick Cheney, wie er einigermaßen weise Worte spricht. Der Artikel des Tages handelt hingegen davon, daß der durchschnittliche als "arm" eingestufte Haushalt in den USA ein Haus mit drei Schlafzimmern "besitzt", sehr viele auch DVD-Player und Kabel- oder Satellitenfernsehen. Außerdem haben die Armen mehr Platz als der durchschnittliche (nicht notwendigerweise arme) Wiener. Eignet sich hervorragend für unreflektiertes Lesen, der Artikel.
Aber genug Amerikana, die Person des Tages ist Thomas McCabe. Der ist zwar auch Amerikaner, aber man kann einen wackligen Österreichbezug konstruieren, und zwar so: In der Kurzbio am Ende seines einflußreichen Papers A Complexity Measure (PDF; ich habe es mir schon auf Steuerzahlerkosten ausgedruckt, aber noch nicht auf Steuerzahlerkosten oder sonstwie durchgelesen) heißt es unter anderem: "He also, during a military leave, served as a Captain in the Army Security Agency engaged in large-scale compiler implementation and optimization." Ich hab zwar nicht viel Respekt for die US Army, aber das hat mich dann doch hellhörig gemacht.
Mein Plan ist daher, daß ich meine Beziehung zu einem mittelrangigen Milizoffizier des österreichischen Bundesheeres dazu nütze, das Verteidigungsministerium von der Notwendigkeit der Forschung an Compilern zu überzeugen. Die Sache wird dann wohl als Allgemeine Übersetzerbautruppenschule (AÜTSch) geführt werden. Die Maria-Theresien-Kaserne benennen wir nach Grace Hopper um, und falls sich wer um die Finanzierung sorgt, kann einfach das Geld aus dem Assistenzeinsatz an der Grenze umgeleitet werden. Im Vorjahr und heuer bin ich insgesamt dreimal mit Reisebussen völlig ohne Grenzkontrolle aus den nicht schengenkonformen Staaten Tschechien bzw. Ungarn über die österreichische Grenze gekommen; von daher, und weil ich nicht glaube, daß die Schlepper so blöd sind, sich an die für sie vorgesehenen Abschnitte der grünen Grenze zu halten, ist es wohl effektiver, jedem tatenlosen Grenzbeamten des Innenministeriums einen Rekruten zur Seite zu stellen, der ihm in den Hintern tritt (ist wohl für die Rekruten auch witziger), und die restlichen Soldaten werden eingespart, das Geld kommt an die AÜTsch (geistiger Grenzschutz!).
Als Logo habe ich analog zur Biene einfach mal die Motte vorgesehen, aber man könnte statt des Edelweiß auch nur einen abstrakten Syntaxbaum einplanen. Wenn alles gut läuft, könnten wir auch noch die in Österreich sträflich vernachlässigte Computerlinguistik etwas unterstützen, etwa im Rahmen des Wehrinstituts für Linguistik und Militärische Aufklärung und Abwehr durch automationsgestützte Auswertung abgefangener Auslandsanrufe (WILMAAaAaAA). Wär das nicht toll? Was ich nicht alles unternehme, um euch zu schützen!
Ich glaube, irgendwas wollte ich noch breittreten, aber vielleicht ist das auch schon genug Idiotie für einen Artikel.
