ein bißchen musiktheorie und all das andere zeug

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Begehren wir halt

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Das Volk begehrt Bildung. Eine sehr gute Sache, bitte unbedingt unterschreiben und -stützen! Auch wenn man mit einzelnen Forderungen im Detail vielleicht nichts anfangen kann, sollte man es tun, denn es geht beim Volksbegehren nicht um einzelne Forderungen im Detail, sondern, wie der Rektor der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt gestern zu mir (und etlichen anderen bei einer Zertifikatsverleihung) sinngemäß sagte, darum, dass das Thema Bildung in den öffentlichen Diskurs gelangt und nicht nur in Sonntagsreden angeschnitten wird.

Daher geht schön begehren, ich werde es auch tun. Ob es etwas bringen wird, steht in den Sternen, wir wissen ja, wie das so läuft, aber es ist auf jeden Fall mal ein Zeichen. Ein Zeichen, dass bestimmte Themen diskutiert, bestimmte Dogmen hinterfragt und bestimmte Zustände geändert werden wollen. Und zumindest ein Teil der Forderungen wird, vermutlich ziemlich verwässert, auch tatsächlich in die politische Entscheidungsfindung einfließen.

Ohne jetzt einzelne Details zu diskutieren, möchte ich dennoch einen Kritikpunkt äußern. Ich meine nämlich, dass das Volksbegehren nicht weit genug geht. Würde alles umgesetzt werden, wäre das schon eine ganz nette Vision, aber selbst das wäre mir zu wenig. Wenn man aber davon ausgeht, dass bei Weitem nicht alles umgesetzt werden kann bzw. wird, dann müsste man die Forderungen deutlich ausweiten.

Ich begrüße es sehr, dass die "Sprengung des Korsetts der 50-Minuten-Stunde" oder die "Auflösung des Fächerkanons" thematisiert werden. Ich stehe mit all meiner Erfahrung als ehemaliger Schüler und momentaner Lehrer voll hinter beidem. Unbedingt. Bitte. Und wenn jemand fragt, was das eigentlich bedeutet, kann ich ihm das auch gut erklären. Und wenn jemand nach alternativen Modellen fragt, kann ich ihm auch Beispiele nennen.

Blöd ist nur, dass beide Forderungen für mich logisch mit einer dritten zusammenhängen, nämlich der Auflösung des Konzepts Klassenverband. Darüber findet sich leider kein einziges Wort im Volltext des Bildungsvolksbegehrens. Dabei kann das Konzept Klassenverband sowohl die Sprengung des zeitlichen Korsetts als auch die Auflösung des Fächerkanons blockieren. Wie soll ein Kind frei wählen, mit welchem Thema es sich zu einer bestimmten Zeit gerade beschäftigt, wenn es mit sagen wir optimistisch um die 20 anderen Kindern zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Raum sein muss, mit denen es eventuell durch nichts als das Geburtsjahr verbunden ist?

Wenn ich aber zeitliche, räumliche und fachliche Fesseln sprenge, muss ich auch einsehen, dass das automatisch auch den Klassenverband sprengt. Vielleicht steht deswegen nichts darüber im Volksbegehren? Vielleicht. Blöd finde ich es trotzdem, weil es fehlt, weil es dadurch aus der Diskussion ausgeblendet wird und als Dogma weiterbestehen darf und wird und sich damit auf die restliche Diskussion kontraproduktiv auswirkt.

In irgendeiner Diskussion auf Facebook hat jemand sinngemäß geschrieben: "wenn ich das richtig verstehe, läuft das Ganze darauf hinaus, dass aus allen Schulen Montessori-Schulen werden - das kann doch nicht Sinn der Sache sein". Tja, genau das sollte Sinn der Sache sein. Vielleicht nicht Montessori, das ist wieder ein Etikett und mit Dogmen behaftet, aber es sollte jede Schule frei werden können von den Dogmen, die unsere heutige Schule auszeichnen. Es muss jeder Schule frei stehen, sich so zu organisieren und zu positionieren, wie es den ihr verhafteten Personen am besten passt, frei von ideologischen Vorgaben. Weniger würde ich nicht fordern.

Ich spreche mich sogar dafür aus, dass es weiterhin Schulen geben soll, an denen, sofern es Eltern, Kinder und Lehrer wünschen, die 50-Minuten-Stunde und der klassische Fächerkanon im klassischen Klassenverband prakzitiert werden, auch wenn dies den Erkenntnissen der Gehirn- und der Motivationsforschung wiederspricht. Gleiches Recht für alle, oder? Es sei denn, in der Verfassung wird irgendsowas verankert wie dass die Schule "unter steter Sicherung und Weiterentwicklung bestmöglicher Qualität ein höchstmögliches Bildungsniveau sichert" oder dass sie "die bestmögliche geistige, seelische und körperliche Entwicklung zu ermöglichen" hat, das würde besagte Dinge wohl ausschließen. Ach mist, das steht ja schon in der Verfassung. Naja, offenbar alles Auslegungssache.

Geht also schön brav unterschreiben und -stützen, aber glaubt bitte nicht, dass das alles war. War es nämlich nicht. Wenn wir ernsthaft über Bildung diskutieren, werden wir etliche althergebrachte Dogmen überdenken und über Bord werfen müssen. Wetten?

wege zur musik

heute früh im radio kam american pie (das lied, nicht der film. von don mclean, nicht von madonna). zweifelsohne ein klassiker, den nun wirklich jeder kennt. ich begann jedenfalls zu überlegen, woher. in meinem fall kann ich es ganz genau sagen, und ich habe das gefühl, wenn einige zufälle zufällig anders passiert wären, würde ich das lied jetzt nicht mal ansatzweise so gut kennen.

vierte klasse englisch (bei der klasse war ich mir bis gerade eben nicht sicher, aber ich habe weitere umstände rekapituliert und das jahr damit eingrenzen können) bei einer lehrerin, die jetzt übrigens meine kollegin ist. ich hatte nie das gefühl, dass sie mich sonderlich mag, wird kein wunder gewesen sein, wenn ich so zurückdenke, wie ich in der vierten klasse so war. wir haben im unterricht father and son gehört und ich hab zum ausdruck gegeben, daß mir das lied gut gefällt, und daraufhin hat sie mir dann eine ganze cat-stevens-CD geborgt. hallo, CD? hallo, von einer lehrerin geborgt? damals beides nicht so üblich.

der langen rede kurzer sinn, ich hab mir die CD dann auf eine kassette (!) raubkopiert (oder ist das eine privatkopie?) und recht viel gehört. so viel, daß mir mein vater irgendwann eine andere raubkopierte cat-stevens-kassette in die hand drückte. und weil mein vater ein effizienter mensch ist, war die zweite seite der besagten kassette mit don mclean bespielt. begonnen natürlich mit, ihr habt es schon erraten, american pie (es war offenbar das album american pie, wie man heutzutage mit wikipedia leicht verifizieren kann. da sind sonst auch ein paar schöne lieder drauf, vincent oder crossroads zum beispiel. die cat-steven-seite kann ich trotz wikipedia nicht mehr identifizieren, was bedeutet, daß sie, im gegensatz zur best-of-CD, keinen bleibenden eindruck hinterlassen hat. und daß ich damals offenbar lieber die don-mclean-seite zurückgespult als beide seiten gehört habe.).

so, jetzt wißt ihr, woher ich das lied kenne. und ich habe es oft gehört. aber woher hatte mein vater diese kassette (das kann er uns wiederum selbst erzählen)? und woher kennen andere das lied so genau? ich kenne viele, die den text größtenteils auswendig können, hatten sie alle väter mit raubkopietren kassetten? vermutlich. aber was war bei ihnen jeweils der stein des antoßes, diese kassette auch von vater zu sohn zu übertragen? und woher kennen meine brüder das lied (das können sie uns wiederum auch selbst erzählen)? ich habe die kassette ja ziemlich in beschlag genommen.

ist nicht unbedingt eine frage, die die welt bewegt, aber ich finds interessant, sich über solche kanäle gedanken zu machen. heutzutage läuft es ja anders, es ist alles viel leichter zugänglich und raubkopierbar, aber wer gibt anderen noch konkrete (und physische!) musiktipps?

ganz was anderes, und wer sich bisher durchgequält hat, findet hier ein ähnlich belangloses thema. ich habe heute erstklässler suppliert, die zuerst brav ihre hausübung gemacht haben, nachdem sie aber fertig waren, wollten sie was aufregendes machen, nämlich doodle jump spielen. am handy. was ja gar nicht geht. also habe ich ihnen spaßhalber ein paar plattformen und aliens auf die tafel gezeichnet und vorgeschlagen, sie sollen so doodle jump spielen.

gibt natürlich gar nix her, das ist klar. sie haben es auch in etwa 3 sekunden gecheckt. aber was dann kam, war faszinierend. anstatt frustriert wegzugehen, hat einer vorgeschlagen, sie sollen doodle jump auf der tafel mit verschlossenen augen spielen. eine sehr kreative idee, einer hat immer die augen eines anderen zugehalten und der mußte mit dem finger von plattform zu plattform hüpfen, ohne was zu sehen. und siehe da, die schüler waren beschäftigt. sie waren total fasziniert und voll im flow, wie wir fachjargonbemüher so sagen.

ich habe mich gefragt, wie lang das anhält. ich habe mich das nur ca. 10 minuten gefragt, dann wars aus, aber ich fand die episode sehr interessant und bezeichnend. wenn man kindern die möglichkeit gibt (in diesem fall auch durch ausschluß anderer möglichkeiten), sich auf kreative weise bekanntem zu nähern, entsteht etwas, was niemand vorher geahnt hätte. mehr davon!

technik fürs leben

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dieser tage sind die medien wieder voll mit irgendwelchen technischen produktneuheiten, die dann zum teil eh nie kommen oder von irgendeinem stylishen apple-gadget ziemlich in den schatten gestellt werden. ich verstehe ja, daß es diese dinge gibt, weil es leute gibt, die sie kaufen, würde mir aber etwas gänzlich anderes wünschen - etwas, was ich mir schon lange gedacht habe und ungefähr jetzt auch realitischerweise erwarten würde, und mich wundert, daß ich offenbar der einzige bin, der sowas will.

ich habe im moment einen stand-PC, einen mac powerbook und ein handy. letzteres ist ein in die jahre gekommenes nokia, den powerbook hab ich vor 4-5 jahren schon gebraucht gekauft, und der PC läuft seit zwei wochen nur mehr im abgesicherten modus, und niemand weiß warum. es werden also in näherer zukunft durchaus neue geräte angedacht und angeschafft werden müssen. aber wieso so viele?

zuhause verwende ich gern einen stand-PC. ich mag meine gewohnte tastatur, ich mag meinen bildschirm, der mit 15 zoll und einer auflösung von 1024x768 groß genug für meine bedürfnisse ist, das für mich richtige seitenverhältnis aufweist, nicht spiegelt und dessen abstand zu meinen augen und zu den eingabegeräten ich mehr oder weniger frei bestimmen kann. ich mag es, daß ich im notfall nur einzelne komponenten tauschen muß.

den powerbook nehme ich mit, wenn ich alleine verreise. man ist ja doch gern mal auf facebook, braucht bei irgendwelchen lehrgängen vielleicht mal einen computer für was auch immer, schaut im zug gern mal saw 4-6 oder sowas. paßt gut, würde mir aber als standardlösung nicht reichen. ja klar, laptop mit docking station wäre eine idee.

ich verwende mein handy zum telefonieren. hin und wieder nehme ich darauf hörbeispiele mit in die schule, die ich nur als mp3 habe, wobei ich inzwischen dazu übergegangen bin, einfach eines der eh immer vorhandenen smartphones der kinder dazu zu verwenden, solche sachen von youtube abzuspielen. für meine momentanen zwecke reichts vollkommen. klar hätte ich gern eins mit einer gscheiten kalenderfunktion, mehr platz für musik, apps und spielen - aber solange es läuft, brauche ich eigentlich kein neues gerät.

was ich allerdings sofort kaufen würde, wäre eine lösung, mit der ich mehrere dieser bereiche abdecken kann. ein smartphone, das ich zuhause hinlegen, per usb, bluetooth oder sonst was an meine tastatur und meinen nicht spiegelnden 4:3-bildschirm anschließen kann und das dann als PC fungiert. und wenn ich will, dann kann ich genau das selbe damit überall anders, wo es bildschirme und tastaturen gibt, tun.

technisch sollte das ganz inzwischen kein problem sein. die prozessoren der aktuellsten smartphones dürften meinen PC locker schlagen, und speicherplatz (ich kam die letzten fünf jahre mit 186GB aus, wobei mehr als die hälfte von irgendwelchen serienvorräten und den ausufernden digitalfotobeständen meiner besseren hälfte okkupiert waren bzw. sind) ist auch kein thema mehr, zumal es auch dienste wie dropbox gibt.

die vorteile liegen auf der hand: ich habe meine dokumente, kalender, mails, programme usw. immer bei mir, bräuchte in der schule zb. nur einen bildschirm und eine tastatur, um mit all meinen von zuhause gewohnten ressourcen arbeiten zu können, kann unterwegs auf die wichtigsten funktionen und dateien am smartphone auch zugreifen, muß nie wieder irgendwas synchronisieren oder von gerät zu gerät herumschieben, und wenn ich mal gscheit videos schauen will, kann ich einen HD-bildschirm oder einen beamer anschließen.

klar, CD-brenner und sonstigen schnickschnack kann ich davon nicht erwarten, und man sollte sich so ein ding nicht unbedingt klauen lassen (wobei man ja alles wichtige per dropbox trotzdem noch haben kann). akkulaufzeiten wären sicher ein thema, mit einem standardisierten stromanschluß aber kein problem. betriebssystem wäre mir herzlich egal, solange die beiden modi miteinander können und ich nicht mit irgendwelchen beschränkungen oder allzuviel spionage leben muß. es wäre auch vollkommen ok, wenn apps nur im smartphone-modus und gscheite software im PC-modus laufen, ich brauche in der straßenbahn meist keine videobearbeitungssoftware (gut, gibts inzwischen sicher auch als iphone-app). rückständige technologien wie flash nehme ich trotz ihrer rückständigkeit gerne, einfach weil es so viel gutes zeug in flash gibt. und multitouchscreen brauche ich im PC-modus nicht.

wer kann mir gute gründe nennen, wieso es das nicht gibt? ich habe gestern von einem neuen lenovo-produkt gelesen, das als tablet und als netbook funktioniert, nur brauche ich was kleineres als ein tablet zum telefonieren und was größeres als ein netbook zum arbeiten und spielen. geht schon in die richtige richtung, ist aber für meine zwecke sicher auch nicht das richtige. und ich möchte wirklich nicht drei neue geräte in diesem jahr kaufen.

wahlwechsel

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ich habe es heute getan und habe auch postwendend rüffel dafür bekommen. ist mir in diesem fall egal, denn endlich habe ich das gefühl, eine sinnvolle verwendung für mein eh nur marginal vorhandenes wahlrecht zu haben.

wahlwechsel bedeutet, daß ich als potentieller wähler, der aber nicht wählen möchte (die gründe dafür wurden in diesem blog schon mehrfach genannt, und ich werde auch diesmal nicht drum herum kommen, sie nochmal zu nennen), jemandem, der gern wählen möchte, aber nicht darf, mein stimmrecht weitergebe. in der praxis bedeutet es, daß mir so ein nicht stimmberechtigter jemand seinen wahlwunsch mitteilt und darauf vertraut, daß ich mein kreuzerl für ihn setze.

genau hier setzt der einzige kritikpunkt an, den ich gelten lassen kann. wahlwechsel setzt ein gewisses gegenseitiges vertrauen voraus, man möchte ja nicht jedem dahergelaufenen idioten sein stimmrecht abgeben, und umgekehrt möchte man auch nicht jedem solchen seinen wahlwunsch verraten und dann darauf hoffen, daß er sich auch daran hält.

ich habe leider in den paar tagen, seit ich davon gehört habe, keinen wahlwechsler persönlich kennengelernt und konnte mich also auch nicht mit einem politisch interessierten nichtwahlberechtigten darüber unterhalten und ihm nach einer diskussion einen wahlwechsel vorschlagen. ich weiß, ich hätte nur in meinem haus ein paar nachbarn anquatschen müssen, habe ich halt nicht getan. stattdessen habe ich mich auf der wahlwechsel-page als interessent angemeldet und heute früh, gerade noch rechtzeitig, per email die möglichkeit bekommen, entweder selbst noch eine bei einer wahlwechsel-veranstaltung abgegebene stimme zu ziehen, oder eine von einem der betreiber für mich gezogene stimme zu akzeptieren.

es stimmt, ich habe mich nicht persönlich davon überzeugen können, daß es sicher hierbei auch wirklich um die einzige stimme eines nichtwahlberechtigten und politisch halbwegs annehmbar denkenden menschen handelt. wie gesagt, für diesen kritikpunkt stehe ich gerade, selbst wenn ich annehmen darf, daß die wahlwechsel-betreiber (der verein ENARA, "European Network Against Racism Austria") bei der gestrigen veranstaltung darauf geschaut hat. aber vielleicht gebe ich ja auch nur die stimme von jemandem von ENARA weiter, während er munter selbst wählen geht. nächstes mal werde ich das ganze gewissenhafter vorbereiten, versprochen. anmeldungen für zukünftige wahlwechsel nehme ich jetzt schon entgegen.

die häufigste frage ist: würdest du auch die FPÖ wählen, wenn dir das jemand aufträgt? tja, das ist eine gute frage. es ist niemand gezwungen, wahlwechsel zu praktizieren, und es steht jedem frei, sich über den potentiellen wahlwechselpartner zu informieren und im vorfeld auch politische diskussionen zu führen. ich würde selbstverständlich jemandem, der politisch nicht auf meiner wellenlänge ist, keinen wahlwechsel anbieten. wenn ich es aber doch tun sollte, weil es mir in der gegebenen situation möglich erscheint, dann müßte ich selbstverständlich die wahlentscheidung auch hinnehmen und die spielregeln von wahlwechsel akzeptieren. müssen bedeutet hier keinen zwang, sondern eine innere haltung, und spielregeln bedeuten keineswegs, daß es sich hierbei um ein spiel handelt!

ich habe es getan und bin damit ganz zufrieden. ich mußte mich dabei auch nicht verbiegen. warum ich mitgemacht habe, hat mehrere für mich sehr gute gründe:
  • ich wäre sonst nicht wählen gegangen (gründe dafür siehe weiter unten).
  • jemand anders wäre gern wählen gegangen, durfte aber nicht.
  • es ist eine gute initiative, die ein grobes demokratiedefizit thematisiert.
  • es ist eine gute initiative, die über das bloße thematisieren hinaus auch tatsächlich den politischen willen einiger von der wahl ausgeschlossener menschen legal ins system einfließen läßt.
wer lieber selbst wählt, bitte. wahlrecht ist eine großartige errungenschaft, keine frage. deswegen setze ich mich auch aktiv dafür ein, daß jemand, der gern auch ein wahlrecht hätte, über wahlwechsel diese chance bekommt. aber ich halte das wahlrecht für keine verpflichtung.

viele schlagen auch vor, wenn man nicht mit den angebotenen alternativen zufrieden ist, soll man doch weiß wählen. mit verlaub, ich halte weiß wählen für die absolut schlechteste wahlmöglichkeit. erstens tauchen die weißwähler in den statistiken, die man als normalsterblicher am wahlabend zu gesicht bekommt, nicht auf:
© ORF.at, 10.10.10 gegen 19:15
© derStandard.at, 10.10.10 gegen 19:15
© derStandard.at, 10.10.10 gegen 19:15
wenn man etwas genauer nachschaut, findet man zwar auch etwas über gültige und ungültige stimmen, da sind aber weißwähler mit all jenen in einem topf, die vielleicht zu blöd sind, den kreis zu treffen, die lieber smileys malen als kreuze oder die mit dem wahlzettel sonst irgendwelchen unfug treiben. als politisches signal ist weißwählen jedenfalls absolut ungeeignet.
© ORF.at, 10.10.10 gegen 19:15. hier darf man sich die ungültigen stimmen selbst ausrechnen.
© derStandard.at, 10.10.10 gegen 19:15. dieses kreisdiagramm zeichnet sich selbst im uhrzeigersinn und offenbart im letzten moment den dünnen grauen balken kurz vor 12 uhr, der aber auch für sonstige stehen könnte, bevor es vom obigen bild abgelöst wird.
nicht wählen gehen hat gründe. als nichtwähler kommt man in die statistiken, zwar wiederum in einem topf mit allen anderen aus anderen gründen nichtwählern, aber gut, damit kann ich leben. ich habe in diesem blog schon einmal die frage gestellt, ab welcher wahlbeteiligung eine regierung oder ein bundespräsident tatsächlich demokratisch legitimiert sind - das sollte man meines erachtens unbedingt in der verfassung definieren. nicht wählen ist jedenfalls ein zeichen, das gesehen und auch immer wieder diskutiert wird. viel ist in richtung wählermotivation nicht passiert, aber diverse skandale über wahlbetrug und dergleichen sowie die anbiederung der großparteien an blau und die innergrünen zerwürfnisse tragen ja nicht gerade zum vertrauen in das system bei. mag sein, daß die sinkende wahlbeteiligung zum teil auch anders erklärbar ist, den größten anteil hat meiner vermutung nach die unzufriedenheit mit dem system der repräsentativen demokratie und deren folgen.

wenn man mit dem system nicht einverstanden ist, wäre weiß wählen gehen so wie auf spam mit "unsubscribe" zu antworten. es bringt nichts, aber man bleibt teil des systems. doof. kommt für mich einfach wirklich nicht in frage.

gleichzeitig bin ich aber überzeugter demokrat und wünsche mir ein besseres system. vorschläge gibt es genug, zum teil auch in diesem blog. im moment reicht es mir, auf das konzept liquid democracy zu verweisen. wenn ich meine stimme nicht für etliche jahre an einen verein, dessen ansichten nicht zu 100% mit meinen übereinstimmen, verschenken muß, sondern in allen fragen mitentscheiden darf, mache ich von diesem recht in allen punkten, die mich tangieren, sehr gern gebrauch. bis dahin eben nicht.

ich möchte hier niemanden persönlich verletzen, aber aussagen wie "x prozent der bevölkerung sollten eigentlich gar nicht wählen dürfen, weil sie zu [beliebiges negatives adjektiv einsetzen] sind" halte ich für schwer undemokratisch und unreif. demokratie lebt davon, daß jeder mitentscheiden darf. wenn jemand andere davon ausschließen möchte, dann ist es mir egal, ob es wegen deren herkunft, bildungsstand oder IQ ist, ich finde das ziemlich daneben.

ich wünsche mir eine politik, die von sachthemen und nicht von persönlichkeiten geprägt wird, und in der private befindlichkeiten oder wirtschaftliche abhängigkeiten von einzelpersonen keine rolle spielen, sondern die mehrheit entscheidet. wäre ich repräsentant in einem solchen politischen system, dann würde ich, wenn die mehrheit es will, auch jeden donnerstagtag lustige lila hüte tragen und auf einem bein hüpfen. ich gehe allerdings mit größter überzeugung davon aus, daß in einer solchen demokratie mündigkeit und bildung zunehmen und angst vor bzw. hass auf mitmenschen abnehmen würden.

repräsentative demokratie ist schon eine wichtige errungenschaft, deswegen setze ich mich durch wahlwechsel auch dafür ein, daß die stimme von menschen, die im jetzigen system keine stimme haben, gehört wird. gleichzeitig möchte ich mit meiner eigenen stimme nicht an diesem spiel teilnehmen, weil ich mit den wahlmöglichkeiten nicht zufrieden bin, und weil ich finde, daß es inzwischen bessere alternativen gibt, die in die praxis umgesetzt werden sollten.

für mich ist selbst wählen daher wie gesagt keine wirkliche option, weiß wählen einfach nur blöd, nicht wählen durchaus bequem und logisch, wahlwechsel aber eine wirklich intelligente lösung, die sich mit meinem demokratieverständnis absolut vereinen läßt. anders darüber denken ist erlaubt. ich freue mich jedenfalls über dieses neue konzept und werde auch in zukunft für andere wählen gehen, solange dies notwendig sein sollte.

frag doch den wiener!

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die lustige volksbefragung ist vorbei und die ergebnisse sind aus dem sack, obwohl rein rechnerisch noch die verbliebenen 75% volksbefragungsnichtabgeber zeit hätten, ihre volksbefragungszettel vorzudatieren und abzugeben und damit das ergebnis noch zu kippen. wie diese ergebnisse nun umgesetzt werden (bzw. ob überhaupt), wird uns die zukunft sagen, aber eins ist sicher: die direkte demokratie hat mal wieder einen schweren schlag erlitten.

ach wieso denn, volksbefragungen sind doch ein mittel der direkten demokratie? ja genau. und der osterhase fährt nachts mit der u-bahn.

direkte demokratie bedeutet, daß alle änderungswünsche und -vorschläge am bestehenden recht direkt aus dem volk kommen, vom volk formuliert werden und nach einer positiven abstimmung automatisch gesetzeskraft erlangen. nichts davon trifft auf eine übliche volksbefragung zu, und bei einer beteiligung von 25% aller volksbefragungsberechtigten kann man meinem demokratieverständnis nach nicht mal wirklich von einem ergebnis sprechen.

details der aktuellen befragung lassen wir mal beiseite, selbst die vielfach als suggestivfragen bezeichneten fragestellungen waren bei weitem nicht so suggestiv, wie viele suggeriert haben (wären sie es gewesen, hätten die ergebnisse wohl wesentlich weniger differenziert ausfallen müssen); das warten auf die konsequenzen wird jedoch spannend. wir können davon ausgehen, daß die SPÖ (für die hoffnung, daß sie auch nächstes jahr noch die stadt regiert, gibt es nur einen grund, und der heißt heinz-christian) mit den ergebnissen anstellen kann, was sie will, denn für jede zukünftige entwicklung gibt es gute argumente: entspricht sie dem ergebnis der volksbefragung, dann ist es klar, oder entspricht sie ihr nicht, dann kann man es auf die niedrige wahlbeteiligung schieben. sollten argumente überhaupt notwendig sein, was heutzutage in der österreichischen politik keinesfalls der norm entspricht.

die niedrige beteiligung ist daher irgendwie selbsterklärend: viele machen sich einfach nicht die mühe, weil sie genau wissen, daß ihre stimme keinen wert hat. ist in der bundespolitik auch nicht anders. und das führt wiederum langsam zu einer krise der parlamentarischen demokratie, denn in meinen augen ist eine regierung, die nicht einmal 50% der wahlberechtigten gewählt haben, nicht legitimiert. das mag im moment nur ich so sehen, wird aber bei einer weiter sinkenden wahlbeteiligung noch zum thema werden (müssen).

ich gebe zu, daß im moment kein mechanismus existiert, den man ohne weiteres für eine tatsächlich funktionierende und alle demokratischen gremien umfassende direkte demokratie verwenden könnte - was ich allerdings nicht als argument gegen selbige durchgehen lasse. eine solche technische lösung muß das ergebnis einer arbeitsphase sein, die auf dem bedürfnis der mehrheit nach einer direkten demokratie basiert, einen konsens über grundsätzliche aspekte beinhaltet und transparenz bzw. kontrolle durch jeden einzelnen erlaubt - und damit gleichsam selbst ergebnis einer direkt demokratischen entscheidungsfindung ist. natürlich ist das nicht einfach - aber das kann nicht die vorbedingung sein, überhaupt mal über direkte demokratie nachzudenken.

volksbefragungen wie die neueste sind leider nur für eines geeignet: um schlechtes licht auf ein an sich sehr gutes, fälschlicherweise damit assoziiertes konzept (jenes der direkten demokratie) zu werfen. das ist das selbe problem wie mit dem freien markt: es gab nie wirklich einen freien markt, aber vieles, was unter dem stichwort läuft und keinesfalls wirklich das selbe ist, erzeugt negative erfahrungen, was wiederum, wie auch das schlechtmachen der direkten demokratie, tatsächlich auf einschränkungen der demokratischen rechte jedes einzelnen hinausläuft.

fakt ist: politische skandale häufen sich, die konsequenzen, die aus der finanzkrise hätten gezogen werden müssen, sind nicht gezogen worden, die profile der parteien werden immer diffuser, die hetze immer extremer, die fronten immer härter. vielen davon resultiert unmittelbar aus dem politischen system, das zwar gegenüber herrschaftssystemen früherer jahrhunderte sicherlich einige vorteile bietet, meines erachtens aber einer aufgeklärten und global vernetzten welt im dritten jahrtausend nicht gerecht wird. wollen wir wirklich in diesem system leben, nur weil im moment noch kein anders fix und fertig im regal steht? ich wäre eher dafür, uns an die bastelei zu machen und es selbst zu entwickeln.

eine (echte, aber wenn ich diesen ausdruck schreibe, meine ich immer eine echte) direkte demokratie wäre technisch sicherlich eine herausforderung, aber ebenso sicher möglich. sie würde dafür sorgen, daß der wille der mehrheit sich in politischen entscheidungen niederschlägt. sie würde dafür sorgen, daß keine personen oder grüppchen dinge hinter dem rücken der steuerzahler drehen könnten. sie würde vielleicht sogar dafür sorgen, daß die meisten von uns keine steuern zahlen müssen (das ist jetzt nur spekulation von mir, bitte nicht auf diesen punkt festnageln). sie würde definitiv dafür sorgen, daß themen offen und verständlich von allen betroffenen diskutiert werden können und daß gesetze nur dann notwendig sind, wenn nicht andere formen von verträgen ausreichen. sie würde auch sicherstellen, daß all jene, denen die parlamentarische demokratie ausreicht, ihre stimme unter kontrollierten bedingungen bis auf weiteres genau wie bisher jemandem schenken können, dem sie vertrauen - und im gegensatz zu heute auch ohne nähere angabe von gründen jederzeit wieder wegnehmen können. und und und.

auf viele fragen nach der praktischen umsetzung bin ich in früheren postings schon eingegangen, aber ich freue mich auch über erneute diskussionen. wir müssen nicht einer meinung sein, das ist ja das wesen einer demokratie - aber wir können gemeinsam über dinge nachdenken und damit die welt vielleicht einen schritt weiterbringen.

digital natives

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in letzter zeit hört man immer wieder von einem bereits 2001 erfundenen begriff für die generationen, die mit den digitalen medien aufgewachsen sind und sich daher mit bzw. in ihnen zuhause fühlen (sollen). nach der ursprünglichen definition beginnt man die digital natives so ab geburtsjahrgang 1980 zu zählen, und da ich aus einer informatikerfamilie komme und schon relativ früh kontakt mit computern hatte, würde ich mich hier durchaus dazuzählen.

in dem sinne allerdings, in dem der begriff in den österreichischen medien verwendet wird, wären in erster linie eher meine schüler digital natives, weil sie wirklich von klein auf kontakt mit computern, internet, mp3, mobiltelefonie und sowas hatten. und ich muß sagen, das ist wirklich eine andere generation, zu der ich mich sicher nicht zugehörig fühle.

auf dem papier zeichnen sich digital natives unter anderem dadurch aus, daß sie sich wie selbstverständlich auf dem schlüpfrigen parkett der digitalen medien bewegen, vernetzt agieren, den direkten informationszugriff schätzen und exzessiv verwenden, informationen schneller verarbeiten und sowas. und auf dem papier klingt das auch richtig toll.

ich weiß nicht ganz genau, woran es liegt, aber offenbar habe ich es tagtäglich mit einer ganz und gar unrepräsentativen gruppe angeblicher digital natives zu tun. ich werde sie nicht namentlich erwähnen, aber ich vermute, daß einige von ihnen digital naiv genug sind, um sich hier in dem einen oder anderen kommentar zu outen.

erstens gibt es die besonders coolen schüler, die auf ihrem nigelnagelhyperneuen mac mitschreiben, wenn es der lehrer erlaubt (wenn er es nicht erlaubt, schreiben sie demonstativ nicht mit, weil sie nix analoges mithaben). das wäre ja an sich nix schlimmes, solange sie nicht, wenn der laptop dann mal den geist aufgibt (was bei nigelnagelhyperneuen rechnern eigentlich seltener passieren sollte als es passiert), komplett aufgeschmissen wären, sprich mitschriften-, hausübungs- und ahnungslos. oder wenn sie ein stundenprotokoll zwar gemacht, aber nicht ausgedruckt haben, weil der drucker nicht geht. auf die idee, daß sie es dann auch mailen könnten, kommen nur die wenigsten.

daß die digitale umwelt auch tatsächliche vernetzung über MSN hinaus erlaubt, ist auch nicht selbstverständlich. ich wurde letztens gebeten, besagte stundenprotokolle, die in einer öffentlich zugänglichen mappe rumstehen und jederzeit zum kopieren von mir verborgt werden würden, doch gleich pauschal immer für alle herumzukopieren, damit niemand außer dem jeweiligen protokollanten mitschreiben muß. daß ein protokoll nicht immer alles enthält, was für den einen oder anderen, der selbst mitschreibt, festhaltenswert wäre (ich schau zwar immer grob drüber, ob das wichtigste eh drinsteht, aber es gibt ja auch noch in der 8. klasse schülerInnen, die sich zur sicherheit die reihenfolge der töne notieren, wenn wir sie wiederholen), ist dabei ebensowenig eine überlegung wert, wie das übliche schicksal der zetteln, die ich kopiere und nach der stunde wieder vom boden einsammle. aber daß sie sich gegenseitig die stundenprotokolle einfach mailen könnten, ist offenbar komplett außerhalb der weltsicht meiner digitalen nativlinge.

alte menschen wie ich mußten mühsam lernen, dokumente, an denen wir gearbeitet haben, immer wieder zu speichern (und vielleicht auch backups zu machen). ich gehöre wohl zu den wenigen, die das glück hatten, nie eine längere ungespeicherte arbeit verloren zu haben, und auch meine größtenteils ungebackupte festplatte hat sich noch nie verabschiedet (ich hab mir gerade dreimal über die schulter gespuckt und etliche holzgegenstände zerklopft). aber ich kann mit stolz behaupten: wir haben es gelernt! und dabei auch festgestellt, daß die meisten programme zumindest nach einstellung diverser hebel und schrauben durchaus auch bereit und in der lage sind, in regelmäßigen abständen selbst zu speichern.

wenn ich allerdings einen absolut rohen CD-rohling bekomme, auf der sich idealerweise ein selbst bearbeitetes MP3 befinden soll, und zwar mit der erklärung, das programm sei abgestürzt, als die bereits vier stunden lang bearbeitete und bis dahin ungespeicherte datei sich nicht direkt auf der CD speichern ließ, wundere ich mich schon. wenn auf der CD statt MP3 nur ein bloßes audacity-projekt ohne die notwendigen datenordner drauf ist, sage ich ja gar nichts, aber komplett leer? hallo?

sehr schön finde ich auch die ausrede, ein auf papier abgegebenes, nicht ganz meinen wünschen und vorstellungen entsprechendes und daher zurückgegebenes dokument eine woche später unverändert wiederzubekommen, weil die originaldatei bereits gelöscht worden ist, weil "ich geglaubt hab, ich brauchs eh nimma". in diesem speziellen fall wäre zumindest der drucker vermutlich funktionstüchtig gewesen, aber wenn die sonstige statistik stimmt, ist auf dem druckersektor technisch sowieso einiges faul.

heute habe ich eine wunderbare mail bekommen, in der der admin eines klassenforums die (übrigens zu etwa 50% neue und daher auf diesem gebiet unwissende) klasse einlädt, das erneuerte forum bitte zu nutzen. ich bin gespannt, wann die URL nachkommt.

auch die schnelle informationsverarbeitung aus der digital-natives-legende muß ein mißverständnis sein. wenn damit gemeint ist, daß es schnell geht, information vom bildschirm auf ein ausgedrucktes blatt zu verarbeiten, dann bin ich, sofern die druckermafia mitspielt, tatsächlich beeindruckt. allerdings passiert es dabei äußerst selten, daß auf den solchermaßen erstellen handouts, hausübungen usw. nicht noch das impressum der jeweiligen seiten, irgendwelche weiterführenden links und sowas zu finden sind. daß die kinder ihre eignenen texte vorlesen können oder gar verstehen, ist trotz all meiner bemühungen bloßes wunschdenken.

das sind allerdings alles ausnahmesituationen, da könnte ich doch glatt drüber hinwegsehen. es gibt aber eine sache, die ich nie verstehen werde.

es sitzen in einer durchschnittlichen klasse inzwischen gut 3-4 kinder mit iphone und etliche andere mit anderen internettauglichen gerätschaften. sie dürfen sie laut hausordnung normalerweise nicht verwenden, was sie allerdings nicht davon abhält, es zu tun, und ich habe gelernt, das zum vorteil aller zu nutzen. letztens haben wir zum beispiel das seikilos-lied auf youtube gesucht und abgespielt, weil ich mein handy mit dem MP3 im lehrerzimmer vergessen habe, und auch beim lustigen musikgeschichtespiel war es sehr praktisch, als es um die geburtsdaten von michael jackson und madonna ging. so gesehen finde ich es echt toll, daß die kinder heutzutage ihre ausgelagerte intelligenz einfach so mitnehmen können.

dann wiederum stehe ich oft vor fragen, die a) mit dem stoff oder meinem fach überhaupt nichts zu tun haben, b) mit meiner person überhaupt nichts zu tun haben und c) durch einfaches googlen oder wikipedieren innerhalb weniger sekunden zu beantworten wären, was, wie ich gerade ausgeführt habe, technisch ohne weiteres möglich wäre. und ich blicke dann in die verständnislosen augen von zig digitalen eingeborenen, die mich ansehen, als wäre ich von einem anderen planeten, wenn ich vorschlage, in dieser frage doch einfach das internet zu bemühen.

ich sehe, wie die theorie, also durchaus eine tatsächliche kluft zwischen meiner generation und der heutigen AHS-schülerInnenschaft. wer allerdings sich intelligenter in der welt der digitalen medien bewegt, wer informationen schneller verarbeiten kann, wer vernetzt agiert, darin gehe ich wohl nicht mit der theorie konform.

gestern habe ich allerdings etwas gefunden, was für mich erklärt, wieso die kinder der 90er (und damit meine ich jene, die tatsächlich in den 90ern geboren wurden) sich auf facbook so wohl fühlen. ich habe ein paar gegenüberstellungen gemacht mit kinderbüchern aus den spätern 90ern, man beachte die inhaltliche und farblich-typographische übereinstimmung:



neue videos

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wir sind ja hier unter anderem ein musiktheorieblog und wollen zur musikalischen bildung der menschheit beitragen. es ist vermutlich etwas vermessen von mir, aber ich habe schon lange das gefühl, daß ich zu den wenigen auf dieser welt gehöre, die musiktheorie nicht nur verstehen, sondern auch verständlich erklären können. die reaktionen auf meine ersten drei videos damals haben mir gezeigt, daß es durchaus auch eine handvoll leute gibt, die das ähnlich sehen.

man verstehe mich nicht falsch, es gibt genug andere, zum teil sogar auf den ersten blick simplere musiktheorieerklärmethoden. viele machen es einfach mit halbtonschritten, und ich gebe zu, fürs klavier ist das eine recht gute sache, wenn man weiß, daß ein durdreiklang aus 4+3 halbtonschritten aufgebaut ist. allerdings führt diese sichtweise früher oder später zu offenen fragen oder gar mißverständnissen, und meines erachtens sind harmonische zusammenhänge mehr als unklar, wenn man nicht weiß, ob der leitton jetzt fis oder ges heißt. man sieht, ich bin ein großer fan enharmonischer korrektheit.

meine alten videos waren graphisch und sind sehr mühsam mit paint gemacht worden, ich kann ja sonst nix. ich wollte danach eigentlich auf flash umsteigen, dazu hatte ich aber weder die einlernzeit noch die software, also kam mir die muße auch irgendwann abhanden. bis vor kurzem...

ich habe im laufe des letzten schuljahres einerseits meine ursprünglich leiterförmige darstellung in eine zirkuläre weiterentwickelt, was meinen jüngsten bruder dazu veranlaßt hat, mir eine patentierung derselben nahezulegen, und andererseits einen einfachen mechanismus erdacht, die mir ermöglicht, diese zirkuläre darstellung mitsamt der erforderlicher chromatischer bewegungsfreiheit physisch zu verwirklichen. das ergebnis sieht man hier:



außerdem habe ich zum geburtstag eine wunderbare digitalkamera bekommen (hier einen blumigen dank an meine bessere hälfte, die sich manchmal beschwert, daß sie in meinem blog gar nicht vorkommt, was aufmerksame blogleser sofort falsifizieren können) und mich daraufhin entschlossen, aus der graphischen anonymität in die öffentlichkeit zu treten und nebst meiner stimme auch meine hand (und manchmal meinen behaarten unterarm) in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu lassen.

die neue videoproduktionsmethode führt einerseits zu wesentlich größeren dateien (musiktheoriehilfsmittelding, 3:16, noch mit windows movie maker gemacht, als wmv 12,6 mb; intervalle grobbestimmung, 3:28, mit kamera auf der mittleren qualitätsstufe als mov 299 mb), was an sich wurscht ist, und erfordert eine one-shot-technik und damit technische präzision, eloquenz und sowas. manchmal mache ich doch kleine fehler, aber die verzeiht man mir ja hoffentlich. einige videos muß ich 2-3mal beginnen, aber nach einer weile läufts dann eh.

gut, ich bin technisch nicht ganz so versiert wie der gute klaus kauker, sondern eher die low-budget-variante, dafür meine ich, die dinge für anfänger, schüler und sonstige laien etwas besser auf den punkt zu bringen. trotzdem schöne grüße an klaus, wenn er das hier zufällig liest, ich find deine videos sehr cool!

hier also meine videos, und ihr seht, da ist in der letzten woche einiges weitergegangen. ich bin mit der neuen darstellung bei youtube nicht wirklich zufrieden, weil jemand, der zum ersten mal da hinkommt, das erste video erst suchen muß, aber es gibt ja praktischerweise den "zurück! ich möchte meinen alten kanal zurück"-button, der zwar nicht funktioniert ("möchten sie wirklich fortfahren?" und danach müßte eigentlich zumindest höflichkeitshalber ein "tja, wir wollen aber nicht daß du den alten kanal benutzt, du loser" oder sowas kommen), aber zumindest vermittelt, was technisch möglich wäre.

die alte darstellung hat mir schon allein deswegen besser gefallen, weil ich auf einen blick sehen konnte, bei welchem video es neue kommentare gibt. irgendwie ist das der sinn von web 2.0, daß man kommentiert wird und darauf reagiert (ob mit kommentaren oder verbesserungen oder sonst wie). finde ich doof, daß das nicht mehr so leicht ersichtlich ist, ich mußte erst die seite finden, wo ich all meine videos auf einen, wenn auch scrollbedürftigen blick sehen kann. und wenn wir schon am raunzen sind, hier bei opera gab es das auch eine zeitlang, aber jetzt nicht mehr. ich müßte jetzt alle posts durchschauen, um eventuelle neue kommentare zu finden. doof.

zurück zum thema. die motivation für meine musiktheorievideos kommt nicht zuletzt daher, daß es wesentlich einfacher ist, kindern ein dreiminütiges video als hausübung zu geben, als es eine stunde lang mit einer schulklasse selbst zu erarbeiten. gesetzt den fall, alle hätten sich das video zumindest halbherzig reingezogen, könnte man es in der klasse in 5-10 minuten wiederholen und dann zum üben übergehen. ob das wirklich funktioniert, wird die zukunft weisen. die grobbestimmung der intervalle jedenfalls, die seit einer woche und nur noch bis morgen eine hausübung für die 5a ist, hat gerade mal 17 aufrufe, und ich wette, davon sind 16 nicht von der 5a. wir werden ja sehen, ich habe ihnen freigelassen, sich woanders zu informieren. vielleicht finden sie ja klaus kauker cooler.

die videos gehen jedenfalls weiter, gleich heute, wenn der akku meiner kamera wieder aufgeladen ist. und dann steht dem weltruhm als musiktheorievideotutorialsuperstar fast nichts mehr im wege.

surströmming

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heute ist ein kindheitstraum in erfüllung gegangen. kindheitstraum sei hiermit etwas flexibler als sonst definiert, nach dem motto "es ist nie zu spät für eine erfüllte kindheit", und außerdem sei hiermit gleich am anfang festgehalten, daß manche träume besser träume bleiben sollten.

das ganze fing nicht erst an, als mein norwegischer bruder letztens aus schweden gefacebookt und damit indirekt angeboten hat, mir was mirzunehmen. meine faszination für grausliches essen ist hoffentlich allseits bekannt, und so überrascht es kaum jemanden, daß ich mir surströmming (bitte zuerst studieren und erst dann weiterlesen) gewünscht habe. und wer wenn nicht gergô ist auch manns genug, solche indirekten angebote auch in die tat umzusetzen, selbst wenn das auf dem flug explosionsgefahr bedeuten sollte.

die zutaten für ein surströmmings-fest: surströmming, gekochte kartoffeln, rote zwiebel, sauerrahm, svenskt tunnbröd, milch und viel wasser

wir haben uns heute bestens ausgerüstet auf der donauinsel getroffen, ich sage lieber nicht genau wo, um einer eventuellen strafverfolgung zu entgehen. trotz eines zeitgerechten und ausnehmend einladend formulierten aufrufs bei facebook kam nur bodi, der alte schwede, dazu, und er auch mit einer fast einstündigen verspätung. da war fast schon der ganze spaß vorbei.

gergô hat die dose in einem eimer wasser geöffnet, was dann blubberbläschen und gestank produziert hat. beides hielt sich in grenzen, wobei der geruch qualitativ durchaus penetrant war, eine mischung aus verwesung und fisch zum quadrat. wir konnten auf jeden fall erahnen, wie es ohne wasser gerochen hätte.

die blubberbläschen. das wasser war vorher kristallklar, die trübheit ist direkt proportional zur wurzel des gestanks.

nachdem die dose ausgeblubbert war, haben wir sie ganz aufgemacht und in einem frischen eimer wasser fertigstinken lassen, danach die fische entnommen und wieder in einem frischen eimer wasser ein bißchen ausgelüftet und dann noch unter fließendem wasser abgewaschen.

die fische selber haben recht unschuldig wie jeder andere tote hering ausgeschaut, und ich habe schon die hoffnung gehegt, daß der geschmack doch recht interessant sein könnte. bei hákarl etwa ist es ja so, daß man, wenn man den ammoniakgeruch ignoriert, mit einem durchaus spannenden geschmackserlebnis nach reifem käse belohnt wird. muß auch nicht jedem schmecken, aber ich habs gemocht.

leider hält sich surströmming nicht an diese einfache regel und schmeckt auch abseits des geruchs eher penetrant, sauer, verwest und extrem salzig. selbst mit viel beiwerk haben wir uns eher zwingen müssen, um ihn runterzukriegen. bodi hat überhaupt gekniffen und hat sich rein vegetarisch ernährt.

ein festmahl. wenn man nicht wüßte, was es ist, möchte man fast mitessen...

der wunderbare geruch, den wir zu diesem zeitpunkt kaum noch wahrnahmen, hat auch freunde gefunden: ungefähr alle fliegen und wespen der donauinsel haben sich auf unseren tellern und um den eimer herum (die dümmeren unter ihnen gleich im eimer) versammelt. wir haben ihnen nahegelegt, sich nach schweden zu verabschieden, aber wie ich glaube erfolglos.

nachdem wir satt waren (recht bald also), haben wir alle reste umwelt- und mitmenschengerecht entsorgt und alles, was mit dem fisch oder mit etwas, was mit dem fisch in berührung gekommen ist, in berührung gekommen ist, schön mit seife ab-, aus- und einfach nur so gewaschen. und nach ein paar kilo schwedischer schokolade und diversen kaugummis war das erlebnis rückwirkend eigentlich total witzig.

heute abend gibt es dann matjesfilets mit sardellenpaste und eine ungarische fischsuppe, und fischstäbchen oder diese wunderbar öligen makrelen vom billa habe ich auch schon lang nicht gegessen. und sollte jemand bald in japan sein, ich würde mich über funazushi freuen.

was ich aus dem heutigen tag gelernt habe:
a) man muß die ferien ordentlich verabschieden, wenn man sich schon nicht auf die schule freut.
b) manches klingt nicht nur grauslich, sondern ist es auch.
c) die schweden sind ein spinnertes volk (darüber kann man sicher diskutieren).
d) facebookmenschen sind feig und unspontan.

20 jahre

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eigentlich hatte ich vor, das jubiläum irgendwie ausführlicher zu besprechen, aber so viel fällt mir dazu auch nicht ein. wenn mich nicht alles täuscht, bin ich heute vor 20 jahren mit meiner familie nach wien gezogen. jippie!

in den 20 jahren ist so viel passiert, daß ich eh nicht alles aufschreiben kann. 20 jahre sind eine sehr lange zeit, würde man meinen, und damals war die welt definitiv noch eine andere. bezeichnen ist, daß ich von diesen 20 jahren mehr als die hälfte mit meiner besseren hälfte erlebt habe, daß mich meine schulfreunde seit 16-19 jahren kennen und trotzdem noch immer aushalten und daß die experience schon ein fünftel dieser zeit existiert.

das wars eigentlich auch schon, man hat ja dieser tage nicht mehr ewig zeit, belanglosigkeiten zu bloggen.

making the band: the sequel

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ein mann muß tun, was ein mann tun muß. und da die experience in ermangelung ausreichender motivation darnieder liegt (an der zeit kann es nicht liegen, ich war auch mal student), pflichttermin in ermangelung einer rhythmusgruppe ausg'steckt is' und die vielversprechende lehrer-schüler-band STUPЯOF in ermangelung von respekt und dankbarkeit seitens der schüler seitens der lehrer nicht fortgeführt wurde, jucken die finger.

STUPЯOF wurde vor einem guten jahr mit dem ziel schulball (ende april) gegründet, und ich hielt es von anfang an für keine wahnsinnig gute idee. schüler nehmen gerne und geben etwas weniger gerne, und selbst wenn sich einer von drei wirklich reinhaut, ist es noch nicht selbstverständlich, daß er unseren mindestens ebenso hohen einsatz würdigt. das knappe jahr haben wir auch wirklich gebraucht, um uns a) auf vier lieder zu einigen, die allen genehm waren, b) alle paar monate mal einen probentermin zu finden, der allen genehm war und c) all das, was zwischen den proben in vergessenheit geraten ist, wieder aufzufrischen. das spontane fernbleiben von proben von schülerseite war zwar nichts, womit man nicht hätte rechnen können, aber wir haben nicht damit gerechnet.

der auftritt war dennoch ganz cool und ein großer erfolg. hätten die jungs ihre karten danach brauchbar gespielt und zumindest einen hauch von dankbarkeit für unseren einsatz (wir haben auch unsere freizeit dafür geopfert. und wir waren ausnahmslos bei jeder probe anwesend) gezeigt, hätte es wohl auch weitergehen können. so aber hatten wir schon wenige tage nach dem ball keine lust darauf.

praktischerweise kam sogar von höchster stelle so viel lob, daß der erwachsene teil der band (PЯOF sozusagen) beschlossen hat, weiterzumachen. ebenso praktischerweise hatten wir einen potentiellen schlagzeuger, der schon seit einem jahr in den startlöchern scharrte, nämlich unseren lieben herrn prof. michi "das katapult" schneyder, der die idee einer reinen lehrerband unpraktischerweise wenige tage nach der gründung von STUPЯOF und damit fürs erste das nachsehen hatte.

die band war noch nicht mal gegründet und schon gar nicht getestet (daß michi schlagzeug spielt, wußten wir bis dahin nur aus seinen eigenen aussagen, und wir wissen alle, daß das noch nix bedeuten muß), als der auftrittstermin schon fixiert war: das gartenfest. die namensfindung erfolgte ebenso spontan und unter druck, und zu meiner verteidigung muß ich sagen, daß ich maturavorbereitung hatte und daher nur per sms vom ergebnis informiert worden war: hör[by]spiel. es gibt bessere namen. aber auch schlechtere.

um die sache spannend zu halten, haben wir uns dann noch ein wenig zeit gelassen. ich habe zwar mit michi eine kurze proberunde gespielt und ihn für gut genug befunden, aber das richtige proben hat noch auf sich warten lassen. dafür haben wir uns zu viert recht schnell und unkompliziert auf sieben lieder geeinigt (von denen wir schlußendlich nur eins nicht spielen) und dann zwecks koordination eine geheime facebook-gruppe gegründet (bezeichnenderweise hat sie sechs mitglieder und damit genau um eins weniger als die offene und seit über zwei jahren existente experience-gruppe. pflichttermin hat 113). und dann, bereits vorletzte woche, also zwei wochen vor dem auftritt, haben wir zu proben begonnen.

es ging alles ganz gut, bis auf leichte technische schwierigkeiten (der bass mit dem schulbassverstärker wummert immer, zumindest nach aussage von herrn prof. thorwartl. die bereits im vorfeld durch allzu exzessives weihnachtsoratoriumhören arg belasteten boxen haben sich mit dem e-schlagzeug nicht ganz vertragen und ihre elastischen teile durch den raum gespuckt. das von mir um 30 € erstandene schulmikro hat das viermal so teure SM-58 von frau prof. "roaring" eder locker in die tasche gesteckt.) und temposchwankungen, die wir aber von STUPЯOF schon mehr als gewohnt waren. um das ganze noch fetter zu machen, haben wir meine zwei lieben lehrerzimmertischnachbarinnen als background vocals dazugeholt.

wir haben dann die letzte woche quasi durchgeprobt (mittwoch, donnerstag, freitag und sonntag!) und uns soweit zusammengespielt, daß ich überzeugt bin, der auftritt wird den vom schulball in den schatten stellen (außerdem sind diesmal auch die unterstufen dabei, also potentiell wirklich viel publikum). die lieder sind alle cool, knackig arrangiert und fetzig, die band rockt, die sängerinnen singen... was will man mehr.

außerdem spiele ich nicht nur zum ersten mal leadgitarre, sondern auch noch die einzige, was ich mir früher nicht so richtig vorstellen konnte. kein klavier, kein akkordeon, nix, ich bin das einzige akkordinstrument. und ich muß sagen, die billige rote strat-kopie aus der schule kommt erstaunlich fett, ich werde meine teure gibson-kopie nur als ersatz für den notfall mitnehmen. für nichtgitarristen mag das wurscht sein, musiker vom fach werden das aber zu würdigen wissen.

jetzt ist halt die frage, was passiert, wenn am freitag schlechtes wetter ist. am freitag ist nämlich schlechtes wetter. das heißt wohl, daß das gartenfest ein festsaalfest wird. zum glück entfallen dann zumindest das mühsame lehrer-schüler-gemischt-völkerballspiel nach den katholischen regeln (ja, sowas gibt es!) und das vermutlich ziemlich anstrengende lehrer-gegen-schüler-fußballspiel nach sonst irgendwelchen konservativen spezialregeln (begrüßung mit "sport frei!" usw.), bei denen der männliche teil von hör[by]spiel eingespannt ist. damit steigen die chancen, daß wir uns nix brechen, was einem bandauftritt irgendwie wenig entgegenkommen würde.

und dann ist die soundcheckfrage noch überhaupt nicht geklärt, weil aufgrund des schlechten wetters morgen kein am vortag des gartenfests üblicher soundcheck stattfinden wird. wir kommen also vor dem auftritt auf die bühne und müssen erstmal alles hinstellen und aufbauen und abmischen. vor zwei jahren hat das eine gute halbe stunde gedauert, wobei der arme soundmensch auch ziemlich überfordert war, weil ich ihm im vorfeld nur viermal gesagt habe, was wir wo brauchen werden. theoretisch gibt es diesmal ja eine halbe stunde pause vor uns, praktisch hat sich aber der zeitplan vom gartenfest noch nie auch nur ansatzweise an den zeitplan gehalten. also mal sehen.

ich bin jedenfalls guter dinge, und außerdem ist das schöne am gemeinsam musizieren, daß man, selbst wenn man es beim auftritt versemmelt, im vorfeld idealerweise bereits einige richtig geile proben hatte. auch das hatten wir bei STUPЯOF nicht wirklich und bei hör[by]spiel schon ein paarmal. wir sind einfach besser. und viel spontaner. und egal wie es kommt, wir werden nächstes jahr weitermachen (vielleicht diskutieren wir den namen nochmal?). sport frei!