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Warum nicht Graz?

sollt ich echt mal hin

Posts tagged with "die wüstenkuh"

Na Prag

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Also ich war mit dem Buddynetwork in Ljubljana und hab nicht darüber geschrieben und jetzt ist es viel zu spät, da noch im Gedächtnis zu kramen. Nette Stadt, nur daß die Busse wie an diversen in diesem Blog schon abgehandelten Orten auch dort halbstündlich fahren, ist bissi zach. Soviel dazu.

Dann war ich mit meiner Uli in Prag. Die Wüstenkuh war auch mit.

Prag ist so wie Prag immer ist, nur bissi verregneter als die letzten zwei Male vor schätzomativ zehn und weißomativ zwei Jahren. In der dortigen Fanzone kostet das Bier zwar auch ein Drittel mehr als sonst, aber noch immer weniger als zwei Euro. Die Fanzone ist übrigens dort nicht eingezäunt, und das Bier ist auch kein Carlsberg, sondern Staropramen. Ich kann über die Qualität von Carlsberg zwar mangels Erfahrung wenig berichten (aber bleibt drei Wochen dran), und ich glaube das habe ich mit vielen der Carlsbergmiesmacher gemein, aber rein antiimperialistisch scheint Staropramen das korrektere Bier zu sein.

Was ich in Prag noch nicht gekannt hab, ist der Zoo. Der ist riesig, sowohl geographisch als auch qualitativ. Angeblich haben sie über 10 Kilometer Gehwege, und das nicht so verknotet wie in Schönbrunn, wo man vielleicht auch in die Größenordnung kommt, aber mit viel mehr Redundanz. Es gibt sogar eine Sesselseilbahn auf einen Hügel rauf. Der fährt aber offenbar nicht an vernieselten Montagmittagen. Jedenfalls scheints den meisten Viechern für einen Zoo mächtig gut zu gehen, die Zebras und Giraffen haben fünf Hektar Auslauf, und auch der Gepard und diverse Känguruhs waren großzügig ausgestattet. Der arme Eisbär weniger, der hat in Gefangenschaft leider einen ziemlichen Schaden davongetragen.

Nett ist auch (wie zynisch und kalt, dieses "auch", gleich nach dem armen Eisbären), daß man sich um billiges Geld eine Handvoll äußerst synthetischer Futterpellets (ich hab sie nicht gekostet, komm ich grad drauf) kaufen und an Schafe und Ziegen verfüttern kann. Die draufgängerischsten der Ziegen nützen ihre Sprungkraft und hüpfen vor Freude gleich mal übern Zaun, um näher am Fütterer zu sein. Außerdem (wow, was für ein Mangel an Überleitung) sind die Otter total putziwutzig. Und die Löffelhunde, nahe Verwandte unseres Grausmanns, auch.

Soviel dazu.

Da nutzt auch das AMA-Gütesiegel nix

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Schon mehrmals ist die Sonne blutrot hinterm Horizont verschwunden, seit ich mein Poster fertiggestellt und zur Zensur eingereicht habe, aber bisher gab es keine Antwort. Ich hoffe doch, daß es bald mal soweit ist, nach all dem Blut, dem Schweiß und den Tränen, die mich der Kram gekostet hat. Der Dan hats wenigstens gut gefunden, und mittlerweile sind meine Resultate sogar noch besser geworden, aber die Welt wird das wohl nicht erfahren, weil nochmal reiche ich das Poster nicht ein, es war so auch umständlich genug.

Ich gebe übrigens reumütig zu, daß ich das Poster -- mir blutet das Herz -- mit Powerpoint gebastelt habe, aber es schaut dafür eigentlich recht ordentlich aus. Man muß nur schauen, daß man sich nicht von lustig bunten Hintergründen und visuellen Effekten hinreißen läßt (der Robert findet meinen weißen Hintergrund fad, aber das ist mir Blutwurst), und Formeln darf man natürlich nicht auf seinem Poster haben wollen, dann geht das schon. Das Poster ist aber auch mein einziger Ausflug in die Microsoft-Welt, obwohl Windows XP anscheinend gar nicht so schrecklich unbrauchbar ist, zumindest hat es sich in dieser kurzen Zeit nicht so gezeigt. Laut einem internen Nachrichtenartikel zögert das Labor aber wenigstens, was Vista betrifft, weil es sich offenbar nicht als vertrauenswürdig und kompatibel mit unseren Anwendungen erwiesen hat. Gut so, weil nur blutige Anfänger haben immer das Gefühl, an der bleeding edge der nicht immer erfreulichen Entwicklungen sein zu müssen.

So. Was ich gestern am Vormittag anstellen wollte, kann ich aus Rücksicht auf eine liebe Freundin (ihres Zeichens Mitbewohnerin einer noch viel lieberen Freundin und eines blutrünstigen Wauzis) nicht beim Namen nennen, ich deute nur an, daß es was mit hinlegen, pieksen lassen, pumpen, innerhalb aller zulässigen Rahmen mit Krankenschwestern flirten und 450 ml roter Körperflüssigkeit für einen guten Zweck zu tun hat. Statt Frankfurtern und Mannerschnitten wird man hier mit Donuts verköstigt, auch eine Möglichkeit, den Zuckergehalt des Kreislaufs wieder zu heben. Und ein T-Shirt kriegt man auch geschenkt!

Aber. Wenn man seit 1980 insgesamt mindestens fünf Jahre in Europa (und nur damit keine Missverständnisse auftreten, ist eine Liste aller europäischen Länder (nicht ganz so ausführlich wie hier, wo sogar Kasachstan als einigermaßen europäisch geführt wird, Georgien und Co. dafür nicht) angegeben) verbracht hat, gilt man für das hiesige Rote Kreuz als dumme Kuh und ist von der Spende ausgeschlossen. Man könnte ja über die Konserve andere Leute bovin spongiform enzephalopathisieren, das Risiko gehen wir lieber nicht ein. Malaria, SARS und Vogelgrippe sehen wir dafür nicht so eng wie die spießigen Kollegen aus Österreich. Naja, ich ziehe dann wohl mit meinem kostbaren Null Positiv und mit meinem Trotzdem-T-Shirt wieder weiter. Trotzdem-Donut hab ich mir dann aber keinen genommen.

Mann gegen Kalb

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Rodeo also. Außerhalb der Arena eine Art Volksfest mit Ponyreiten, Hot Dogs, unerwarteterweise genug Klos für viele Menschen, und haufenweise Standln mit Cowboyhüten in jeder zulässigen Farbe (schwarz, diverse Brauntöne, weiß, pink) und jeder zulässigen Form (Cowboyhutform). Und selbstverständlich Infostände der Armee und der Nationalgarde, kann ja sein, daß jemand seine Karriere noch nicht ganz durchgeplant hat, und für Kanonenfutter gibt es gerade in Zeiten wie diesen jede Menge, nun ja, sichere Jobs.

(Eine dazu passende Abschweifung: In der Stadt steht ein großer Fahnenmast, der sowas wie ein Wahrzeichen der Stadt sein soll. Am Fuße des Mastes diverse Gedenktafeln an die heldenhafte (oder so) Livermoreanische Jugend, die das Land tapfer verteidigt hat und leider leider mit ihrem Leben bezahlen mußte; wenn ich richtig gesehen hab, waren das in Vietnam doppelt so viele wie im zweiten Weltkrieg.)

Innerhalb der Arena haben wir vor dem Rodeo noch 20 Minuten lang unseren Patriotismus zur Schau gestellt, die Zeit muß man sich schon nehmen, wenn man im großartigsten Land der Welt lebt. John "Tonband" Wayne hat in einem Monolog dargelegt, warum er Amerika so sehr liebt, ein Typ ist mit einer gigantischen Fahne mit dem Fallschirm eindrucksvoll an der Arena vorbeigesegelt, und eine Möchtegern-Mariah-Carey hat demonstriert, wie die amerikanische Hymne klingen würde, wenn man jede einzelne Note der Partitur ändern würde. Spaß für die ganze Familie also! Später gegen Ende des Rodeos sind wir auch aufgefordert worden, geschlossen aufzustehen, um unsere Unterstützung für unsere Truppen zu zeigen. Die Lämmer haben das auch ziemlich geschlossen gemacht, ein Lamm ist sitzengeblieben.

Soviel mal zum negativen Teil, kommen wir zur Tierquälerei!

Daß die Tiere ja so viel Spaß am Bocken haben, ist offensichtlich, unverständlich bleibt nur, warum sie es nicht mehr tun, wenn man ihnen den komischen Gürtel abnimmt, der sie wohl an unangenehmen Stellen piekst. Aber wenn mir ein Cowboy sagt, daß Rodeotiere die am besten behandelten Tiere der Welt sind, dann gilt das Cowboyehrenwort, da kenn ich nix. Wenn gleich nach dieser Behauptung die Jagd auf süße kleine Kälber beginnt, kann man eindrucksvoll studieren, wie sanft sie zuerst mit dem Lasso um den Hals erwischt werden, um sie dann noch immer sanft auf die Seite zu werfen, um ihnen sanft drei ihrer Haxen zusammenzubinden. Die Typen, die das Kalb, das sich (voller Freude an der Sache, versteht sich!) auf ein plus drei Beine gestellt hat, nochmal zu Boden werfen, um die Fesseln zu lösen, tun das auch mit einer Zärtlichkeit, vor der man nur den pinken Cowboyhut ziehen kann.

Aber das klingt jetzt vielleicht negativ; der Fairness halber muß ich schon sagen, daß es auch einen Bewerb gibt, bei dem sich der Cowboy ganz ohne Lasso vom Pferd auf das Kalb schmeißt, um es zu Boden zu ringen. Nicht daß da Missverständnisse aufkommen oder so.

Das ist jetzt wieder ein Punkt, an dem keine gute Überleitung möglich ist. Hmmm, Überleitung... Leitung... Wasserleitung... Äußerst seltsamerweise hat der halbe Liter Wasser vor der Arena zwei Dollar gekostet, aber beim Typen, der es einem auch noch zu seinem Sitzplatz in den Zuschauerrängen trägt, nur einen. Die Wege des Kapitalismus sind manchmal unergründlich.

Schließlich merke ich noch an, daß mich die Sonne hübsch gerötet hat, es ist kein Sonnenbrand, aber immerhin eine erste Annäherung. Aber wir kennen ja das alte jetzt gerade erfundene Sprichwort: Was heute rot, das morgen braun. (Hmm, wenn ich es recht bedenke, wurde dieses Sprichwort in Österreich schon 1938 eingeführt. *hüstel*)

Eingewöhnung und so

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Außerhalb vom Zaun hat es sich ergeben, daß ich immer wieder was mit anderen Studenten in unserer Abteilung unternehm -- mit dem Robert aus Linz, dem Christian aus Deutschland, der aber am Freitag letzten Arbeitstag gehabt hat und in einer Woche heimfährt, der Silke ebenfalls aus Deutschland und dem Youssef aus Amerika (seine Eltern kommen anscheinend aus Ägypten und haben in der Green Card Lottery gewonnen). Am Donnerstag waren wir nach der Arbeit zusammen essen, am Freitag im Kino (Spiderman 3, ein bemerkenswertes Werk), gestern am hiesigen Weinfest und am Abend in San Francisco zum weggehen.

Das Weinfest war nett, so eine Art Jahrmarkt mit Standln von offenbar so ziemlich jeder Firma in Livermore, und mit Weinverkostung von den vielen hiesigen Winzern. Stattgefunden hat die Sache in der historischen Altstadt (ja, es gibt sie doch) mit Unmengen von Leuten, die man hier sonst so nicht sieht. Vom vielen Sonnenschein hab ich sogar schon ein bissi Farbe abbekommen, aber die 40 Grad im Schatten kommen erst später (und wenns nach mir geht, ich brauch sie gar nicht). Unter der Woche war es sogar richtig kühl und regnerisch ein paar Tage lang.

San Francisco am Abend war ganz interessant, aber wie immer, wenn man ohne Ziel irgendwo rumgurkt, haben wir kein mitreißendes Lokal gefunden, und gegessen haben wir auch nur Pizzaschnitten (aber die waren gut). Überhaupt ist es bissi unpraktisch, in der Stadt wegzugehen, der Zug dorthin fährt nämlich eine Stunde, und der letzte geht kurz nach Mitternacht; und dann muß man von der Station in der zusammengewachsenen Nachbarstadt Dublin/Pleasanton noch mit dem Auto nach Livermore reinkommen. Tagsüber fahren da Busse, die mich direkt vor die Haustür bringen würden, aber in der Nacht ist man eben darauf angewiesen, daß wer fährt. Am Tag werde ich sicher noch öfter in die Stadt fahren, aber nachts ist das echt bissi unpraktisch.

Bissi unpraktisch ist auch mein Wohnort in diesem Hotel, wenn man viel mehr unternehmen möchte als arbeiten zu fahren und wieder zurück. Die anderen wohnen alle in privater Untermiete bei irgendwelchen Leuten, und obwohl sie da am Anfang zum Teil sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, passt jetzt mittlerweile alles, und es ist billiger als mein Hotel und näher beieinander und bei der Arbeit. Der Christian zieht wie gesagt bald aus, und beim Youssef ist nicht klar, ob er noch eine Woche im Labor bleibt oder noch ein Jahr. Wenn es ersteres wird, dann ist er auch bald weg, und seine Vermieterin/Mitbewohnerin hat prinzipiell auch gemeint, daß sie das Zimmer an mich vermieten würde, wenn ich das will. Gesehen hab ich das Haus schon, und es ist sicher sehr nett. Es kann also gut sein, daß ich in ein paar Wochen umziehe, aber das wird dann genauer breitgetreten, wenn es bissi sicherer ist. Was ich dann auf jeden Fall bräuchte, wär ein Fahrrad, aber das ist ja keine unmögliche Sache.

Heute sind die anderen wandern, aber ich wollte mal einen ruhigen Tag mit der Wüstenkuh zuhaus verbringen und mal nicht so viel hatschen, also werd ich das auch tun. Und was lesen, vielleicht sogar das Buch, das mir der Dan mitgegeben hat. Das ist zwar interessant, aber ich denk mir ich kann mich damit auch unter der Woche beschäftigen, dann werd ich nämlich dafür bezahlt, es zu lesen...

Schlaflos in Livermore

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Wenn dieser Post noch unzusammenhängender wirkt als alle anderen, dann liegt das daran, daß es hier vier in der Früh ist und ich von den letzten 30 Stunden ungefähr vier oder fünf im Schlaf verbracht hab. Dazu gleich mehr.

Die Reise war größtenteils ereignislos, hat aber überflüssigerweise aufregend angefangen, als mir in Wien beim Check-in gesagt wurde, daß der Flug nach Paris verspätet sein wird und ich den Anschluss vielleicht nicht krieg. Das ist toll, sowas. Sie hätten mich auch auf andere Flüge umgebucht, aber das hätte jede Menge Schwierigkeiten für mich bedeutet, also hab ich den ursprünglich geplanten Flug probiert, das war auch gut so. Wir haben eine halbe Stunde zum Umsteigen in Paris gehabt, deswegen hat uns eine dortige Flughafenangestellte gleich beim Aussteigen alle gefragt, wer nach Los Angeles muß, und uns fünf haben sie dann in ein Auto gehetzt und sind mit uns ans andere Ende des Flughafens gerast. Dort gabs Sicherheitskontrolle und ewiges Schlangestehen (die Eile hat sich voll ausgezahlt), dann sind wir mit dem Bus zum Flugzeug, das am dritten Ende des Flughafens gewartet hat. Der Flug nach Los Angeles ist auch bissi verspätet gestartet, aber das haben wir aufgeholt. Der Pilot hat was gebrabbelt, daß die Verspätungen daran gelegen sind, daß eine halbe Stunde lang der gesamte Funk in CDG ausgefallen war. Zumindest hab ichs so verstanden, obwohl ich etwas ungläubig bin, und der Standard scheint auch nix drüber zu wissen.

Ich hab mir dann während dem Flug zwei Filme angeschaut (der Martin Traxl ist kein glaubwürdiger Bond-Bösewicht, find ich) und ungefähr fünfmal auf Nachbarbildschirmen das Ende von Rocky Balboa, aber ich hab aus irgendwelchen Gründen jedesmal für die zehn Sekunden weggeschaut, in denen sich entscheidet, wer den großen Kampf gewinnt. Nachher sind beide glücklich, also daraus hab ich jetzt auch nicht ableiten können, wer gewonnen hat.

Mein Grenzbeamter war bissi grantig, aber einreisen hab ich trotzdem dürfen. Er hat in seiner Kiste extra nach dem besonderen Stempel für mich gekramt, und dann hat er meine Dokumente mit dem bearbeitet. Daß darauf F-1 statt dem richtigen J-1 gestanden ist, macht auch nix, ich hab ihn darauf hingewiesen, und mit schwarzem Filzstift lässt sich sowas ja problemlos beheben.

Dann gings zum nächsten Flug, was echt überhaupt kein Problem war, da ja wirklich überall gestanden ist, daß ich von Terminal 2 zu Terminal 5 rüber muß, und wie ich da am besten gehe, und überhaupt stehen überall Infostände und hilfreiche Menschen und Bildschirme und Schilder. Ich habs trotzdem geschafft, rate aber davon ab, den Flughafen LAX (unvorbereitet) zu benützen. Am Flug nach San Francisco hab ich mit einem Manager von Procter & Gamble geplaudert, man muß ja Beziehungen knüpfen, nichtwahr.

Am Flughafen von San Francisco hat mich dann mein freundlicher Chauffeur Blake abgeholt, mit dem ich dann in einem überaus fetten Wagen mit überaus kuscheligen Ledersitzen und überaus viel Beinfreiheit nach Livermore in mein Hotel gebraust bin. 100 Dollar für 45 Minuten fahrt, das geht -- besonders, wenn das Labor dafür aufkommt. Ja, und dann war ich im Hotel, es ist ungefähr wie erwartet. Die Türklinke vom Bad ist nicht gescheit befestigt, das werd ich wohl melden. Die "dining and cooking utensils provided" beschränken sich auf ein minimales Minimum, ich habe zum Beispiel nur einen großen Löffel. Da werd ich vielleicht noch bissi was dazukaufen oder mich beschweren gehen. Der Tiefkühler wechselt offenbar alle 25 Minuten zwischen an- und aus-Phase, und in ersterer ist er durchaus, ähm, hörbar. Die nahegelegene Autostraße nimmt man als Rauschen wahr, das stört mich nicht so. Abgesehen vom Geschirrproblem wird das für die nächsten fünf Monate sicher gehen.

Prinzipiell wäre schlafen für die Wüstenkuh und mich also möglich und nach dem langen Tag auch irgendwie angebracht, aber ich wache immer nach einer kurzen Zeit auf und bin nervös und aufgekratzt, weil halt alles ungewohnt und neu ist. Aber ich werd mich schon noch eingewöhnen. Um die nutzlose Nacht nicht ganz nutzlos zu verbringen, habe ich immerhin schon einiges ausgepackt und schreibe jetzt also den Blog. Nach diesem Artikel leg ich mich wohl wieder hin und schau, was sich so tut.

Mein Gepäck ist diesmal übrigens anscheinend heil geblieben (hatte ja auch keine Häferln geladen), nur auf dem Bildschirm vom iBook haben sich diverse Tasten der Tastatur abgedrückt, die Spuren werden wohl für immer bleiben. Jetzt weiß ich also auch, warum viele Leute so Schaumstoffblätter in ihren Laptop tun, wenn sie ihn zumachen... Aber ich erkenne noch alles, es stört nicht wirklich, und ich wollte mir eh so im Herbst einen neuen kaufen, also ist das nicht so schlimm.

Meine Adresse hier ist 2380 Nissen Dr. Room 232, Livermore, CA 94550; die überaus handliche Telefonnummer meines Zimmers ist aus dem Ausland +1 925 3731700 7492, aber ihr brauchts mich nicht anrufen, dann ruf ich euch auch nicht an. Apropos anrufen, mein Handy findet hier kein Netz, obwohl UMTS-Roaming prinzipiell möglich ist laut der Website von drei. Ich werd mich da noch genauer schlau machen, jedenfalls brauchts ihr mir fürs erste keine SMS schicken, falls das wer vorhatte.

Morgen wird mal die Gegend erkundet, die nächste Bushaltestelle gesucht und Essen eingekauft. Zumindest hab ich das vor, was die Realität mir entgegenzusetzen hat, wird sich zeigen.

Along the trail

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So... das diesjährige große Schildkrötenrennen geht seinem Ende zu, und auch die Wüstenkuh und ich werden uns morgen Früh in Richtung Westen aufmachen. Wenn ich im grauslichen Bürokratiedickicht alles richtig gemacht habe, dann werde ich tatsächlich auch über die Grenze gelassen und darf sogar bleiben; andernfalls feiern wir bald eine große Wiedersehensparty! Naja, aber hoffen wir mal, daß ich bleiben darf, die Bedingungen stimmen, und ich sogar was sinnvolles tue/lerne. Ob ein stinkfauler Beinaheabsolvent unserer glorreichen Hochschule in einem solchen Labor wirklich am richtigen Ort ist, werde ich ab nächster Woche noch rausfinden.

Der Koffer ist also gepackt, bei der Tankstelle haben wir noch Brot gekauft, auf daß ich morgen auf 20 Stunden Reise nicht verhungern möge, das Zimmer ist ausgeräumt, der Keller voll. Es kann wohl fast losgehn. Fehlt nur noch ein Marschlied, aber wer schreibt schon Lieder über Praktika in wüsten Kernwaffenlabors?
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